Tag: Grafik der Woche

Monopoly 2020 – Die Steinzeit ruft

Denn ich finds ja immer wieder lustig, wie man bei der leisesten Kritik an unserem derzeitigen System direkt die Steinzeit-Sozialismuskeule drüber kriegt.

Denn Steinzeit, das war – wenn ich mich recht erinner – Menschen, die sich gegenseitig mit Faustkeilen die Schädel einschlagen wobei der Stärkste oder Gerissenste gewinnt und sich fortpflanzt.

Mithin fast fairer als heute, wo schlicht derjenige gewinnt, der am reichsten geboren wird. Denn auch in Deutschland wird längst der Großteil des Vermögens vererbt. Die soziale Durchlässigkeit hat enorm abgenommen. Man wird nur in Ausnahmefällen reich durch Arbeit oder Talent (und wenn meist nur mit Burnout), man wird reich durch Reichtum*.

Und irgendwie ist eigentlich allen klar, dass da gerade was faul ist, aber jeder träumt halt auch ein bisschen davon mal so reich zu sein wie Jeff Bezos und den Traum will man sich halt nicht nehmen lassen. Jetzt höhere Spitzensteuern? NEIN! Das könnte doch mich treffen, in 10 Jahren wenn ich REICH bin!

Das faszinierende an der Situation: Es macht niemanden glücklich. Es ist längst eindeutig erwiesen, dass Glück nur bis zu einem gewissen Vermögen (maximal im unteren Millionenbereich) steigt und ab da sogar wieder abnimmt.

Und das ist auch komplett logisch, wenn man das Leben mal als Spiel betrachtet. Denn wo liegt der Reiz darin wenn man reich geboren das Spiel ja schon vor der Geburt gewonnen hat? Oder arm eh keine Gewinnchancen hat?

Zudem disruptiert eine zu starke Spaltung des Reichtums Gesellschaften und macht sie unfrei. Wenn Menschen nur noch überleben wollen und nichts zu verlieren haben töten und rauben sie irgendwann für was zu essen und die Reichen müssen sich verschanzen, wie bereits in Südamerika zu beobachten. Und ganz ehrlich: Es liegt soviel Zauber darin hinter Stacheldraht in einem Reichengefängnis zu wohnen wie wegen Corona den ganzen Tag zuhause bleiben zu müssen. Es ist kurz ganz cool und dann einfach nur noch ätzend.

Das verrückte daran: Wir wussten das alles schon mal. Es gab mal die Idee der sozialen Marktwirtschaft. Wirtschaftlicher Aufschwung von dem alle profitieren. Die Idee war nicht perfekt, aber ein guter Anfang. Mitentworfen von der CDU damals. Die heute jeden als Sozialist schmäht, der dahin zurück will, weil sie nicht gemerkt hat wie aus sozialer Marktwirtschaft klammheimlich freier Raubtierkapitalismus nach amerikanischem Vorbild geworden ist und „freie Markt“ zur Gottheit wurde und alles auf magische Weise lösen sollte. Die CDU-Führung von heute würde die CDU von damals als „rote Socken“ in der Bild schmähen.

Aber der „freie Markt“ hat kein Ziel, keine Moral, kein Mitgefühl. „freie Markt“ hat nur Profitmaximierung als Ziel. Und der „freie Markt“ wird ohne politische Steuerung zum unfreien Markt weil sich Kartelle und Monopole bilden. Sehr schön bei Amazon und ja auch bei Facebook zu beobachten.

Wie kann es z.B. sein, dass der Staat jetzt Lufthansa mit Milliarden rettet aber sich selber künstlich die Mitspracherecht nimmt, die ihm eigentlich dafür zustünden? Man könnte – wie Frankreich es gerade bei Air France macht – z.B. dafür sorgen idiotisch kurze Inlandsflüge abzuschaffen und dafür die Bahn endlich ordentlich fördern und ausbauen. Statt dessen macht der Staat sich klein und erklärt sich für komplett unfähig Wirtschaft zu lenken. Wirtschaft wohlgemerkt, die bei jeder Krise direkt nach Staatsgeldern schreit.

Wir müssen zurück zu dem Primat der Politik, der DEMOKRATISCHEN Politik. Denn nur Politik als mittelbarer Wille ALLER Bürger kann faire Chancen für alle gewährleisten. Denn nur bei der Politik haben alle EINE STIMME und nicht Jeff Bezos 80 Milliarden und du Minus 500. Und wir brauchen dringend ein Update der sozialen Marktwirtschaft in eine sozial-ökologische Marktwirtschaft. Weil auch der Planet Grenzen hat die wir ENDLICH berücksichtigen müssen.

Denn ganz ehrlich: Im Film sind Dystopien immer irgendwie geil aber so real steh ich doch eher auf Utopien. Die nie ganz real werden aber wenigstens das Schlimmste verhindern.

Denn ganz ehrlich: In der Steinzeit waren wir schon und ich will da nicht hin zurück, nur weil ein paar denken ihnen sollte alles gehören und wir nicht auf die Grenzen des Planeten achten.

Ich für meinen Teil hab jedenfalls keinen Bock stundenlang an einem Faustkeil zu klöppeln, wenn ich statt dessen in einer friedlichen Welt eine wunderschöne Radtour durch Äpfelbäume und Heide machen kann mit einem Cappuccino an der Elbe.

Wer KEINE Visionen hat sollte zum Arzt gehen. Und zwar dringend.

Euer Captain Futura

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* Und wird dann durch Ratgeber darüber wie man reich wird noch ein bisschen reicher obwohl ein Satz gereicht hätt: „Such dir vor der Geburt reiche Eltern!“

Abwrackprämie abwracken

Nach der Abwrackprämie 2009, die außer einem Vorzieheffekt beim Autokauf und einem Loch in der Staatskasse nichts gebracht hat – soll jetzt die nächste Prämie kommen. Fett Staatskohle für die Autokonzerne bzw. deren milliardenschwere Besitzer wie z.B. die Quandt-Familie (31 Milliarden – BMW), die sich weiter fröhlich Dividende auszahlen, obwohl die Belegschaft auf staatlich bezahlter Kurzarbeit ist.

Und natürlich wird die „Abwrackprämie“* eine echte Spritschleuderprämie, denn dem deutschen Autoingenieur ist nix zu schwör, außer sparsame Autos und Elektroautos zu bauen. Vor allem Elektroautos kann die deutsche Autoindustrie gerade gar nicht liefern. Die stehen mit Softwareproblemen irgendwo auf versteckten Parkplätzen, weil die Softwareentwickler vermutlich in den letzten Jahren voll damit ausgelastet waren, Schummelsoftware für den Diesel zu programmieren.

So soll es jetzt also dick Staatskohle für SUV-Spritmonster geben, die jegliche deutsche und europäischen Klimaziele torpedieren. Wir bekämpfen also das eine Feuer, indem wir gallonenweise Diesel in das andere, viel größere kippen.

Letztendlich bleibt also nur die Erkenntnis: Die deutschen Autokonzerne können sich erlauben was sie wollen, am Ende des Tages schlafen sie friedlich auf einem Bett aus Staatskohle 😴💶💶💶

Und die Pflege und das Gesundheitswesen, die sich vor und in der Krise für uns den Arsch abarbeiten?

Applaus, Applaus! 👏👏 Und eine doppelte Nachtschicht!

Aber hey, am Ende zählen doch die inneren Werte! 😍

Petition gegen die Spritschleuderprämie:
https://aktion.campact.de/abwrackpraemie-…/appell/teilnehmen

Petition für eine ökologisch/soziale Ausrichtung von Konjunkturpaketen:
https://epetitionen.bundestag.de/…/Petition_110043.$$$.a.u.…
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* P.S. Ich find ja alleine den Namen „Abwrackprämie“ schon komplett beknackt. Als gäbe es auf deutschen Straßen noch was abzuwracken. Wir reden über Autos, die mit viel Glück überhaupt 10 Jahre alt sind und vom TÜV gründlich geprüft. Und selbst ein 30 Jahre alter Bulli z.B. (den man auch mit Prämie sicher nicht! abwrackt) verbraucht real! um die 8 Liter. Ein moderner mit fetten Motoren im Grunde genauso viel und so mancher „moderne“ SUV zieht locker 12 Liter. Was für ein Wahnsinn.

Warum ein neuer Strafenkatalog im Straßenverkehr mehr als überfällig ist

Treffen sich drei Krokodile. Sagt das erste: „Mann ich hab gestern einen E-Bike-Fahrer gefressen, der lag mir so schwer im Magen, ich konnte den ganzen Tag nicht mehr schwimmen“.

Sagt das zweite: „Das ist ja noch gar nichts. Ich habe vor zwei Wochen einen Porsche-Cayenne-Fahrer gefressen, der lag mir so schwer im Magen, ich kann heute noch nicht wieder schwimmen.

Sagt das dritte: „Das ist überhaupt nichts. Ich habe gestern Andreas Scheuer gefressen, der war so hohl ich kann seitdem nicht mehr tauchen!“

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Dieser Witz ist so dilettantisch modernisiert wie die Politik von Andreas Scheuer. Der hat mal eben 500 Mio im Mautdesaster versenkt, sein Handy zufällig gelöscht, eigentlich für den Radverkehr gedachte Bundesmittel für den Bau von Umgehungsstraßen eingesetzt – und nun also auch noch eine Überarbeitung des Strafenkatalogs im Straßenverkehr versaut. Und knickt dann beim ersten Protest sofort begeistert ein. Denn eigentlich wollte er die Strafen halt auch nicht wirklich erhöhen.

Dabei sind die Strafen im internationalen Vergleich ein schlechter Witz und zudem auch weitestgehend unwirksam. Innerorts kann man mit 84 rasen – ein Tempo, das kein Radfahrer oder Fußgänger beim Aufprall überlebt – außerorts kann man bis zu 44 km/h schneller sein, mit tödlichen 144! über die Bundesstraße ballern und alles was man zahlen muss sind – ACHTUNG – 120€. Also circa 1mal volltanken vor Corona.

Und das in Zeiten, in denen fast jeder Blitzerapps und -Warner hat. Und es selbst im öffentlichen Rundfunk zum „Service“ gehört die mobilen Blitzer (hoffentlich) von der Freisprechanlage aus durchzusagen. Was noch mal eine ganz eigene Absurdität ist. Da muss sich der professionelle Raser ja fast schon anstrengen, um ÜBERHAUPT MAL geblitzt zu werden.

Ich fahre seit vielen Jahren neben Fahrrad und ÖPNV auch und immer mal wieder Auto. Ich bin viermal wegen Blödheit geblitzt worden. Immer so 5-8 km/h zu schnell. Zweimal weil ich ohne Nachzudenken innerorts einfach im Verkehrsfluss mitgefahren bin und die Grüne Welle bei den Ampeln erwischen wollte. Und der Verkehrsfluss in deutschen Städten liegt nunmal bei 60+x km/h und so einige Grüne Wellen gehen auch GENAU davon aus. (Da bin ich mir sehr, sehr sicher auch wenns natürlich keiner zugibt.) Zweimal bin ich in Tempo-30 Zonen geblitzt worden, die ich zu spät bemerkt habe, oder bei denen ich mir nicht sicher war.

Und genau das sind dann auch schon die Punkte, die geklärt werden müssten, damit neue, härtere Strafen fair sind: ENDLICH wirklich konsequent Ampeln, Fahrbahnbreiten und co. so auslegen, dass der Verkehrsfluss das Tempolimit NICHT überschreitet. Es ist doch absurd, wenn man z.B. in Hamburg partiell 60-70 fahren muss, um beim Einfädeln überhaupt in den Verkehr auf den Hauptstraßen zu kommen. Es darf sich schlicht nicht lohnen zu rasen. Und ENDLICH wirklich durchgehend alle Tempo-30 Zonen richtig gut und eindeutig markieren.

Und wie wäre es z.B. Strafen einfach mal am Einkommen zu orientieren? Finnland macht es vor. Denn derzeit sind die Strafen für den Cayenne oder X5-Fahrer schlicht Portokasse während sie dem lohngedumpten „Servicedienstleister“ der deutschen Post bereits RICHTIG weh tun.

Und wenn gewährleistet ist, dass die Strafen sozial fair sind und Limits sauber markiert wird, muss ich einfach mal sagen: Blödheit und das Riskieren von eigenem und vor allem dem LEBEN anderer sind keine Grundrechte.

Wer es dann noch schafft mit 54 in der Tempo-30 Zone (mit denen er ja auch bei 50 km/h Tempolimit zu schnell wäre!), 74 km/h innerorts oder 129 km/h außerorts zu fahren UND in den Blitzer zu rasen: Sorry, aber der hat sich sein Fahrverbort halt auch redlich verdient.

Denn vor Eurer Motorhaube befinden sich Radfahrer und Fußgänger und andere Autofahrer mit deren Leben IHR spielt.

Euer Captain Futura.

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Promis in der Krise

Zur Feier des Tages, da nun auch Sido dem Kreis der Erleuchteten beigetreten ist – die letzte Grafik diese Woche.

(Sido schwurbelte jüngst Unterstüzung für Xavier Naidoo, das mit dem Kinderblut und so würde schon stimmen, den Xavier wäre ja im Raum Frankfurt* und da hätte der eine Rothschild-Sohn eine Geheimorganisation aufgebaut)

Noch ein kurzes Wort zu Solidarität und co: Solidarität ist immer schön, aber das „We’re all together in sich“ stimmt tatsächlich VOR ALLEM in Krisen nicht. Gerade Krisen legen schonunglos soziale Unterschiede offen. Denn jeder erlebt eine andere Krise. Der Promi in seiner 10 Mio. Krise lebt in einer anderen Krise als wir und wir leben in einer anderen Krise als die Näherin in Bangladesh. Und genauso lächerlich, wie wenn Hollywood-Promis Imagine für die „die einfachen Leute“ da draußen zu singen, wäre es wenn einer von uns ein „We’re all in this together“ für die verzweifelte Näherin in Bangladesh brächte.

Helfen würde vielleicht wenn wir in der Krise (und auch danach) weniger nach oben und mehr nach unten schauten. Erdet ungemein und ganz vielleicht kommt man dann sogar auf die Idee zu helfen oder ganz schlicht Steuern zu zahlen und NICHT drüber zu reden. Denn manchmal hält man als Promi halt vielleicht einfach mal die Klappe und macht die Welt damit besser. So einfach ein Held zu sein.

Viel Spaß, Euer Captain (der macht jetzt erstmal politikfrei bis nächste Woche – man sieht sich)

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Wichtig: Diese Grafik entstand zusammen mit Britta Tüsfeld, die dank wunderbarer Gartenfotos unter einem meiner Beiträge eine persönliche Grafik gewonnen hat und Ideengeberin und Co-Autorin war. Und weil sie cool ist, dürft ihr die Grafik jetzt auch alle sehen. Yeah & Danke!
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* was besondere „Witzigkeit“ eintfaltet, wenn einem auffällt dass Mannheim – wo Xavier tatsächlich ist – nur mit seeehr viel Schielen Raum Frankfurt ist. Es ist tatsächlich nichtmal in Hessen sondern in Ba-Wü und wenn überhaupt dann Raum Heidelberg. Aber hey, Logik, Daten, Fakten – SOWAS von gestern!

Konzernkrisenzyklus

Norbert Walter-Borjans, der Grüßaugust von der SPD fordert: Staatliche Unterstützung nur für Konzerne, die keine Steuerflucht betreiben!

Recht hat der Mann. Nur leider wird da ein Scholz und die CDU vor sein und ihren Amigos in den Konzernen die nächsten Milliarden rüberschieben.

Alles streng nach der Logik des Konzernkrisenzyklus. So lange es läuft soll der Staat bitte weg bleiben, bei jeder Gelegenheit wird über die Bürokratie und die Steuerlast in Deutschland geächzt. Und an der Wand immer das Gespenst des Sozialismus. Dabei ist die Steuerlast für Konzerne in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesunken und die Bürokratie sorgt dafür, dass Deutschland eben noch eine stabiles System ist, auf dass ja letztlich auch die Konzerne angewiesen sind.

Die Mittel aus der gesenkten Steuerlast werden dann genutzt um Arbeitsplätze zu verlagern, die Dividenden an die Aktionäre auf Rekordhöhen zu treiben und Steueranwälte zu bezahlen, die nach (il)legalen Wegen suchen, die Abgaben noch weiter zu senken.

Aber sobald die Wirtschaft einbricht stehen die Lobbyvertreter plötzlich Schlange beim Staat. Staatliche Hilfen jetzt! Und zwar schnell! Abwrackprämie Nr. 28 sofort! Jetzt brauchen wir den starken Staat, der uns rettet und vor der Konkurrenz im Ausland schützt! Plötzlich versteigen sich die Konzernchefs zu Aussagen, bei denen selbst Che Guevara rot werden würde.

Die Frage ist nur: Wo soll der starke Staat das Geld her haben, dass ihm ja die Konzerne in Schritt 1. entzogen haben?

Die logische Folge: Die Staatsschulden steigen ins Unermessliche und die Gelddruckmaschine wird angeworfen, um die Folgen auszufangen.

Die Folge davon ist eine wahre Geldflut, die – sobald es wieder läuft – um den Erdball marodiert weil sie nach geldbringenden Anlagemöglichkeiten sucht und bei den Immobilien, in der Landwirtschaft, im Lebensmittelhandel, im Kunstmarkt oder wo auch immer neue Blasen schafft und die Grundversorgung für den Normalbürger unerschwinglich macht.

Wunderbar zu besichtigen nach der letzten Finanzkrise.

In diesem Sinne: Bitte steigen sie ein! Willkommen zu einer weiteren Runde im Konzernkrisenzyklus!

Die Steuerflucht der Konzerne, die jetzt Hilfen wollen super von der Sueddeutschen aufgearbeitet:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-steueroase-1.4893770?utm_source=pocket-newtab

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P.S. Das gilt NICHT oder kaum für den Mittelstand, Kleinunternehmen und Freiberufler. Die können und wollen häufig aus moralischen Gründen bzw. sozialer Verbindung nicht verlagern werden aber unerbittlich von jeder neuen Steuer und jeder neuen Bestimmung voll getroffen und ächzen tatsächlich häufig unter ausufernder Bürokratie obwohl sie letztlich einen Großteil des Wohlstandes dieses Landes schaffen.

P.P.S. Da der Captain Futura trotz aller Bemühungen leider kein Konzern ist schwimmt er wieder Erwarten nicht in Geld. Falls ihr mich unterstützen mögt könnt ihr das zum sozialistischen Einheitspreis für 2 € im Monat bei Patreon tun, bekommt dafür mehr als hundert Grafiken – viele nicht veröffentlicht – Texte, Musik, Euren eigenen Podcast und mehr. Und macht möglich, dass das hier weitergeht! Denn ja, auch an mir geht der Konzernzyklus nicht komplett vorbei. Leider

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Die Coronawelle

Liebe Medien, ich hab News für Euch!

Ihr seid keine Thrillerautoren. Wirklich nicht. Wenn ihr Thriller schreiben wollt, dann empfehle ich Hollywood.

„Coronavirus, wie schlimm wird es noch?“ – „Noch kann man keine Aussagen treffen, es bleibt bedrohlich!“ – „Es ist noch zu früh für …“ – „Den Lockdown überstehen, 100 Tipps aus der ….“

Gerade sind auch in allen großen deutschen Newsportalen circa 98 % Corona. Und das wäre noch verständlich wenn die Artikel dabei über „ES IST CORONA!“ in 1.000 Wörtern hinaus gingen.

Aber Weiterdenken? Fehlanzeige! Eine gigantische Live-Berichterstattungswelle schwemmt alle Nicht-Corona-Themen davon. Alles ist Corona! Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, rechte Gewalt, Mietenwahnsinn. Alles weggespült. Und wenn die Coronawelle irgendwann gebrochen ist? Nun, die nächste Medienwelle kommt bestimmt aber bis dahin werden die Corona-Klickzahlen geritten.

Aber inzwischen hat jeder, bei dem sich mehr als 3 Gehirnzellen im Kopf zusammentun begriffen: Corona ist mehr als ein Grippe. Es ist gefährlich. Es ist weltweit. Es wächst ohne Gegenmaßnahmen exponentiell. Der Lockdown macht leider Sinn. Wir müssen abwarten.

Aber jetzt wäre es gut zu wissen: Wie geht es danach weiter? Wie verhindern wir weitere Katastrophen? Wie erhalten wir trotzdem eine offene Gesellschaft? Wie die kleinen Läden? Was ist eigentlich mit dem Klimawandel? Wie schaffen wir es, dass nach Corona nicht alle wieder wie bekloppt jeden Tag 100 km ins Büro pendeln müssen und um den Erdball fliegen, um CO2 und Viren zu verteilen?

Fast nichts davon erfahre ich gerade bei euch. Aber ich erfahre, dass heute 2 neue Menschen in Buxthehude erkrankt sind. Ihr traut euch nichtmal mehr offensichtliche Dinge zu benennen weil ihr die Leute im Ungewissen lassen wollt. Dann klicken die mehr, man will ja die Spannung beim Coronathriller halten. „Es ist zu früh um Aussagen zu treffen“ – Ist es das, allerdings? Die Verdoppelungszeiten sind in Deutschland von 2 auf circa 10 Tage gestiegen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit also enorm gesunken.

Selbst mit aller statistischer Unsicherheit ist das ein gigantischer Erfolg. Man könnte sogar sagen: Das funktioniert also. Denke wir von hier weiter.

Versteht mich nicht falsch: Ich bin ein riesiger Fan von euch. Weil ihr die Demokratie festigt. Weil ihr unbestechlich Steuerbetrug und Skandale aufdeckt. Die Panama-Papers, Football-Leaks, Cum-Ex Geschäfte, Umsatsteuerkarussel: Alles Ihr, alles auch euer Verdienst. Ohne Euch wäre es nie in dieser Form aufgedeckt worden.

Umso wichtiger wäre es, dass ihr eure momentane Berichterstattung ENDLICH in eine Dauerberichterstattung wichtiger Themen einbettet. Regelmäßige Statusupdates zum Stand des Klimawandels, sozialer Gerechtigkeit, Steuern und überhaupt. Damit nicht mit jeder Welle jeder Wissensfortschritt begraben und weggeschwemmt wird.

Denn ja, ihr seid keine Thrillerautoren, die einen Spannungsbogen so lange halten bis die Welle bricht. Ihr seid Information. Ihr seid gemeinsames Nachdenken. Weiterdenken. Aufdecken. Und manchmal auch einfach nur Unterhalten.

Das gilt umso mehr für die Öffentlich-Rechtlichen, die das sogar in der Satzung stehen haben. Aber gerade finde ich euch fast komplett unlesbar, unhörbar, unsehbar.

Ihr spielt seit Minimum 3 Wochen denselben Song, wäre nice wenn ihr mal die Platte wechselt.

Danke,
Euer Captain Futura

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Eine Kleinigkeit in eigener Sache: Diese hübschen bunten Grafiken für Euch zu erstellen, die Texte zu schreiben und all die Nazi-Trolle wegzulöschen: Das ist tierische Arbeit. Ich möchte das aber gerne weiter machen, weil ich es wichtig finde. Und ich mag selber keine Werbung und will keine schalten weil ich sinnvolle Meinungen verbreiten will und keine gekauften. Daher brauche ich Euch. Wer mich unterstützen mag:

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Für 2 € im Monat könnt ihr das bei Patreon tun, bekommt dafür mehr als hundert Grafiken – viele nicht veröffentlicht – Texte, Musik, Euren eigenen Podcast und mehr. Und macht möglich, dass das hier weitergeht! Denn ja, auch an mir geht die Coronawelle nicht vorbei. Leider.

Danke!

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* also alle bis auf Bolsonaro in Brasilien und einige Verschwörungtheoretiker und AfD-Politiker (Bei den letzten beiden Gruppen ist zugegeben eine sehr große Schnittmenge)

Corona – warum kriegen wir die Krise?

Ich werde mich niemals anmaßen Kommentare über Virologie abzugeben – aber ich finde es wichtig, dass wir alle über die gesellschaftliche Dimension der Corona-Krise diskutieren.

Denn Corona ist das eine. Krise das andere. Letztlich verstärkt Corona größtenteils Probleme, die schon vorher waren. Europa und auch Deutschland haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel zu wenig angepackt. Und wenn gern das falsche.

Irgendwann in den 90ern kam die große Privatisierungsmodewelle. Und während sich in anderen Bereichen der Grundversorgung z.B. beim Wasser, längst die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass man diesen neoliberalen Nonsens lieber lässt wird im Gesundheitssektor immer noch privatisiert, was das Zeug hält und die Effizienz als einzige Zielgröße angebetet. Und dies so weitgehend, dass man die Effizienz getrost Ausbeutung von Pflegepersonal und auch Ärztinnen nennen kann.

Dumm dabei: Seuchen und Katastrophen verlangen nicht nach Effizienz sondern nach einem Puffer und ausgeruhtem Fachpersonal. Aber man kann annehmen, dass das Wort „ausgeruht“ 99,9 % des Krankenhauspersonals nur noch aus der Ferne bekannt ist.

Auch die Angestellten im Einzelhandel, Reinigungskräfte, Boten & Lieferdienste und auch Kunst & Kultur – mithin all die, die in der Krise physisch und mental wichtig sind, werden armselig bezahlt damit die Broker, die Händler absurder Finanzderivate, Immobilienhändler, Fußballspieler etc. mit Geld vollgeschissen werden können.

Nur vermisst man in der Krise das Naheliegende und sicher keinen Future-Stock-Short.

Und unsere Arzneimittel? Werden fast ausschließlich in China und Indien gefertigt. Die Masken auch. Die Schutzkleidung auch. Wenn der Coronavirus Indien voll trifft kann es sein, dass wir plötzlich kein Antibiotika mehr haben.

Aber sicher ist: Irgendwelche Aktienhändler und Fonds haben mit dem Wahnsinn richtig fett Kohle gemacht!

Wir sollten uns daher einfach mal fragen ob wir in Vorbereitung auf die nächsten Krisen die SICHER kommen werden nicht vielleicht klüger sein wollen. Grundversorgung staatlich absichern. Effizienz ja, aber menschlich. Globalisierung nicht zurückdrehen aber hinterfragen. Systemrelevante Produkte vielleicht einfach mal vor Ort fertigen. Denn sonst sind wir erpressbar. Ausbeutung hier aber auch in Übersee endlich wirkungsvoll beenden. Global agierende Konzerne endlich unter (Steuer-)Kontrolle kriegen. Mehr europäische Solidarität, auch um Diktaturen wie China kein Einfallstor zu bieten.

Und wenn sich in China oder woanders der nächste Virus oder die nächste Krise anbahnt: Einfach mal ganz simpel vorrausschauende Politik machen und z.B. Masken bestellen. Die Welt ist klein geworden. Das sollten wir inzwischen mal gemerkt haben. Durch Schmerzen. Aber gelernt. Hoffentlich.

Euer Captain Futura

Was macht uns krank?

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