Tag: Klimaschutz (page 1 of 3)

Der klimaschädlichste Spaceporno der Welt: Milliardäre im Weltall

1961: Juri Gagarin fliegt als erster Mensch ins Weltall
2021: Milliardäre fliegen mit hinterzogenen Steuergeldern in Phallussymbolen in das Weltall und behaupten sie würden das „für den Klimaschutz“ tun.

Ich hab den „Klimaschutz“ einfach mal nachgerechnet. Ergebnis: 10 Minuten Spaceporno produzieren auf die Rakete gerechnet circa 200 Tonnen CO2 (Die Schätzungen reichen bis 300 Tonnen CO2). Das durch 5 Passagiere geteilt ergibt 50 Tonnen CO2 oder fünfmal Frankfurt Sydney. Für wohlgemerkt 10 Minuten, in denen man die Erde von oben sehen kann und sieht „wie schön und verletzlich die ist“ und erkennt „dass wir sie wirklich dringend schützen müssen!!“

Eine Stunde HD-Porno auf dem Laptop verursacht dagegen 15 Gramm C02. 10 Gramm CO2 für den Laptop und 5 Gramm CO2 für den Serverbetrieb und Datenübertragung.

Das heißt man könnte statt 10 Minuten Spaceporno 304 Jahre HD-Porno schauen um auf dieselbe Emissionsmenge zu kommen. Und ich sag mal: Selbst ein hundertstel der Zeit, also 3 Jahre kann als eine echte Herausforderung angesehen werden.

Die Logik der Spaceporno-Klimaschützer ist übrigens: Sie würden mit ihren Spacepornos Fliegen effizienter machen und grünen Wasserstoff vorantreiben. Und, natürlich, das ist etwas, für das der „normale“ Flugverkehr ja gar keinen Anreiz bietet. Dafür muss man natürlich Weltraumtourismus entwickeln, der rein zufällig so 250.000 € pro Flug kostet und wenn man ehrlich ist einfach die teuerste Achterbahn der Welt für reiche Egoisten wird.

Dazu passt, dass derzeit daran gearbeitet wird, die wahnsinnig treibstoffintensiven Überschallflüge wieder aufzulegen. Zudem fliegt Buchhändler Bezos zwar mit Wasserstoff – aber aus ungeklärten Quellen – und Gesichtshupe Branson schlicht mit üblem konventionellem Treibstoff.

Während also selbst den letzten CDU-Funktionären allmählich klar wird, dass es hier unten mit Klimwandel doch recht ungemütlich werden könnten, denken ein paar priviligierte ********* (persönliche Lieblingsbeleidigung einfüllen) „FCK Earth! Was soll ich mit meinen durch eine Heerschaar von Steueranwälten sonst machen als die Erde mutwillig zu zerstören?“

Und man muss sagen: Natürlich. Was sollte man mit all dem Geld sonst machen? Etwa echten Klimaschutz? An andere denken? Eine selbstverständlich komplett absurde Vorstellung für reiche Egoisten.

In diesem Sinne: Das Problem ist nicht, dass die Milliardäre ins All fliegen. Das Problem ist, dass sie zurückkommen.

……..

Glaub nix ohne seriöse Quellen!

https://www.swr.de/swraktuell/radio/im-gespraech-podcast-100.html

https://www.theguardian.com/science/2021/jul/19/billionaires-space-tourism-environment-emissions

https://www.co2online.de/klima-schuetzen/mobilitaet/bahn-oder-flugzeug-der-vergleich/

https://www.iea.org/commentaries/the-carbon-footprint-of-streaming-video-fact-checking-the-headlines

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/video-streaming-art-der-datenuebertragung

Hochwasserkatastrophe: Ursachen und Folgen vs. rechtspopulistisches „Lösungsangebot“

Die Frage ist ja immer: Ist die Welt zu kompliziert, oder sind wir einfach nur zu faul ihre Komplexität zu verstehen und machen sie damit erst kompliziert?

Die Hochwasserkatastrophe zeigt eigentlich sehr schön: Die eigentlichen Probleme entstehen nicht durch komplexe Wechselwirkungen und Folgen. Es wird erst kompliziert weil zu viele Interessengruppen auf ihren egoistischen Interessen bestehen und die Politik zu bequem ist, um rechtzeitig durchzugreifen und tragfähige Lösungen zu finden.

– Niemand hat Bock bei sich nen Polder bzw. Rückhaltebecken zu bauen. Das gilt übrigens besonders länderübergreifend. Da zeigen dann die Belgier auf die Deutschen und die auf die Niederländer

– Landwirte pflügen und überdüngen bis zum letzten Meter an den Bach und zerstören so die schützende Vegetationsdecke in Ufernähe

– Waldböden werden durch intensive Forstwirtschaft verdichtet, können zu wenig Wasser aufnehmen – aber dafür kann das Wasser in den gerissenen Schneisen super abfließen und viel Boden mit sich reißen.

– Landwirte wollen (verständlicherweise) keinen giftigen Schlamm auf ihren Feldern, also auch hier kein Öffnen der Deiche um Druck abzulassen.

– Alle wollen im Grünen wohnen und durch Zersiedelung und veralteten Hochwasserschutz wird den Flüssen der Raum genommen

– Die einen wollen (angeblich) pflegeleichte Schottergärten, die anderen mehr Parkplätze oder noch eine Umgehungsstraße und auch viele Kommunen nutzen großflächig Betonchic. Folge: Wasser wird nicht gepuffert und fließt viel zu schnell ab.

– Fast alle halten Klimaschutz für wichtig, aber anfangen soll bitte meist jemand anders

– Die Politik ist zu bequem und zu ängstlich um sich mit den Interessengruppen anzulegen, schiebt auf die lange Bank und ist unentschieden. Schon wunderbar bei Corona und Laschet zu sehen: Ist der Chef unentschieden, frisst sich das durch alle Ebenen. Der Fisch stinkt vom Kopfe her…

– Die Behörden wollen im gemütlichen Tagesbetrieb nicht gestört werden.

– und die AfD? Die will zusammen mit vielen ihrer Wähler einfach richtig, richtig dumm blieben. Idiotie aus Überzeugung. Und erschwert mir ihrem unterkomplexen Schwachsinn sinnvolle aber schmerzhafte Politik.

………………

Dazu kommen noch unnötige Fehler wie z.B. das einseitige Setzen auf Digitalisierung (Haha, deutsche Behörden…) anstatt einfach SIRENEN funktionsfähig zu halten und eine viel zu lange Leitung bei Behörden aber auch Medien.

Merke: Die Definition einer modernen Katastrophe ist IMMER, das sehr viel schief gelaufen ist. Denn wissen tun wir heute eigentlich fast immer genug und früh genug.

Euer Captain Futura.

P.S. Die Unimogs auf dem Meme der AfD sind übrigens ein paar Meter weiter stecken geblieben und die Insassen mussten gerettet werden. Und normale Verbrenner? Saufen natürlich im Wasser ab. Das wurde in genug Videobeweisen ja tatsächlich ausprobiert, um es eindrücklich zu verifizieren. Im Grunde sind Elektroautos sogar fast einfacher sicher vor Wasser zu machen. Aber hey, Realität, who cares!?

Faktencheck: AfD hat keine Ahnung, wie Diesel funktionieren (nicht unter Wasser)

Wer wissen will, wer wann und wo gewarnt war. Wenig überraschend: Man wusste eigentlich rechtzeitig bescheid. Ich hab durch Zufall! (Kein Scherz) sogar lange vorher die Warnung bei Kachelmannwetter gelesen (Häufig übrigens sehr empfehlenswert) und wunderte mich dann darüber dass das alles so „überraschend“ kam…

https://www.tagesspiegel.de/politik/schwere-vorwuerfe-deutschland-wurde-praezise-gewarnt-die-buerger-aber-nicht/27433034.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
Und wer für ein bisschen Hoffnung mal lesen will wie Politik komplett unpopulistisch knallharte Fehleranalyse betreiben kann: Hier ein Interview mit Baerbock. Aber gut, dass die Plagiatsaffäre so breit getreten wurde, sonst wäre noch jemandem aufgefallen, dass sie inhaltlich durchaus kompetent ist und die Dinge beim Namen nennt.
https://www.fr.de/politik/baerbock-gruene-hochwasser-katastrophe-tief-berd-unwetter-nrw-rheinland-pfalz-unwetter-politik-laschet-cdu-frankfurt-90869615.html

Armin Laschet – vom Klimawandel überrascht.

Es gibt Zitate, die altern sehr schlecht. Und es gibt Zitate, die waren schon zum Zeitpunkt ihrer Entstehung von legendärer Ignoranz. Und sind dazu noch verdammt schlecht gealtert.

„Aus irgendeinem Grund ist das Klimathema plötzlich ein weltweites Thema geworden“ hätte man vielleicht im Jahr, sagen wir 1982 erwartet. Armin Laschet hat es aber 2019 bei Anne Will gesagt. Hier der Beleg:

Nun kann sich jeder Mensch ändern. Auch Spätberufene wie Armin Laschet, die circa 30 Jahren nach dem Rest der Welt merken, dass das mit dem Klimawandel echt n Ding ist.

Nur hat Armin Laschet sich geändert?

Nein. Natürlich nicht.

– Er prügelt Autobahnen durch das Land. Oder vielmehr: Lässt prügeln

– Er behindert und verhindert den Windkraftausbau in NRW. Gerade noch einmal gesetzlich verschärft.

– Er findet ein Tempolimit „unlogisch“ (wie auch immer er zu dem Ergebnis kommt)

– Er will im Wahlprogramm der Unionsparteien die Wirtschaft „entfesseln“ (das steht ernsthaft als erster Punkt einer nachhaltigen Wirtschaft!) und irgendwie bis 2045 klimaneutral werden.

Wenn es um Klimaschutz geht, wirft Würfelarmin immer irgendwas mit Technologie, Innovation und Wasserstoff in den Raum. Denn WASSERSTOFF klingt so geil nach dem Stoff aus dem coole Illusionen sind. Egal welches Problem: Wasserstoff ist die Antwort! Zahlen dagegen nicht. Zahlen sind böse. Daher sucht man im Unions-Wahlprogramm auch umsonst nach wirklichen Plänen oder gar Vorgaben.

Es bleibt gewohnt wolkig bei der Union. Wie beim Swingerclub gilt bei der Union im Klimaschutz stets: Alles kann. Nichts muss.

Und es stimmt ja, weder Hitzewelle und Brände in Kanada / Kalifornien, noch Starkregen in der Eifel können direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden.

Sie werden nur wahrscheinlicher. VIEL wahrscheinlicher. 150mal heute und bald bis zu 1.000 mal wahrscheinlicher.

Und Starkregen und Hitzewelle hängen sogar zusammen. Normalerweise sorgt ein stabiler Jetstream in großen Höhen dafür, dass ständig neues Wetter herangetragen wird. Der Jetstream ist eine Art Wellenband aus Westwinden das auf der Nordhalbkugel um den Erdball geht und wie ein Fluss ständig vor sich hin määandriert. Dabei trägt der Jetstream mal ein Hoch, mal ein Tief heran und das Wetter ändert sich stetig.

Nur hat sich der Jetstream durch den Klimawandel abgeschwächt, wird langsamer und bildet sozusagen größere Buchten, in denen sich Extremwetter dann viel besser und länger halten.

Und dann regnet und regnet und regnet es. Weil das Wetter bleibt und bleibt und bleibt. Und am anderen Ende der Welt steht die Hitze. Und steht und steht.

Alles hängt zusammen. Da staunt der Fachmann und der Armin wundert sich.
……

Daher: Wenn der überraschte Armin dann demnächst im Hochwassergebiet in Gummistiefeln gesichtet wird möge man ihn daran erinnern, dass er an diesem Hochwasser mittelbar mitschuldig ist und das es mit seiner Politik noch viel, viel schlimmer werden wird.

Denn das Klimathema ist vielleicht das wichtigste Thema unserer Zeit und Armin Laschet hat keine Antworten, es ist ihm ja überhaupt erst 2019 aufgefallen. Aber ist ganz stolz, dass er die Bundeswehr schicken kann und die da jetzt also einen wichtigen Beitrag leisten….toll Armin. Ganz toll!

Und jetzt geh weiterwürfeln und Hubschrauberfliegen und lass mal Profis ran, okay? Denn ganz ehrlich: Es sterben heute schon Menschen und es werden noch viele, viele mehr sterben wenn wir den Klimawandel nicht endlich mit allem, was wir haben stoppen.

Mein volles Beileid gilt daher den Opfern und mögen wir zusammen weitere verhindern, selbst wenn die Politik versagt.

……….

Die Quellen:

Klicke, um auf Regierungsprogramm.pdf zuzugreifen

https://taz.de/Laschets-Klimapolitik-in-NRW/!5780659/

https://www.klimareporter.de/erdsystem/wenn-der-jetstream-einrastet

https://www.tagesspiegel.de/wissen/extremwetter-und-klimawandel-ueber-den-wolken-aus-der-puste/22893494.html

https://www.dw.com/de/hitzwelle-kanada-usa-nordamerika-2021/a-58215152

Merkel: The Power of Teflon.

Ich weiß ich mache mich jetzt hart unbeliebt. Aber es muss raus. Ich finds ja schön, wie jetzt alle Merkel für ihre Fehlerkultur feiern. Und Andi B. Scheuert. Und überhaupt. Und da sieht man mal wieder: Frauen sind besser in der Politik, die können wenigstens Fehler eingestehen.
 
Und tatsächlich, das mit dem Fehlereingeständnis, ich finde das positiv. Ich mag auch vieles an Merkels Art und ich finde das in letzter Zeit viele Frauen als Präsidenten eine gute Figur gemacht haben, während so einige Männer in ihrer breitbeinigen Art eine sehr traurige abgegeben haben.
 
ABER, ich finds auch faszinierend, wie an Merkel seit Anbeginn aller Regierungstage jegliche negativen Folgen des Regierungshandelns oder gerade des RegierungsNICHThandelns abperlen, als wäre sie mit Teflon beschichtet. Bei aller Liebe: Merkel ist Kanzlerin. Vielleicht darf man daran erinnern. Sie ist keine Präsidentin oder Grüßangela. Es wäre IHR Job durchzugreifen, sie hätte sich LÄNGST mit aller Energie dafür einsetzen können, dass Andi B. Scheuert gefeuert wird! Sie hätte es sogar müssen!
 
Merkel hat Spahn mehrfach sehr geschickt ins Masken und Schnelltestdesaster laufen lassen. Und immer wenns um die gebrochenen Versprechen ging, war sie zufällig nicht im Raum. Merkel wollte damals mit Kirchhoffs Bierdeckelsteuerreform den Neoliberalismus auf die Spitze treiben. Merkel hat damals den recht kompetenten Atomkompromiss zum Ausstieg aus der Kernkraft von den Grünen ohne Not und wider besseres Wissen rückgängig gemacht! Dann kam Fukushima und sie hat einen neuen, deutlich ungeschickteren Atomkompromiss zusammengeschustert, der kaum gerichtsfest war. Merkel hat Asse und Gorleben viel zu lange weiterlaufen lassen.
 
Merkel hat sich als Klimakanzlerin inszeniert, aber nichts fürs Klima getan und später die Erneuerbaren Energien abgefrühstückt und von ihren Ministern die Photovoltaik brutal abwürgen zu lassen. Merkel hat sich als Europäerin inszeniert, aber niemals eine Vision für Europa entwickelt und keine Anstalten gemacht Orban und co. zu stoppen oder wenigstens den Geldhahn zuzudrehen. Merkel hat die Digitalisierung verpennt und keinen Druck gemacht, um die Stromnetze für die Zukunft fit zu machen. Mutti Merkel hat alles Konkurrenten auf legendär geschickte Art kaltgestellt, da wirkte sie plötzlich gar nicht mal so muttimäßig.
 
Merkel regiert Deutschland seit 16 Jahren und Deutschland ist in der Zeit konsequent abgerutscht. In Klimaschutz, in Natur- und Umweltschutz, in sozialer Gerechtigkeit, im Bildungsbereich, Digitalisierung, Zukunftstechnologien, die Verkehrswende kommt nicht in die Pötte, die Bahn ist in desaströsem Zustand.
 
Manchmal hab ich das Gefühl als wäre halb Deutschland geblitzdingst und hätte komplett vergessen was Merkel in den 16 Jahren (nicht) getan hat. Ach die war Kanzlerin?
 
Denn sie war immer gemütlich dabei, wirkte irgendwie authentisch und vertrauenswürdig und klar kann man behaupten: „Aber die CDU! Mit jeder oder jedem anderen in der CDU wäre es noch schlimmer geworden!“ Ja aber deswegen muss ich Merkel jetzt gut finden? Und dann hätte es vielleicht eine Gegenreaktion gegeben und dann mal rechtzeitig eine Regierung ohne die CDU.
 
Also sorry, es tut mir leid, aber wenn jemand 16 Jahre Kanzlerin ist, dann erwarte ich mehr. Dann reicht mir eine moralisch halbwegs integre Persönlichkeit nicht. Dann erwarte ich ganz stumpf sowas wie gute Ergebnisse. Ansonsten steht auf dem Zeugnis: „Sie hat sich stets ehrlich bemüht.“
 
Das finde ich dann menschlich sympathisch aber diese Merkel-gibt-Fehler-zu-Feierstunde kann ich trotzdem bei bestem Willen nicht verstehen. Sorry.

Tür 16: Futurakalender – Wie lang wäre ein Stau aus allen Autos des Landes?

Mir fällt immer wieder auf, dass viele Menschen sich schlicht nicht vorstellen können, dass wir so etwas wie den Klimawandel wirklich verursachen können. Denn irgendwie ist da diese Wahrnehmung: Wir sind so klein, die Erde so groß. Das stimmt, aber wir sind eben auch 7,7 Milliarden Menschen und in der Gesamtheit durchaus fähig, diesen Planeten großräumig zu verändern. Als Beleg einmal diese Grafik. Ich habe pro Auto im Stau fünf Meter Länge angenommen, die Autos stünden also fast Stoßstange an Stoßstange. Leider ist Wikipedia bei den Daten teilweise stark veraltet, daher habe ich diese mit vergleichsweise aktuellen Zahlen privater Statistikanbieter ergänzt.

Interessant ist, dass China inzwischen selbst die USA überrundet hat und den derzeit mit Abstand größten Automarkt darstellt. Die Gesamtzahl ist im Grunde schon veraltet, wenn dieses Buch erscheint. Allein 2018 wurden unfassbare 24 Millionen Pkw in China verkauft und ein Stau aus allen Autos Chinas würde dreimal zum Mond reichen. In Deutschland wurden in den letzten Jahren „nur“ noch um die 3,5 Millionen Autos zugelassen. Deutschland hat aber immer noch eine rund viermal so hohe Dichte an Autos pro Einwohner wie China. Hätte die ganze Weltbevölkerung so viele Autos wie Deutschland, könnten wir alle noch einmal Gas geben und dann vermutlich das Todesurteil für das Klima unterschreiben. In der EU ist der Verkehr für fast 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich, von denen 72 Prozent auf den Straßenverkehr entfallen. Vielleicht wäre es klüger, statt einen Stau bis zum Mond zu bilden mal ernsthaft Alternativen auszuprobieren.

https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20190313STO31218/co2-emissionen-vonautos-zahlen-und-fakten-infografik

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/12131/umfrage/pkw-bestand-in-deutschland

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/321522/umfrage/indien-fahrzeugbestand/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/219928/umfrage/anzahl-der-pkw-in-china/

Weitere Quellen und Grafik im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Tür 15: Futurakalender – Beim Klimawandelarzt

Ein Lieblingsargument der Klimaschwurbler ist ja immer, dass „CO2 Pflanzendünger“ ist und deshalb mehr CO2 in der Atmosphäre eigentlich irgendwie voll gut ist und vielleicht ist „wärmer ja besser“?

Tatsächlich IST CO2 Pflanzendünger – so leitet man in Gewächshäuser häufig CO2 für ein schnelleres Wachstum – aber der Effekt wiegt den Klimawandel bei weitem NICHT auf und schwächt sich zunehmend ab. Denn auch Pflanzen leben nicht von Luft und Liebe alleine. Sie brauchen natürlich auch Wasser und Nährstoffe und besonders das Wasser wird durch die höhere Verdunstung und den unzuverlässigeren Regen im Zuge der Erderwärmung immer knapper. Damit ist ein weiteres Argument der Schwurbler hinfällig.
https://www.spektrum.de/news/duengung-mit-co2-funktioniert-immer-schlechter/1807079?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Damit bleibt als mutmaßlich letztes „Argument“ die ziemlich wilde Annahme, das „wärmer vielleicht besser“ wäre. Ich stell mir bei sowas immer vor wie man mit Fieber zum Arzt geht. Denn natürlich ist dieses Argument Blödsinn, wenn nicht Wahnsinn in Vollendung. Wenn sich ein System, ob nun Körper oder eben Erdkörper über zehntausende bis Millionen von Jahren auf einen bestimmten Temperaturbereich eingespielt hat, dann kann wärmer NIEMALS besser sein. Vor allem nicht, wenn diese Temperaturänderung in einem Bruchteil der natürlichen Zeiträume passiert.

Denn ja, es gab immer Warm- und Kaltzeiten, aber wir leben bereits in einer Warmzeit (bzw. Interglazial für alle, die es genau nehmen) und die Veränderungen passierten über Tausende von Jahren und nicht in Jahrzehnten. In den letzten 40 Jahren ist der atmosphärische CO2-Gehalt um rund 20 Prozent gestiegen und wenn wir nicht zügig gegensteuern, wird es katastrophale Folgen geben.

Wärmer klingt so schön nach Strandurlaub oder Karibik – es ist aber viel eher finnische Sauna auf der höchsten Stufe und wir haben die Tür abgeschlossen und den Schlüssel verloren.
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Mehr gute Infos zum Klimathema aus erster Hand:
https://www.facebook.com/klimatopist

Mehr Grafiken wie diese, mit ordentlich Humor, klugen Hintergründen und Quellen und perfekt als Last-Minute-Geschenk für untern Weihnachtsbaum:

https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Tür 14: Futurakalender – Empörungsjahreszyklus 2020

Worüber haben wir uns 2020 empört?

Tür 7: Futurakalender – wie nachhaltig Deutschland ist

Futura-Adventskalender Tag 7: 2017 summierten sich die Ausgaben für Umweltschutz von Bund, Unternehmen und privaten Haushalten auf 70,4 Milliarden. Das wirkt so lange eindrucksvoll, bis man es in Relation zu dem größtenteils umweltschädigend erreichten Bruttosozialprodukt von 3657 Milliarden im selben Jahr setzt.

Die traurige Realität ist, dass letztlich nur 2 Prozent der Wirtschaftsleistung dafür eingesetzt werden, die Schäden aus der nicht nachhaltigen Wirtschaftskraft Deutschlands oberflächlich zu beheben. Die Sozialausgaben dagegen summieren sich immerhin fast auf eine Billion. Die Nachhaltigkeit steht in Deutschland also auch 2020 nur auf zwei Säulen, die tragfähig genug sind, während die Ökologie als dritte Säule vernachlässig wird. Im derzeitigen Regierungshandeln ist zudem keine Änderung absehbar.

Ohne einen gesunden Planeten wird unsere Zivilisation auf Dauer nicht überleben können, das zeigt sich deutlich beim Klimawandel. Und mit dem Planeten geraten auch Wirtschaft und Soziales in Schieflage, bis das ganze Gebäude in sich zusammenfällt. Die Konsequenzen des Klimawandels zeigen sich längst in Waldsterben und Dürren, Hitzewellen und Starkregenereignisse verursachen Milliardenschäden.

Die Folgekosten unseres derzeitigen Wirtschaftens für heutige und folgende Generationen sind absehbar gigantisch und es gilt längst: It’s the economy that’s stupid!

So sehr wir auch an Details Symptombehandlung betreiben, Abwässer und Abgase reinigen und versuchen, uns mit Ablasshandel ein gutes Gewissen zu verschaffen: Ein System, das auf Raubbau an der Natur und ewigem Wachstum basiert, ist auf Dauer nicht tragfähig. Die Zeit für Symptombehandlung ist längst vorbei, wir brauchen ein neues sozial-ökologisches Haus und zwar besser heute als morgen.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/Umweltschutzmassnahmen/_inhalt.html

komplette Quellen und Grafik im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Tür 6: Futurakalender – 2100 – ein Großteil der Städte ist im Meer versunken

Futura-Adventskalender Tag 6: Zum Nikolaus ein kleiner Nachtreter – ich hab hier Anfang Oktober gemeint: „Warum nicht einen geplanten kurzen Lockdown vor Weihnachten ankündigen?“ Denn vor Augen hatte ich als Horroszenario genau das was gerade passiert.

Einen soften Möchtegern-Kosumerhaltungslockdown, der infektionstechnisch wenig bringt aber die komplette Unterhaltungsbranche, Musik, Kultur, Restaurants, Dienstleistung maximalmöglichst schädigt und Amazon und co. maximalmöglichst freut. Und eine Bundesregierung, die zur Unzeit, wenn sie es noch nicht mal schafft, die fucking NOVEMBERhilfen vor JANUAR auszuzahlen, schon rödelt, dass es aber bald mal „vorbei sein müsste“ mit dem zahlenden Staat – obwohl der ja noch gar nicht wirklich gezahlt hat. Als würden die zunehmend verzweifelten, von der Arbeit verhinderten Selbstständigen und Kleinbetriebe, der verzogene langzeitstudierende Sohn sein, der Vaddern seit Annudazumal auf der Tasche hängt, weil er statt Studieren lieber Paaarty macht. Die NOVEMBERhilfen bestehen übrigens größtenteils aus Geldern, die bei den Frühlingshilfen übergeblieben sind, weil die Beantragung da so „geschickt“ gemacht war, dass sie von den Selbstständigen komischerweise kaum abgerufen wurden.

Ach und diesmal muss man für die Hilfen belegen, dass 80 % der Einnahmen aus einer Lockdownopferbranche kommen. 80 Prozent. Als würden 50 % Einnahmensausfall für die Pleite nicht reichen. Man wird also für Klugheit und vorrausschauendes Handeln bestraft.

Man hätte einen harten, zeitlich begrenzten, vorgeplanten, vorentschädigten Lockdown machen können. Das Land für 14 Tage in Stasis, danach so gut wie alle Infektionsketten gebrochen und Wirtschaft geringstmöglich geschädigt. Statt dessen nun also das Pflaster aber gaaaanz langsam von der Wunde. Jedes Haar einzeln ausreißen. Und am 10 Januar ist dann aber diesmal wirklich Schluss! Doch, doch.

Also wenn es das Ziel der Wirtschaftspartei CDU gewesen, die Wirtschaft maximal zu schädigen und möglichst viele Querdenker zu erzeugen – dann läufts gerade super!

Und in den Satiremagazinen und in der Presse: „Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, AfD, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona, Corona,…

Ach da war noch was mit Klimawandel, sozialer Gerechtigkeit, Wohnungsnot, Lieferkettengesetz? Oh. Na jetzt ist die Sendezeit um. Schade.

Der Meeresspiegel steigt und wir diskutieren immer noch über Gesichtsmasken.

Ach und schönen Nikolaus.
Euer Captain Futura

Tür 4: Futurakalender – Was ist guter Kaffee?

Ich finds ja schon seit langem faszinierend wie Menschen für einen lappigen To-go-Kaffee aus dem Papp-Plastikdeckel Becher ohne mit der Wimper zu zucken 3 € hinblättern, oder Unsummen für fiese Alukapseln ausgeben (Merke: Alu ist bei der Erzeugung eines der ökologisch übelsten Metalle) aber keine 6 cent pro Tasse über haben, um an die Erzeugerinnen des Kaffees und unsere gemeinsame Zukunft zu denken.

Kaffeenerds auf der halben Welt füllen ganze Bibliotheken mit der richtigen Zubereitungsweise für „guten“ Kaffee – aber ökologisch und menschlich gut sind immer noch nur 4,3 % des in Deutschland getrunkenen Kaffees. Der Anteil steigt immerhin seit Jahren, aber bleibt weiter lächerlich niedrig angesichts der Unsummen die Weihnachten für Weihnachten für die nächste Padmaschine oder den nächsten Vollautomaten ausgegeben werden.

Auf Langstrecke übrigens am günstigsten und natürlich auch am besten: Ein guter Bio- und Fair-Cappuccino aus der Siebträgermaschine. Es gibt sehr gute gebrauchte z.B. von Gaggia, die noch ordentlich gebaut sind und ewig halten (bloß nicht die neuen kaufen, die sind aus Plaste!) für 200-300 € zu haben sind und jahrzehntelang jeden Morgen verschönern.

Mein Tipp übrigens für alle, die wie ich als Eichhörnchen geboren wurden und kein Koffein mehr brauchen: Utamtsi Bio Espresso entkoffeiniert. Ich hab vieles probiert und das ist der DEFINTIV beste koffeinfreie Espresso der Welt. Hab ich schon meinen Eltern untergeschummelt. Kaffeeliebhaber der ersten Stunde. Und die haben nichts gemerkt…

Euer Captain Cappuccino

Mehr im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

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