Tag: Verkehr (page 1 of 2)

Tür 2: Futurakalender – Verkehrswende?

Futura-Adventskalender Tür 2: Man hat ja in Deutschland immer so ein bisschen das Gefühl, dass Gesetze nur so lange gelten bis eine Autobahn gebaut werden soll. Dann werden jahrzehntelang geschützte Naturschutzgebiete plötzlich normale Ackerflächen, Bauordnungen verlieren ihre Gültigkeit, der Dannenröder Wald ist plötzlich Forst und nur noch ein nerviges Hindernis. Während auf der anderen Seite seit Jahrzehnten Sonntagsreden von der Verkehrswende und der Förderung der Bahn geschwungen werden, aber das gefühlte Angebot immer dünner wird.

Ich hab zu dem Gefühl mal die realen Zahlen überprüft. Und ich denke sie sprechen für sich. Denn während die Bahnstrecken seit 1950 eigentlich jedes Jahr abgenommen haben, ist das Autobahnnetz kaum gebremst um 611 % explodiert und wächst weiter Jahr für Jahr.

Die höchste Ausdehnung des Eisenbahnnetzes in Deutschland war übrigens 1913 mit 63.337 km. Heute haben wir noch 38.500 km.

Grafik übrigens nach der Idee von meinem Vater. Der beschäftigt sich schon sehr lange mit dem Thema. Und ja, die Zahlen sind korrekt. Leider.

Quellen und Grafik im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Tür 1: Futurakalender – in 1 Sekunde

Tag 1. im Futura-Adventskalender. Was passiert in einer Sekunde?

Schnipsts einfach mal mit den Fingern. Und stellt euch bei jedem Schnipsen vor: „2,5 Menschen mehr*“ – „2.500 € mehr auf dem Konto“ – „2.100 Hühner einen Kopf kürzer“ – … und ich behaupte mit jedem Schnipsen wird der Irrsin unseres Wirtschaftens deutlicher… „Ein halbes Fußballfeld Regenwald weniger“ – …

Quellen und Grafik im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

* sorry, der halbe Mensch ist in der Vorstellung immer etwas schwierig. Denkt einfach an „Kill Bill“.

Warum wird in Deutschland gehupt?

Ich stand heute mit dem Bulli am Zebrastreifen, auf selbigem eine ältere Frau und hinter mir ein aggressiver BMW-Fahrer (Nach meiner Erfahrung serienmäßig verbaut) der mir per Hupzeichen signalisierte, dass ich die Frau jetzt endlich umnieten soll, damit er vorbei kann.

Nicht nur diese Episode zeigt: Der Verkehr in Deutschland wird aggressiver. Das hab ich nicht erfunden, das ist messbar und durch die Studie zum Verkehrsklima bestätigt. Besonders schön übrigens folgende Zahlen aus der Studie: Mehr als 90 % geben an schon mal einen Autofahrer gesehen zu haben, der Radfahrer drangsaliert, eng überholt oder eben anhupt aber 96 % sind überzeugt Radfahrer besonders rücksichtsvoll zu behandeln. Ahahaha (langsam sterbendes Lachen)

Und was kann im deutschen Verkehr Aggressivität schöner ausdrücken als die kurz oder lang gedrückte Hupe. Vergessen wird dabei gerne, dass die Hupe laut StVO nur ins Ausnahmefällen zum Warnen oder außerorts zum Ankündigen eines Oberholvorgangs gedacht ist. Andere Anwendungen sind mit Bußgeldern belegt. Die leider, nach typisch deutscher Art mit 10 € mehr als lächerlich sind.

Ich bin der letzte der irgendwen für kleinere Regelverstöße kritisiert, aber dieses aggressive Gehupe ist die absolute Pest und sorgt dafür, dass man sich in den wirklichen gefährlichen Situationen eher fragt wer jetzt wieder schlechte Laune hat, als was gefährlich sein könnte.

Und es gab nicht wenige Fälle in denen zu Unrecht angehupte Radfahrer vor Schreck gestürzt sind.

Daher, ich bin dafür dass ab Werk auf der Hupe in großen roten Blockbuchstaben steht: „NUR ZUR WARNUNG“ und die Bußgelder auf ein unfreundliches Niveau gebracht werden.

Meine Taktik wenn ich auf dem Rad angehupt werde ist übrigens immer ausschweifend zu winken, als würde ich den Autofahrer kennen, und denken dass er mich gegrüßt hat. Denn nichs ärgert Idioten so, wie in ihrem Ärger nicht ernst genommen werden.

Stay safe und Finger weg von der Hupe,
Euer Captain Futura
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P.S. Das allgemeine Aggressivitätsniveau ist aber weiterhin auf einem okayen Niveau, das sollte nicht unerwähnt bleiben – ich bin schließlich keine Boulevardpresse, die Panik schüren will.

P.P.S. Ich hab hier Hochzeits-Hupkonzerte absichtlich nicht aufgenommen, da ichs persönlich einfach nicht so schlimm finde und es immerhin nicht aggressiv ist. Anders ists wenn die komplette Hochzeitsgesellschaft in Autos die Autobahn sperrt und lebensgefährlich feiert, wie – kein Scherz – bei einer Großhochzeit im Pott geschehen.
https://www.dnn.de/Mehr/Auto-Verkehr/Die-Stimmung-auf-Deutschlands-Strassen-wird-aggressiver

https://www.bussgeldkatalog.net/strassenverkehrsordnung/16-stvo/

https://www.derwesten.de/region/a43-nrw-muenster-senden-hochzeits-korso-autobahn-polizei-hubschrauber-id229443514.html

https://www.aargauerzeitung.ch/blaulicht/hochzeitskonvoi-blockiert-kurzzeitig-die-autobahn-a1-139458782

Verkehrsminister ReCaptcha

Seit 2009 stellt die CSU den Verkehrminister.

„Erfolg“ ihrer Politik:
– Mautdesaster
– 500 Millionen veruntreut
– steigende Toten- und Verletztenzahlen bei den Radfahrern
– kaputtgewirtschaftete Bahn und Stillegung von Bahnstrecken
– Dauerbaustellen
– Dieselbetrug
– verschleppte Elektromobilität
– verschleppte Verkehrswende
– einseitige Förderung des Automobils mit „Abwrackprämien“ obwohl nachgewiesen wirkungslos
– 500 Millionen für Mobilitätszentrum – zufällig in München
– 21,5 Prozent der Fördermittel fließen zufällig nach Bayern (obwohl es nach Schlüssel nur ca. 15 Prozent sein dürften)
– nicht abgerufene und für Straßenbau veruntreute Mittel für die Förderung des Radverkehrs
– steigender Anteil des Verkehrs an den CO2-Emissionen
– ein lügender Verkehrsminister, der immer noch im Amt ist und bis heute nicht Merkels vollstes Vertrauen hat
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Daher: Wer sich beim Radfahren sicher fühlen will, eine Verkehrswende möchte, wer will, dass Gelder fair an die Bundesländer verteilt werden, dass die Bahn funktioniert, dass Radverkehr endlich ernsthaft gefördert wird, dass Elektromobilität endlich in Gang kommt, Autokonzerne Entschädigung zahlen müssen, Klimaschutz keine leere Worthülse ist und wer denkt, dass Politiker ehrlich und transparent sein sollten – der kann nicht die Union wählen.

Denn über die Union bekommt die CSU das Verkehrsministerium.

Und dann geht es so weiter.

Nächstes Jahr ist Bundestagswahl. Andi B. Scheuert muss weg. Und wenn die CSU und die Union offensichtlich keinen Anstand haben, dann muss man sie abwählen.

Euer Captain Futura.

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ausgewählte Quellen zum Artikel:
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https://www.tagesspiegel.de/politik/radverkehrspolitik-ausgebremst-12-millionen-fuer-radwege-nutzt-scheuer-fuer-neue-strassen/25624844.html

https://taz.de/Andreas-Scheuer-und-die-Pkw-Maut/!5715877/

https://www.captain-futura.de/2020/09/09/klimaschutz-und-verkehr/

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/statistisches-bundesamt-hoechststand-bei-toten-radfahrern-100.html

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gruene-kritisieren-verkehrsminister-foerdert-andreas-scheuer-bevorzugt-bayern.de0d92ff-2ba6-463d-9628-874fb5a18ca6.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/maut-debakel-abwrackpraemie-klimaschutz-nur-der-nichtangriffspakt-verhindert-scheuers-ruecktritt/26238106.html

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-scheuer-mobilitaetszentrum-verkehr-1.4835718

https://www.vw-schaden.de/aktuelles/druck-auf-minister-scheuer-waechst-maut-und-diesel-abgasskandal-strafanzeige-wegen

Wie CSU-Verkehrspolitik und SUV-Trend Klimaschutz gefährden

Die CSU lobbyiert gerade in Berlin für eine Verkaufsprämie auch für Verbrenner. Weil die deutschen Autoindustrie am Bedarf vorbei produziert hat und sich jetzt die überdimensionierten CO2-Schleudern angeblich bei den Werken stapeln.* Während die Firmen mit der Produktion von Elektroautos kaum hinterher kommen.

Das ist von einer solchen Absurdität und ein so dummdreister planwirtschaftlicher Vorstoß der CSU, dass mir hier fast die Luft wegbleibt. Was auch daran liegen könnte, dass dank der völlig verfehlten Politik dieser Klimazerstörungskoalition, der durchschnittliche Ausstoß von CO2 bei den Neuwagen in den letzten Jahren ZUGENOMMEN hat.

Ich hab mich zudem mühsam durch die Zulassungsdokumente des Kraftfahrbundesamtes gewühlt und auch 2020 ist bisher kein entscheidendes Absinken der Werte zu sehen.

Und das Ziel eines EU-Flottenverbrauchswertes von 95 g CO2? Irgendwo im Verkehrsministerium fällt Zukunftsvernichtungsminister Andi B. Scheuert gerade lachend vom Stuhl und kriegt ein Präsent vom VDA (Verband der Automobilwirtschaft) überreicht.

Übrigens werden bei den Durchschnittswerten Elektroautos mit 0 g CO2 angerechnet. Weil da ja nix aus dem Auspuff kommt. Was natürlich komplett absurd ist. Denn aus den Schornsteinen der Braunkohlekraftwerke kommt bei der Stromproduktion NATÜRLICH durchaus CO2!

Ja, Elektroautos sind DEUTLICH besser (Neuere Studien zeigen das sehr eindeutig) ABER sie sind alles andere als CO2 frei. Vor allem weil diese verlogene Anti-Klimaschutz-Koalition in Berlin die Braunkohlekraftwerke ja auch immer noch am Laufen hat . (Und jetzt auch noch für großzügige Restlaufzeiten die Stromerzeuger mit Geld zuscheißt)

Wie kann eine Regierung und vor allem eine Partei so unfassbar dabei versagen unsere Zukunft zu sichern? Ernsthaft, wer 2020 noch die Union wählt der kann die Erde auch gleich selber kochen. Gerade heute hat Altmeier, diese gigantische träge Masse aus Unfähigkeit und Verlogenheit, einen Vorstoß gemacht nach Photovoltaik und Windkraft auch die Offshore-Winderzeugung zu zerlegen. Windkraftbetreiber sollen zukünftig partiell dafür ZAHLEN, dass sie Strom erzeugen dürfen. Ernsthaft. Die Erklärung dafür ist eine schon länger bekannte Zelle von ideologischen bis wahnsinnigen Windkrafthassern in der Führung des Bundeswirtschaftsministerium, die Altmeier einfach laufen lässt. Das hab ich nicht erfunden. Googelt Stephanie von Ahlefeldt. Oder schaut in meine Quellen.

Das Bundeswirtschaftsministerium VERNICHTET ABSICHTLICH eine Industrie und hunderttausende Arbeitsplätze. Mitten in der Krise. Und pampert eine andere, die so mit Vollgas Richtung Untergang fährt.

Zornig,
Euer Captain Futura
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++++ UPDATE ++++ Ich hatte ein Statista-Diagramm genommen und alle Quellen mühsam nachvollzogen (da ich denen nicht traue) – Die Quellen waren auch okay, aber es wurde ein zwischenzeitlicher Wechsel des Prüfverfahrens unterschlagen. Für das alte NEFZ Verfahren hatten die Hersteller so gut optimiert, dass die Werte locker 20-30 % unter Realbedingungen lagen. Daher hat man auf das realistischere Verfahren WLTP umgestellt.

Daher der Sprung von 2018 auf 2019. WLTP liegt aber immer noch DEUTLICH unter realen Verbrauchswerten von https://www.spritmonitor.de vor allem für große SUVs und Hybride / Plug-in Hybride. Die realen Verbrauchswerte bei Kleinwagen um die 5 % höher aber bei SUVs und Geländewagen bis zu 20 % höher und bei Plug-in Hybriden bis zu 200 %! Immer noch!

Daher hab ich eine realistischere Kurve ergänzt, die für alle Jahre vor 2018 NEFZ in WLTP umrechnet (20 % höher und damit recht freundlich) und die Verzerrung durch schwere SUVs, Plug-in Hybride und Elektroautos vorsichtig berücksichtigt (da ja die Stromerzeugung NICHT CO2-frei ist). DANKE für Eure Rückmeldungen! Beispielrechnungen hinter den Quellenangaben!

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* tun sie kaum, Autohersteller sind ja auch nicht bekloppt und hören auf zu produzieren wenn keiner die Autos will.

P.S. NEIN, es gibt keine Entschuldigung einen völlig übermotorisierten SUV oder Geländewagen zu kaufen. Es ist in 2020 bei all unserem Wissen um die Klimakatastrophe einfach nur armselig.

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Verbrauchswerte (Quellen)
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/399048/umfrage/entwicklung-der-co2-emissionen-von-neuwagen-deutschland/

http://www.kba.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Jahresberichte/jahresbericht_2013_14_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2

https://www.kba.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Jahresberichte/jahresbericht_2015_17_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=10

https://www.erneuerbareenergien.de/suv-und-gelaendewagen-sprengen-co2-ziele

https://www.pkw-label.de/fileadmin/Dokumente/Monitoringbericht/MB_Neuzulassungen_07_2019/dena_FS_PKW-Label-Monitoringbericht_A4_Web_Titel_korregiert.pdf

https://www.kba.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Statistik/Fahrzeuge/FZ/2019_monatlich/FZ8/fz8_201909_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=5

Umrechnung von WLTP in NEFZ
https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Umstellung-WLTP-zu-NEFZ.pdf

Reale Verbrauchswerte:
https://www.spritmonitor.de

Anteil Elektroautos etc:
https://ecomento.de/2020/01/06/jahresbilanz-elektroauto-hybridauto-zulassungen-2019/

Anteil SUV
https://de.statista.com/infografik/19572/anzahl-der-neuzulassungen-von-suv-in-deutschland/

Versuch von Altmeier, die Offshore-Windkraft zu zerlegen:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/windkraft-peter-altmaier-bremst-offshore-anlagen-warum-a-10b0ade2-3f90-4e2f-88d1-a1fa5021eb0c

Windkrafhasser(innen) im Bundeswirtschaftsministerium:
https://taz.de/Neuer-Kurs-im-Wirtschaftsministerium/!5638499/
https://www.cleanthinking.de/sabotage-energiewende-cdu-mittelstandsvereinigung/

https://www.energiezukunft.eu/politik/so-einflussreich-sind-die-gegner-der-windkraft/
++++Update Beispielrechnungen //

Unterschied beim BMW X5
Diesel: 9,86 / real: 261,29 g / Zulassungsbehörde: 213,9 / Abweichung: 22 %
Benzin: 13,60 / 315.52 g / Zulassungsbehörde 257,3 / Abweichung: 22 %
Plug-in Hybrid: 7,87 / 182.584 g / Zulassungsbehörde: 86,1 g / Abweichung: 112 %

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Porsche Panamera
Benzin: 13,48 / real: 312.736 / Zulassungsbehörde: 272,4 / Abweichung: 115 %
Plug-in Hybrid: 6,64 / real: 154.048 / Zulassungsbehörde: 89,3 / Abweichung: 73 %

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Opel Adam
Benzin: 6,62 / real: 153.584 / Zulassungsbehörde: 149,4 / Abweichung: 3 %

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CITROEN C1
Benzin: 5,00 / real: 116 / Zulassungsbehörde 111,2 / Abweichung: 4,5 %

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Anteil SUV 2019: 21,1 % / Plug-in Hybrid: 1,3 % / Elektroautos: 1,8 %

Gericht entscheidet – Pop-up-Radwege in Berlin müssen weg

Pop-up Radwege in Berlin müssen weg oder: Dieser Moment, wo man ahnt, dass die Richter im Mercedes zur Urtelsverkündung gefahren sind.

Damit trifft in Berlin dasselbe Problem auf, wie bei dem Versuch in Hamburg-Altona für eine testweise temporäre Verkehrsberuhigung. In beiden Fällen wollte das Gericht eine konkrete „Gefahrenlage“, die hat das Gericht nicht erkannt, also wurde die Stadt verpflichtet die Radwege aufzulösen.

Das ist insofern lustig, da Berlin ja mit der Pandemie eine durchaus nachvollziehbare Begründung geliefert hat. Da in dieser der ÖPNV weniger leistungsfähig ist (Abstandsregeln) muss den Berlinern, die kein Auto haben, ein möglichst sicherer Weg zur Arbeit und Einkaufen etc. gewährleistet werden. Viele Radwege sind aber überlastet, in traurigem Zustand und sehr unsicher – daher ist eine bessere Sichtbarkeit auf der Straße ein guter Ansatz.

Das ist dem Gericht aber nicht „konkret“ genug und angeblich „verkehrsfremd“. Was so ein wenig die Frage aufwirft, was dem Gericht denn konkret genug wäre, so in Sachen Gefahrenlage? Braucht es vielleicht den „Schlächter von Kreuzberg“, der nachts mit seinem SUV reihenweise Radfahrer jagt und überfährt? Oder müssen tausende Radfahrer täglich wie bei der Tour de France eine blutige Massenkarambolage auf den unzureichenden Radwegen zelebrieren?

So oder so, sollte man daran erinnern, dass Gerichte regelmäßig einen Ermessensspielraum haben. Wenn dieser aber regelmäßig dafür genutzt wird den Gestaltungsspielraum von Kommunen so zu beschneiden, dass diese letztlich überhaupt nicht mehr auf aktuelle Gegebenheiten reagieren können und damit nicht mehr handlungsfähig sind – dann ist das ein Sieg für AfD und co. (die hatten geklagt) aber keiner für Demokratie und Gewaltenteilung.

Abgesehen davon gehört dringend dieser absolut idiotische Passung gestrichen, dass eine „konkrete Gefahrenlage“ nötig ist, um irgendwas zeitnah ändern oder probieren zu können.

Denn Fakt ist: VERKEHR FOLGT DEN WEGEN und nicht anders herum.
Wenn du Straßen baust bekommst du Autoverkehr.
Wenn du Radwege baust bekommst du Radverkehr.

Das heißt: Wenn es nicht genug sichere Radwege gibt, dann werden die auch nicht überfüllt sein, weil die meisten sich nicht aufs Rad trauen und dann erkennt das Gericht keine Gefahrenlage und dann kann man jeglichen Feldversuch und Pop-up Radweg vergessen. Dabei sind Feldversuche und Pop-up Radwege ein wirklich wichtiges Mittel um die Verkehrswende ENDLICH zu beschleunigen.

In dem Sinne: Ich hoffe die Richter saßen gut in ihrer Mercedes-Limousine und ich hoffe zur nächsten Urteilsverkündung werden sie mal verpflichte einen Tag mit dem Rad durch Berlin oder Hamburg zu fahren.
Und dann würde ich die Richter gerne noch mal sagen hören: „Dass es keine konkrete Gefahrenlage gibt“
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P.S. Auch bei der Demo in Berlin jüngst haben die Richter keine „konkrete Gefahrenlage“ erkannt und das Demoverbot gekippt. Mit den bekannten Ergebnissen. Wird man als Richter neuerdings nur noch mit rosaroter Brille auf die Straße gelassen?

Mehr dazu:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/verwaltungsgericht-entscheidet-pop-up-radwege-in-berlin-sind-rechtswidrig/26164102.html
https://www.berlin.de/gerichte/verwaltungsgericht/presse/pressemitteilungen/2020/pressemitteilung.987343.php

Andreas B. Scheuert

Ich wollte nur kurz vorbei schauen, um zu sagen: Andreas B. Scheuert genießt immer noch nicht Merkels vollstes Vertrauen und ist daher IMMER NOCH Verkehrsminister.

Was Andreas B. Scheuert gemacht oder vielmehr NICHT gemacht hab muss ich wohl nicht mehr aufzählen. Nur kurz: Wegen der von B. Scheuert und co. verpatzten neuen StVo müssen bundesweit 11.500 Bescheide zurückgenommen werden, um eine gigantische Klagewelle zu verhindern.

https://www.spiegel.de/…/stvo-bundeslaender-schicken-einkas…

Gerade hat z.B. Brandenburg alle Fahrverbote und Bußgelder nach der neuen (fehlerhaften) StVo aufgehoben und kehrt komplett zur alten Regelung zurück.

https://bernau-live.de/…/brandenburg-stoppt-bussgeldbeschei…

Es grüßt mit vollstem Vertrauen in eine gut bezahlte Zukunft Andreas B. Scheuerts in irgendeinem ominösen Lobbyverband der Automobilindustrie,

Captain Futura

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Wer mag kann die Arbeit von Captain Futura für eine Rad- und ÖPNV-freundliche Zukunft mit kleinem Beitrag unterstützen:
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Zurück gibt es viele Grafiken und einen eigenen monatlichen Podcast.

Auf der Autobahn

TEMPOLIMIT. Ich hab hier gerade Lust auf ein bisschen Raserei – daher mal kurz was ich zu der Diskussion seit Jahren nicht verstehe: Warum das Thema so enorm unsachlich umkämpft ist. Und anscheinend so emotional wie das Waffenthema in den USA.

Es hat nichts mit Freiheit zu tun, wenn von hinten irgendein Pfosten mit wahnsinniger Geschwindigkeit* angerast kommt und in der Mittelspur all die Mittelspurnazis panisch die Lücke zufahren, damit ich mit meinem Bulli auch ja nicht wage aus der rechten Spur rauszuziehen. Das ist einfach nur gefährlich, unnötig und der persönliche Zeitgewinn der Raser ist vernachlässigbar. Ein volkswirtschaftlicher Zeitgewinn ist kaum vorhanden und für den Blutdruck aller Beteiligten ist es ganz sicher von Nachteil.

Ich war in so gut wie allen Ländern Europas unterwegs. Es ist in wenig Ländern so nervig wie in Deutschland zu fahren. Selbst in Italien oder Spanien kann man deutlich leichter die Spur wechseln. In Holland z.B. kann man flüssig über 7 Spuren wechseln. Nicht, dass ist es geil finde, dass es 7 gibt aber verdammt man kann da einfach so rüberwechseln. Blinker, keine 10 Sekunden später biste links. Versuch das mal in Deutschland. Ohne Lichthupe, Hass und Gewalt kommst du keine zwei Spuren weit.

Daher: Freiheit ist wenn du frei deine Meinung sagen kannst, wenn du frei deine Sexualität, deinen Lebensentwurf wählen kannst. Das ist Freiheit. Freiheit ist nicht die Freiheit einzelner Verrückter, die es geil finden mit 200 über die Autobahn zu ballern. Ja, vielleicht finde ich das auch geil, wer weiß. Habs nie ausprobiert. Aber dann fahrt halt auf ner Rennstrecke oder spielt Computer. Aber zerstört doch nicht die Freiheit der Anderen auf eine friedliche Autofahrt und komplette Gliedmaßen.

Andererseits verstehe ich, dass niedrige Tempolimits in Deutschland nicht anschlussfähig sind. Tempo 100 auf den Autobahnen würde übrigens sogar mir auf den Sack gehen, weil das dann heißt, dass man LKWs im Grunde nicht mehr überholen kann. Denn die fahren ja komischerweise immer knapp unter 100, obwohl sie angeblich nur 80 fahren, was wie jeder weiß ein schlechter Scherz ist.

Tempo 120 oder 130 ist da entspannter und wer möchte ist auch nochmal 30 % schneller am Ziel. Und das dann übrigens mit weniger Hass und Gewalt und panisches in-den-Rückspiegel-gucken ob gerade wieder ein Porsche angeschossen kommt.

Für mich vielleicht am klügsten in der derzeitig aufgeheizten Situation wäre übrigens vielleicht einfach ein erstes Limit von 150 km/h ab drei Spuren und 120 oder 130 bei zwei Spuren. Das hätte wenigstens echte Chancen auf Einführung. Alles oberhalb von 150 ist zunehmend schwer zu kontrollieren, alles darunter sollte auf drei Spuren zu organisieren sein. Auch ein ordentlicher Klimaschutzeffekt wäre vorhanden, da ein großer Teil des Beschleunigen und Abbremsens wegfiele. Und man hätte vielleicht diese absurde Diskussion halbwegs befrieded und kann später bei Gewöhnung und Erfolg immer noch nachjustieren.

Aber in jedem Fall: Tempolimit, bitte ja. Es ist besser für fast alle, manche wissen es nur noch nicht. Weniger Unfälle, weniger Tote, weniger Verletzte, weniger Hass, weniger Lichthupe, weniger Klimagasemissionen, weniger Abgase und Schmutzpartikel, weniger Staus, weniger Rasertouristen aus dem Ausland und weniger Grund völlig übermotorisierte Autos zu bauen.

Und einfach und verdammt nochmal: Entspannteres flüssigeres Fahren und mehr Freiheit für alle, die NICHT rasen wollen. Und das ist die Mehrheit.

Und dann gilt in Zukunft: Willste mit 250 Sachen durchs Land: Der ICE freut sich auf Dich. Da kannste dich vor die Tempoanzeige stellen und auf jeden Streckenrekord ein Bier aufmachen. Denn die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel ever. Forever? For-ever-ever? Ja.

Euer Captain Futura.

P.S. Es ist auch persönliche Freiheit zu sagen: „Geil, da ist ne Rettungsgasse, da bretter ich einfach schnell mit meinem Cayenne durch, scheiß auf den Krankenwagen“ – Und wir sind uns alle einig, dass das hart sanktioniert gehört. Denn Freiheit des Einzelnen endet, wo Überleben des Anderen anfängt. Aber warum akzeptieren wir dann 220 km/h und mehr auf der linken Spur?

* Bei seiner Lieblingsserie auf Netflix kamen heute neue Folgen raus.

** LKW-Fahrer Stanislav M. versuchte sich an einer Non-Stop-Fahrt Prag-Madrid ohne Pause und Schlaf, um den jetzt schon wieder 3 Wochen alten Rekord von Niklas B. (Wien-Toulouse mit nichts als 20 Dosen Red-Bull) zu brechen.

*** versucht den Unfall über die Autobahnraststätte zu umfahren

**** 20 cent teurer als im Umland. Warum? Weil es geht!

Hamburger Beton

Hamburg, weißt du eigentlich wie gut du es hast? Du bist voller kreativer, sozialer Menschen, die in tausenden und tausenden von Projekten Leben, Grün, Musik und Miteinander in deine Mauern bringen. Aber das einzige was die einfällt ist Beton.

Seit Jahrzehnten ist die Antwort auf alles: Beton und Hafen. Riesige Flächen im ehemaligen Hafengebiet, direkt am Stadtzentrum werden frei? Man könnte jetzt dem Stadtzentrum, bei dem man nicht zuletzt in Coronazeiten merkt wie tot es eigentlich ist, eine Grüne Lunge schenken können. Ihm Leben einhauchen.

Aber deine Antwort? BETON! Soviel Beton, dass für die Radwege leider nichts mehr über war. Denn die hast du vergessen Hamburg. In einem Stadtviertel, dass in den Zweitausendern neu gebaut wurde. Die Radwege vergessen. Dass muss man fast noch mal wiederholen so absurd ist das.

Und wie war das noch mit dem Sprung über die Elbe? Man fragt sich ja nun länger was da in den Hamburger Süden springt. Dabei ist die Antwort sehr einfach: BETON! Genauer: Beton, Asphalt und Müll.

Giftmüll loswerden? Autobahnen gnadenlos durch die Landschaft prügeln? Mühlenberger Loch zuschütten? Kohlekraftwerke bauen? Hafenerweiterungsgebiete sinnlos groß halten obwohl sich wirtschaftlich längst Probleme abzeichnen? Alles im Süden. Natürlich.

Denn der Hamburger Politiker an sich logiert vermutlich an der Alster oder Blankenese. Oder vielleicht noch in Altona. Aber im Süden da war er halt noch nicht. Denn das ist halt auch ein Gewürge in den Süden zu kommen. Die S-Bahn z.B. ist ständig überfüllt. Furchtbar.

Hamburg, weißt du eigentlich wie gut du es hast? Du hast bis auf die Elphi und vielleicht noch den Michel kaum Gebäude, die der Rede wert sind. Aber du trägst einen Naturschatz sondergleichen mitten im Herzen. Was dich besonders macht ist nicht das Rot des Backsteins sondern das Grün deiner Parks.

Diese verkehrstechnisch ungünstig gelegene Alster. Die du schon trockenlegen wolltest. Diese verkehrstechnisch ungünstig gelegene Elbe, die du immer weiter ausbaggerst bis da kein Leben mehr ist und der letzte Elbfischer aufgibt weil dein Hafen zu arrogant ist, um mit Wilhelmshafen zusammenarbeiten, wo ganz ohne Baggern die dicksten Pötte anlegen könnten. Die Alsterniederung und die Elbparks wo die Schnösel wohnen, der Altonaer Volkspark, der Stadtpark, der Harburger Stadtpark, Billwerder, die ausgedehnten Moorgebiete im Süden und die Fischbeker Heide, wo der Pöbel wohnt.

Und deine Antwort? Beton. Beton und Asphalt. Jetzt wird dann also die A26 und die Hafenspange gebaut. Mitten durch das alte Land. Durch eines der größten Obstanbaugebiete der Welt und die letzte Ecke Hamburgs, die noch Frieden ausstrahlt. Um Harburg, Wilhelmsburg und das Alte Land vom Verkehr zu „entlasten“ natürlich.

Denn das ist ja der Witz: Autobahnen auf dem Land werden damit beworben, dass sie Verkehr und Arbeitsplätze heranführen. Autobahnen in der Stadt dagegen sollen Arbeitsplätze erhalten und Verkehr vorbeileiten. Was für ein Witz. Ich warte seit mehr als 30 Jahren auf die Pointe.

Aber da die keiner bringt hier meine Pointe: Beides ist gelogen. Auf dem Land verlagern Autobahnen nur Arbeitsplätze. Deutschland ist längst eine durchgehende Autobahn voller Logistikzentren. Alles was passiert wenn man eine neue Autobahn baut ist, dass manche der Speditionen und Logistikzentren sich einen Ort suchen der noch verkehrsgünstiger ist und mehr Fördermittel zahlt. Ach und natürlich der Transport auf der Schiene weiter abnimmt.

Und in der Stadt? In der Stadt macht jede Autobahn es noch komfortabler Auto zu fahren. Und wenn etwas komfortabler wird führt das ja meist dazu, dass weniger Leute es nutzen! Gilt ja auch für S-Bahnen und U-Bahnen. Oh wait, ist das etwa andersherum?

Richtig: Also in der Stadt führt es dazu, dass noch mehr Leute autofahren. Sich noch mehr Leute ein Haus im ehemals Grünen kaufen und täglich pendeln. Dass noch mehr Leute mal eben mit der Karre ins ehemals Grüne fahren.

Anders gesagt: Das Alte Land wird NICHT von Verkehr entlastet werden. Es wird zerschnitten und BElastet werden. Es wird einen Bauboom und Neubaugebiete kriegen. Die Leute werden mal eben über die Autobahn dahin donnern um Ruhe zu finden und mit Glück ein paar Äpfel zu kaufen.

Ich war gerade im Alten Land Rad fahren. Es ist wirklich noch so viel schöner als man es sich vorstellt. Vielleicht das letzte Paradies Hamburgs. Und wenn man sieht wie sich die neue Autobahn durch die letzten ruhigen Ecken fräst, partiell neben, partiell direkt durchs Naturschutzgebiet, dann fragt man sich: Wofür und was genau ist dieser Naturschutz?

Denn wenn es drauf ankommt wird jede verf**** Autobahn gebaut. Beton ist einfach härter als Natur. Natur kann keine BI gründen. Natur kann keine Politiker mit Aufsichtsratsposten belohnen. Es macht mich so schrecklich wütend und hilflos zu sehen wie nun diese Autobahn auf exakt dem letzten Stück Radweg gebaut wird, dass vom Süden aus durch den Hafen ins Stadtzentrum führt und nicht direkt an Auspuffen längsläuft.

Das Schild „Denkmalschutz“ ist übrigens genauso viel wert. Wie gerade an der Sternbrücke zu besichtigen. Clubs, Kultur, Denkmalbrücke weg. Fehmarn-Sund-Gedenk-Monsterbrücke und 4-spurige Stresemannstraße hin. Wegen Umweltzone und so. Damit die Autos schnell durchkommen und damit weniger Abgase hinterlassen.

Mitgebaut übrigens einmal mehr von den Grünen. Die irgendwie immer zu spät kommen, um eine Idiotie zu verhindern. So häufig, dass man sich fragt obs an den Grünen oder am Timing liegt. Ganz ehrlich: Die Hamburgs SPD, da hab ich längst alle Hoffnung verloren. Die war schon immer eine halbe CDU. Aber die Grünen? Wenns nicht mal mehr einen Unterschied macht die zu wählen, was bleibt uns dann?

Aber warte: Sie haben in den Koalitionsverhandlungen den Völli gerettet, also den Vollhöfner Wald und das ist aller Ehre wert. Nur führt dann demnächst direkt am Wald die Autobahn längs. Hach, diese erholsame Rauschen der Autos. Fast könnte man denken, da wäre das Meer.

Aber dafür hat die Koalition jetzt versprochen in Zukunft wirklich und Indianerehrenwort so viel Radweg neu zu bauen wie sie bei den letzten Koalitionsverhandlungen versprochen hatten. Was für ein Gamechanger! In Zukunft nennen sie einfach kaputten Radweg, den sie reparieren, „neu“ dann kommt das hin!

Oder sie machens wie direkt hinterm alten Elbtunnel. Der Hauptradweg nach Wilhelmsburg. Zu Stoßzeiten ist da Rad-High-Noon. Bisher war da ein solider Radweg auf dem sehr breiten Bürgersteig. Jetzt, nach 2 Jahren aufwendiger Bauzeit sind da mitten in Schwerlast- und Blohm & Voss Berufsverkehr zwei schmale Schutzstreifen für die Radler aufgepinselt. Aber die 3 Fußgänger am Tag, die haben jetzt 4 1/2 Meter Fußweg in der Breite! Die können durch den Hafen flanieren!

Man hätte allen Platz gehabt, um da leicht erhöhte Protected-Bike-Lanes hinzubauen. Aber nicht mit der Hamburger Verkehrsbehörde. Denn was man ja immer im – manchmal berechtigten, manchmal unberechtigten – Politikerbashing vergisst ist: Der Supertanker Behörde hat sein Eigenleben und eine Bremsspur von Hamburg bis nach Geesthacht hoch.

Wenn da die Politik nicht endlich mal die richtigen Leute reinbringt fällt denen in 20 Jahren noch nicht auf, dass Radfahrer auch Verkehr sind. Und Platz und Sicherheit brauchen. Denn Hamburger Beton ist geduldig.

Denn eigentlich wäre JETZT der Zeitpunkt. Es gibt phantastische Radtechnik. Es gibt E-Bikes. Es gibt LASTENRÄDER. Man kann lange Strecken endlich komfortabel mit dem Rad fahren. Man könnte landschaftlich schöne Strecken von allen Seiten in das Hamburger Zentrum bauen. Nicht an Auspuffen. An GRÜNFLÄCHEN!

Man könnte S-Bahnen und U-Bahnen konsequent ausbauen, Straßenbahnen bauen, endlich weniger auf diese scheißlangsamen Virenschleudern namens Bussen setzen. Denn ein Bus ist IMMER das unangenehmste Verkehrsmittel. Laut, eng, wackelig und ÜBERALL in der Stadt langsamer als das Rad.

Man könnte zu der Erkenntnis kommen, dass Autos in der Stadt nur in Ausnahmefällen Sinn machen. Für genau die, die sie wirklich brauchen. Körperlich eingeschränkt, Polizei etc. Denn für die wäre dann mehr Platz und weniger Stau.

Und ich weiß was jetzt kommt – Irgendwer nölt: „Aber ich lebe auf dem Land, da fährt kein Bus ich bin aufs Auto ang….“ Ja verfluchte scheiße nochmal, kann eigentlich niemand lesen? IN DER STADT! Auf dem Land, macht es ab einer bestimmten nicht vorhandenen Besiedlungsdichte keinen Sinn Busse fahren zu lassen. Da ist das Auto doch völlig okay. Da ist Platz, keiner will euch die Karre verbieten. Ich hab selber eine aber ich fahre damit NICHT IN DIE STADT. Denn da gibt es viel bessere Optionen.

Denn IN DER STADT sind Autos die dümmste, platzverschwendenste, asthmaerzeugendste, nervigste und lebsqualitätsvernichtenste Option.

Also hört endlich auf die letzten intakten Grünflächen mutwillig zu zerschneiden, die Elbe totzubaggern, die letzten Clubs zu beerdigen nur damit der VERKEHR besser durchkommt nur weil ihr daran scheitert zu erkennen, dass VERKEHR UNGLEICH AUTO ist und REICHTUM UNGLEICH HAFEN ist.

Der Reichtum von Hamburg besteht in Menschen, Ideen, Natur und vielen klugen mittelständischen Betrieben und Verkehr kann in 2020 so viel smarter sein als ein SUV, der nicht auf den Parkplatz passt. Eine S-Bahn durch den Elbtunnel um Altona und den Süden zu verbinden. Da ist doch eh immer eine Röhre gesperrt. Einfach mal sauber sanieren das Teil und dann passt das auch für den Autoverkehr. Radfernwege auf eigener Strecke durch Hafen und co. Die Milliarden sind doch anscheinend da?! Und technisch sollte das im Land der Ingenieure doch auch möglich sein. Oder können die nur Autobahnen? „Nee, sorry du ich bin Autobahnasphaltingenieur, Radwege sind mir echt zu komplex!“

Aber das geht nur wenn IHR in Politik UND DEN BEHÖRDEN endlich mal den Hamburger Beton aus euren Köpfen spült.

Also wenn ihr welche aus den Behörden oder Politik kennt, schickt ihnen das hier, schnappt ihn euch, redet mit ihnen, macht ihnen klar, dass das auch anders geht. Oder gründet eine Partei für das Jahr 2020. Denn ich bin es so satt in einer Stadt zu leben, die immer noch Verkehrspolitik aus den 60ern umsetzt. Wirklich. Ich mag nicht mehr. Es ist so unfassbar lächerlich.

Und außerhalb Hamburgs? Wählt verflucht nochmal endlich Parteien, die nicht die nächste idiotische, ewiggestrige Autokaufprämie durchwinken. Ich hoffe die gibts. Also die Parteien, nicht die Prämie.

Sorry für nix. Euer Captain Futura.
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Petition gegen Spritschleuderkaufprämie: https://epetitionen.bundestag.de/…/Petition_110043.$$$.a.u.…

Petition gegen neue Autobahn im Hamburger Süden: https://www.bund-hamburg.de/keine-neue-stadtautobahn/

P.S. Der Captain wohnt wenige hundert Meter von der B73 entfernt, die angeblich durch die Autobahn entlastet werden soll. Er würde also theoretisch von der Autobahn „profitieren“. Ist aber natürlich Blödsinn.

P.P.S. Auf dem Foto ist eine Streuobstwiese unter Naturschutz versteckt. Finde sie!

Abwrackprämie abwracken

Nach der Abwrackprämie 2009, die außer einem Vorzieheffekt beim Autokauf und einem Loch in der Staatskasse nichts gebracht hat – soll jetzt die nächste Prämie kommen. Fett Staatskohle für die Autokonzerne bzw. deren milliardenschwere Besitzer wie z.B. die Quandt-Familie (31 Milliarden – BMW), die sich weiter fröhlich Dividende auszahlen, obwohl die Belegschaft auf staatlich bezahlter Kurzarbeit ist.

Und natürlich wird die „Abwrackprämie“* eine echte Spritschleuderprämie, denn dem deutschen Autoingenieur ist nix zu schwör, außer sparsame Autos und Elektroautos zu bauen. Vor allem Elektroautos kann die deutsche Autoindustrie gerade gar nicht liefern. Die stehen mit Softwareproblemen irgendwo auf versteckten Parkplätzen, weil die Softwareentwickler vermutlich in den letzten Jahren voll damit ausgelastet waren, Schummelsoftware für den Diesel zu programmieren.

So soll es jetzt also dick Staatskohle für SUV-Spritmonster geben, die jegliche deutsche und europäischen Klimaziele torpedieren. Wir bekämpfen also das eine Feuer, indem wir gallonenweise Diesel in das andere, viel größere kippen.

Letztendlich bleibt also nur die Erkenntnis: Die deutschen Autokonzerne können sich erlauben was sie wollen, am Ende des Tages schlafen sie friedlich auf einem Bett aus Staatskohle 😴💶💶💶

Und die Pflege und das Gesundheitswesen, die sich vor und in der Krise für uns den Arsch abarbeiten?

Applaus, Applaus! 👏👏 Und eine doppelte Nachtschicht!

Aber hey, am Ende zählen doch die inneren Werte! 😍

Petition gegen die Spritschleuderprämie:
https://aktion.campact.de/abwrackpraemie-…/appell/teilnehmen

Petition für eine ökologisch/soziale Ausrichtung von Konjunkturpaketen:
https://epetitionen.bundestag.de/…/Petition_110043.$$$.a.u.…
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* P.S. Ich find ja alleine den Namen „Abwrackprämie“ schon komplett beknackt. Als gäbe es auf deutschen Straßen noch was abzuwracken. Wir reden über Autos, die mit viel Glück überhaupt 10 Jahre alt sind und vom TÜV gründlich geprüft. Und selbst ein 30 Jahre alter Bulli z.B. (den man auch mit Prämie sicher nicht! abwrackt) verbraucht real! um die 8 Liter. Ein moderner mit fetten Motoren im Grunde genauso viel und so mancher „moderne“ SUV zieht locker 12 Liter. Was für ein Wahnsinn.

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