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„Supersommer“ 1975 & 1976 waren damals eine Katastrophe

"Die Vorhersagen der kommenden Hitzewelle werden gerade jeden Tag krasser und ganz Facebook und co. ist gefüllt mit KI-Unfug und Dummheit.

Weil ich den Scheiß nicht mehr lesen kann, nochmal kurz für alle mit zum mitschreiben:

> Die „Supersommer“ 1975 und 1976 waren damals völlig Ausreißer aber selbst damals stieg das Thermometer kaum über 36 Grad nur örtlich näherte man sich der 38. Es dauerte dann ganze 7 Jahre bis dieser Rekord kurzzeitig wieder eingestellt wurde und HEUTE? Heute haben wir Werte um und ÜBER 40 Grad fast jedes Jahr.

> Die angeblichen „40 Grad“ damals waren Unfug eines Boulevardmagazins. Dreimal dürft ihr raten welches. Offiziell wurde das nie gemessen und auch nie erreicht, weil das Boulevardmagazin ohne Namen damals nur eine Vorhersagen gehyped hat, die nicht eingetreten ist. Heute dagegen wird all der Beschiss schon vorsorglich mit KI-Bildchen ins Internet gekotzt sobald sich die Vorhersage der 40 nähert.

https://correctiv.org/faktencheck/2023/07/14/40-grad-im-jahr-1975-warum-diese-alte-bild-schlagzeile-nichts-ueber-den-klimawandel-aussagt/

> 1975 und 1976 waren vielleicht für die Kinder schön zum Baden, vielleicht kommt daher eine romantisierte Vorstellung mancher Boomer zu Hitzesommern. Aber faktisch waren das harte Dürrejahre mit Missernten. Vor allem das Jahr 1976 ging als eines der verlustreichsten Katastrophenjahre für die europäische und deutsche Landwirtschaft in die Geschichte ein. Die Krise war so existenziell, dass die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Schmidt ein millionenschweres Notstandsprogramm (Dürrehilfe) auflegte, um existenzbedrohte Landwirte vor dem Ruin zu retten, die teilweise Einbußen von 30-50 % und ortsweise sogar 70 % hatten. In Frankreich beteten in den am schlimmsten betroffenen Gebieten im Norden Pfarrer in den Gotteshäusern, um Regen herbeizuflehen.

https://www.spiegel.de/politik/hitzewelle-wie-plagen-aus-alter-zeit-a-81656019-0002-0001-0000-000041237656

Und wisst ihr was 1975 war? Die Brandkatastrophe in Niedersachsen. Ich war über Himmelfahrt und Pfingsten im Wendland unterwegs. Da ist da KLP (Kulturelle Landpartie, sehr schön, wers nicht kennt) und da hatte jemand bei einem Flohmarktstand alte Auszeichnungen für Feuerleute zum Verkauf.

Unter anderem sehr viele „Brandkatastrophe 1975 ich war dabei“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Brand_in_der_L%C3%BCneburger_Heide

Und das war sicher kein Grund zu feiern. Nach übelster Dürre und Hitze fackelten 13.000 Hektar Fläche durch bis zu 300 Feuer ab. Wochenlang war das Medienthema Nummer 1, 7 Menschen starben, wenn ihr euch wundert warum der Wald im Wendland überall so nach einer Altersstufe wirkt: Das ist unter anderem wegen damals. Weil halt alles abgefackelt und dann später neu gepflanzt.

Jetzt also etwas, was damals in BEIDEN JAHREN als KATASTROPHE gewertet wurde im neuen normal als „ENDLICH GEILER SOMMER“ zu feiern ist sowas von dämlich mir fehlen die Worte.

Dass es inzwischen so häufig passiert ist Klimakatastrophe und es ist fucking heiß und es ist ungeil. Ich war eben joggen bei „nur 26 Grad“ und das ist in der Sonne schon unerträglich.

Also lasst euch keinen von Putin und Erdölkonzernen finanzierten AfD-Scheiß erzählen. Fossile Brennstoffe weiter ungebremst abfackeln wollen ist die größte Dummheit aller Zeiten.

Ich zitiere den spiegel von 1976: „Da kommt endlich des Gewidder«, frohlockte letzte Woche der Frankfurter Karl Rauscher, 55, als sich seiner Stadt von Osten her eine schwarze Wolkenbank näherte. Doch Rauscher irrte. Es war nur Rauch von ausgedörrtem Gelände, das bei Hanau in Flammen stand.“

Supersommer my ass.

Mit Buckelwalen Biodiesel erzeugen – Timmy 4 Future

Timmy wird ja gerade in Dänemark zu Biodiesel verarbeitet. Daher ist es Zeit für eine unterhaltsame Rechnung.
Wie viele Timmys bräuchte es, um den gesamten deutschen Verkehr 1 Jahr lang mit Biodiesel zu versorgen?

Denn wäre DAS nicht die Rettung um unseren Verkehr ohne doofe E-Autos erneuerbar zu machen? Wale auspressen, damit alle schön weiter mit deutschen „High-Tec-Verbrennern“ Brumm-Brumm machen können?

Und TIMMY 4 FUTURE Sticker hinten auf der Stoßstange?!

Wir verbrauchen in Deutschland circa 63 Milliarden Liter Kraftstoff pro Jahr.

Ein Buckelwal wiegt rund 30 Tonnen, davon sind rund 10 Tonnen Fett* daraus kann man rund 8-9000 Liter Biodiesel gewinnen. Timmy war eher geschwächt und klein, daher rechnen wir mal mit 6300 Liter für eine schmissige Zahl und dann bräuchten wir 10 Millionen Buckelwale.

Leider gibt es aber nur 84.000 lebende Buckelwale. Das reicht für knapp 3 Tage. Naja. Machen wir halt dann bei den Blauwalen weiter. Dann pressen wir alle Schweine und Rinder aus, wir werfen einfach alle Säugetiere in die Biodieselerzeugung und tadaa, das reicht dann für 1,5 Jahre deutscher Verkehr.

Ich mein immerhin. Und die doofen Tiere sind wir dann auch los.

Was will euch dieser irgendwie absurde und böse Post sagen?

Man bekommt vielleicht mal eine Einschätzung davon, was für absurde Mengen von gespeicherter Biomasse wir gerade so in unseren Autos und Heizungen abfackeln.

Und man beginnt zu verstehen, warum all die toll klingenden FDP, CDU und AfD Vorschläge einfach den Autoverkehr weiter mit Diesel und Benzin zu betreiben – aber dann halt den Diesel aus Reststoffen wie Altöl aus der Frittenproduktion zu gewinnen – komplett lächerlich sind, weil mehrere DIMENSIONEN neben der Realität.

Die „Rettungsaktion“ von Timmy hat übrigens locker das Zehnfache dessen an FOSSILEN Kraftstoffen verbrannt, die aus Timmy in der Form von Biodiesel rauszuholen ist. Und faktisch einfach nur einen sterbenden Wal an Dänemarks Küste verklappt.

Tja Kinder, das kommt raus wenn in Netz und Medien Dummheit, Denkfaulheit, Bequemlichkeit, Verschwörungsschwurbel und rechtslibertär angestachelte Erregungskultur alles Rationale unter sich begraben.

Euer Captain F.

* Buckelwale sind eher kein Christiano Ronaldo und haben sagen wir Dad Bods.

Effiziente Erneuerbare – Erneuerbare Logik statt fossile Unlogik

"Kurzfassung (von mir nicht von scheiß KI): Es regt alle schrecklich auf, dass wir Teile des Erneuerbaren Stroms abregeln und trotzdem die Erzeuger vergüten. Dabei ist es in ALLEN Energiesystem völlig normal Energie ungenutzt wegzuwerfen. So werfen wir bei fossilen Kraftwerken regelmäßig MEHR ALS DIE HÄLFTE einfach so als Abwärme weg. Stört keinen. Komisch eigentlich. Bei den Erneuerbaren wiederum kappen wir manche Erzeugunsspitzen und bezahlen den nicht erzeugten Strom, das summiert sich aber nur auf 3,5 %. Aber DARÜBER regen sich alle auf, als wärs das Ende der Welt, während die 55 % Verluste bei Fossilen egal sind.

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ERNEUERBARE LOGIK STATT FOSSILE UNLOGIK

Es wirkt überraschend wenn man bei den Erneuerbaren sagt, dass 96,5 % der erzeugten Energie beim Verbraucher ankommen, bei Kohlekraftwerken aber nur 45 %. Denn was ich da mache ist einfach mal dreist ERNEUERBARE Logik auf fossile Energie anwenden. Und schon ist man verwirrt.

Und dann kommt sofort der Kommentar: „Aber das kann man so nicht rechnen!“ – „Das ist unfair“, und vor allem: „DAS IST NICHT WAS ZÄHLT!“.

Was ich persönlich sehr lustig finde. Denn, wenn das nicht zählt, WARUM EXAKT wird dann immer darauf rumgeritten wenn es GEGEN Erneuerbare geht? Na?

Ich sag euch, was ich gemacht habe: Ich habe einfach Erneuerbare Logik auf fossile Kraftstoffe angewendet!

Und das wirkt komisch, weil wir alle im Kopf die fossile Logik gewöhnt sind und daher gar nicht mehr merken, was für Merkwürdigkeiten wir alles akzeptieren mussten, damit uns die fossile Logik nicht mehr sauer aufstößt!

Wir graben oder pumpen unter ORDENTLICH Aufwand gespeicherte Energie, gespeicherten Kohlenstoff aus der Saurierzeit aus dem Boden, buddeln dafür die halbe Erde um.

Manche dieser Stoffe sind wie Erdöl direkt giftig für alles Leben, daher müssen wir sie mühsam auf der kompletten Kette containen, bis sie endlich final verbrannt werden.

Andere Stoffe wie Erdgas machen gerne BUMM (sind aber nicht direkt giftig) und Kohle ist zum Glück beim Rumliegen giftig aber beim Verbrennen sehr dreckig.

Alles diese Stoffe verbrennen wir bei faszinierend schlechten Wirkungsgraden. Zum Großteil produzieren wir stets Wärme, die in den meisten Fällen ungenutzt in die Atmosphäre geht. So ist ein Verbrenner eigentlich ein Heizung mit Vortriebsfunktion.

Das was am Ende bei den Verbrennungsprozessen rauskommt müssen wir dann mühsam filtern weil es ansonsten für unsere Lungen sauschädlich ist. Und selbst gefiltert sterben da noch viele Menschen dran.

Nicht rausgefiltert kriegen wir das CO2, das geht bis heute ungebremst in die Atmosphäre und erhitzt das Klima.

Denn der Kohlenstoff, der da im Boden liegt, stammt aus Warmzeiten der Erde. Das er im Boden liegt und nicht in der Atmosphäre ist, hat überhaupt erst ermöglicht, dass wir einer Erde haben auf der Menschen in dieser Form lebensfähig sind.

Denn wir Menschen sind auf die komplette Lebensdauer des Planeten bezogen in einer für uns gemütlichen Kaltzeit entstanden und darauf spezialisiert. Und jetzt blasen wir diesen gespeicherten Kohlenstoff in absurd ineffizienten und arschlauten Prozessen – während deren wir uns und unsere Lungen direkt vergiften – wieder in die Atmosphäre und drehen den Thermostat hoch auf „Geil für Dinos, aber für Menschen zu heiß!“

Nun bin ich kein Dinosaurier, sondern ein vernunfbegabtes Wesen, aber als dieses muss ich sagen, den Pitch möchte ich mal sehen der dieses Vorgehen erfolgreich in einer erneuerbaren Welt verkauft!

„So Leute, ja ich weiß ihr habt das Solar- und Windkraftanlagen, die frei verfügbare Energie einsammeln, Batterien und Netze, die das partiell zwischenspeichern und zu den Stromkunden transportieren. Alle eure Motoren sind flüsterleise und sauber, nirgendwo kommt Dreck raus, die Luft ist sauber, das Klima stabil, der schlimmste anzunehmend Zwischenfall ist, dass ein Windkraftwerk im Sturm umknickt, aber ich HAB EINE GEILE IDEE FÜR EUCH!

Wie wäre es, wenn wir so giftigen schwarzen Krempel aus dem Boden holen und den verbrennen! Da wir den hier in Deutschland kaum mehr haben, müssten den andere für uns aus mit fiesen Chemikalien aus dem Boden holen, die wir dafür teuer bezahlen. Und das kippen wir dann in Autos und Kraftwerke und das verbrennt ineffizient, voll stinkend und rußend und deswegen hängen wir da Filter hinter. Und um damit ein Auto anzutreiben macht man so Miniexplosionen, das ist natürlich arschlaut und brennt manchmal zu gut, aber kein Problem wir dämpfen den Schall und meist gehts gut. Ach so und ja, wir heizen dabei das Klima so auf, dass die Erde für uns kaum mehr lebensfähig ist ABER jetzt hört mich an, das geile ist, dass wir dann die Erzeugung an den Verbrauch anpassen können, ohne dass wir Batterien brauchen und ein Teil vom Stromnetz könnten wir auch zurückbauen, ich mein das wär doch was, hey wo wollt ihr denn alle hin, hört mich doch erstmal richtig an!“

Merkt ihr, wie ABSURD das klingt?

Aber genau dieses super absurde System ist worin wir aufgewachsen sind. Wir blenden nur fröhlich all die Verrücktheiten von diesem System aus und dann finden wir ganz viele lustige vorgeschobene GRÜNDE warum wir von diesem System niemals wegkönnen.

Wir sagen z.B. „Jaja aber dieser erneuerbare Strom ist UNBEZAHLBAR. Das wird NIE was!“

Und wenn er plötzlich sogar GÜNSTIGER in der Errzeugung ist als Braunkohle, sagen wir: „Jaja, aber das ist ja Flatterstrom, der wird nie produziert wenn wir ihn brauchen, also ist er nix wert und wir nie relevant etwas beitragen können, denn STROM KANN MAN NICHT SPEICHERN!“

Und wenn er plötzlich über 60 % der Stromversorgung sichert, Batterien im Preis abstürzen und 96,5 % des angeblichen Flatterstroms beim Kunden ankommt? „Jaja aber wenn jetzt Dunkelflaute ist? Wo sind dann deine Batterien? Und du musst nicht den Strompreis betrachten, die SYSTEMKOSTEN sind entscheidend, hörst du?“

Und dann geht das Getrickse los. Man misst Erneuerbaren Strom am Primärenergieverbrauch*, man behauptet, dass das „Netz kaputt geht“, und man behauptet gleichzeitig, dass Batterien und Netzausbau unbezahlbar und nicht schaffbar sind.

Das Letztere finde ich immer besonders schön. Denn da wird immer fröhlich doppelt berechnet. Es wird erstens so getan als müsste man für fossile Kraftwerke das deutsche Netz gerade nicht erneuern.

Muss man aber leider auch, weil viele Komponenten das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben. Diese eh nötigen Kosten kann man also abziehen.

Dann tut man so als müsste man gleichzeitig das Netz auf jede Erzeugungsspitze ausbauen UND Batterien bezahlen. NEIN, die Batterien sparen teuren Netzausbau. So funktioniert die Rechnung.

Ich rede mir da schon seit bald 20 Jahren den Mund fusselig: Stromspeicherung ist der Weg zu einem effizienten und supersicheren erneuerbaren System. Die Bausteine sind am Ende so simpel:

1. Netzausbau vor allem auf der Höchstspannungebene, um sichere Backbones für einen europaweiten Ausgleich und Anschluss der Speicher- und Wasserkraftkapazitäten in Skandinavien und Alpenraum

2. schneller Ausbau der Stromspeicherung, um lokale und mittlere Netze stabil zu halten, Lastspitzen zu glätten und Erzeugung langsam und zuverlässig abfließen zu lassen

3. fossiler Backup für seltener längere Dunkelflauten von 1-2 Wochen, der langsam auf saubere Alternativen übergefadet wird

Und Punkt 3 klingt für das Klima viel schlimmer als er ist. Da die Kraftwerke nur selten laufen ist die Klimawirkung gering und absolut verschmerzbar. Viel wichtiger ist, dass wir alle Sektoren also eben auch Wärme und Mobilitär ZÜGIG verstromen. Weil Strom so absurd viel effizienter ist. Und moderne Kraftwerke lassen sich inzwischen immer günstiger bereithalten. Wir haben ja dank immer besserer Wettervorhersagen genug Vorlauf.

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WAS IST REDISPATCH UND WARUM ISSES NICHT SCHLIMM

Da ja nun die Schlimmfuencer und der BILD-Nius-Komplex sich permanent darüber aufregen, dass wir „STROM BEZAHLEN, DER GAR NICHT ERZEUGT WIRD??!!“ hier für euch die Hintergrundinfos. Das Vorgehen nennt man Redispatch.

Ok. Also wem das nichts sagt. Alles gut. Ganz Deutschland ist ein Stromsee. Zumindest aus Marktsicht.

Es wird für den Markt so getan als könnten alle überall problemlos einspeisen und verbrauchen.

Das stimmt aber physikalisch nicht. Denn physikalisch ist Deutschland natürlich kein Stromsee, sondern ein Stromnetz mit ordentlichen Schwächen und Engpässen.

Und konservative Politiker (vor allem aus dem Süden, ich sag nur Bayern) haben an zentraler Stelle dafür gesorgt, dass diese Engpässe auch brav bestehen bleiben indem sie den Netzausbau durch Maximalforderungen und Unfug ausgebremst haben.

Folge: Wir haben an einem windreichen Tag sehr viel Windstrom im Norden und die Industrie im Süden hohen Bedarf. Der Windstrom kommt aber durch ZEITWEISE überlastete Netze in Teilen nicht in den Süden.

Also wird der Windstrom im Norden abgeregelt und im Süden muss ein fossiles Kraftwerk hochfahren, um den fehlenden Strom auszugleichen. Die Betreiber der Windkraftwerke kriegen eine Vergütung für den abgeregelten Strom.

Dieser Fakt wird nun von BILD und den Schlimmfluencern als Angriffspunkt gegen Erneuerbare, Klimaschutz und alles links von rechts genutzt.

Dabei waren es konservative Politiker, die den Netzausbau verschleppt haben. Witzig. Erst ein Problem erzeugen, dann das Problem lauthals beklagen und den anderen in die Schuhe schieben.

Zudem wird die Dimension absolut maßlos übertrieben. Von 3 Milliarden ist da immer die Rede.

Das ist aber erstens gar nicht mal viel (max 1,7 % des Strompreises), zweitens 2025 gesunken und drittens gehen davon nur 433 Mio. an die Betreiber von Wind- und Sonnenkraftwerken. Das sind 0,24 % oder 3 € im Jahr für eine durchschnittliche Familie.

Denn das Geile ist: 96,5 % des erneuerbaren Stroms kommen beim Verbraucher an. Was eine verflucht gute Quote ist. Könnte man mal feiern wie krass gut wir sind hier in Deutschland!

Und wie herrlich absurd ist das immer den Erneuerbaren „Ineffizienz“ vorzuwerfen und unter Wehklagen 3,5 % Verluste zu beklagen wenn Kohlekraftwerke mehr als die Hälfte der Energie sinnlos als Abwärme in die eh schon zu warme Atmosphäre blasen!

Wo sind da jetzt die BILD-Schlagzeilen? „WAHNSINN DEUTSCHE KOHLEKRAFTWERKE VERSCHENKEN 55 % DER ENERGIE! VERBRAUCHER ABGEZOCKT, DER BILD-EXKLUSIVBERICHT!“

Ach so, nee, das halten wir ja alle für völlig NORMAL. Weil, naja so sind die Fossilen halt, wozu die Aufregung! Siehe oben.

Gleichzeitig regen wir uns über 3,5 % abgeregelte Erneuerbare tierisch auf, dabei ist das eigentlich nicht weiter schlimm.

Denn die Wahrheit ist: JA, der Netzausbau wurde verschleppt (es könnte also besser sein) ABER Erneuerbare werden in Zukunft bei weiterem Ausbau immer mal Erzeugungsspitzen haben, bei denen es billiger ist, sie einfach zu kappen. Dafür produzieren sie im Rest der Zeit arschgünstig.

PV kostet nur noch 4-7 cent pro kWh, das ist sogar günstiger als Kohlestrom OHNE CO2-Preis und selbst wenn man 1/3 des Solarstroms zwischenspeichern muss kommt die Kohle nicht mehr mit. Selbst Braunkohle kommt nicht mehr unter 7 cent pro kWh und Steinkohle liegt WEIT darüber. Und das sind alte, abgeschriebene Kraftwerke!

SELBST WENN WIR HEUTE JEDEN CO2-PREIS SCHLEIFEN würden, würde freiwillig niemand neue Kohlekraftwerke bauen. Denn: Die sind schlicht zu teuer.

Und jetzt versteht ihr auch, warum China in Rekordzeit PV und Wind ausbaut und sich um solche irren deutschen Diskussionen um 3,5 % Abregelung höchstens totlacht.

Und ich weiß was ihr jetzt ruft: „JA ABER DIE BAUEN AUCH KOHLE AUS!“ – ja, NOCH, aber um sie immer weniger zu nutzen. Die Kohlekraftwerke haben immer weniger Betriebsstunden, sie werden zunehmend Sicherheits-Schattenkraftwerke.

Warum? Solar ist billiger! Warum Kohle verfeuern wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.

Also. Lasst euch keine Scheiße von BILD und Schlimmfuencern erzählen.

So. In diesem Sinne euch noch eine schöne Woche. Denkt dran: Flüssige Dinos und Farngewächse lässt man im Boden, da gehören sie hin, denn Menschen wurden in Kaltzeiten entwickelt.

Euer Captain F.

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Quellen:

Stromgestehungskosten:
https://www.pv-magazine.de/2024/08/06/fraunhofer-ise-stromgestehungskosten-fuer-neue-photovoltaik-freiflaechenanlagen-bei-41-bis-69-cent-pro-kilowattstunde-angekommen/

https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.html

Kosten Redispatch:

https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/217642/uneinheitliche-entwicklungen
https://www.smard.de/page/home/topic-article/444/219906/massnahmenvolumen-im-gesamtjahr-stabil
https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/04-politische-arbeit/01-gesetzgebung/20260421_Faktencheck_Redispatch.pdf

Großwärmepumpen statt Kohle-Fernwärme:
https://www.erneuerbareenergien.de/waerme/grosswaermepumpen-ersetzen-kohle-der-fernwaerme

Wie die Betriebsstunden der Kohlekraftwerke in China abstürzen. Und denkt dran China macht das nicht wegen Klimaschutz. Die denken einfach nur streng marktwirtschaftlich, während unsere derzeitige Regierung von Gaslobbyisten angefeuerten ideologischen Unfug betreibt, der uns teuer zu stehen kommt.
https://www.woodmac.com/press-releases/chinas-coal-fired-power-generation-declines-for-the-first-time-since-2015/
https://ember-energy.org/countries-and-regions/china/

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P.S. Und an die Atomfans da draußen: Bitte schlagt einen gangbaren, bezahlbaren und durchsetzbaren Weg vor, wie ihr Deutschland komplett mit Atomstrom versorgen wollt aber denkt dran: Alle Argumente, die ihr gegen Erneuerbare ins Feld führt gelten dann auch für euch! Wenn ihr also z.B. sagt, dass Erneuerbare nicht gehen weil wir gar nicht genug Facharbeiter für den Ausbau der Stromnetze haben DANN haben wir diese Facharbeiter auch nicht um neue Atomkraftwerke zu bauen! You’re welcome!

P.P.S. kaputte Logik der Vergangenheit auf die Zukunft anzuwenden, ist NIE eine gute Idee. Es war z.B. auch irgendwann mal „völlig unbezahlbar“ Plantagen ohne Sklaven zu betreiben.

* was völliger Unfug ist, weil im Primärenergieverbrauch die Wärmeverluste der fossilen Energien drin sind, die sinnfrei ins All verschwinden und nicht ersetzt werden müssen. Man bläht also den Energiebedarf künstlich bis auf das DREIFACHE um die absurde Ineffizienz eines fossilen Systems auf.

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