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Wer ist schuld an Lützerath?

Lützerath wird gerade öffentlich zum „Hartz IV“ der Grünen hochstilisiert. Was wenn man mal ganz ehrlich an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Irgendwo in den SPD-und CDU Wahlzentralen können sie ihr Glück kaum fassen, krümmen sich gerade vor Lachen und notieren sich: „Okay, also auch beim nächsten Mal machen wir es wieder genau so! Alles energiepolitisch über Jahrzehnte in die Scheiße reiten aber wenn die Scheiße schließlich den Ventilator trifft, lassen wir es 4 Jahre lang die Grünen ausbaden, um danach wiedergewählt zu werden! 😇 😀 🤣 😂 Und stellen zwischenzeitlich Spahn als energiepolitischen Sprecher auf, faseln was von Energiekompetenz und furzen alle naselang „Atomkraft“ in den Raum!“

Denn das ja der Punkt: Wenn dann war Hartz IV das Hartz IV der Grünen. Da waren die bei der Entscheidung ja tatsächlich im Raum, es wurde allerdings lustigerweise nur der SPD angehängt. Bei Lützerath nun wiederum waren Lützerath und die Grünen, zumindest immer wenn man die Weichen hätte stellen können, nicht im selben Raum, oder haben wenn sie da waren das Problem immerhin verkleinert. Zumindest bis gaaanz kurz vor Schluss als CDU, SPD und FDP den Grünen eine fast unlösbare Aufgabe auf den Tisch gekotzt haben. In einem widerlich stinkenden Brei aus: Abhängigkeit von Russland, Blackoutangst, gescheitertem Netzausbau, unprofessionellem Atomausstieg, absichtlich und IDEOLOGISCH ausgebremstem Ausbau der Erneuerbaren.

Aber natürlich sollten die Grünen diese Hinterlassenschaft von 16 Jahre CDU-Stümperei, FDP-Ideologie und SPD-Kohlekumpelromantik dank der längst überfällige Reformen ewig verschleppt wurden, doch jetzt bitte in Rekordzeit in fruchtbaren Boden für eine sichere, klimafreundliche und heimische Energieversorgung verwandeln.

Da bleibt einem dann nicht viel als irgendwo an den Ansprüchen zu scheitern. Die Grünen hatten einfach nur die Wahl zwischen verschiedenen Zonks und haben sich dann im Zweifel für die Versorgungssicherheit entschieden. Das muss man nicht machen – man hätte auch noch mehr Fokus auf Klimaschutz legen können – andererseits weiß man: Käme es in Deutschland zu ECHTEN Problem und Blackouts (und nicht den von der Presse herbeigeschriebenen hochtheoretischen) wären die Grünen faktisch auf Jahre, vermutlich Jahrzehnte erledigt. (Die CDU dagegen hätte selbst ein deutschlandweiten Blackout einfach in der Regierung ausgesessen, passiert halt und hinterher käme raus das Hinterbänkler hervorragend an Kerzendeals verdient haben)

Dann kommt in das Bräu noch eine eindeutige Gerichtsenscheidung pro RWE, die man in einem Rechtsstaat halt auch nicht einfach wegwischen kann. Und da es ständig behauptet wird, nein RWE gehört NICHT den Kommunen. 23 % von RWE gehören institutionellen Anlegern aus Deutschland, 4,8 % z.B. Dortmund – aber das wars auch schon. Also ja: RWE ist lokal stark verankert, aber das heißt nicht, dass die deutsche Politik RWE „anweisen“ kann jetzt aber mal bitte Lütherath nicht mehr abzubaggern.

Die Grünen haben also, da die Scheiße dann den Ventilator getroffen hat, in den zuständigen Ministerien in höchster Eile mit RWE einen Kompromiss ausgehandelt. Der zieht den Kohleausstieg 8 Jahre vor von 2038 auf 2038 und rettet bis auf Lützerath alle bedrohten Dörfer.

Aber statt dass Medien die Hintergründe der Zwangslage aufbereiten, wird jetzt kleinteilig diskutiert ob der Abriss von Lützerath überhaupt nötig ist, ob die Kohlemenge nicht auch so ausreicht und immer im Fokus: Die Grünen.

Das ist verständlich, aber auch sehr bequem und so stark vereinfach, dass es die Realität kaum mehr abbildet.

Ich sehe z.B. die Grünen hier in Hamburg durchaus kritisch. Beim Kraftwerk Moorburg waren sie immer angeblich „zu spät“, was nach doch durchaus einigen Regierungsepisoden irritierend ist. Vor allem wenn dann am Ende Nabu und BUND den Todesstoß setzen indem sie erfolgreich die Wasserrechte wegklagen, obwohl die Grünen hier keinen Ansatzpunkt sahen – mithin also Minimum Mitschuld tragen. Und auch bei der Verkehrspolitik vertragen Grüne durchaus ab- und an etwas Feuer unterm Ar***

Man sollte daher schon immer sehr gerne hinschauen, wer versucht sich aus der Verantwortung zu reden!

So sehr aber Lützerath als Symbol schmerzt: Die Grünen haben gerade mit 2 hervorragenden Solarpaketen einen neuen Solarboom ausgelöst. Der erste wurde – als kleiner Erinnerung – auch von den Grünen ausgelöst und CDU/FDP/ in Teilen SPD beerdigt. Die Grünen haben sogar den Windkraftausbau wieder on Track bekommen und gehen Smart Meter etc. endlich an.

Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass sich RWE über Lützerath am Ende ziemlich leise freuen wird, weil die Braunkohle kaum mehr benötigt wird.

TROTZDEM finde ich es richtig und wichtig, dass demonstriert wird. Lützerath darf gerne sehr teuer kommen und der Druck der Straße ist unabdingbar. Ich habe zudem noch die stille Hoffnung dass der Abbau noch in Teilen zu verhindern ist. Auch die Rolle der Grünen darf hinterfragt werden, mindestens naiv und intransparent ist man an ein/zwei Punkten durchaus gewesen scheint mir. Aber der Druck der Straße sollte sich nicht den eigenen parlamentarischen Arm aus Wut über Kompromisse abschneiden.

Denn die Folge davon ist schlicht eine neue konservative Regierung. Gabs übrigens schon mal. Der Atomausstiegskompromiss der Grünen wurde damals auch ähnlich zerfleischt und die Grünen danach aus Protest nicht gewählt.

Die CDU hat den Atomausstieg dann rückgängig gemacht, um ihn später auf dillentantische Weise zu reaktivieren.

Daher: Vorsicht bei der Wahl der Feindbilder.

Klimakrise. Wer rettet uns?

Es gibt einen ganz einfachen Grund warum die völlig übersteuerte Debatte zur Atomkraft der letzten Monate im Grunde eine Winnetou-Phantomdendebatte war. Und das ist der Zeitstrahl des Ausbaus.

Die nächsten 30 Jahre sind entscheidend bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Wenn wir noch eine Chance haben wollen das Schlimmste beim Klimawandel zu verhindern dann müssen wir bis 2050 mehr oder weniger auf null mit dem Ausstoß von Klimagasen. Und die Absenkung muss so schnell wie möglich geschehen. Die Energieversorgung ist einer der wichtigsten Angriffspunkte um zügig den CO2-Ausstoß der Gesamtwirtschaft abzusenken. Das heißt jede Energie, die hier den Unterschied machen soll muss:

1) weitgehend CO2-frei sein
2) Zügig skalierbar sein
3) und vor allem schnell realisierbar sein
4) nicht an einer anderen Stelle unsere Lebensgrundlagen riskieren

4) würde ich an dieser Stelle nur mal genannt haben aber die Diskussion nicht aufmachen. Da denke sich jeder seinen Teil zur Atomkraft.

Unstrittig sind aber die Planungs- und Bauzeiten, denn da haben wir aktuelle Erfahrungswerte.

Fangen wir bei der Fusionsenergie an. Die soll uns seit 50 Jahren „retten“ und endlos CO2-freie und günstige Energie bescheren. Witzigerweise soll sie das immer in 30-50 Jahren weshalb daraus inzwischen die ironische „Fusionskonstante“ geworden ist. Zwar gab es jüngst bei der Fusion einige Fortschritte aber das Ziel eines ersten kommerziellen Reaktors, der tatsächlich mehr Energie erzeugt als man reinsteckt ist nicht näher als in 30 Jahren gerückt. Und wir brauchen ja nicht in 30 Jahren EINEN Reaktor, wir brauchen in 10 Jahren 100. Daher: Ich bin durchaus dafür hier weiter zu forschen aber derzeit sieht es hier nicht nach Rettung aus.

Atomkraft: Die Atomkraft ist seit 20 Jahren in beständiger „Renaissance“ obwohl ihr Anteil an der Stromerzeugung weltweit seit ungefähr genauso vielen Jahren sinkt. Zwar bauen einige Länder neue Reaktoren aber es gehen mehr außer Betrieb als dazu kommen. Denn das Durchschnittsalter der bestehenden Reaktoren ist größer 30 Jahre und der Beitrag zur weltweiten Stromversorgung unter 10 % (Der zur Endenergie, also inklusive Wärme und Transport um die 2 %). Das sagt uns: Wenn die Atomkraft einen Unterschied machen soll müssen wir sie sehr, sehr schnell und sehr sehr krass ausbauen. In Westeuropa sind drei größere AKW-Projekte im Bau oder naja „fertig“. Olkiluoto (Finnland) / Hinkley Point C (GB) / Flamanville 3 (Frankreich).

Hinkley Point ist circa seit 2010 in der Planung, Gesamtkosten für den britischen Staat (inklusive Preisgarantien) bewegen sich Richtung 100 Milliarden, Fertigstellung jetzt so circa 2027, könnte aber auch schon 2030 sein, bei den ständigen Verzögerungen würde ich sagen: Es ist nicht mehr weit bis zur Hinkley-Point-Konstante, das Hinkley Point C bis ans Ende aller Tage immer in 5 Jahren fertig wird.

Flamanville 3 ist sogar schon seit 2004 „in Planung“. Gesamtkosten mittlerweile vervielfacht auf 20 Milliarden. Mitte Juli 2022 wurde öffentlich bekannt, dass ein Teil der installierten Reaktorsteuerung nicht funktioniert. Angebliche Fertigstellung 2023 klingt in diesem Lichte eher wie ein recht unlustiger Witz.

Olkiluoto wurde seit August 2005 gebaut. Baukosten bei 11 Milliarden Euro. Baukosten natürlich (man ahnt es schon) vervielfacht. Kosten trägt der französische Steuerzahler, weil von Staatskonzern Areva gebaut und Areva offensichtlich zu dumm um nen Vertrag auszuhandeln und daher jetzt faktisch pleite. Für Finnland insofern fast ein Erfolg wenn, ja wenn Olkiluoto jetzt halt auch wirklich gut laufen würde. Derzeit ist er noch im Testbetrieb und hat bereits so viele Zwischenfälle gesammelt, dass man den „richtigen Betrieb“ immer weiter nach hinten verschiebt.

Daraus lernen wir: Unter 15 Jahren Planungs-/Bauzeit für neue Reaktoren in Europa scheint derzeit so gut wie unmöglich. Man muss sich schon bei unter 20 Jahren freuen. Wir haben in Westeuropa 3! AKWs im Bau und sind damit offensichtlich überfordert. Wo sollen die Massen an Ingenieuren, Spezialisten, Baufirmen herkommen die in wenigen Jahren 100 errichten? Das ist komplett unrealistisch.

Damit kommen wir zur Windkraft. Die eigentliche Bauzeit von WKAs ist im Grunde vernachlässigbar, die wird eher in Tagen als Jahren gemessen. Hier liegt das Problem rein auf der Planungs- und Genehmigungsebene. Selbst im Genehmigungsdesasterland Deutschland (Unter 30 Aktenordnern keine WKA) dauert es „nur“ 2-6 Jahre bis ein Windpark ans Netz geht. Und dieser Zeitrahmen wäre zügig beschleunigbar wenn man wollte. Offshore besteht natürlich mehr Aufwand aber auch hier bleibt man Längen unter Atomkraft.

Weiter zur Photovoltaik (Solarstrom): Kleine Anlagen sind an einem Tag installiert, größere Parks brauchen Wochen. Die 1 Monat bis 3 Jahre gehen rein auf Kosten der Bürokratie und Planung. Manchmal berechtigt. Manchmal unberechtig. Ich bin kein grundsätzlicher Feind von Bürokratie. Bürokratie ist wichtig um Standards zu gewähren aber jeder der eine PV-Anlage errichtet hat weiß: Hier gehts bisher um Verhinderungsbürokratie (Hallo CDU!). Es gibt aber mit der neue Regierung erste gute Pakete zur Vereinfachung. Daher gehe ich davon aus, dass die Zeiträume schnell weiter sinken.

Daher: Ich hätte da so nen Tipp wer uns überhaupt retten KANN. Und wer leider viel, viel zu spät zur Party kommt.

Euer Captain Futura.

https://www.captain-futura.de/tag/atomkraft/
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/frankreich-neues-atomkraftwerk-wird-teurer-und-spaeter-fertig-17727643.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Flamanville
https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/marktanalyse-windenergie-an-land-workshop-01-vortrag-fachagentur-windenergie-an-land.pdf?__blob=publicationFile&v=7

Reichweite Benzin- vs. E-Auto bei gleicher CO2-Emission

Da ich die Schnauze voll hatte von all den fruchtlosen Diskussionen hab ichs jetzt einfach mal selber nachgerechnet: E-Auto vs Benziner.

Verglichen habe ich den Golf 8 von VW und das Model 3 von Tesla. Größe, Nutzwert und Leistung sind ähnlich und beide Autos kommen auf hohe Stückzahlen. Die Leistungsangaben zu vergleichen ist gar nicht so einfach weil Eletroautos enorme Leistung bei Beschleunigung haben aber die Dauerleistung geringer ist. Daher differieren die Angaben. Ich hab beim Golf die mittel motorisierte Version genommen, denn der Tesla hat DEFINITIV mehr Wumms als die niedrigste Motorisierung vom Golf. Beim Tesla ist der Verbrauchsunterschied zwischen den Motorisierung in Realität eh marginal. Die Berechnung ist mit den offiziellen Angaben ABER ich hab sie ausführlich auf Spritmonitor überprüft. Der Golf liegt dort je nach Fahrweise problemlos einen Liter drüber (Das sind ca. 15 %) und der Tesla um die 3 kWh höher (Das sind um die 20 %, aber da wir ja auch 15,4 kWh statt 15 kWh zur Verfügung haben, gleicht sich das so gut wie aus).

Braunkohlestrom aus halbwegs modernen Kraftwerken liegt grob bei 1 kg CO2 pro kWh. Ein Liter Benzin stößt bei der Verbrennung 2,37 kg CO2 aus. Also sind 2,37 x 6,5 Liter = 15,4 kg CO2 und die sind wiederum 15,4 kWh aus Braunkohlekraftwerken. Damit kommt wiederum der Tesla 100 km weit. Das ist damit der absolut schlechteste Fall für Elektroautos. Berücksichtigt man den deutschen Strommix, der noch bei 0,4 kg pro kWh CO2 liegt – und derzeit durch den Ausbau der Erneuerbaren zügig sinkt – kommt der Tesla auf 250 km. Nicht berücksichtigt sind Vorketten wie Förderung und aufwendige Raffination beim Benzin sowie die Produktion von Auto und Batterie. Aber wenn ein E-Auto schon bei heutigem deutschem Strommix 2,5mal so weit kommt wie ein Benziner, muss man sagen: So schlimm kann die Batterie kaum sein.

Der deutsche Strommix wird von hier aus durch den derzeit zügigen Ausbau von Sonne & Wind nur CO2-ärmer werden, während Benzin das nicht wird. Insofern: Ja, das Elektroauto ist ziemlich sicher besser.

Ich habe mit gutem Grund keine Analyse von Batterien, Autoproduktion und Vorketten gemacht. Denn so eine Bilanzierung kann man mit geschickt gewählten Parametern jederzeit kaputtkriegen.

Sicher ist: Beim Elektroauto stecken durch die Batterien deutlich mehr POTENTIELLES CO2-Investment drin. Denn das hängt davon ab ob Lithiumgewinnung und Verarbeitung und weitere Fertigung mit Ökostrom versorgt wurden, oder mit dreckigem Kohlestrom.

Auf der anderen Seite muss es auch hier heißen: Den Benziner-Golf kann man zwar mit Ökostrom fertigen – aber in der Fahrt wird er immer CO2 emittieren.

Entscheidend wird also sein wie lange bzw. wie weit das Elektroauto fährt. Mit jedem gefahrenen Kilometer gewinnt es gegenüber dem Benziner.

Was auch wiederum bedeutet: Mit dem pervertieren Gedanken von „WACHSTUM, WIR BRAUCHEN WACHSTUM!“ kann man natürlich auch die gute Idee Elektroauto kaputtkriegen. Wenn sich dann am Ende alle jedes Jahr ein neues kaufen, geht die Bilanz nicht auf.

Aber ansonsten: Elektroautos emittieren weniger Lärm und Abgase und wären selbst rein mit Braunkohlestrom betrieben auf den Kilometer gerechnet nicht schlimmer als Benziner.

Dabei sollte man aber immer bedenken: Weniger Platz, noch viel weniger CO2 braucht am Ende IMMER der ÖPNV und das Fahrrad.

Dazu übrigens noch ein kleiner Spaß der Ökobilanzierung: Wenn man berechnet, dass der Radfahrer sich nur von Rindfleisch ernährt und davon ausgeht, dass er ansonsten unbeweglich und ohne zu denken im Bett liegen würde – dann kann man das mit viel Mühe so hinrechnen, dass Radfahren für das Klima schlimmer ist als Autofahren.

Ist natürlich kompletter Blödsinn, da wir ja wissen, dass Menschen sich eh bewegen und Sport treiben (Nur auf das Denken verzichten tatsächlich manche) und man sie problemlos von anderen Dingen als Rindfleisch ernähren kann. Manche würden sogar behaupten, dass das deutlich gesünder ist 😉

Insofern: Immer Vorsicht bei Ökobilanzen, ich empfehle am Ende immer auch die Logik zu berücksichtigen.

Dabei ist eine Logik die vielleicht wichtigste im Klimaschutz: Was ist weitestgehend CO2-frei realisierbar und was kann es aufgrund inhärenter Probleme NIEMALS sein?

Und dabei gilt: Mensch + pflanzliche Ernährung + Fahrrad = potentiell CO2-frei

Mensch + E-Auto + Ökostrom = potentiell sehr CO2-arm bis fast CO2-frei

Mensch + Benziner = Niemals auch nur annähernd CO2-arm

Euer Captain Futura
……

Quellen:

https://www.spritmonitor.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Model_3
https://de.wikipedia.org/wiki/VW_Golf_VIII
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38897/umfrage/co2-emissionsfaktor-fuer-den-strommix-in-deutschland-seit-1990/
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/bilanz-2019-co2-emissionen-pro-kilowattstunde-strom
https://de.automobiledimension.com/autovergleich.php
https://www.bund-nrw.de/themen/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohle-und-umwelt/braunkohle-und-klima/
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energieversorgung/strom-waermeversorgung-in-zahlen#Strommix
https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2-spez/index.php

Interessant noch: Für Kohle allgemein (also Stein- und Braunkohle im Mix) berechnet die sehr spannende https://app.electricitymaps.com/zone/DE 0,82 kg pro kWh. Anders gesagt: Selbst mit Steinkohle ist es schon deutlich besser.

Kommunikationswege und E-Fuels

Falls sich jemand gewundert hat, wie es die merkwürdigen E-Fuels in den Koalitionsvertrag geschafft haben: Der Kommunikationsweg heißt Christian Lindner! Die Anstalt im ZDF hat aufgedeckt, dass dieser den Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG Oliver Blume jederzeit auf dem Laufenden gehalten hat.

Blume dazu: Porsche habe einen „sehr großen Anteil“ daran, dass E-Fuels im Koalitionsvertrag stünden. „Da sind wir Haupttreiber gewesen mit ganz engem Kontakt an die Koalitionsparteien“, so Blume. Und: „Der Christian Lindner hat mich in den letzten Tagen auf dem Laufenden gehalten.“
https://www.t-online.de/finanzen/unternehmen-verbraucher/unternehmen/id_100031148/zdf-recherche-porsche-chef-soll-einfluss-auf-christian-lindner-ausgeuebt-haben.html

Wir müssen daher die Geschichte der schnellsten (Text-)Kommunikationswege neu schreiben und warten begeistert auf das neue Christian-Lindner Startup für endlich zeitgliche Kommunikation! Die FDP, innovativ wie immer!

…….

Infoblock E-Fuels:

Wie entstehen die: Man nimmt (idealerweise) Ökostrom schickt den in einen Elektrolyseur und produziert Wasserstoff. Ein sehr verlustreicher Prozess.

Dann nimmt man (idealerweise) Ökostrom um Kohlenstoff über CO2 (idealerweise) aus der Atmosphäre zu gewinnen. Ein weiterer sehr verlustreicher Prozess.

Dann kombiniert man beides und produziert E-Fuels, also synthetische Kraftstoffe. Die dann ganz normal getankt werden können und genauso viel Stickoxoide (NOx), mehr Kohlenmonoxid (CO), aber weniger Partikel als fossiler Treibstoff produzieren.

Ergebnis: Statt vorher 10 Elektroautos kann man mit dem aus dem Ökostrom erzeugten E-Fuel nun nur noch 1 (In Worten: EIN!) Auto betreiben.

Und E-Fuel kostet derzeit statt 50 cent pro Liter (Benzin / Diesel ohne Steuern und co) 4,50 € pro Liter. Soll aber billiger werden wenn man z.B. riesige Solaranlagen oder Windkraftwerke in Patagonien nutzt.

Also: E-Fuels lösen die Schadstoffprobleme nicht, sind derzeit sauteuer und extrem verlustbehaftet. Ach und ich vergaß zu erwähnen: Man kann an diversen Stellen wunderbar „abkürzen“. Z.B. könnte man den Wasserstoff viel günstiger aus fossilen Quellen herstellen und sich dann irgendwo günstig ein Grünzertifikat kaufen. Zwinkersmiley.

Das ist also diese „technologieoffenheit“ der FDP. Übrigens bin ich nicht gegen E-Fuels, sie können tatsächlich in einigen Sektoren trotz der schwierigen Effizienz eine Alternative sein. Z.B. in Flug- oder Schiffsverkehr – wobei die Berechnungen darauf hinweisen, dass beides nur mit einer Reduktion der jeweiligen Verkehre möglich ist.

Uaaah. Reduktion? Das ist doch nur ein Euphemismus für Verzicht! Irgendwo leidet ein FDPler körperliche Qualen, jedesmal wenn dieses Wort genannt wird.

hmmm….

Verzicht. Veeerzicht. Veeeeeerzicht. VERZICHT! 😃
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Kurz in eigener Sache:

All diese Grafiken und die Recherchen dazu sind verdammt viel unbezahlte Arbeit! Wenn ihr mir etwas den Rücken freihalten (und die FDP ärgern) wollt hab ich ein Patreon mit vielen exklusiven Grafiken:
https://www.patreon.com/user?u=32965554

Ach und nen Buch hab ich auch mit gleich 100 unterhaltsamen Grafiken nebst Erklärungen! Perfekt auch zum Verschenken!

Zum Reinlesen (Kaufen am besten im lokalen Buchhandel, man kann überall bestellen!)
https://www.amazon.de/Bauhaus-Taschenbuch-Architectur-After-Speculation/dp/3969050170

https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/
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Einen riesigen Artikel zur Zukunft der (Ökostrom-)versorgung findet ihr hier:
https://www.captain-futura.de/2022/07/23/die-endgueltige-und-absolute-wahrheit-ueber-unsere-energieprobleme-und-seine-loesung/

Und hier die Quellen von Leuten, die E-Fuels bestimmt nicht zu negativ sehen 😉
https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/e-fuels-13-fragen-und-antworten-synthetische-kraftstoffe-wahrheit/

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/abgastest-t-u-e-efuels-emittieren-so-viel-nox-fossiles-benzin-weniger-partikel-mehr-co/

https://www.derstandard.de/story/2000133117382/klimaneutraler-flugverkehr-e-fuels-allein-werden-nicht-reichen

https://www.rnd.de/wirtschaft/e-fuels-wird-fliegen-mit-dem-alternativen-kraftstoff-klimafreundlich-RFFYQUOPOFCVVCE54PYGRX535A.html

Die endgültige und absolute Wahrheit über unsere Energieprobleme (und seine Lösung)

Die endgültige und absolute Wahrheit über unsere Energieprobleme (und seine Lösung).

Wenn ihr Probleme mit niedrigem Blutdruck habt, ich hätte da ne Empfehlung. Die Facebookseite von Vince Ebert. Unter dem Deckmantel von „Make Science Great again“ einfach nur die Bedienung niederster populistischer Instinkte und absurde Verdrehung der Realität.

Bei Vince Ebert brauchen Ferrarimotoren weniger Platz als blöde Windräder (no shit, die müssen die Energie ja auch nicht erste insammeln!), Wirtschaft und CO2 haben sich doch eh schon entkoppelt (also alles gut) die Atomkraft wird uns retten und das wahre Problem sind die peinlichen linksgrünen Weltretterinnen, die halt keine Ahnung von Science haben – weshalb wir völlig ohne Not bald im Dunkeln sitzen werden. Denn mit Erneuerbaren Energien kann man selbstverständlich keine Industrienation, ha lächerlich. Und Klimakatastrophe? War da was. Schon irgendwie, aber das einzige Ziel von Vince Ebert ist offensichtlich in völliger Destruktivität die Trägheit, die Faulheit und den Unmut der ewigen „Alles ist gut“ Fraktion zu bedienen indem allem was ökologisch riecht mit der Keule angeblicher Wissenschaft eine reingehauen wird UND sein Buch zu verkaufen. Immer wenns interessant werden könnte, soll man das Buch kaufen. Hui. Geschickt.

So. Da das zumindest meinen Blutdruck kurzzeitig in lange nicht mehr gesehene Höhen katapultiert hat, hier mal die endgültige und absolute Wahrheit über unser Stromproblem. Und das tollste: Ich geb sogar Antworten und ihr müsst nicht mal mein Buch kaufen.

Also? Was ist das Problem?

……..

Bisher war unsere Stromversorgung vor allem fossil und atomar.

Fossil verbrennen heißt, der gespeicherte Kohlenstoff vergangener Jahrmillionen wird mit fragwürdiger Effizienz von Kohle bis Erdgas in die Atmosphäre gefeuert. Das schien ne Zeitlang wie ne super Idee, dann wurde einem klar, dass der Kohlenstoff ZUM GLÜCK die längste Zeit in der Atmosphäre nicht mehr war und jetzt BESCHISSENERWEISE von uns da wieder hinkommt. Folgen der fossilen Stromerzeugung: Luftverschmutzung (kriegt man mit Filtern partiell gelöst) Schadstoffe und Klimakatastrophe (kriegt man NICHT mit Filtern gelöst).

Atomar Strom erzeugen heißt: Man spaltet Atome, erhitzt damit Wasser und die Gemüter und aus ersterem erzeugt man mittels Dampf wiederum Strom. Ist NICHT CO2-frei (Uran und Atomkraftwerk fallen nicht vom Himmel) aber CO2-arm und wirkt daher erst einmal wie ne gute und moderne Lösung. Leider fliegt alle 20-30 Jahre mal ein Atommeiler in die Luft (deswegen die erhitzten Gemüter) verstrahlt ordentlich Gelände und es ist komplett ungelöst, was mit dem Atommüll passieren soll. Dafür hat bis auf Finnland niemand ein Endlager und ein sicheres hat auch Finnland nicht. Weil: Das strahlt für Millionen von Jahren. Man muss daher schon so verstrahlt wie Vince Ebert sein, um das für eine „sichere“ Energieform zu halten. Aber immerhin: Aus Klimasicht ist es okay.

Daher ist man irgendwann auf die Idee gekommen, dass man vielleicht einfach Wind & Sonne & Biomasse nutzen sollte, um daraus erneuerbaren Strom zu erzeugen. Erneuerbar, weil das alles in einem von der Sonne gespiesenen Fließgleichgewicht ist und wir es im eigentlichen Sinne nicht verbrauchen, sondern nur über einen Umweg führen, damit es für uns arbeitet. Erneuerbare verstrahlen keine Landschaften und erzeugen wenig bis sehr wenig CO2, sie lösen daher eine Gefahr ohne eine andere zu erzeugen ABER sie sind (siehe Fließgleichgewicht) fluktuierend. Denn Erneuerbare sind die Katze unter den Energieformen. Ihnen ist scheißegal wann DU Energie brauchst. Sie produzieren wenn SIE Bock haben. Das aber dafür (sehr anders als bei der Katze) überall & kostenfrei & mehr als ausreichend.

Das Stromnetzproblem. Strom ist wie Ärger auf Twitter: Er wird immer zeitgleich bereitgestellt. Anders gesagt: Strom muss EXAKT dann erzeugt werden wenn DU ihn verbrauchst. Wirklich EXAKT. Da ist noch sowas mit Lichtgeschwindigkeit und überhaupt aber das ist wurst. Entscheidend ist: Machst du den Föhn an, kriegt der Typ in der Leitwarte nen Föhn weil irgendeine Turbine ein bisschen schneller laufen muss.

Da klingen Erneuerbare jetzt so spontan erstmal wie ne richtig blöde Idee (siehe Katze) und genau diesen Reflex für Dumme bedienen Vince Ebert und co. geradezu meisterhaft auf der Klaviatur des „Nicht-weiter-denkens-als-ein-Schwein-scheißt“. (Alter Spruch meines Mathelehrers)

So. Und wer rettet uns jetzt? Captain Atom? Captain Gas? Oder doch das anarchische Superheldenkollektiv der EE?

Captain Braunkohle: Der deutscheste aller Energiesuperhelden. Eine echte heimische Energieform, im Tagebau mit riesigen Maschinen gefördert, sichert hier mit dem Abgraben von Dörfern (kleiner Schönheitsfehler, hust) Arbeitsplätze, keine Abhängigkeit von Diktatoren, hat riesige Reserven und gönnt sich gerne mal eine Currywurst und ein schönes Pils. Leider ist Captain Braunkohle auch schwerer Kettenraucher. Man könnte sogar sagen: Niemand raucht so feuchte, rußende und stinkende Zigarren und ist so dreckig und ungewaschen wie Brauni. Weshalb auch weltweit so gut wie niemand so dumm ist, so sehr auf Braunkohle zu setzen wie immer noch die Deutschen. So leid es mir daher tut: Für Captain Braunkohle wird dringend der Rentenstatus empfohlen. Und die noch rund 20.000 Beschäftigten werden derzeit so sehr subventioniert, dass die sofortige Verrentung mit Currywurst und Bierflat selbst den Staat günstiger käme.

Captain Steinkohle: Riecht immer noch nach SPD und Kohlekumpel, ist aber inzwischen ein reiner Globetrotter. Zum Glück angesichts der Milliardensubventionen die zuletzt reichlich sinnlos im Ruhrgebiet versenkt wurden. Steinkohle ist wie Braunkohle, nur reifer, trockener und weniger rußend. Steinkohle gewinnt man weltweit, die Reserven sind (leider?) schier endlos. Zwischenzeitlich war man in Deutschland so dumm sich den Stoff ausgerechnet auch noch in Russland zu besorgen ABER eine Abhängigkeit besteht nicht. Es gibt genug unproblematische Länder, die genug Kohle besitzen. Und nein, ich mein nicht die Schweiz, eher so Länder wie Australien. Australien hat Kohle für die halbe Welt und einen mit Kohle geschmierten Politik-Kohleindustrie-Medien-Komplex, der den Klimawandel leugnet (Zufälle gibts!). Da wären wir beim Thema: Steinkohle ist weniger rußend und verbrennt effizienter zu Strom als Braunkohle ABER ist weltweit gesehen in absoluten Zahlen der schlimmste Treiber für den Klimawandel. Daher auch hier: Frühverrentung empfohlen, vielleicht könnte man einige moderne Kraftwerke als Kapazitätsbackup für Dunkelflaute (Dazu später mehr) erhalten.

Captain Erdgas: Der Captain macht auf moderner Fossilhipster und war eine zeitlang tierisch angesagt. Denn Gas verbrennt sehr sauber und halbwegs effizient zu Strom. (Produziert aber natürlich trotzdem CO2!) Dann hat sich eine reichlich verblendete und naive Regierung ohne Not von Russland abhängig gemacht und mehr als 50 % des Erdgases von lupenreinen Demokraten bezogen. Und jetzt haben wir die Gasangst. Denn Captain Gas ist als bindungsscheuer Millennial flüchtig und komplizierter zu transportieren als konservative Kohle. Entweder Pipeline oder verflüssigt im Schiff. Daher muss man bei Gas strategisch und vorausschauend denken. Und das war in Deutschland halt gerade nicht angesagt. Eigentlich hatten viele Energiefachmenschen so ein bisschen folgende Idee: Erneuerbare stellen den Großteil des Strombedarfs bereit und wenn die Erneuerbaren gerade mal keinen Bock haben springt Captain Erdgas kurz mit voller Kapazität ein. Heißt: Man hält große Kapazitäten vor, die aber selten genutzt werden. Das ist im Ergebnis okay fürs Klima und ein guter Schutz vor Blackout. Denn Erdgaskraftwerke sind extrem flexibel, super zu steuern und liefern deswegen auch Regel- und Spitzenlast. Aber wie jeder gute Hipster, hat auch Finn Erdgas sein dunkles Geheimnis im Kliemannsland: Methan also Erdgas an sich ist ein sehr potenter Klimaschädling. Locker 50mal so schlimm wie CO2. Man will daher unbedingt, dass einmal gefördertes Erdgas auch wirklich verbrannt wird und nicht unverbrannt in die Atmosphäre entweicht. Dazu muss man aber Erdgasleitungen und Speicheranlagen regelrecht „warten“ und auf Dichtigkeit prüfen und so nervigen Shizzle. Na und da hat man jahrelang auf die bösen Russen gezeigt, bis einem aufgefallen ist: „Ups, wir so in Deutschland mit unser langen Leitung….“ wie auch immer: Es entweicht deutlich mehr Methan als gedacht aus Leitungen und co. in die Atmosphäre und wird da auch noch langsamer abgebaut als gehofft. Captain Erdgas doch nicht so geil, aber er hat schon ein Entschuldigungsvideo auf Instagram angekündigt….

Captain Erdöl: Wer Erdöl in Kraftwerken verbrennt hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Captain Atom: In den 60ern sozialisiert, fangen wir mit dem Frauenbild besser gar nicht an – aber auch sein Weltbild ist entsprechend veraltet. Theoretisch kann man mit Captain Atom eine CO2-freie Stromversorgung aufbauen, praktisch ist er der Best-Ager unter den Energiesuperhelden. Fast alle Kraftwerke in Europa haben ihre besten Jahre hinter sich, Neubauten ziehen sich Dekaden hin (kein Scherz) und neigen dazu gerne mal zehnmal (oder mehr) so teuer zu werden wie geplant und ganze Staatskonzerne mit sich in die Tiefe zu reißen. Frankreich sollte als Nation von Politik- und Kernspaltung gerade eigentlich mit Atomkraft den Laden zusammenhalten ABER die Hälfte der Kraftwerke ist beim Doktor und viele andere müssen vielleicht bald runterfahren weil sie sonst Fische in klimawandelgeplagten Flüssen frittieren. In Deutschland sind noch DREI Atommeiler in Betrieb. Die bereits Abgeschalteten kann man meist nicht wieder anschalten, weil Turbine länger nicht mehr gedreht und dann verzieht die sich wie ein schlecht sitzendes Hüftimplantat. In kurz: Sieht man über Uranabbau (durchweg nicht bei uns) Atommüll und Atomunfälle mit ein, zwei, drei, hunderttausend Toten* hinweg hat Captain Atom immer noch diese merkwürdige strahlende Sexyness des erfahrenen Schwerenöters. Leider ist er so behäbig, schwer zu kontrollieren und so absurd langsam im Ausbau, dass er in Kombination mit den jungen Erneuerbaren die wirklich mit Abstand schlechteste Wahl ist. Das geht hinten- und vorne nicht zusammen. Den Captain Atom kann man nicht mal eben hoch oder runterfahren, wenn die Erneuerbaren mehr oder weniger liefern. Captain Atom produziert immer gleichviel Strom, mehr Grundlast als Atomi geht nicht. Neue Konzepte für Miniatomkraftwerke sollen flexibler und schneller zu bauen sein, sind aber selber noch in der Entwicklung und brächten das Risiko von Zwischenfällen und radioaktiven Diebstählen in die Fläche. Stoff für neue James Bond Filme, aber ich find die schöner in der Fiktion. Und ich weiß nicht welche Bevölkerung aktuell den Neubau eines Mini-AKWs als kommunales Kraftwerk in direkter Nachbarschaft akzeptieren würde – die deutsche ist es jedenfalls nicht. Man könnte überlegen die drei noch laufenden deutschen AKWs noch nicht diesen Winter abzuschalten – aber ein Gamechanger ist das eher nicht. Und ein zügiger Neubau von Atomkraftwerken ist so aus der Welt, dass man zu Captain Atom und seinen neuen Fans gerade leider meist sagen muss: OK Boomer.

Captain Fusion: Der Traumtänzer unter den Superhelden. Lässt seit 50 Jahren auf sich warten und ist im Zuge der Fusionskonstante immer für in 40-50 Jahren angekündigt. Problem ist aber: UNSER Problem ENTSCHEIDET sich innerhalb der nächsten 40-50 Jahre. Da muss man sagen: Ja Fusion theoretisch wohl wirklich krass am Start – und gegenüber Atomkraft deutlich unproblematischer – aber leider halt erst dann wenn es uns nicht mehr mit den akuten Problemen hilft. Gerne weiter dran forschen, man weiß ja nie und mir ist völlig ideologiefrei egal wer uns final rettet, nur sollte es halt bald sein. Zur Zeit ist Captain Fusion leider nur im Marveluniversum aktiv.

Captain Wasserkraft: Die vielleicht älteste erneuerbare Energiequelle. Wird schon seit Ewigkeiten genutzt, weil sie sehr, sehr praktisch und einfach nutzbar ist. Das bedeutet aber auch: Das Potential ist weitestgehend ausgereizt. Auch ist ein weiterer Ausbau nicht unproblematisch. Große Talsperren lassen ganze Täler versinken und Kleinwasserkraft produziert deutschlandweit gesehen kaum Strom aber macht ganze Flusssysteme für Fische undurchlässig. (Weshalb hier auch sinnigerweise über eine Reduzierung nachgedacht wird) Captain Wasser ist also durchaus mit einer problematischen Backstory am Start, obwohl sie CO2 frei ist und im Vergleich wenig Materialeinsatz hat, günstig und sehr zuverlässig ist. Klare Empfehlung wäre Wasserkraftpotentiale in Alpen und Skandinavien besser an unser Netz anbinden und dann die Wasserkraft gezielter zur Regulation als Spitzen- und Regellast nutzen. Denn derzeit wird gespeicherte Wasserkraft aus Talsperren noch viel zu häufig als faktische Grundlast verschleudert.

Captain Biogas / Biomasse: Die einzige erneuerbare Energiequelle, die gespeichert vorliegt und damit gezielt zu Strom werden kann. Ursprüngliche Idee war: Man nimmt organische Reststoffe und verbrennt die oder vergärt sie in Biogasanlagen. Und das Biogas verbrennt man dann wiederum zur Stromproduktion. Positiver Nebeneffekt: Das was aus Biogasanlagen rauskommt ist für Pflanzen besser nutzbar (weil quasi vorverdaut) und wird nicht mehr so leicht in Flüsse und Seen ausgespült. Tatsächliche Situation: Reststoffe sind z.B. im Wald als Totholz auch wichtige Lebensräume und irgendwann keine Reststoffe mehr, wenn der Druck und das finanzielle Interesse immer weiter wächst. Und eine Biogasanlage ist mit sehr viel Mais und etwas Gülle deutlich einfacher zu steuern und gewinnbringender als mit vielen verschiedenen Reststoffen – da ist sie nicht sooo anders wie ein Darm. Der kippt auch mal schneller, wenn man z.B. 3 kg Kirschen isst. Da der Gesetzgeber aber zu träge war, um die Gesetze nachzuschärfen, wachsen heute die Energiemaismonokulturen. (Man sollte sich aber nicht täuschen lassen, der Flächenbedarf ist immer noch DEUTLICH geringer als für die Produktion von Tierfutter). Trotzdem: So war das nicht gedacht. Und als Scheißhäubchen war der Gesetzgeber auch zu träge, um Biogas als Regel- und Spitzenenergie zu nutzen. Derzeit läuft die Stromproduktion aus Biomasse im Regelfall einfach wie Grundlast, was völliger Wahnsinn ist, da Captain Biogas dafür als EINZIGE GESPEICHERT vorliegende Erneuerbare Energie viel zu wertvoll ist. Fassen wir zusammen: Captain Biogas wird unter ihren Möglichkeiten genutzt. Eigentlich ist sie perfekt geeignet, um Sonne und Wind als Regelenergie auszugleichen. Gleichzeitig sollte man ihr Potential aber auch nicht ÜBERschätzen. Biogas steht, wenn nicht nur Reststoffe genutzt werden in Konkurrenz zur Nahrungsproduktion und Naturschutz. Daher: Wir brauchen dringend einen Fokus auf die Nutzung ECHTER Reststoffe und müssen ein Auge darauf haben, dass nicht plötzlich Wälder ausgeräumt werden um in Kraftwerken zu landen.

Captain Windkraft: Partner des Anarcho-Superhelden-Kollektivs. Weht halt wenn sie Bock hat, wobei das auf dem Meer und in Küstennähe deutlich häufiger der Fall ist. Offshore und im Wald mit etwas mehr schädlichen Impact auf die Ökologie versehen. In Feldern ein geringeres Problem. Häufig wird von RIESIGEN Grundflächen berichtet, die Captain Wind bräuchte, um unseren Strom zu produzieren. Da wird dann aber nicht die Grundfläche des Fundaments genommen (Die ist nicht besonders groß) sondern einfach suggeriert als wäre jede Fläche mit Windrad auf Kilometer zubetoniert. Klar ist Captain Wind ist wankelmütig und kann wie letztes Jahr auch mal überraschend schlechter wehen. Überhaupt hat Wind Zyklen über Jahrzehnte und es ist schwer zu sagen, wie sich die Stromproduktion mit dem Klimawandel entwickelt. Aber sicher ist auch: Wind ist kurzfristig inzwischen hervorragend vorherzusagen. Das bedeutet: Ja, Strom aus Wind schwankt in der Produktion ABER man weiß wie und kann Kapazitäten zum Ausgleich vorhalten. Windkraft ist übrigens auch kein allgemeiner Vogelkiller, da sind Glasscheiben, Strommasten, Katzen und Autos um ein VIELFACHES übler. Also wenn ihr Vögel retten wollt, klebt eure Scheiben zu. Windanlagen sind aber für einige Vogelarten und Fledermäuse ein Problem. Daher braucht man ein Monitoring und könnte z.B. bei „Fledermauswetter“ (warm und windstill) ohne großen Energieverlust gezielt abschalten. Windkraftanlagen im Wald bin ich tatsächlich zwiegespalten. Das was wir als „Wald“ ansehen ist häufig nur kaputter Forst, der mit dem Klimawandel eher stirbt als durch die Windanlage. Gleichzeitig brauchen wir die Wälder aber schon als Rückzugsgebiete für Natur und Mensch. Ich seh es daher eher als Ultima Ratio und wäre dafür hier wirklich sensibel zu sein. Die Stromproduktion aus Wind gleicht sich bei einem stabilen Stromnetz über große Distanzen aus und sonst verfallende Leistungsspitzen könnte man zukünftig im großen Stil in Wasserstoff speichern. Das passiert unter erheblichem Energieverlust, aber bevor der Strom verfällt kann es trotzdem sinnvoll sein. Da dieses Thema komplex ist ein andermal Genaueres. Captain Windkraft hat auch einen durchaus erheblichen Materialeinsatz. Auch hier muss man ein Auge auf die Materialien und das Recycling haben, um nicht Akzeptanz und Ökologie zu zerstören. Wirtschaftlich ist die Windindustrie dank irritierender Politik-Kapriolen und mangelnder Wertschätzung durch gewisse Parteien in Deutschland immer noch gut verankert aber etwas mitgenommen.

Captain Photovoltaik / Solarstrom: Der zweite große Partner im Anarcho-Superhelden-Kollektiv. Die Sonne ist im Grund der Ursprung fast aller relevant vorliegenden Energie. Sehr langfristig gespeichert als fossiler Kraftstoff, mittelfristig als Biomasse und kurzfristig als Wind. Man kann die Sonne aber auch zeitgleich wie Captain PV direkt mit Solarzellen nutzen. Klar ist: PV braucht vergleichsweise große Flächen, denn auch hier gilt: Die Energie muss erst eingesammelt werden und liegt nicht schon in natürlichen Senken für uns bereit. Ein Effizienzproblem dagegen hat PV nicht. Das ist so ein absurdes Märchen. Photovoltaik holt locker das ZEHNFACHE aus derselben Oberfläche wie Pflanzen mit Photosynthese heraus. Und Captain PV wird immer besser und günstiger. Inzwischen gehört sie beim Neubau mit der Windkraft zu den günstigsten Energiesuperhelden und hat z.B. Captain Atom den Rang abgelaufen. Captain PV hat gut vorhersehbare Leistungsspitzen immer zur Mittagszeit, also genau dann wenn wir auch am meisten Strom brauchen. Sie ist sehr schnell ausbaubar und EIGENTLICH haben wir auch kein Flächenproblem. Wir haben ja nun erfolgreich unser halbes Land zersiedelt und mehr als genug Dächer und Autobahnen, auf denen und an deren Rand wir bauen können. Auch sind Freiflächenanlagen nicht das Problem, zu dem sie stilisiert werden. Man braucht kaum Fundamente und wenn die Flächen vorher intensiv bewirtschaftet waren, profitiert die Fläche ökologisch sogar von der Anlage. Meist wird einfach beweidet und ist zwischen den Modulen genug Platz für Pflanzen und Tiere. Einziges Problem ist die Diebstahlgefahr. Deshalb Zäune, die man für Niederwild durchlässig machen kann aber nicht für Großwild. Man kann PV aber auch in Zeiten der Hitzewellen auf Treibhäusern zum Verschatten nutzen oder über Himbeerfelder etc. als Schutz bauen. Da sie in der Fläche erheblich effizienter als die Captain Biomasse ist, ist es zudem häufig klüger eine PV-Anlage zu bauen. Captain PV neigt aber auch trotz gutem überregionalem Ausgleich zu sehr schnellen Schwankungen und wie die meisten wissen werden: Nachts scheint einem die Sonne höchstens ausm A….ähm also jedenfalls nur über den Mond gespiegelt auf die Erde. Und Mondlicht gibt leider nur Werwölfen Energie. Dafür ist PV tagsüber fast unendlich verfügbar, mehr als ausreichend und kann sehr schnell ausgebaut werden. Wirtschaftlich sind wir bei Solarmodulen leider dank irritierender Politik-Kapriolen und mangelnder Wertschätzung durch gewisse Parteien in Deutschland zu großen Teilen vom asiatischen Markt abhängig (95 %) deutsche Firmen sind aber durchaus in der Rohstoffproduktion und bei Wechselrichtern (SMA) sowie Unterkosntruktion maßgeblich involviert. Komplett abgehängt sind wir also nicht. Auch bei Captain PV ist das Recycling wichtig, wobei Solarmodule viel länger halten als häufig gedacht. Viele Solarmodule, die aus der Förderung (gilt für 20 Jahre) herausfallen kann man z.B. heute günstig auf Ebay kaufen.

Es gibt noch weitere Superhelden in Ausbildung: Geothermie, Wellenkraftwerke,…die gerade noch kein großer Faktor sind, weshalb ich sie hier weglasse.

So. Und wer rettet uns jetzt?

Tja, kennt ihr die Avengers? Wenn ein Problem so richtig groß ist. Dann kann das kein Superheld allein. Macht euch gerne selber Gedanken, wie ihr die Superhelden einsetzen würdet! Und falls euch gerade die Phantasie fehlt hier ein kurzer Schlachtplan von mir:

– Wasserkraft in Skandinavien und Alpenraum besser anbinden und gezielter für Spitzenlast und Regellast nutzen

– Biogas / Biomasse konsequenter auf Reststoffe ausrichten und möglichst gezielt für Spitzenlast und Regellast nutzen

– Sonne und Wind massiv und schnell ausbauen

– Erdgaskraftwerke in großer Kapazität vorhalten aber ausschließlich als Spitzenlast- und Regellast nutzen, dann ist auch die benötigte Menge und damit das produzierte CO2 viel geringer. Heißt: Ja wir brauchen weiter Erdgas, aber viel weniger.

– Braunkohle so schnell wie möglich dicht machen

– Neuere effiziente Kohlekraftwerke noch einige Jahre für Dunkelflauten vorhalten (UND NUR DAFÜR!) bis man genug Erfahrung mit wirklich hohem Anteil von Sonne- und Windstrom gesammelt hat.

– letzte drei Atomkraftwerke. Joa, weiß nicht. Muss ich zum Glück nicht entscheiden. Neubau jedenfalls erscheint komplett sinnlos. Siehe Frankreich.

…………………….

Danke. Also. Energie Avengers! Go!

Euer Captain Futura.

……

BONUSLEVEL I – WAS WÜRDE ZUSÄTZLICH HELFEN?

– Strom sparen! Jede gesparte Kilowattstunde muss nicht produziert werden und ist daher die günstigste aller Kilowattstunden. Mit Elektroautos werden wir aber insgesamt auch bei Einsparungen erstmal mehr Strom brauchen.

– Das Stromnetz ist europaweit verknüpft, daher muss auch seine Zukunft und der Schutz vorm Blackout europäisch gedacht werden.

– Wasserstoff als Speicher für überzähligen erneuerbaren Strom und Strom der fernab vom Stromnetz erzeugt wird. Aber Vorsicht: Ziemlich ineffizienter Weg der Speicherung und Wasserstoff kann auch aus Kohlenwasserstoffen produziert werden, also aus fossilen Quellen. Daher gefährliches Einfallfeld für Ölkonzerne.

– Elektroautobatterien in Stromnetz einbinden (Vehicle-to-Grid) und weitere größere Batteriespeicher zur lokalen Netzstabilisation nutzen. Wird in Japan bereits im Megawattbereich gemacht und die Batterien werden stetig günstiger.

– bestehende Talsperren mit Unterseen und Pumpen zu Pumpspeicherbecken ausbauen. Dann kann man bei Stromüberschuss aus Wind & Sonne wieder Wasser nach oben pumpen. Deutlich effizienter als der Speicherweg über Wasserstoff, aber nicht immer möglich.

– Lastmanagement nutzen: Kühlhäuser, Kühlschränke, Wärmepumpen,… – all das sind verlagerbare Lasten, denn Wärme (oder Kälte) ist träge. Daher kann man hier wenn es kleinere Stromlöcher gibt kurzzeitig abschalten und wenn Überschuss besteht Vorkühlen bzw. -Wärmen.

……

BONUSLEVEL II: Ich weiß dass jetzt viele danken: „Ja, aber die genauen Zahlen?“ Die hab ich hier mit verdammt gutem Grund vermieden. Mit Zahlen, Statistiken und co. wird soviel Schindluder getrieben, dass man zur Zukunft jede verdammte Zahl da draußen finden kann, wenn man will. Ich hab daher nur Fakten genommen, die extrem sicher sind und vielfach bewiesen, sowie Logik genutzt. Wenn ihr die Situation heute exakt wissen wollt, hat die Zeit einen phantastischen Energiemonitor: https://www.zeit.de/wirtschaft/energiemonitor-deutschland-gaspreis-spritpreis-energieversorgung

Besser kann man es nicht machen.

Und wenn wieder jemand schreit: „ABER man kann doch mit Erneuerbaren kein LAND…“ ist hier der Link zu einer Karte, die anzeigt wieviel CO2 eine kWh in dem jeweiligen Land gerade produziert. Schaut mal Skandinavien allgemein (aber viel Wasserkraft, das macht es einfach) und Dänemark im Speziellen (kaum Wasserkraft, daher besser mit DE vergleichbar). Auf der Karte seht ihr auch, dass Deutschland gerade massiv Solarstrom nach Frankreich schickt. Wegen der total zuverlässigen Atomkraftwerke. Ihr wisst.

https://app.electricitymaps.com/map

Und hier noch offizielle Zahlen vom Umweltbundesamt:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen#strom

* Das Problem mit den Toten der Atomunfälle. Strahlung tötet wie Zigaretten im Regelfall nicht direkt, sondern langfristig über Erhöhung der Krebsrate, weshalb man so ziemlich jede Zahl rauskriegen kann, die man haben will. Ich sag immer: Wer sagt, dass an Tschernobyl niemand gestorben ist, soll das bitte ohne Maske und wild tanzend im verstrahlten roten Wald beim havarierten Atomkraftwerk nochmal wiederholen. Wenn er sich das aus guten Gründen nicht traut ist Atomkraft wohl doch nicht so harmlos.

Blackout

Jahrzehntelang hieß es von Seiten der Konservativen: „Wir können die Erneuerbaren Energien wegen der Blackoutgefahr nicht schneller ausbauen!“

Und heute haben wir exakt diese Blackoutgefahr. Und zwar gerade WEIL wir die Erneuerbaren nicht schnell genug ausgebaut haben.

Warum? Weil in 16 Jahren CDU-Regierung aus ideologischen Gründen alles verschleppt wurde und vor allem weil die Energieversorgung nicht systematisch gedacht wurde. Man hat einfach ein bisschen bruchstückhaft herumgestümpert und ansonsten die Milliardengewinne der Energiekonzerne gesichert. Und dabei übrigens auch Netzausbau und Speicherausbau komplett liegen lassen. Zwei Dinge, die aktiv die Blackoutgefahr hätten senken können. Wenn da nicht unter anderem Bayern (Hallo CSU!) permanent auf der Bremse gestanden hätte.

Aber hey, was solls, man kann dann doch, nachdem man ein knappes HALBES JAHR mal nicht an der Regierung ist, auf die Grünen zeigen.

„Mamaaa, das war doch deren Idee! Die sind schuld! Wegen die Atomkraftwerke!“

Ja, doch, klar. GENAU so hatten die Grünen das vorgeschlagen! Ohne Plan und Verstand (und übrigens nichtmal rechtssicher) aus der Atomkraft aussteigen, nichts zu Ende denken, Deutschland von Russland abhängig machen und die Alternativen nicht rechtzeitig am Start haben. Das haben die damals genau so gesagt, ich erinner mich noch lebendig dran!

FDP-Tankrabatt: Erfolg auf ganzer Linie (Für die Mineralölkonzerne)

Ich hab vor ner Woche das Auto von meinen Eltern für eine Fahrt zu einem Konzert geliehen. Auf dem Rückweg hab ich vollgetankt. Mein Vater war etwas irritiert, weil er meinte, dass doch bald der Tankrabatt kommt. Daraufhin meint ich: „Exakt und deswegen hab ich ja schon getankt!“

Ich meinte das eigentlich eher im Scherz, aber es scheint allmählich, dass ich die Marktkräfte in dem Moment der Ironie besser verstanden hatte als die FDP. Das ist ein bisschen traurig, weil der Markenkern der FDP (Wenn es sowas gibt) ja angeblich ist: „Wir wissen, wie der freie Markt funktioniert!“

An dem Tankrabatt ist im Grunde alles wahnsinnig. Er ist klimapolitisch ein Desaster und setzt die völlig falschen Anreize, weil hoher Spritverbrauch besonders entlastet wird. Er ist sozialpolitisch ein Desaster und setzt die völlig falschen Anreize, weil Vielfahrer mit teuren übermotorisierten Spritschluckern überdurchschnittlich profitieren. Er ist symbolisch ein Desaster weil er das Gefühl vermittelt, dass der Staat den Sprit doch billig machen könnte, WENN ER NUR WOLLTE, ABER ER WILL UNS JA AUSBLUTEN !11!2! Kurz: er schafft einen Präzedenzfall, der wie eine Einstiegsdroge (siehe Abwrackprämie) ab jetzt vermutlich Teil des Populismus-Werkzeugkastens ist und bei jeder Gelegenheit ruasgeholt werden wird.

Und zu Schlechter Letzt: Der Tankrabatt ist ein Desaster, weil er am Ende, denen, denen er vorgibt zu helfen, gar nicht hilft, sondern stattdessen neue Übergewinne für Mineralölkonzerne schafft, die derzeit vor Kraft eh schon kaum mehr laufen können. Big Oil is back. Und wie. Allein Saudi Aramco hat im ersten Quartal dieses Jahres 40 Milliarden Dollar Gewinn verbucht.

Italien, Spanien und Griechenland haben deswegen eine Übergewinnsteuer an den Start gebracht, um bei den Kriegsgewinnlern zumindest einen Teil dieser satt sprudelnden Ölmilliarden einzusammeln und für die Unterstützung der Bevölkerung zu verwenden. Die EU hat dafür grünes Licht gegeben und die Steuern sind so konstruiert, dass sie beim Umsatz angreifen und so das Problem der durch windige Konzernkonstruktion in Steuerparadiesen verschobenen Gewinne umgehen.

Ein Argument gegen solche „Windfall Taxes“ ist regelmäßig, dass man so Zukunftsinvestitionen verhindert. Allerdings werden nach Berechnungen von Bernstein Research und RBC Capital die sieben größten westlichen Energiekonzerne in diesem Jahr fast 40 Milliarden Dollar an ihre Anteilseigner zurückgeben. Und nochmal 50 Milliarden Dollar Dividende an überwiegend reiche und superreiche Anteilseigner zahlen. Das macht das Argument spontan recht unglaubwürdig. Auch ist aus den Firmenzentralen nicht zu vernehmen, dass jetzt gigantische Investitionen in Erneuerbare anstehen.

Und ganz ehrlich: Wenn eine Übergewinnsteuer Milliarden abschöpft und damit riesige Investitionen in die Erschließung neuer Erdölquellen verhindert, ist das aus Klimasicht auch kein Beinbruch. Zudem ist der derzeitige Preisanstieg nur bedingt durch Knappheit, sondern eher durch Unsicherheit und damit einhergehende Spekulation und Hamstern bedingt.

Und was macht Deutschland von der FDP angetrieben in diesem Moment? Lindner wischt den Vorschlag von Habeck nach einer Übergewinnsteuer auch bei uns arrogant genervt vom Tisch und statt Milliarden bei den gemästeten Ölkonzernen abzupumpen, pumpt es weitere Milliarden in den Markt, von denen vermutlich der Löwenanteil bei den Mineralölkonzernen landet. Das ist mit „absurd“ noch freundlich umschrieben. In einem Moment der Spekulation auf ein knappes Gut, erhöht die FDP künstlich die Nachfrage und ruft förmlich zum Hamstern und Verschieben des Konsums auf. Was kann das schon schiefgehen?

Was soll man sagen: Der FDP-Tankrabatt ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es für die Welt aber irgendwie auch für die FDP am besten ist wenn sie nicht regiert.

„Lieber nicht regieren, als schlecht regieren.“ war also letztlich ein Moment der Selbsterkenntnis, der leider nicht lange gehalten hat.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-Deutschland-den-Olmultis-ihre-Kriegsmilliarden-laesst-article23354630.html

https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-energiekonzerne-steuer-auf-uebergewinne-100.html

https://taz.de/Hohe-Spritpreise-in-Deutschland/!5838442/

https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/globale-trends/kolumne-globale-trends-steuer-auf-kriegsgewinne-energiekonzerne-muessen-farbe-bekennen-oder-zahlen/28315044.html

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gruenen-wollen-neue-steuer-fuer-kriegsgewinnler-18002439.html

https://www.welt.de/wirtschaft/plus238557837/Steuer-fuer-Uebergewinn-Lindner-weist-Habeck-oeffentlich-zurecht.html

Das Supermarkt-Super-Solarkraftwerk

Jedesmal wenn ich vor einem Supermarkt stehen schüttelt etwas in mir den Kopf. Wie kann es sein, dass wir mitten in der schlimmsten Krise der Menschheitsgeschicht sind, weltweit Wälder und Korallen sterben und dann schaffen wir es noch nicht einmal ENDLICH auf JEDES dieser sinnlos großen Dächer und Parkplätze WENIGSTENS Solar draufzusetzen.

Es gibt ja sogar ernsthaft Supermärkte, bei denen ist der komplette Parkplatz überdacht. OHNE Solar. Wie absurd! Da nimmt man die Kohle in die Hand, das eigentlich teure an Parkplatzsolar zu bauen, und verzichtet auf das Offensichtliche.

Das Dümmste daran: Photovoltaik lohnt sich sogar finanziell. Auch für die Supermärkte. Natürlich. Gerade Supermärkte haben im Regelfall dann hohe Verbräuche wenn auch die Sonne scheint. Je mehr Sonne, desto wärmer ist es, desto mehr Strom wird für Kühlung benötigt. Supermärkte haben tagsüber auf – wenn die Sonne scheint – und werden auch tagsüber betrieben und beleuchtet (Was ja wenn man ehrlich ist auch schon so ein gaanz klein bisschen irre ist, es ließe sich vermutlich auch viel mit Tageslicht lösen). Und überschüssiger Strom kann ins Netz eingespiesen werden und die Nachbarschaft versorgen.

Supermärkte in Deutschland sind auch unfassbare Platzverschwendung. Fast überall, selbst in den Städten, sind sie nur einstöckig gebaut und mit Flachdächern gesehen und nicht selten ist um den Supermarkt ein Mehrfaches für den Parkplatz totasphaltiert. Denn man weiß ja in Deutschland: Es ist unmöglich mit dem Fahrrad einzukaufen.

Aber wie auch immer: Wir haben nun einmal diese gigantischen und völlig überzogenen Flächen, also lasst sie wenigstens nutzen! Ich hab das mal grob gerechnet:

In Deutschland hatten die Supermärkte 2020 – 15,44 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche

Da fast alle einstöckig sind und dazu nochmal das gleiche an Parkplatzfläche kommt (Absolutes Minimum! Vermutlich ist es deutlich mehr!) gehe ich mal grob von 30 Millionen Quadratmeter Gesamtfläche aus.

Wenn wir nun die Dächer flach mit Photovoltaik belegen und die Parkplätze mit Solar überdachen kommen wir bei circa 10 Quadratmeter für 1 kWp Photovoltaik auf 3 GWp!*

Zum Vergleich: Das Braunkohle-Kraftwerk Schwarze Pumpe auf Platz 8 der Kraftwerke mit dem höchsten CO2-Ausstoß der EU hat 1,6 GW.**

Da die Module flach liegen ist der Ertrag etwas niedriger als sonst. Man kann daher nur mit 900 kWh pro kWp im Jahr rechnen. Das wären aber immer noch insgesamt 2700 GWh im Jahr.

Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland braucht um die 3.000 kWh – das heißt wir könnten circa 900.000 Haushalte mit dem Supermarkt-Super-Solarkraftwerk versorgen. Das ist ungefähr soviel wie alle Haushalte Münchens auf Fläche die derzeit schlicht ungenutzt bleibt!

Und das bei einem absoluten BRUCHTEIL der nutzbaren Gewerbedächer in Deutschland. Betroffen sind zudem im Grunde durch die krasse Marktkonzentration nur ganze 4 Konzerne, die auch sonst doch so gut im Organisieren sind. Da sollte mans doch wohl schaffen die Dächer zu ertüchtigen und mit Solar zu belegen. Und wie gesagt: Bei den derzeitigen Strompreisen winkt sogar ein satter Gewinn.***

Daher ganz ehrlich: Wie kann man das NICHT machen? Und wie kann man NICHT endlich das Gesetz einbringen, dass Solarpflicht auch für BESTEHENDE Gewerbedächer (mit Übergangszeitraum) vorschreibt.

Wir haben noch 7 Jahre um die Erde vor dem Schlimmsten zu bewahren. Wir können uns sinnlos in der Sonne erhitzende Dächer und Parkflächen schlicht nicht mehr leisten.

Euer Captain Futura

…….

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* Hier bin ich nun wieder als Ausgleich etwas großzügig, auf Parkplätzen wird mehr Fläche für 1 kWp benötigt ABER es ist ziemlich sicher auch deutlich mehr Parkplatzfläche vorhanden als in meiner Rechnung. Zwar haben einige wenige Supermärkte in Großstädten keine Parkplätze (oder Tiefgaragen) aber dafür sind die auf dem Land umso riesiger.

** Es produziert damit aber deutlich mehr Strom (leider), da Kohlekraftwerke anders als Solar rund um die Uhr Strom UND CO2 produzieren.

*** Nicht zuletzt weil die Konzerne angesichts des Umfangs ja sogar an der Strombörse aktiv werden könnten.

QUELLEN:
https://www.handelsdaten.de/branchen/superm%C3%A4rkte

https://stadt.muenchen.de/infos/statistik-bevoelkerung.html

PV-Ertrag online berechnen

https://www.sma.de/solarrechner.html

https://stromrechner.ibc-solar.de/

Zeit für echte Fahrradstraßen.

Mein Verdacht ist ja: 99 % der angeblichen „Fahrradstraßen“ hätte man früher einfach „Nebenstraße“ oder „Wohnstraße“ genannt. Aber dann kam plötzlich Druck schnell etwas für Fahrräder zu tun, weil die Städte immer mehr mit Autos verstopften. Na und weil wir in Deutschland sind, ist „Etwas für Fahrräder tun“ selten bis nie „etwas gegen Autos tun“. Statt dessen versucht man naiv bis hilflos eine friedliche Koexistenz zu konstruieren indem man den Rädern ein paar Schilder und aufgemalte Markierungen hinwirft. Superpraktischer Nebeneffekt: Man kann Gelder aus dem Fahrradetat für die Sanierung von Autostraßen und Parkplätzen verwenden und trotzdem großspurig behaupten: „Man hätte mit Millionen den Radverkehr gefördert“ – das macht den gemeinen Planer in DE offensichtlich gleich doppelt glücklich.

Klar, in Realitas sind da einfach nur ein paar Markierungen und Schilder, die eigentlich, wenn man mal ganz ehrlich ist, ziemlich wenig bedeuten. Denn natürlich darf jeder mit dem Auto weiter durchfahren. Ach und jeder mit dem Auto links und rechts parken. Und Türen aufreißen. Und halt auch mal in zweiter Reihe mit Warnblinker stehen. ABER Radfahrer können Nebeneinander fahren! Wow! Gamechanger! Nun sind die meisten Fahrradstraßen nicht für Tourismus, sondern für Alltagsverkehr, da fährt man häufig eh alleine und nicht nebeneinander. Aber man könnte! Denn theoretisch hat man auf dem Rad ja auch Vorfahrt. Praktisch wird man natürlich trotzdem gerne mal angehupt. Vermutlich weil manche Autofahrerinnen so schnell fahren, dass sie im Vorbeifahren das Kleingedruckte auf den „Fahrradstraße“-Schildern leider nicht lesen können oder einfach ständig jemanden sehen, den sie grüßen wollen. Praktisch macht auch das Überholverbot nichts besser. Denn das führt dazu, dass die stinkende Karre vor dir hinter einem mit 12 km/h kriechenden Radfahrer festhängt und dich stotternd vollrußt während du als mobiler Luftfilter sie halt auch nicht überholen kannst, da der Kollege komplett nervös fast in der Mitte der Fahrban Schlangenlinien kurvt weil ALLES IN IHM ENDLICH ÜBERHOLEN WILL!!!

Da ist man dann häufig fast erleichtert, wenn der Drängler vor oder hinter einem einfach heulend vorbeizieht, und naja, der nächste von hinten ranfährt.

Ich wäre daher dringend dafür neue Standards für Fahrradstraßen zu definieren.

1. Eine Mindestlänge. Manche Städte stehen mit superkurzen Altstadthäusern im Reiseführer („Krass, das ist so schmal, da kann man drin wohnen?“), Hamburg sollte mit superkurzen „Fahrradstraßen“ im Reiseführer stehen. Manche sind so kurz, da fährt man länger über den Aldi-Parkplatz, was vor allem gut passt, weil sie faktisch auch einfach Parkplätze sind, auf denen jemand ein „Fahrradstraßen“-Schild aufgestellt hat. Denn das lässt sich die kommunale Prominenz natürlich nie nehmen. Ein „Fahrradstraßen“-Schild mit viel Tamtam aufstellen. Praktisch beim Einweihungsfoto: Man kann das Aufstellen beider „Fahrradstraßen“- Schilder am Anfang und am Ende der „Fahrradstraße“ problemlos auf ein Foto kriegen!

2. Gold, Silber- und Bronzestandard für Autofreiheit. Gold wäre einfach autofrei. Woah. Was für ein Wort. Da das in Deutschland keinerlei Chance auf Umsetzung hat (sorry, es ist kurz mit mir durchgegangen) der Silberstandard: Wirklich nur Anlieger, von der Polizei regelmäßig kontrolliert (haha) und HART bestraft (hahaha). Naja man wird ja wohl noch träumen dürfen. Auf jeden Fall sehr wichtig: Maximal eine Seite mit parkenden Autos. Das würde auch für den Bronzestandard gelten. Denn das finde ich enorm wichtig. Jegliches Gefühl und Sinn einer Fahrradstraße ist für die Tüte wenn man durch ein beidseitiges beengtes Spalier aus parkenden Autos fährt bei denen jederzeit die Tür aufspringen kann.

Und wenn man das mal hinkriegt, dann lass ich mich auch auf den Namen Fahrradstraße ein.

Ansonsten sollte man eigentlich alle derzeit bestehenden Fahrradstraßen mit Anführungszeichen versehen. Aber sowas würde ich Sprayern und Radaktivistinnen selbstverständlich niemals vorschlagen.

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P.S. Versteht mich nicht falsch: Selbst „Fahrradstraßen“ sind teilweise eine Verbesserung gegenüber dem Status Quo und besser als nichts ABER mir geht es darum hier zu zeigen, dass noch VIEL Luft nach oben ist. Und vor allem sehr kurze „Fahrradstraßen“ bringen tatsächlich so gut wie nichts, weil sich dann auch kein durchgängiger Fahrradverkehr etabliert, der auf Dauer die Autofahrer zumindest teilweise vertreibt.

Warum eigentlich kostet vegane Ernährung häufentlich mehr?

Etwas was mich schon sehr, sehr lange tierisch ärgert ist, dass es regelmäßig an der Kasse teurer ist sich fair zu Mensch und Umwelt zu verhalten.

Warum eigentlich? Warum muss ich für meinen Veggie-Burger allzu häufig nen Aufpreis zahlen? Wieso sind die im Grunde gleichen Produkte plötzlich deutlich teurer, sobald da nen Vegan-Logo draufsteht?

Vor ein paar Tagen hat mir ein Kumpel Fotos von Chips geschickt. „Pulled Pork Style“. Die sind – kein Scherz – von den Inhaltsstoffen her aus Versehen vegan. Da hats kein Schwein reingeschafft. Aber weil da natürlich kein Logo drauf sein darf (sonst kaufts kein Schwein) haben sie einen Bruchteil der vegan gelabelten Chips gekostet. Da hat er halt gleich mal zwei Tüten von der veganen Schweinerei mitgenommen.

Ich hab ja bei Bio und Transfair noch ein (wenn auch reichlich dünnes) Restverständnis aber bei vegan wirds halt häufig wirklich komplett Banane, weil auch nicht erklärbar ist wie die Produkte in der Herstellung so viel teurer sein sollen. Man wird den Eindruck nicht los, dass da halt auch auf den Zug aufgesprungen und gut verdient wird.

Gut zu sehen an Hafermilch. Wer die mal selber gemacht hat, weiß wie wenig Hafer da eigentlich drin ist. Und der Rest ist Wasser. Jetzt nicht unbedingt das teuerste aller Nahrungsmittel. Das Ergebnis kostet aber z.B. bei Oatly locker über 2 €. (Es gibt aber inzwischen zum Glück auch andere Marken, die deutlich günstiger sind, nicht zu Asi-Blackstone gehören und trotzdem gut aufschäumen!) Oder fast noch absurder: Analogkäse. Eben noch als billiger Käseersatz heimlich auf Gefrierpizzen gemogelt liegt er plötzlich als „veganer Käse“ im Hochpreisregal.

Ich bin noch nicht mal Veganer, aber ich finde, dass Menschen, die dem Planeten mit ihrem Konsum zu entlasten versuchen, dafür verflucht nochmal monetär entlastet gehören!

Wir müssen – und das gilt für alle Bereiche – endlich aufhören betriebswirtschaftlich zu denken und volkswirtschaftlich ehrlich kalkulieren. Zerstörung der Umwelt, der Menschen und des Klimas braucht endlich einen fairen Preis. Einen richtig hohen.

Und dann wäre vegan, bio und fair plötzlich das Günstigste im Laden. Und verdammt viele Diskussionen z.B. darüber ob Förderung der Biolandwirtschaft nicht unsozial ist, weil das ja hauptsächlich Besserverdienende kaufen,* hätten sich plötzlich erledigt. Das wär doch mal was!

…..

Mehr und viel schönere Grafiken hier:
https://www.amazon.de/Bauhaus-Taschenbuch-Architectur-After-Speculation/dp/3969050170

oder besser im Buchhandel um die Ecke kaufen!
https://www.genialokal.de/Produkt/Captain-Futura/Grafiken-fuer-eine-bessere-Welt_lid_43292414.html

* übrigens eh so eine Logik, die ich nie verstanden habe. Wenn Besserverdienende mehr ausgeben um die Umwelt etwas weniger kaputt zu machen. Wer verliert dann genau was?

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