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Hamburg nur aus Einfamilienhäusern? – warum die Grünen eine unangenehme Wahrheit angehen!

Die Grünen haben ja gerade mal wieder eine unangenehme Debatte am Hals. Das hatten sie sich ja eigentlich seit der Debatte über 5 Mark pro Liter Benzin und der Veggieday-Debatte erfolgreich verboten – aber einmal nicht aufgepasst und ZACK ist die Einfamilienhausdebatte in der Welt und alle sind empöööört. Die Grünen wieder, die VEBOTSPARTEI IN IHREN ALTBAULOFTS!!!

Ich find das immer herrlich wie alle fordern, dass die Politik endlich mal wieder AKTIVE Politik macht – aber sobald jemand sich mal vorwagt, nimmt sich exakt niemand die Zeit mal nachzudenken, geschweige denn nachzurechnen, oder mal zu schauen was eigentlich wer gesagt hat. Denn tatsächlich haben die Grünen ZUSAMMEN mit der SPD in einigen lokalen Bebauungsplänen im Hamburger Norden Einfamilienhäuser ausgeschlossen. Um unnötige Flächenversiegelung zu verhindern. Dann wird Anton Hofreiter dazu vom Spiegel interviewt und an das recht nichtssagende Interview hängt wiederum die BILD die dreiste Lüge, dass die „pösen Grünen DEIN Einfamilienhaus VERBIETEN wollen!!1!“

Und sofort holen alle, von AfD, über CDU/CSU bis hin zur SPD die Bazooka „billiger Populismus“ aus dem Keller und versuchen sich auf Kosten des dummen Klugen politisches Oberwasser zu verschaffen. Die SPD übrigens, die die Bebauungspläne mit beschlossen hat und die CSU, die so ähnliche Bebauungspläne aus gutem Grund lokal in Bayern beschlossen hat. Aber ich hab mir gedacht, wo die BILD die Debatte schon mal gestartet hat, hauen wir denen doch mal einen Return um die Ohren.

Denn er leuchtet hach so verlockend der Traum vom Eigenheim im Grünen. Und ist er doch ein Widerspruch in sich. Denn es schließt sich aus: Wo trautes Eigenheim, da kein Grün mehr. Eigentlich haben die Grünen einen hochgeradig sozialen und mutigen Aufschlag gemacht. Denn die Eigenheime bauen ja nicht die Working poor, die Eigenheime bauen Mittel und Oberschicht – also potentielle Grünen-Wählerinnen. Und diese Eigenheime stehen final in den ehemalig grünen Naherholungsgebieten, die gerade die (setze euphemistischen Namen für Unterschicht ein) so dringend braucht. Gerade bei Corona zeigt sich: Parks, Wälder und Wiesen sind ein unfassbar wichtiger Beitrag für die psychische Gesundheit.

Davon abgesehen, dass mancher Eigenheimtraum auch für die Besitzer zum Alptraum wird, wird er es ganz sicher für den „Rest“ der es sich nicht leisten kann.

Ich hab das mal durchgerechnet. Links Hamburg bei heutiger Bebauung. Rot, was mehr oder weniger dicht bebaut ist. Grün die Frei- und Naturflächen. Von Feld bis Wald.

Rechts Hamburg ausschließlich aus Einfamilienhäusern. Besetzt mit im Schnitt 2,5 Menschen. Denn auch das ist Teil der Wahrheit. Da leben ja fast keine Großfamilien. Ein großer Teil der Häuser da draußen ist mit 2 oder manchmal nur einer Person besetzt, weil da nie Kinder waren oder die längst ausgezogen sind. Und das ist gut gerechnet, die durchschnittliche Haushaltsgröße in Deutschland sinkt seit Jahrzehnten und liegt inzwischen nur noch bei 1,9 Personen. Wenn man jetzt berechnet, dass jedes Einfamilienhaus ungefähr 600 qm Handtuch-Grundstück bekommt (was vermutlich eher die Untergrenze des Einfamilienhaustraums ist) und 400 qm für Straßen, Gewerbe und co. annimmt, kommt man auf das Hamburg auf der rechten Seite.

Stadtpark, Alster, Billwerder, Volkspark, Harburger Berge, Fischbeker Heide, Kirchwerder Wiesen, Elbparks, Duvenstedter Brook, Landwirtschaft, Wälder, Wiesen – alles weg. Man müsste sogar große Teile der Wasserflächen bebauuen, um hinzukommen. „Wohnen direkt am Wasser!“ – das verkauft sich doch wie verrückt!

Und das ist noch die Untergrenze und sehr freundlich gerechnet. Wahrscheinlich würde die Fläche Hamburgs bei weitem nicht reichen. Und das ist alles NICHT weit hergeholt: Die Siedlungsfläche in Deutschland steigt trotz aller Warnungen seit Jahrzehnten unbegrenzt weiter, mit ensprechend schlimmen Folgen für Ökologie, Wasserhaushalt und Landschaft. Zur Zeit werden pro Tag grob 80 Fußballfelder pro Tag verbraucht.

Zusammengefasst: Wie beim Benzin (Klimawandel) und Veggieday (Massentierhaltung, Klimawandel, industrielle Massentierhaltung, Gülletourismus, Vergiftung Trinkwasser) sind die Zahlen eigentlich eindeutig auf Seiten der Grünen und auch die sozialen Folgen sprechen für das Vorgehen. Aber wen interessieren Zahlen wenn es einen Traum zu verteidigen gilt und man den Grünen einen reinwürgen kann!

So. Ich hoffe der Return hat gesessen,
Euer Captain Futura.

P.S. Bevor ich in den Verdacht komme hier die Grünen einseitig zu feiern: Ich sehe vieles kritisch was die machen (gerade aus sozialer Sicht) aber dem Verbot des EinfamilienhausNEUBAUS kann ich wenig Problematisches sehen.

Denn mir ist noch wichtig zu erwähnen: Die Meisten werden trotz NEUBAUverbot NICHT auf den Traum vom Eigenheim verzichten müssen. Denn genau darum geht es: Da draußen sind abertausende BESTEHENDE Einfamilienhäuser, die fast oder ganz leer stehen und die lieber abgerissen werden, weil es billiger und bequemer ist neu zu bauen und zu versiegeln. Dabei wäre es auch aus Arbeitsplatzsicht besser zu RENOVIEREN.

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RECHNUNG:

Fläche Hamburg – 755,2 km2 minus 8 % Wasserfläche = 695 km2 / Einwohner Hamburg – 1,845 Millionen.

1,845 Mio : 2,5 Personen pro Einfamilienhaus = 738 000

738.000 x 1.000 m2 = 738 km2

738 km2 > 695 km2

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https://www.bmu.de/themen/europa-internationales-nachhaltigkeit-digitalisierung/nachhaltige-entwicklung/strategie-und-umsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs/

https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/siedlungs-verkehrsflaeche#zukunftige-entwicklung

https://www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/L50-Privathaushalte-Haushaltsgroesse-1991-Vorausberechnung.html

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Don’t let the Games Stop!

Es ist ja schon faszinierend. 2008 haben wir eine riesige Finanzkrise, die große Teile der Realwirtschaft mit in die Tiefe reißt. Und schon ein paar Jahre später zocken Hedgefonds und co. schon wieder völlig ungeniert, weitestgehend unreguliert und häufig und gerne auf Kosten der Kleinaktionäre und Pensionen.
Banken schöpfen Geld aus dem Nichts, das Finanzsystem ist durch die Gelddruckmaschine völlig aufgebläht und mitten in der Coronakrise steigen die Aktienkurse immer weiter und weiter weil das ganze Geld halt irgendwo hin muss.

Das hat alles mit Realwirtschaft soviel zu tun wie ein Future-Stock-Short* mit dem Brötchen vom Bäcker um die Ecke aber alle sind damit okay bis….ein Haufen Kleinaktionäre im Internet beschließt die Hedgefonds mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Sie treiben die Kurse bei Gamestop (und anderen Aktien) künstlich hoch und sorgen so dafür, dass Zocker-Hedgefonds die auf sinkende Kurse gesetzt haben, teuer nachkaufen müssen, um ihre Positionen zu räumen. Diese verlieren daraufhin Milliarden an die Kleinanleger, rutschen fast in die Pleite, müssen von anderen Hedgefonds gerettet werden und….heulen und rennen zu Mami und schreien nach REGULIERUNG. Also natürlich nur für die Kleinanleger. Nicht etwa für Hedgefonds. Denn sie wollen doch bitte weiter völlig ungestört Kleinanleger ausnehmen können und mittelständische Firmen für eine Line Koks einmal um den Laptop rum ruinieren.

Und das wichtigste, plötzlich steht in der Presse, dass diese Kurse ja nicht von der REALwirtschaft gedeckt wären. Und das ist dann wirklich REALsatire. Denn das hätte einem halt schon vor circa 40 Jahren auffallen können, aber spätestens 2008. Nur mal ein Beispiel: Tesla ist heute an der Börse mehr wert als alle relevanten Autokonzerne der Welt ZUSAMMEN. Als würden VW, BMW, Mercedes, Hyundai, Renault und co. die nicht inzwischen auch Elektroautos bauen. In den meisten Börsenkursen ist inzwischen soviel Phantasie, da ist die Realität im besten Falle noch homöopathisch.

Schön, dass das jetzt mal auffällt.

Ich hoffe der Gamestop-Schwarm nimmt noch einige Hedgefonds erfolgreich aus. Einfach so als Anschauungsobjekt. Und für dieses wundervoll befriedigende Gefühl sanfter Gehässigkeit. Und damit sich vielleicht mal was ändert.

Ich sag mal so: Wenn du als Hedgefondsmanager gegen einen Haufen Kleinaktionäre Milliarden verlierst, frag doch mal bei der Bäckerei um die Ecke ob sie noch nen Job für dich haben!

Dann verdienst du deine Brötchen endlich mal ehrlich und vielleicht reichts einmal im Jahr sogar für ein bisschen mit Mehl gestrecktes Koks.

Don’t let the Games stop.
Euer Captain Futura.

P.S. Der Slogan von Gamestop ist „Power to the Players“. Schöner wirds nicht.

* Ich bin nicht mal sicher ob es Future-Stock-Shorts gibt, ob man das so nennt, oder was das ist. Wüsstet ihr es? Und ist genau das nicht ein Teil des Problems?

Tür 24: Futurakalender – Die grimmigen Märchen, leicht modernisiert

Moin ihr Lieben, es ist vollbracht: Der 24. ist da und damit hier der finale Abschluss des Futura-Adventskalenders. Da Weihnachten ja so ein bisschen die erfolgreichste Verschwörungserzählung der westlichen Welt ist – oder anders gesagt das Märchen, an das die meisten gerne glauben – ist heute Märchenzeit.

Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Freude, Unterhaltung und vor allem auch kleinere bis mittlere Erkenntnisse mit dem Kalender. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit den lebhaften aber fast immer fairen Diskussionen!

Dieses Jahr war ein wilder Ritt (auch für mich) – insofern wünsche ich euch jetzt tatsächlich ein bisschen Erholung und die Liebsten in direkt oder digital. Macht euch keinen Stress, genießt einfach die Zeit. Denkt immer dran: Am Ende ist Weihnachten nur ein Märchen und für ein Märchen muss man sich jetzt halt auch nicht fertig machen. Das nimmt man am Besten wie anstrengende Verwandte: Mit einem gepflegten, leicht abwesenden Lächeln, Fresskoma und einem schönen, sssweren Rodwein…

Und damit für Euch die finale Grafik, ich geh mir jetzt mal den Bauch vollschlagen.
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Schöne Weihnachten!
Euer Captain Futura
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P.S. Wer mich für weitere Adventskalender und mehr unterstützen will kann dies in meinem Patreon tun – da wachsen die exklusiven Inhalte wie bei „Hans und die Bohnenranke“ immer schneller 😉
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Tür 23: Futurakalender – „Flatten the curve“ Diktatoren-Style

Gilt natürlich auch für angehende (gescheiterte) Möchtegern-Autokraten wie z.B. „Le Frisur“ Donald T. und Boris Johnson.
Passt auf Euch auf und bleibt gesund! Denkt dran: Weihnachten kommt wieder, tote Menschen nicht – also übertreibts nicht. (Aber ich verstehe natürlich wenn man den engsten Familienkreis endlich mal wiedersehen will)

Tür 22: Futurakalender – Impfen & Datenverarbeitung

Ich hatte hier vor einiger Zeit einen längeren Text in dem ich darstellte wie die Verschwörungsschwurbler uns allen die Chance nehmen Dinge auf gesunde Art kritisch zu sehen. Je näher die Impfungen rücken, umso schmerzhafter zeigt sich das. Denn die Desinformationskampagnen der „Verschwörer“ bleiben nicht folgenlos. Sie sind im Gegenteil höchst schädlich. Inzwischen wollen sich weniger als die Hälfte! der Deutschen überhaupt noch impfen lassen. Damit wäre eine Herdenimmunität unmöglich und Corona würde bleiben.

Dabei sind die Impfstoffe in der EU komplett normal zugelassen und umfangreich getestet worden. Alles spricht für eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe und bisher wurden nur normale Nebenwirkungen gefunden. Eine Impfung bringt das Immunsystem auf Touren, daher kann es logischerweise zu leichten Grippesymptomen kommen. Das ist letztlich sogar ein Zeichen für die Wirksamkeit und wer angeblich keine Angst vor Corona hat, sollte davor ja nun erst recht keine Angst haben.

Wir könnten im Angesicht dessen nun endlich die systematischen Probleme diskutieren: Warum war die Reaktion auf Corona so unkoordiniert? Ist es gesund, dass ein Mensch und seine Stiftung soviel Einfluss in der WHO hat? Warum hat überhaupt ein Mensch soviel Geld? Wer verdient jetzt die Milliarden an den Impfstoffen? Was wurde in den Milliardenverträgen zugesichert? Wieso sind die Superreichen um Jeff Bezos und co. in der Krise noch einmal sprunghaft reicher geworden? Was passiert eigentlich mit unseren sensiblen Daten? Wie schieben sich Politik und Pharmakonzerne gegenseitig Gelder und Personal zu?

All das sollten wir diskutieren. Aber werden wir nicht. Wir werden darüber diskutieren ob wir beim Impfen in den Cloud hochgeladen werden. Ob wir vom Impfen Autismus kriegen. (Nein, die angebliche Studie dazu war IMMER Blödsinn und die Daten frei erfunden) Ob Pharmakonzerne und Reiche, Kinder in Geheimlaboren zur Blutgewinnung missbrauchen.

Und damit sind die Verschwörungsschwurbler letztlich Steigbügehalter der tatsächlichen Seilschaften in Politik und Wirtschaft. Denn natürlich gibt es die, sie bleiben so aber schön im Verborgenen. Denn sie sind eben keine Verschwörung, sondern schlichter Lobbyismus und Vetternwirtschaft. A kennt B, B kennt C. A hat Pharmakonzern, B hat Geld, C hat Einfluss in der Politik. Das ist alles hochgeradig banal, weniger Tempelritter und mehr „Die Ritter der geschickten Verteilung von Staatsgeldern“. Aber es ist auf Dauer hochgeradig schädlich für freie Gesellschaften und muss daher dringend in das vielveschworene Licht der Öffentlichkeit. Nur sind wir halt viel zu beschäftigt damit über den kompletten Unsinn der Schwurbler zu diskutieren. Und der hört sich viel knalliger an als die Banalität der Realität.

Und wenn man so etwas kritisch anmerkt, läuft man permanent Gefahr von Schwurblern verfolgt, oder selber für einen Verschwörungstheoretiker gehalten zu werden. Dabei zeigt z.B. die Anstalt immer wieder eindrucksvoll wie die realen, ganz banalen Seilschafte eigentlich funktionieren.

Daher: Warum müssen wir eigentlich permanent Verschwörungen erfinden? Warum beschäftigen wir uns nicht mal mit den Seilschaften, die tatsächlich existieren?

Mehr im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Tür 21: Futurakalender – BMW

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Tür 20: Futurakalender – Wir sind das Volkswagen

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Tür 19: Futurakalender – Plötzlich ergrünt – Shell und Greenwashing

Verzeiht, dass es am Wochenende so still war – ich brauchte mal ne Pause – dafür gibts heute 3 Grafiken zum Preis von einer. Greenwashing und andere Konzertricks. Also mal wieder so ein Thema was durch Corona verschüttet wurde. Ich denke zu VW und BMW muss ich nicht mehr viel sagen aber Shell ist tatsächlich sehr spannend – denn es ist ein absolutes Lehrstück über den Kampf um Symbole, der leider so häufig das eigentliche Ziel aus den Augen verliert – daher hier eine kurze Erklärung:

1995 wollte Shell die ausgediente Ölplattform Brent Spar im Atlantik versenken. Sie hatten nicht mit dem Proteststurm gerechnet, der getrieben durch Greenpeace (und leider auch durch eine von der Umweltorganisation verbreitete falsche Zahl über die Restmenge an Öl und Giften) zu weltweiten Boykotten führte.

Der Rest ist Geschichte: Shell musste am Ende klein beigeben, demontierte die Ölplattform an Land und versprach ein anderer, besserer und grünerer Konzern zu werden. Unter anderem investierte man in erneuerbare Energien, insbesondere die Solarenergie. Heute, rund 25 Jahre später, zeigt sich, dass das neue Image von Shell nichts als Greenwashing war. Noch immer macht Shell gigantische Gewinne mit der Erdölforderung und lässt sich nicht von Umweltschutzbedenken davon abhalten, in der Arktis zu bohren. Auch Menschenrechts- und Umweltschutzbedenken hindern den Ölriesen nicht daran, im Nigerdelta zu fördern, es großräumig zu verschmutzen, die halbe Regierung Nigerias zu schmieren und das Verschwinden von Umweltschutzaktivisten in Kauf zu nehmen.

Daneben ist Shell mit 31,95 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent seit 1965 das Unternehmen mit dem weltweit siebtgrößten CO2-Ausstoß. Und das Solargeschäft? Nun, der größte Teil davon wurde 2006 an die Solarworld AG verkauft. (Ich erinner übrigens noch wie ich damals die eigentlich guten Shell Solarmodule aus dem Katalog der Solarfirma geworfen habe, für die ich gearbeitet habe) Shell hatte also nie „verstanden“ – sie gaben immer nur vor, zu verstehen, und sind bis heute ein ganz gewöhnlicher und dreckiger Erdölkonzern geblieben, bei dem das grüne Deckmäntelchen nur ein Feigenblatt war.

Die Brent Spar zu versenken wäre übrigens bezogen auf die Firmenbilanz von Shell im Umweltbereich eine absolut zu vernachlässigende Aktion gewesen – es war ein Symbolkampf, dessen Folgen Shell auf lange Sicht vielleicht sogar geholfen haben dürften. Aber es konnten sich alle gut fühlen, etwas erreicht zu haben, indem sie eine Zeit lang mal woanders tankten und ansonsten am klima- und umweltzerstörenden Verhalten nichts änderten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Royal_Dutch_Shell#Unternehmensgeschichte

https://www.desmog.co.uk/2018/04/11/how-shell-greenwashed-its-image-internal-documents-warnedfossil-fuels-contribution-climate-change

https://www.theguardian.com/commentisfree/2019/jun/26/shell-not-green-saviour-death-machine-greenwashoil-gas

Tür 18: Futurakalender – Fast Fashion, wer macht den Gewinn?

Die Adidas-Aktie ist nahe am Allzeithoch, denn der Verkauf läuft trotz Corona gut – oder wegen, weil wir alle im Homeoffice rumgammeln und da trägt man nun mal eher leger…

…wer davon aber kaum profitiert sind die Arbeiterinnen. Die haben in der Coronakrise teilweise kaum genug zu essen. Denn immer noch is gerade die globalisierte Modeindustrie und Fast-Fashion einer der schlimmsten Ausbeuter weltweit von Mensch- und Natur.

Adidas ist dabei hier nur stellvertretend für die Branche. Tatsächlich ist Adidas selber sogar im Rahmen seiner Branche halbwegs okay. Es gibt zarte Ansätze der Zustimmung zu einem überfälligen Lieferkettengesetz und man achtet zunehmend auf gewissen Mindeststandards. Dies liegt natürlich vor allem daran, das Adidas viel zu verlieren hat und es sich erlauben kann.

Denn Adidas hat 2019 einen Milliardengewinn eingefahren. Trotzdem hat es 2020 zu Beginn der Coronakrise spontan keine Miete mehr für seine Stores gezahlt und erst ein gigantischer Shitstorm hat es zum Umdenken gezwungen.

Unternehmen sehen eben nur, was sie sehen wollen oder wozu sie gezwungen werden zu sehen. Und bisher funktionieren die Lieferketten wie stille Post: Egal was am Anfang war, der am Ende weiß von nix. Und während mancher Hersteller seine Hände in Blut badet – wäscht der Rest seine Hände in Unschuld.

Daher ist ein Lieferkettengesetz mehr als überfällig. Und es steht zu hoffen, dass Altmaier und die Lobby sich nicht durchsetzen (Warum eigentlich muss ich hier beinahe wöchentlich über ein weiteres Altmaier-Lobbydesaster schreiben?) Wer dabei mithelfen möchte das nicht der nächste zahnlose Papiertiger entsteht hat hier einen Link:

https://lieferkettengesetz.de/aktuelles/

Und ansonsten wählt dieses Altmaier, der gerade die Zukunft Deutschlands ruiniert und das Sprichwort „des Wahnsinns fette Beute“ ganz neu definiert – endlich ab wenn nächstes Jahr Wahl ist.

Viel nachhaltige und bezahlbare Fashion findet ihr hier unter „Klamotten“ – meine Empfehlung für Basics „Grundstoff“: https://www.captain-futura.de/2020/03/17/liste-von-200x-onlineshops-die-nicht-amazon-sind/

Danke und schönes Wochenende und wenn ihr euch gerade mal schlecht fühlt schaut einfach eure Adidas-Sneaker an und denkt einfach daran wie es jetzt wäre Näherin in Bangladesh zu sein. Wir leben hier in Deutschland größtenteils auf der Sonnenseite des Lebens.

Euer Captain Futura

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/textilbranche-in-der-corona-pandemie-naeherinnen-hungern-17102357.html

https://fashionunited.de/nachrichten/business/indonesien-beschwerdeverfahren-gegen-adidas-eingestellt-arbeiter-leidtragende/2020050435496

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-01/adidas-kambodscha-produktion-textilindustrie-menschenrechte-eu-kommission/seite-2

Tür 17: Futurakalender – Veräppelt / Preise für Äpfel

War vor gar nicht so langer Zeit sogar Thema bei der Heute-Show – wie die großen 4 Lebensmittelketten und Discounter (REWE, Edeka, Aldi, Lidl) ziemlich schamlos ihre Lieferanten unter Druck setzen. Das kann dafür sorgen, dass Landwirte ihre konventionell für mindestens 40 Cent erzeugten Äpfel am Ende teilweise DEUTLICH unter dem Erzeugungspreis verkaufen müssen. Übrigens gerade in guten Apfeljahren, weil dann schnell ein Überangebot auf dem Markt ist. Das ist teilweise normales Marktgeschehen aber teilweise eben auch gerade nicht weil die „großen 4“ oder vielleicht eher „notorischen 4“ längst den Markt so gründlich beherrschen, dass sie unverhältnismäßig viel Druck ausüben können.

Es gibt einen einfachen Ausweg: Ab zum Wochenmarkt. Da sind Obst- und Gemüse meist eh frischer und günstiger, ihr bekommt sie unverpackt und dazu kauft ihr in Coronazeiten an freier Luft ein. Und der Bauer aus der Region kann von dem Leben, was er euch verkauft. Also quasi ein Win-Win-Win-Win. Vor allem kriegt man auf den meisten Wochenmärkten die meiste Zeit des Jahre tatsächlich Äpfel aus Deutschland und keine Globetrotter von der anderen Seite des Erdballs.

Meine Empfehlung dabei: Wer es sich leisten kann greift zu Bio oder wenigstens integriertem Anbau – denn was sich gerade beim Pestizidskandal in Südtirol gezeigt hat ist wirklich erschreckend.

Euer Captain Futura.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pestizide-apfelanbau-suedtirol-1.5087759
https://www.oekom.de/beitrag/gespritzte-aepfel-fuer-ganz-europa-141

https://taz.de/Einschuechterung-von-Umweltschuetzern/!5709829/

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