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Warum wir ein Autobahnmoratorium brauchen

Wir brauchen ein Autobahnbaumoratorium in Deutschland. Mindestens für die nächsten zehn Jahre. Die Infrastruktur in Deutschland ist marode. Wir haben jetzt schon gigantische Probleme die bestehende halbwegs zu erhalten. Deutschlandweit bröckeln die Brücken, eine neue Studie hat gerade ergeben, dass der Ersatzneubau pro Jahr verdoppelt werden muss, um die Infrastruktur überhaupt noch halbwegs zu erhalten. Bis zur Wahl hatte man (Hallo CSU!) die Wahrheit „zufällig“ unter Verschluss gehalten und nicht „zu genau“ hingeschaut. Die A45 mit ihren 60 neu zu bauenden Brücken wird also zum deutschlandweiten Rolemodel.

Trotzdem werden deutschlandweit weiter wie verrückt Autobahnen geplant und gebaut. Es gilt: Was einmal irgendwer in den Verkehrswegeplan geschrieben hat, BLEIBT IM VERKEHRSWEGEPLAN!!!

A39, A20, A3, A46, A553, A98, A49, A26, A100,…die Liste lässt sich fortführen. Viele der Projekte sind jahrzehntealt, beruhen auf überholten Wirtschaftlichkeitsberechnungen und manche wie die A100 will vor Ort niemand und werden trotzdem zu absurd multiplizierten Rekordkosten weitergebaut und weitergebaut. Rund 30 Milliarden Euro sind bis 2030 für den Aus- und Neubau neuer Autobahnen vorgesehen: insgesamt 1741 Kilometer.

Merke: Die Hölle kann zufrieren oder die Erde in der Klimakatastrophe verbrennen, aber deutsche Autobahnen werden gebaut, als hätte der Führer selbst es einst beschlossen.

Wir haben eines der dichtesten Autobahnnetze der Welt bzw. das viertdichteste Autobahnnetz Europas und insgesamt das drittlängste der Welt. Trotzdem wird jede Autobahn, die sich im Bau befindet mit einem „Lückenschluss“ begründet. Was logisch ist. Egal wie dicht das Netz ist, wenn man immer weiter ranzoomt, findet man auch immer eine neue Lücke.

Und Autobahnen sind einfach das deutsche Taschenmesser, ach das deutsche Politik-Wunderheilmittel. Die helfen gegen alles. Autobahnen helfen gegen Staus, gegen Strukturschwäche, Landflucht, Fachkräftemangel, Mietenexplosion, Bayerische Minderwertigkeitskomplexe und sogar gegen die Klimakatastrophe! Warum? Weil LKWs, die auf Autobahnen fahren, weniger verbrauchen als wenn sie auf der Bundesstraße fahren. Zwinkeremoji.

Das schlimmste ist: Autobahnen helfen auch gegen Wählerinkontinenz. Wenn dir die Wähler davon laufen, einfach einen uralten Autobahnlückenschluss aus der Schublade, umjubelter Spatenstich und fertig ist alternativlose Realpolitik!

Das komische ist, dass, obwohl allein das Autobahnnetz seit 1950 um 511 % zugenommen hat, (während das Bahnnetz um 22 % abgenommen hat) all diese Probleme schlimmer denn je sind.

Verrückter Gedanke: Könnte es etwa sein, dass der Bau neuer Autobahnen gar nicht mehr hilft? Dass Autobahnen gar keine Wirtschaft mehr fördern, sondern nur innerhalb Deutschland verlagern? Von verkehrsgünstig, nach NOCH verkehrsgünstiger? Dass neue Autobahnen die Landflucht partiell sogar begünstigen? Dass Autobahnen neuen Verkehr schaffen und damit Staus ERZEUGEN!? Dass neue Autobahnen am Ende gar nicht VERBINDEN sondern ZERSCHNEIDEN?

Es ist alles eine Frage der Perspektive. Und genau da liegt für mich der Grund warum wir jetzt eine deutschlandweite Entscheidung brauchen für mindestens 10 Jahre keine Autobahnen mehr zu bauen.

Denn nur dann kann die verdammte deutsche Phantasielosigkeit endlich ein Ende haben. Dann ist die Politik endlich mal gezwungen neue Perspektiven einzunehmen. Dann kann ein schlechter und ideenloser Lokalpolitiker nicht plötzlich eine Autobahnplanung aus den 70ern aus der Schublade ziehen. Nein, dann muss mal regelrecht NACHGEDACHT werden, was die Probleme wirklich löst. Dann gibt statt schlechtem Autobahnheroin endlich mal alternative Gesamtkonzepte, die tatsächlich zukunftsfähig sind.

Und wir hätten ENDLICH das Geld und die Kapazitäten, um die bestehende, marode Infrastruktur auf einen guten Stand zu bringen. Und damit wäre am Ende allen geholfen. Sogar den Logistikbetrieben.

Jetzt hab ich einen kompletten Artikel über Autobahnen geschrieben und die Klimakatastrophe nur am Rande erwähnt. Aber ehrlich: Ihr wisst was Sache ist. Uns läuft die Zeit davon und ich hab keinen Bock mehr mich ständig zu wiederholen.

Daher: Neubaumoratorium jetzt.

Euer Captain Futura.

https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-10/verkehrswende-politik-auto-strassenverkehr-elektroautos-mobilitaet-joachim-scheiner/komplettansicht

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-bruecken-sind-noch-maroder-als-befuerchtet-a-4ae84c75-afaf-444d-ac0a-dd3016638def

https://www.focus.de/perspektiven/wer-strassen-saeht-wird-verkehr-ernten-oekonom-fordert-wir-muessen-aufhoeren-autobahnen-zu-bauen_id_12656241.html

https://www.bund.net/themen/mobilitaet/infrastruktur/

https://www.vcd.org/artikel/verkehrswende-statt-autobahn?fbclid=IwAR1wZbS8–whAqlI78oTK1eDs_1WAoeDoWHoDAH_THnvWVcdSfCsLsn6a_4

https://www.nabu.de/news/2021/07/30253.html?fbclid=IwAR10iC5mm6c5Zh6vMiEPhPlT-PkFH7KkdbQRizV8-MlVK7An1WQYnoa_M90

https://www.adac.de/verkehr/verkehrsinformationen/staubilanz/

Bündnis Verkehrsinitiativen – Moratorium für den Neubau und Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen – jetzt!

FDP-Tankrabatt: Erfolg auf ganzer Linie (Für die Mineralölkonzerne)

Ich hab vor ner Woche das Auto von meinen Eltern für eine Fahrt zu einem Konzert geliehen. Auf dem Rückweg hab ich vollgetankt. Mein Vater war etwas irritiert, weil er meinte, dass doch bald der Tankrabatt kommt. Daraufhin meint ich: „Exakt und deswegen hab ich ja schon getankt!“

Ich meinte das eigentlich eher im Scherz, aber es scheint allmählich, dass ich die Marktkräfte in dem Moment der Ironie besser verstanden hatte als die FDP. Das ist ein bisschen traurig, weil der Markenkern der FDP (Wenn es sowas gibt) ja angeblich ist: „Wir wissen, wie der freie Markt funktioniert!“

An dem Tankrabatt ist im Grunde alles wahnsinnig. Er ist klimapolitisch ein Desaster und setzt die völlig falschen Anreize, weil hoher Spritverbrauch besonders entlastet wird. Er ist sozialpolitisch ein Desaster und setzt die völlig falschen Anreize, weil Vielfahrer mit teuren übermotorisierten Spritschluckern überdurchschnittlich profitieren. Er ist symbolisch ein Desaster weil er das Gefühl vermittelt, dass der Staat den Sprit doch billig machen könnte, WENN ER NUR WOLLTE, ABER ER WILL UNS JA AUSBLUTEN !11!2! Kurz: er schafft einen Präzedenzfall, der wie eine Einstiegsdroge (siehe Abwrackprämie) ab jetzt vermutlich Teil des Populismus-Werkzeugkastens ist und bei jeder Gelegenheit ruasgeholt werden wird.

Und zu Schlechter Letzt: Der Tankrabatt ist ein Desaster, weil er am Ende, denen, denen er vorgibt zu helfen, gar nicht hilft, sondern stattdessen neue Übergewinne für Mineralölkonzerne schafft, die derzeit vor Kraft eh schon kaum mehr laufen können. Big Oil is back. Und wie. Allein Saudi Aramco hat im ersten Quartal dieses Jahres 40 Milliarden Dollar Gewinn verbucht.

Italien, Spanien und Griechenland haben deswegen eine Übergewinnsteuer an den Start gebracht, um bei den Kriegsgewinnlern zumindest einen Teil dieser satt sprudelnden Ölmilliarden einzusammeln und für die Unterstützung der Bevölkerung zu verwenden. Die EU hat dafür grünes Licht gegeben und die Steuern sind so konstruiert, dass sie beim Umsatz angreifen und so das Problem der durch windige Konzernkonstruktion in Steuerparadiesen verschobenen Gewinne umgehen.

Ein Argument gegen solche „Windfall Taxes“ ist regelmäßig, dass man so Zukunftsinvestitionen verhindert. Allerdings werden nach Berechnungen von Bernstein Research und RBC Capital die sieben größten westlichen Energiekonzerne in diesem Jahr fast 40 Milliarden Dollar an ihre Anteilseigner zurückgeben. Und nochmal 50 Milliarden Dollar Dividende an überwiegend reiche und superreiche Anteilseigner zahlen. Das macht das Argument spontan recht unglaubwürdig. Auch ist aus den Firmenzentralen nicht zu vernehmen, dass jetzt gigantische Investitionen in Erneuerbare anstehen.

Und ganz ehrlich: Wenn eine Übergewinnsteuer Milliarden abschöpft und damit riesige Investitionen in die Erschließung neuer Erdölquellen verhindert, ist das aus Klimasicht auch kein Beinbruch. Zudem ist der derzeitige Preisanstieg nur bedingt durch Knappheit, sondern eher durch Unsicherheit und damit einhergehende Spekulation und Hamstern bedingt.

Und was macht Deutschland von der FDP angetrieben in diesem Moment? Lindner wischt den Vorschlag von Habeck nach einer Übergewinnsteuer auch bei uns arrogant genervt vom Tisch und statt Milliarden bei den gemästeten Ölkonzernen abzupumpen, pumpt es weitere Milliarden in den Markt, von denen vermutlich der Löwenanteil bei den Mineralölkonzernen landet. Das ist mit „absurd“ noch freundlich umschrieben. In einem Moment der Spekulation auf ein knappes Gut, erhöht die FDP künstlich die Nachfrage und ruft förmlich zum Hamstern und Verschieben des Konsums auf. Was kann das schon schiefgehen?

Was soll man sagen: Der FDP-Tankrabatt ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es für die Welt aber irgendwie auch für die FDP am besten ist wenn sie nicht regiert.

„Lieber nicht regieren, als schlecht regieren.“ war also letztlich ein Moment der Selbsterkenntnis, der leider nicht lange gehalten hat.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-Deutschland-den-Olmultis-ihre-Kriegsmilliarden-laesst-article23354630.html

https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-energiekonzerne-steuer-auf-uebergewinne-100.html

https://taz.de/Hohe-Spritpreise-in-Deutschland/!5838442/

https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/globale-trends/kolumne-globale-trends-steuer-auf-kriegsgewinne-energiekonzerne-muessen-farbe-bekennen-oder-zahlen/28315044.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gruenen-wollen-neue-steuer-fuer-kriegsgewinnler-18002439.html

https://www.welt.de/wirtschaft/plus238557837/Steuer-fuer-Uebergewinn-Lindner-weist-Habeck-oeffentlich-zurecht.html

Zeit für echte Fahrradstraßen.

Mein Verdacht ist ja: 99 % der angeblichen „Fahrradstraßen“ hätte man früher einfach „Nebenstraße“ oder „Wohnstraße“ genannt. Aber dann kam plötzlich Druck schnell etwas für Fahrräder zu tun, weil die Städte immer mehr mit Autos verstopften. Na und weil wir in Deutschland sind, ist „Etwas für Fahrräder tun“ selten bis nie „etwas gegen Autos tun“. Statt dessen versucht man naiv bis hilflos eine friedliche Koexistenz zu konstruieren indem man den Rädern ein paar Schilder und aufgemalte Markierungen hinwirft. Superpraktischer Nebeneffekt: Man kann Gelder aus dem Fahrradetat für die Sanierung von Autostraßen und Parkplätzen verwenden und trotzdem großspurig behaupten: „Man hätte mit Millionen den Radverkehr gefördert“ – das macht den gemeinen Planer in DE offensichtlich gleich doppelt glücklich.

Klar, in Realitas sind da einfach nur ein paar Markierungen und Schilder, die eigentlich, wenn man mal ganz ehrlich ist, ziemlich wenig bedeuten. Denn natürlich darf jeder mit dem Auto weiter durchfahren. Ach und jeder mit dem Auto links und rechts parken. Und Türen aufreißen. Und halt auch mal in zweiter Reihe mit Warnblinker stehen. ABER Radfahrer können Nebeneinander fahren! Wow! Gamechanger! Nun sind die meisten Fahrradstraßen nicht für Tourismus, sondern für Alltagsverkehr, da fährt man häufig eh alleine und nicht nebeneinander. Aber man könnte! Denn theoretisch hat man auf dem Rad ja auch Vorfahrt. Praktisch wird man natürlich trotzdem gerne mal angehupt. Vermutlich weil manche Autofahrerinnen so schnell fahren, dass sie im Vorbeifahren das Kleingedruckte auf den „Fahrradstraße“-Schildern leider nicht lesen können oder einfach ständig jemanden sehen, den sie grüßen wollen. Praktisch macht auch das Überholverbot nichts besser. Denn das führt dazu, dass die stinkende Karre vor dir hinter einem mit 12 km/h kriechenden Radfahrer festhängt und dich stotternd vollrußt während du als mobiler Luftfilter sie halt auch nicht überholen kannst, da der Kollege komplett nervös fast in der Mitte der Fahrban Schlangenlinien kurvt weil ALLES IN IHM ENDLICH ÜBERHOLEN WILL!!!

Da ist man dann häufig fast erleichtert, wenn der Drängler vor oder hinter einem einfach heulend vorbeizieht, und naja, der nächste von hinten ranfährt.

Ich wäre daher dringend dafür neue Standards für Fahrradstraßen zu definieren.

1. Eine Mindestlänge. Manche Städte stehen mit superkurzen Altstadthäusern im Reiseführer („Krass, das ist so schmal, da kann man drin wohnen?“), Hamburg sollte mit superkurzen „Fahrradstraßen“ im Reiseführer stehen. Manche sind so kurz, da fährt man länger über den Aldi-Parkplatz, was vor allem gut passt, weil sie faktisch auch einfach Parkplätze sind, auf denen jemand ein „Fahrradstraßen“-Schild aufgestellt hat. Denn das lässt sich die kommunale Prominenz natürlich nie nehmen. Ein „Fahrradstraßen“-Schild mit viel Tamtam aufstellen. Praktisch beim Einweihungsfoto: Man kann das Aufstellen beider „Fahrradstraßen“- Schilder am Anfang und am Ende der „Fahrradstraße“ problemlos auf ein Foto kriegen!

2. Gold, Silber- und Bronzestandard für Autofreiheit. Gold wäre einfach autofrei. Woah. Was für ein Wort. Da das in Deutschland keinerlei Chance auf Umsetzung hat (sorry, es ist kurz mit mir durchgegangen) der Silberstandard: Wirklich nur Anlieger, von der Polizei regelmäßig kontrolliert (haha) und HART bestraft (hahaha). Naja man wird ja wohl noch träumen dürfen. Auf jeden Fall sehr wichtig: Maximal eine Seite mit parkenden Autos. Das würde auch für den Bronzestandard gelten. Denn das finde ich enorm wichtig. Jegliches Gefühl und Sinn einer Fahrradstraße ist für die Tüte wenn man durch ein beidseitiges beengtes Spalier aus parkenden Autos fährt bei denen jederzeit die Tür aufspringen kann.

Und wenn man das mal hinkriegt, dann lass ich mich auch auf den Namen Fahrradstraße ein.

Ansonsten sollte man eigentlich alle derzeit bestehenden Fahrradstraßen mit Anführungszeichen versehen. Aber sowas würde ich Sprayern und Radaktivistinnen selbstverständlich niemals vorschlagen.

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P.S. Versteht mich nicht falsch: Selbst „Fahrradstraßen“ sind teilweise eine Verbesserung gegenüber dem Status Quo und besser als nichts ABER mir geht es darum hier zu zeigen, dass noch VIEL Luft nach oben ist. Und vor allem sehr kurze „Fahrradstraßen“ bringen tatsächlich so gut wie nichts, weil sich dann auch kein durchgängiger Fahrradverkehr etabliert, der auf Dauer die Autofahrer zumindest teilweise vertreibt.

Ihre Rente ist sicher – der Koalitionsvertrag der Ampel ist durch.

Der Ampel-Koalitionsvertrag ist da und da will ich einfach mal #DankeDeutschland sagen!

Ich will ehrlich sein: Es gibt einiges am Koalitionsvertrag, was ich nicht feier. Beziehungsweise deulich wichtiger: Es fehlt vieles was ich gefeiert hätte.
Vor allem: Umverteilung fehlt. Den Mut sich endlich mal an echte Leistungsgerechtigkeit zu wagen. Weiterhin wird der Weg zum Reichtum vor allem über reiche Eltern führen. Und andere billig für sich arbeiten zu lassen. Aber das immerhin für einen Mindestlohn von 12 €.

Aber ganz ehrlich: Das Kind war trotz immerhin beschlossener Kindergrundsicherung bereits bei der mangelhaften Wahlkampf-Performance der Grünen in den Brunnen gefallen. Denn klar war: Mit einer FDP in der Koalition wird es hier keine großen Änderungen geben.

Aber abgesehen davon ist es tatsächlich erfrischend den Koalitionsvertrag zu überfliegen. Schon nach circa 2 Seiten atmet man vorsichtig auf. Da ist tatsächlich der Wunsch längst überfällige Dinge anzupacken. Sachen zu verändern. Verrückt was alles möglich ist, ohne die bleierne Bequemlichkeit der Union.

Und Andi B. Scheuert ist kein Minister mehr. Peterprinzip Altmaier ist kein Minister mehr. Julia Nestle Klöckner ist keine Ministerin mehr.
Allein dafür sollte man einen offiziellen Feiertag ausrufen.

Was mich hoffen lässt:

  • Ein klarer und mutiger Ausbaupfad für Erneuerbare. Offshore, Onshore, Solar.
  • Solarpflicht für Gewerbe
  • CO2-Zertifikatspreis nicht erhöht, aber 60 € Höhe garantiert. Wichtiges Commitment, da bisher entsprechende Handelssysteme IMMER durch gezielte Sabotage an den Zertifikatspreisen unterlaufen wurden
  • 2023 EEG-Umlage weg. Überfällig und ein wichtiges sozialökologisches Signal
  • Ziel: 30 % Ökolandbau bis 2030 und Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft
  • Ende Glyphosat 2023
  • Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, die gezielt Kinder bewerben
  • Digitalisierung als Querschnittsthema endlich ernst genommen
  • wenn ich es richtig lese kein Ausbau von (Mittel-)Elbe und Oder
  • Stop für Einschlag in bundeseigenen alten, naturnahen Buchenwäldern
  • europäische Naturschutzrecht soll eins-zu-eins umgesetzt werden. Klingt wie selbstverständlich, war es unter der CDU aber nicht. Nicht umsonst hatte Deutschland hier eine Rekordzahl von EU-Verfahren
  • Zum 1. Januar 2025 soll jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energien betrieben werden
  • mehr Start-up Förderung
  • Überfällige Anpassung des fehlgeiteten Dienstwagenprivilegs für Plug-In-Hybride. Dies greift zukünftig nur noch für überwiegend elektrisch genutzte Fahrzeuge
  • Bahn wird nicht privatisiert (Zum Glück, wäre Wahnsinn mit Ansage – siehe Großbritannien)

Ansonsten bleibts im Verkehrssektor dünn. Radverkehr kriegt gerade mal enttäuschende 2 dürre Sätze. Wie man hier so wenig Ideen haben kann ist mir schlicht schleierhaft. Und die FDP im Verkehrsministerium macht klar: Der Autobahnwahnsinn wird wohl weitergehen.

Der Verkehr war bisher der Sektor, der mit schöner Regelmäßigkeit Klimaziele torpediert. Hier fehlt mir die Phantasie eine grundlegende Verbesserung zu sehen und ich wage die Prognose: Hier wirds knallen. Genau wie bei Versiegelung und Wohnungsbau.

Dafür wird Wirtschaft und Klima bei Habeck zusammengeführt, was nach einer sinnvollen Verbindung klingt.

Und zum Schluss wird endlich eine echte und faire Wahlreform angestrebt (ohne die CSU ist sowas möglich), das Wahlalter auf 16 gesenkt und wird Cannabis tatsächlich legalisiert.

Hoffen wir einfach, dass wir das staatlich geprüfte Hasch nicht brauchen, um die Politik der Ampel zu ertragen. Aber in jedem Fall: Aufbruch für Deutschland und die Rente für Unions-Stümperministerien ist sicher.

Könnte schlimmer sein. Auch wenn die FDP…ach ihr wisst schon…

Willkommen im Wahlkampf!

Was einen wirklich fertig machen kann ist komplette Unterkomplexität des Wahlkampfs.

Man erwartet ja schon länger keine Zusammenhänge mehr, sowas wie „Häufiges Extremwetter kann bereits ein Trend sein, der recht deutlich auf den Klimwandel hindeutet“ hat man ja schon länger aufgegeben.

Aber dieser Wahlkampf setzt trotzdem neue Maßstäbe an inhaltsleeren Plakaten und absurden Gründen für die Wahlentscheidung.

Nur mal die News der Woche: In der EU sterben jährlich 33.000 Menschen weil kein Antibiotika mehr hilft.

Warum ist das so? Weil selbst die Reserveantibiotika in der Tiermast eingesetzt werden und sich damit Resistenzen bilden.

Die Grünen haben einen Antrag eingebracht wenigstens 5 von 35 Antibiotika für den Einsatz in der Tierhaltung verboten werden.

Und wer hats abgelehnt? Na? Die CDU und co.! Wer sonst. Und behauptet die Grünen wollten die armen Haustiere sterben lassen!! HUNDI WOLLEN DIE TÖTEN!!! Diese grünen UNMENSCHEN!!!

Die Grünen wollten die Haustiere von dem Verbot allerdings ausnehmen. Steht im Antrag.

Der CDU ist also das finanzielle Wohl der Hühnerbarone wichtiger als das Leben von jährlich 33.000 Menschen.

https://www.deutschlandfunk.de/umwelt-und-verbraucher.696.de.html

Auch bekennen sich alle Parteien (bis auf die AfD) zum 1,5 Grad Klimschutz-Ziel von Paris. Toll, oder? Nur haben die meisten überhaupt keine Maßnahmen vorgelegt, die dafür auch nur ansatzweise passen.

Einzig die Grünen haben für alle Sektoren passende Maßnahmen vorgeschlagen (für 1,5 Grad reichts trotzdem nicht)

Die Linke hat sonst gute Maßnahmen, schließt aber jeglichen CO2-Preis aus und macht die Zielerreichung schwierig.

SPD und CDU wollen schon was machen – naja also wenn halt die Lobby nicht anruft – aber „vergessen“ ganze Sektoren.

Die FDP zaubert jederzeit den Markt aus dem Hut und…ja das wars auch schon.

Kleines Beispiel für „Klimaschutz“ der CDU? Die Bundesregierung fördert heute noch mit Milliarden Gebäude und Heizungen die NICHT mit den Klimazielen vereinbar sind. Und baut öffentliche Gebäude ohne das zu berücksichtigen.

Ach und die Zahl der Autos in Deutschland steigt auf Rekordhoch.

https://www.welt.de/wirtschaft/article233811454/Zahl-der-Autos-nimmt-zu-Trend-zum-Zweit-oder-Drittwagen.html

Und CDU und FDP wollen Reiche entlasten und die Mittelschicht mal wieder hängen lassen.

https://de.statista.com/infografik/25282/veraenderung-der-jahreseinkommen-durch-die-vorschlaege-der-parteien/

Circa 90 % der Menschen würden von grüner und linker Politik eigentlich finanziell und inhaltlich profitieren.

ABER wir haben statt dessen lang und breit über Plagiate, Gendersternchen ja oder nein, Tempolimit und misslungene Tweets diskutiert. Und die Parteien schreiben außer Mindestlohn nix auf die Plakate.

Kann man das schon unter Wohlstandsverwahrlosung zusammenfassen?

P.S. bitte geht zur Wahl und informiert euch von welcher Partei ihr und eure Zukunft WIRKLICH profitieren würde.

Der klimaschädlichste Spaceporno der Welt: Milliardäre im Weltall

1961: Juri Gagarin fliegt als erster Mensch ins Weltall
2021: Milliardäre fliegen mit hinterzogenen Steuergeldern in Phallussymbolen in das Weltall und behaupten sie würden das „für den Klimaschutz“ tun.

Ich hab den „Klimaschutz“ einfach mal nachgerechnet. Ergebnis: 10 Minuten Spaceporno produzieren auf die Rakete gerechnet circa 200 Tonnen CO2 (Die Schätzungen reichen bis 300 Tonnen CO2). Das durch 5 Passagiere geteilt ergibt 50 Tonnen CO2 oder fünfmal Frankfurt Sydney. Für wohlgemerkt 10 Minuten, in denen man die Erde von oben sehen kann und sieht „wie schön und verletzlich die ist“ und erkennt „dass wir sie wirklich dringend schützen müssen!!“

Eine Stunde HD-Porno auf dem Laptop verursacht dagegen 15 Gramm C02. 10 Gramm CO2 für den Laptop und 5 Gramm CO2 für den Serverbetrieb und Datenübertragung.

Das heißt man könnte statt 10 Minuten Spaceporno 304 Jahre HD-Porno schauen um auf dieselbe Emissionsmenge zu kommen. Und ich sag mal: Selbst ein hundertstel der Zeit, also 3 Jahre kann als eine echte Herausforderung angesehen werden.

Die Logik der Spaceporno-Klimaschützer ist übrigens: Sie würden mit ihren Spacepornos Fliegen effizienter machen und grünen Wasserstoff vorantreiben. Und, natürlich, das ist etwas, für das der „normale“ Flugverkehr ja gar keinen Anreiz bietet. Dafür muss man natürlich Weltraumtourismus entwickeln, der rein zufällig so 250.000 € pro Flug kostet und wenn man ehrlich ist einfach die teuerste Achterbahn der Welt für reiche Egoisten wird.

Dazu passt, dass derzeit daran gearbeitet wird, die wahnsinnig treibstoffintensiven Überschallflüge wieder aufzulegen. Zudem fliegt Buchhändler Bezos zwar mit Wasserstoff – aber aus ungeklärten Quellen – und Gesichtshupe Branson schlicht mit üblem konventionellem Treibstoff.

Während also selbst den letzten CDU-Funktionären allmählich klar wird, dass es hier unten mit Klimwandel doch recht ungemütlich werden könnten, denken ein paar priviligierte ********* (persönliche Lieblingsbeleidigung einfüllen) „FCK Earth! Was soll ich mit meinen durch eine Heerschaar von Steueranwälten sonst machen als die Erde mutwillig zu zerstören?“

Und man muss sagen: Natürlich. Was sollte man mit all dem Geld sonst machen? Etwa echten Klimaschutz? An andere denken? Eine selbstverständlich komplett absurde Vorstellung für reiche Egoisten.

In diesem Sinne: Das Problem ist nicht, dass die Milliardäre ins All fliegen. Das Problem ist, dass sie zurückkommen.

……..

Glaub nix ohne seriöse Quellen!

https://www.swr.de/swraktuell/radio/im-gespraech-podcast-100.html

https://www.theguardian.com/science/2021/jul/19/billionaires-space-tourism-environment-emissions

https://www.co2online.de/klima-schuetzen/mobilitaet/bahn-oder-flugzeug-der-vergleich/

https://www.iea.org/commentaries/the-carbon-footprint-of-streaming-video-fact-checking-the-headlines

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/video-streaming-art-der-datenuebertragung

Hochwasserkatastrophe: Ursachen und Folgen vs. rechtspopulistisches „Lösungsangebot“

Die Frage ist ja immer: Ist die Welt zu kompliziert, oder sind wir einfach nur zu faul ihre Komplexität zu verstehen und machen sie damit erst kompliziert?

Die Hochwasserkatastrophe zeigt eigentlich sehr schön: Die eigentlichen Probleme entstehen nicht durch komplexe Wechselwirkungen und Folgen. Es wird erst kompliziert weil zu viele Interessengruppen auf ihren egoistischen Interessen bestehen und die Politik zu bequem ist, um rechtzeitig durchzugreifen und tragfähige Lösungen zu finden.

– Niemand hat Bock bei sich nen Polder bzw. Rückhaltebecken zu bauen. Das gilt übrigens besonders länderübergreifend. Da zeigen dann die Belgier auf die Deutschen und die auf die Niederländer

– Landwirte pflügen und überdüngen bis zum letzten Meter an den Bach und zerstören so die schützende Vegetationsdecke in Ufernähe

– Waldböden werden durch intensive Forstwirtschaft verdichtet, können zu wenig Wasser aufnehmen – aber dafür kann das Wasser in den gerissenen Schneisen super abfließen und viel Boden mit sich reißen.

– Landwirte wollen (verständlicherweise) keinen giftigen Schlamm auf ihren Feldern, also auch hier kein Öffnen der Deiche um Druck abzulassen.

– Alle wollen im Grünen wohnen und durch Zersiedelung und veralteten Hochwasserschutz wird den Flüssen der Raum genommen

– Die einen wollen (angeblich) pflegeleichte Schottergärten, die anderen mehr Parkplätze oder noch eine Umgehungsstraße und auch viele Kommunen nutzen großflächig Betonchic. Folge: Wasser wird nicht gepuffert und fließt viel zu schnell ab.

– Fast alle halten Klimaschutz für wichtig, aber anfangen soll bitte meist jemand anders

– Die Politik ist zu bequem und zu ängstlich um sich mit den Interessengruppen anzulegen, schiebt auf die lange Bank und ist unentschieden. Schon wunderbar bei Corona und Laschet zu sehen: Ist der Chef unentschieden, frisst sich das durch alle Ebenen. Der Fisch stinkt vom Kopfe her…

– Die Behörden wollen im gemütlichen Tagesbetrieb nicht gestört werden.

– und die AfD? Die will zusammen mit vielen ihrer Wähler einfach richtig, richtig dumm blieben. Idiotie aus Überzeugung. Und erschwert mir ihrem unterkomplexen Schwachsinn sinnvolle aber schmerzhafte Politik.

………………

Dazu kommen noch unnötige Fehler wie z.B. das einseitige Setzen auf Digitalisierung (Haha, deutsche Behörden…) anstatt einfach SIRENEN funktionsfähig zu halten und eine viel zu lange Leitung bei Behörden aber auch Medien.

Merke: Die Definition einer modernen Katastrophe ist IMMER, das sehr viel schief gelaufen ist. Denn wissen tun wir heute eigentlich fast immer genug und früh genug.

Euer Captain Futura.

P.S. Die Unimogs auf dem Meme der AfD sind übrigens ein paar Meter weiter stecken geblieben und die Insassen mussten gerettet werden. Und normale Verbrenner? Saufen natürlich im Wasser ab. Das wurde in genug Videobeweisen ja tatsächlich ausprobiert, um es eindrücklich zu verifizieren. Im Grunde sind Elektroautos sogar fast einfacher sicher vor Wasser zu machen. Aber hey, Realität, who cares!?

Faktencheck: AfD hat keine Ahnung, wie Diesel funktionieren (nicht unter Wasser)

Wer wissen will, wer wann und wo gewarnt war. Wenig überraschend: Man wusste eigentlich rechtzeitig bescheid. Ich hab durch Zufall! (Kein Scherz) sogar lange vorher die Warnung bei Kachelmannwetter gelesen (Häufig übrigens sehr empfehlenswert) und wunderte mich dann darüber dass das alles so „überraschend“ kam…

https://www.tagesspiegel.de/politik/schwere-vorwuerfe-deutschland-wurde-praezise-gewarnt-die-buerger-aber-nicht/27433034.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Und wer für ein bisschen Hoffnung mal lesen will wie Politik komplett unpopulistisch knallharte Fehleranalyse betreiben kann: Hier ein Interview mit Baerbock. Aber gut, dass die Plagiatsaffäre so breit getreten wurde, sonst wäre noch jemandem aufgefallen, dass sie inhaltlich durchaus kompetent ist und die Dinge beim Namen nennt.
https://www.fr.de/politik/baerbock-gruene-hochwasser-katastrophe-tief-berd-unwetter-nrw-rheinland-pfalz-unwetter-politik-laschet-cdu-frankfurt-90869615.html

Armin Laschet – vom Klimawandel überrascht.

Es gibt Zitate, die altern sehr schlecht. Und es gibt Zitate, die waren schon zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von legendärer Ignoranz. Und sind dazu noch verdammt schlecht gealtert.

„Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich ein weltweites Thema geworden“ hätte man vielleicht im Jahr, sagen wir 1982 erwartet. Armin Laschet hat es aber 2019 bei Anne Will gesagt. Hier der Beleg:

Nun kann sich jeder Mensch ändern. Auch Spätberufene wie Armin Laschet, die circa 30 Jahren nach dem Rest der Welt merken, dass das mit dem Klimawandel echt n Ding ist.

Nur hat Armin Laschet sich geändert?

Nein. Natürlich nicht.

– Er prügelt Autobahnen durch das Land. Oder vielmehr: Lässt prügeln

– Er behindert und verhindert den Windkraftausbau in NRW. Gerade noch einmal gesetzlich verschärft.

– Er findet ein Tempolimit „unlogisch“ (wie auch immer er zu dem Ergebnis kommt)

– Er will im Wahlprogramm der Unionsparteien die Wirtschaft „entfesseln“ (das steht ernsthaft als erster Punkt einer nachhaltigen Wirtschaft!) und irgendwie bis 2045 klimaneutral werden.

Wenn es um Klimaschutz geht, wirft Würfelarmin immer irgendwas mit Technologie, Innovation und Wasserstoff in den Raum. Denn WASSERSTOFF klingt so geil nach dem Stoff aus dem coole Illusionen sind. Egal welches Problem: Wasserstoff ist die Antwort! Zahlen dagegen nicht. Zahlen sind böse. Daher sucht man im Unions-Wahlprogramm auch umsonst nach wirklichen Plänen oder gar Vorgaben.

Es bleibt gewohnt wolkig bei der Union. Wie beim Swingerclub gilt bei der Union im Klimaschutz stets: Alles kann. Nichts muss.

Und es stimmt ja, weder Hitzewelle und Brände in Kanada / Kalifornien, noch Starkregen in der Eifel können direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden.

Sie werden nur wahrscheinlicher. VIEL wahrscheinlicher. 150mal heute und bald bis zu 1.000 mal wahrscheinlicher.

Und Starkregen und Hitzewelle hängen sogar zusammen. Normalerweise sorgt ein stabiler Jetstream in großen Höhen dafür, dass ständig neues Wetter herangetragen wird. Der Jetstream ist eine Art Wellenband aus Westwinden das auf der Nordhalbkugel um den Erdball geht und wie ein Fluss ständig vor sich hin määandriert. Dabei trägt der Jetstream mal ein Hoch, mal ein Tief heran und das Wetter ändert sich stetig.

Nur hat sich der Jetstream durch den Klimawandel abgeschwächt, wird langsamer und bildet sozusagen größere Buchten, in denen sich Extremwetter dann viel besser und länger halten.

Und dann regnet und regnet und regnet es. Weil das Wetter bleibt und bleibt und bleibt. Und am anderen Ende der Welt steht die Hitze. Und steht und steht.

Alles hängt zusammen. Da staunt der Fachmann und der Armin wundert sich.
……

Daher: Wenn der überraschte Armin dann demnächst im Hochwassergebiet in Gummistiefeln gesichtet wird möge man ihn daran erinnern, dass er an diesem Hochwasser mittelbar mitschuldig ist und das es mit seiner Politik noch viel, viel schlimmer werden wird.

Denn das Klimathema ist vielleicht das wichtigste Thema unserer Zeit und Armin Laschet hat keine Antworten, es ist ihm ja überhaupt erst 2019 aufgefallen. Aber ist ganz stolz, dass er die Bundeswehr schicken kann und die da jetzt also einen wichtigen Beitrag leisten….toll Armin. Ganz toll!

Und jetzt geh weiterwürfeln und Hubschrauberfliegen und lass mal Profis ran, okay? Denn ganz ehrlich: Es sterben heute schon Menschen und es werden noch viele, viele mehr sterben wenn wir den Klimawandel nicht endlich mit allem, was wir haben stoppen.

Mein volles Beileid gilt daher den Opfern und mögen wir zusammen weitere verhindern, selbst wenn die Politik versagt.

……….

Die Quellen:

Klicke, um auf Regierungsprogramm.pdf zuzugreifen

https://taz.de/Laschets-Klimapolitik-in-NRW/!5780659/

https://www.klimareporter.de/erdsystem/wenn-der-jetstream-einrastet

https://www.tagesspiegel.de/wissen/extremwetter-und-klimawandel-ueber-den-wolken-aus-der-puste/22893494.html

https://www.dw.com/de/hitzwelle-kanada-usa-nordamerika-2021/a-58215152

Mit autonomen Elektroautos wird alles besser! Nicht.

Ich hab ja mal Umweltwissenschaften studiert. Das ist schon ein bisschen her und damals war das Zauberwort in den Management-Theorien für eine bessere Welt: SHARING ECONOMY! Damit wird alles besser hieß es.

Ich kann mich sehr genau daran erinnern, wie ich den Prof genervt habe, weil ich ihm da ständig widersprochen habe.

Leider hatte ich recht.

Denn natürlich ist die Grundidee an der Sharing Economy super. Mein teilt z.B. ein Auto, dass sonst 23 Stunden am Tag nur rumsteht und spart so Parkraum und Produktion von unnötigen Blechkisten.

Mein Argument war damals: Ein System, dass auf Wachstum und Besitz aufgebaut ist wird Sharing Economy nicht als Ersatz für Bestehendens nutzen. Sondern einfach on-top. Noch so oben drauf im Dienste der Bequemlichkeit. Als Kirsche auf der vergifteten Sahnetorte „Wachstum 4ever!“*

Die den Radweg blockierenden E-Roller allerorten und die wie Pilze aus dem Boden schießenden Möchtegern- „Carsharing“Systeme wie „Car4now“ oder „Mobility2You“ oder „2Lazy2Bike“ belegen das leider.**

Denn NATÜRLICH kaufen sich die Leute trotzdem noch einen neuen fetten SUV. Und einen E-Roller. Und ein E-Bike.***

Obwohl für die meisten Strecken ein stinknormales Rad am schnellsten und bequemsten gewesen wäre. Und sie hätten alleine mit den Kosten für das E-Bike sich so ein geiles normales Bike kaufen können, dass sie das E nicht mal vermisst hätten.

Der nächste Retter der verstopften Städte soll jetzt das E-Auto sein. Oder am besten das autonom fahrende E-Auto.

Aber wird es das? Ja, E-Autos sind leiser (das ist super), E-Autos retten Menschenleben, weil weniger Abgase (das ist super), E-Autos sind nach so gut wie allen Studien ökologischer, aber E-Autos transportieren genauso sinnlos eingelackte Luft durch die Gegend, wenn sie im Regelfall nur eine Person transportieren.

Und mit autonom fahrenden Autos wird es noch schlimmer. Die Idee ist: Autonom fahrende Autos können automatisiert mit engeren Abständen zueinander fahren und so Staus verhindern und auf ominöse Art und Weise die Straßen entlasten.

Das funktioniert aber nur wenn der Großteil der Autos autonom fährt. Und das wird sehr lange dauern. Bis dahin machen autonome Autos Autofahren NOCH bequemer. Und ÖPNV noch unverlockender.

Und was wird denn in der Realität passieren? Nun. Die Kirsche auf der Sahnetorte von „Wachstum 4ever“ natürlich. Die Leute werden zum Beispiel auf der Party ein Bier zuviel trinken. Und dann nicht die Sbahn nehmen. Sondern in sein Smartphone lallen „K. I. T. T. Ich brauche dich!“

Und dann fährt das autonome Auto einmal leer durch die Stadt. Und natürlich ist das kein kleines Auto. Sondern ein fetter, autonomer Elektro-Bus-SUV, der dann als Statussymbol bei der Party vorfährt. Die Flügeltüren fahren hoch und man torkelt mit einem „Wegbier!“ und „Haha“ rein.
………..

Daher nochmal für alle zum Mitschreiben: Die Antwort auf verstopfte lebensfeindliche Städte sind keine Autos, E-Autos oder autonom fahrende E-Autos. Und übrigens schon gar keine Flugdrohnen, deren massenhafte Verbreitung eine urbane Hölle sondergleichen wäre. Sondern Fahrrad, ÖPNV, zu Fuß gehen und ab- und an ein Auto, wenn es sehr schnell gehen muss oder große Lasten transportiert werden müssen. Wir haben alles bereits erfunden, was wir brauchen für ein gutes Leben in der Stadt.

Und das sage ich als Mitbesitzer eines Autos. Auf dem LAND ist das ein anderes Thema. Aber eng bebaute Städte und jeder ein Auto ist und WIRD kein Zukunftsmodell.

Euer Captain Futura

P.S. Falls ihr Bock auf spannende Grafiken und ein bisschen gute Unterhaltung habt und meine Arbeit unterstützen mögt:
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

oder auch hier bei den pösen Amazon (aber besser im Buchhandel kaufen!)

………..

* Die weithin unbekannt, obwohl idelogisch erfolgreichste Boygroup des neoliberalen Hypes der späten 90er.

** die eigentlich mehr ÖPNV oder Radfahrt Ersatzsysteme sind. Ich meine hier ausdrücklich NICHT Cambio und co. Also die „Alten“ Carsharing-Anbieter mit festen Stationen. Das ist echtes und ernstzunehmendes Carsharing und bringt etwas.

*** Natürlich nicht alle, aber viele, denn es gibt (zum Glück) auch ein paar, die es ernst meinen mit Ökologie und Klimaschutz, aber die Mehrheit macht nun einmal, was für sie bequem ist.

………..

Zum Unterschied zwischen dem sinnvollen „echtem“ stationsbasiertem Carsharing und der „free-float“-Mogelpackung, die eher ÖPNV schädigt:

https://www.sueddeutsche.de/auto/carsharing-studie-staedte-probleme-1.4554329?fbclid=IwAR2X2fTsubbT9iPRFCHspEjZEIWYMlbooDeD0QTdGEmmn25A2rD2pfQ9a6Q

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/carsharing-studie-101.html?fbclid=IwAR3pt1tNP8funSuRidy_LkG0dj24sZ6Jf3ScEZkz5UAH7N0R9cRn9sHDLlE

https://t3n.de/news/carsharing-hype-studie-1186745/?fbclid=IwAR1uPUq0o8FumXBrI681riDS2E_sHZ_SkUzCwBFy6ZdHtIk5_XQ7oVfm87c

In Sachen autonomes Fahren:

https://www.vdv.de/position-autonome-fahrzeuge.pdfx

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/autonomes-fahren-energie-datenmengen-vernetzung/

In Sachen Farräder / Elektroauto und co.

Klicke, um auf English_Studie.pdf zuzugreifen

https://www.spiegel.de/auto/elektroautos-tatsaechlicher-co2-ausstoss-niedriger-als-bisher-angenommen-a-01907849-ede6-4f24-8c3f-89475aadbe69

https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr

Das SUV – Paradoxon

Ich glaube die Szene kennen alle, die auch nur ab- und an mit dem Rad fahren: Man quält sich so hinter den Auspuffen durch den Verkehr und wird plötzlich einem dieser monströsen, mehr als 2 Meter breiten SUVs kurz vor der roten Ampel so nah mit aufheulendem Motor überholt, dass man sich bei ausgestrecktem Arm direkt mitschleifen lassen könnte. Wenn das nicht leider potentiell tödlich wäre. Und das alles nur damit der SUV 2 Sekunden früher vor der Ampel warten kann. WEIL DAS MACHT MAN SO, UND RADFAHRER STÖREN EH NUR, ICH HABS EILIG, JETZT KOMM MIR NICHT MIT LOGIK!“

Man rollt etwas bleich an die stehenden Autos ran, klopft mit mühsamer Restfassung an die Scheibe und bevor man auch nur freundlich anmerken kann, „dass es doch schön wäre wenn nicht nur das Ego des SUV-Besitzers, sondern auch das nackte Überleben der Radfahrer und Radfahrerinnen Platz auf der Straße hätte…“ ist der Kollege in der schwarzen, übermotorisierten Sofalandschaft schon explodiert. „KAMPFRADLER! – WAS MACHEN SIE ÜBERHAUPT AUF DER STRAßE! – FRECHHEIT!“

Dabei ist es selbstverständlich völlig unerheblich, dass in den meisten Großstädten inzwischen eine Großzahl der Radwege auf der Straße verläuft, aber der Informationsstand vieler Leute am Steuer ihrer Geschosse ist halt so modern wie ihr Weltbild.

Und kaum zuhause wird dann natürlich in jedem Forum rumgeopfert, wie die Autofahrer immer weiter aus den Städten verdrängt werden, obwohl die doch mit IHREN STEUERN die Verkehrwege bezahlen und über angebliche Kampfradler allerorten geätzt.

Nun gibt es natürlich auch unter Radlern Idioten, denn Idioten kommen auf und in jedem Verkehrsträger. Aber es ist halt der Unterschied zwischen nervig oder potentiell tödlich ob dieser Idiot auf einem Fahrrad oder einen 400 PS Geschoss sitzt. Und die Regel ist mit dem gesetzlichen Mindestabstand von 1,5 Metern eigentlich eindeutig.

Leider zeigen Untersuchungen und Testfahrten, dass bis heute ein ordentlicher Teil der Automibilisten das mit den 1,5 Metern immer noch nicht verinnerlicht hat. In mehr als der Hälfte der Fälle wird der Abstand NICHT eingehalten. Das ist besonders bei den breiten SUVs so und partiell noch häufiger bei LKWs und Bussen.

Besondern schlimm in diesem Fall die „Schutzstreifen“ – die viel bieten aber eben keinen Schutz und geradezu dazu verleiten beim Überholen einfach in der Spur zu bleiben, denn da ist ja eine Streifen aufgemalt!

Die genauen Zahlen hier:
https://www.tagesspiegel.de/berlin/studie-bestaetigt-tagesspiegel-radmesser-radfahrer-werden-meist-zu-eng-ueberholt/24232800.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/studie-bestaetigt-tagesspiegel-radmesser-radfahrer-werden-meist-zu-eng-ueberholt/24232800.html

Daher: Gute geschützte Infrastruktur für Radfahrer und Radfahrerinnen, die automatisch für die Einhaltung des Mindestabstand sorgt, ist mehr als überfällig! Es gibt keine Alternative.

Sonja Pimenta ist einer meiner Patreons und unterstützt mit einem kleinen Monatsbeitrag meine Arbeit und hat diese Idee für die Grafik eingebracht. Einen riesigen Dank für beides! Wenn ihr Lust habt Patreon von mir zu werden, kriegt ihr auch mindestens eine Grafik und immer wieder kleine Überraschungen. Und der Beitrag ist wirklich sehr, sehr klein
https://www.patreon.com/user?u=32965554

Danke und eine schöne Woche! Und passt auf euch auf!

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