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Ich liebe es / Im Namen der Liebe

Ich ❤️ es —- wir ❤️ Lebensmittel —— Is it ❤️ ? —– Wir ❤️ Fliegen —– die LIEBE ist längst überall im Marketing. Und lässt mit viel Emotionalität vergessen worum es den Konzernen eigentlich geht:
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Geld.
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Und dann noch mehr Geld.
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Und sonst nix.
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P.S. Dem Captain geht es selbstverständlich nicht ums Geld. Sondern um die ❤️ ZUR ERDE und jetzt ganz unironisch: Er ❤️ es tatsächlich wie unglaublich sachlich und flauschig hier auf dieser Page von Euch diskutiert wird und wie ihr einfach mal so circa 100 Slogans mit ❤️ sammelt. Danke. Und ❤️
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Captain Futura – ❤️ Design since 1982

Andreas B. Scheuert

Ich wollte nur kurz vorbei schauen, um zu sagen: Andreas B. Scheuert genießt immer noch nicht Merkels vollstes Vertrauen und ist daher IMMER NOCH Verkehrsminister.

Was Andreas B. Scheuert gemacht oder vielmehr NICHT gemacht hab muss ich wohl nicht mehr aufzählen. Nur kurz: Wegen der von B. Scheuert und co. verpatzten neuen StVo müssen bundesweit 11.500 Bescheide zurückgenommen werden, um eine gigantische Klagewelle zu verhindern.

https://www.spiegel.de/…/stvo-bundeslaender-schicken-einkas…

Gerade hat z.B. Brandenburg alle Fahrverbote und Bußgelder nach der neuen (fehlerhaften) StVo aufgehoben und kehrt komplett zur alten Regelung zurück.

https://bernau-live.de/…/brandenburg-stoppt-bussgeldbeschei…

Es grüßt mit vollstem Vertrauen in eine gut bezahlte Zukunft Andreas B. Scheuerts in irgendeinem ominösen Lobbyverband der Automobilindustrie,

Captain Futura

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Wer mag kann die Arbeit von Captain Futura für eine Rad- und ÖPNV-freundliche Zukunft mit kleinem Beitrag unterstützen:
https://www.patreon.com/user?u=32965554&fan_landing=true

Zurück gibt es viele Grafiken und einen eigenen monatlichen Podcast.

Steueroasen in der EU

Eigentlich ist die Situation für Europa gerade so eine Art Elfmeter. Aber FÜR Europa, nicht gegen.

Trump und die USA scheitern in der Coronakrise auf geradezu absurde Art- und Weise und China hat bei Corona und Hongkong eindrucksvoll bewiesen, dass es vorhat alle bestehenden Probleme durch das immer gleiche Mittel zu lösen: Repression und Überwachung.

Das alte Europa hat dagegen bewiesen, dass es Krisen erstaunlich systematisch und angemessen meistern kann, ohne Bürgerrechte unnötig einzuschränken oder Demokratie abzubauen. Zwar erfolgten die meisten Maßnahmen wenig abgestimmt und zumeist auf Nationalstaatsebene aber der Rest der Welt schaute doch mit Erstaunen zu – denn gerade auch die südlichen Länder, denen man immer so gerne „chaotische Zustände“ unterstellt, haben es ziemlich gut hinbekommen.

Und während einige östliche Länder bzw. die üblichen Verdächtigen (Ungarn,…) auch versucht haben politisch mehr Macht für die jeweilige Regierung rauszuschlagen, haben die restlichen Regierungen auch dieser Versuchung widerstanden.

Sogar Deutschland hat erkannt, dass es Zeit ist Solidarität zu zeigen, nachdem es jahrzehntelang besonders vom Binnenmarkt profitiert hat. Und so ist man in seltener Einigkeit mit Frankreich vorangegangen. Denn jetzt wäre der Moment gewesen die Coronakrise auch wirtschaftlich für eine Stärkung des eigenen gesamteuropäischen Gewichtes zu nutzen und etwas Gutes und Gemeinsames aus der Krise zu machen. Jetzt wäre der Moment für ein gemeinsames und möglichst grünes und ökologisch nachhaltiges Konjunkturpaket gewesen, um Süden, Westen, Osten und Norden der EU gut aus der Krise zu kriegen.

Der Ball lag vorm Tor. Man trat zum Elfmeter an. Das alte Europa war drauf und dran es als kulturelles, als demokratisches und wirtschaftlich drittes Schwergewicht auf der Welt nochmal allen zu zeigen!

Es lief an, schaute entschlossen ….

…dann grätschten die „Sparsamen 4“ (Inzwischen 5 mit Finnland) unter der Führung der Niederlande von der Seite in die Beine.

Der Niederlande übrigens, die seit Jahren als heimliches Steuerparadies innerhalb der EU ihren Staatshaushalt sanieren. Und z.B. große Konzernsitze italienischer Firmen haben, die damit dem italienischen Staat Milliarden entziehen. Dem italienischen Staat also, dem die Niederlande gerne erklären wie man einen Staatshaushalt richtig führt.

Wenn jetzt nicht noch ein Wunder passiert hat Europa mal wieder einen Elfmeter verschossen und ist auf dem Weg in weitere düstere Jahre nicht genutzten Potentials.

Ich hab daher mal eine Karte gemacht. Mit den jeweiligen Logiken der Länderblocks. Und all den heimlichen Steuerparadiesen innerhalb Europas.

Und ich hätte drei einfache Regeln wie man Europas Staatsfinanzen retten könnte:

1. Alle Steuerparadiese innerhalb Europas abschaffen. Alle? Ja. Alle.
2. Sich endlich auf einheitliche Mindeststeuersätze einigen und auch Digitalkonzerne ordentlich besteuern.
3. Vergabe von weiteren Mitteln von Rechtsstaatlichkeit, Einhaltung demokratischer Regeln, ordentlicher Dokumentation und sauberer Verwendung abhängig machen und in dem Zuge auf die sinnbefreite Einstimmigkeit verzichten (Da z.B. Ungarn immer alles blockieren wird, was Victor schadet aber den Menschen hilft)

Aber für mich und meine Tätigkeit als grafischer Satiriker hoffe ich natürlich auf das Gegenteil und werde wohl auch kaum enttäuscht werden.

Es grüßt aus Malta Captain Futura,
der gerade seinen Firmensitz aus steuerlichen Grün….ähm wegen des besseren Wetters! verlegt hat.

UPDATE +++ Die Regierungen der EU-Mitgliedsländer haben sich endlich aufgerappelt und geeinigt und ich sage mal: Es war jetzt nicht der ganz große Wurf aber ein seriöser Mittelweg. Die EU lebt also immerhin. Das freut. Und es steht sogar anscheinend was von Rechtsstaatlichkeit und etc. drin. Natürlich eher zahnlos aber bisher stands noch NIE drin wenns um Mittelvergabe geht – es ist also ein Verbesserung. Gebe wir also die Hoffnung nicht auf. P.S. Die Steuerparadiese vor allem INNERHALB der EU müssen trotzdem dringend weg und der ruinöse Wettbewer nach unten aufhören.

Baden-Württemberg verbietet Schottergärten

Yeah! Im Süden hat es sich ausgeschottert. Schottern darf da jetzt nur noch die Bahn. Jetzt fehlen nur noch 15 Bundesländer 😉

https://www.n-tv.de/politik/Baden-Wuerttemberg-verbietet-Schottergaerten-article21926390.html

Übrigens, was auch in diesem Artikel deutlich gemacht wird: Viele Gemeinden und Regionen haben Schottergärten EIGENTLICH schon sehr lange in ihren Bauordnungen / Bebauungsplänen / Grünsatzungen verboten – nur sind die Verbote häufig irgendwo in den Paragraphen versteckt und keiner erinnert sich oder setzt sie durch – da das Problem auch erst in den letzten Jahren so drängend wurde.

Bei dem Thema ist also mal wieder ein schönes Beispiel gegeben, wie viele Dinge theoretisch gut geregelt sind, aber von der Verwaltung schlicht nicht durchgesetzt werden, weil Willen und/oder Manpower fehlt.

Insofern ist es gut, dass Baden-Württemberg dieses Verbot jetzt noch einmal herausstellt und klarstellt: Wer einen Schottergarten baut, muss damit rechnen auf EIGENE KOSTEN alles zurückbauen zu müssen. Und mein Tipp ist: Wenn das am Anfang ein paarmal sauber durchgezogen wird, gibt es kurz einen lauten Aufschrei und dann hat sich die Sache erledigt, denn niemand will seinen Garten zweimal anlegen.

Noch kurz dazu, was Schottergärten eigentlich so übel macht (abgesehen von der entsetzlichen Optik):

– GRUNDWASSERZERSTÖRER: Damit nicht sofort Unkraut durchwächst, wird häufig Folie oder hart gestampfter Boden / Lehm / Beton unter den Schotter gemacht. Folge: Regenwasser versickert nicht, sondern fließt direkt in die zunehmen überlasteten Kanalisationen. Statt also vor Ort die im Zuge des Klimawandels schrumpfenden Grundwasserstände und die darbenden Bäume zu versorgen, verschwindet es im Kanal, und muss von der Stadt häufig genug (bei Mischsystemen) auch noch teuer aufbereitet werden. Damit steigen übrigens auch DEINE Abwassergebühren. Ärgerlich, oder?

– HITZESTAU: Schotterflächen verändern das Mikroklima. Gerade im Sommer erhitzen sie sich deutlich stärker als Grünflächen und sorgen so – auch verstärkt durch den Klimawandel – für einen Hitzestau. Da kann es durchaus merkbare Grade heißer sein. Und ich wage die Behauptung: Gerade feiert man das noch ab- und an, in einigen Jahren wird sich jeder verfluchen, der das gebaut hat.

– ÖKODESASTER: Schottergärten werden häufig auch noch illegal gespritzt, aber davon abgesehen verrät schon der erste Blick: Hier lebt nichts. GAR NICHTS. Und das ist nicht nur für den einen Garten ein Desaster, sondern auch für alle umliegenden. Denn Bienen und insbesondere Hummeln und co. haben nicht so einen großen Radius, wie man denkt. Da sie einen hohen Energieverbrauch beim Fliegen haben ist es wichtig, dass sie auf dem Weg zu guten Nektarstellen z.B. im Nachbargarten oder Wald regelmäßige Tankstellen haben. Aber in so einem Schottergarten finden sie gar nichts – insofern können sie ihn häufig nicht überfliegen (vor allem wenn es mehrere Schotterwüsten nebeneinander sind) und es entstehen Inselpopulationen, die irgendwann zusammenbrechen. An den Sommerlinden in vielen Städten findet man inzwischen häufig riesige Mengen toter Hummeln, die dort entkräftet auf der Suche nach irgendwas zu essen ankommen und dann zu schwach sind, um noch rettenden Nektar zu saugen.

Falls du jetzt denkst: „Ey, was gehen mich Drecksbienen an?“ Die Drecksbienen sind unverzichtbar für deine Kartoffelchips. Unter anderem. Es gibt Schätzungen, die sagen, dass viele Nahrungsmittel ohne die Bestäubungsleistung von Biene, Hummel und co. doppelt so teuer werden können. Na, schmecken die Chips noch? Genieß sie. Bald sind sie teurer. Wegen dir!

– TEUER: Schottergärten sind noch nicht einmal günstig. Wenn man sieht was manche da verbauen, weiß man: Der Baumarkt ist reich geworden damit die Natur arm wurde.

– GAR NICHT MAL SO PFLEGELEICHT: Schottergärten wirken kurzfristig pflegeleicht aber auf lange Sicht steckt viel Arbeit drin um sie halbwegs naja „ansehnlich“ zu halten. Oder viel Gift. Und letzteres ist im Privatgarten zu 99,9 % verboten! Mit gutem Grund. Und das Gift ist meist auch schlecht für DEINE Gesundheit. Was da manche spritzen, wird sonst nur im Chemie-Vollanzug ausgebracht. Und du willst dich nicht zum Gespött deiner Nachbarn machen oder willst du das?

ABER WAS MACH ICH JETZT ICH HAB KEINEN BOCK AUF AUFWAND!!!

Nun da hätte ich zwei, drei Tipps.

1. ICH BIN ABER FAUL! Garten roden, halbweg plan machen, dann schöne Sandfläche anlegen, zum Sitzen und genießen und um die Sandfläche Wildwiese einsehen und jährlich auffrischen. Macht übers Jahr kaum Aufwand, offene Sandflächen sind phantastisch für die Natur, versickern gut und sehen trotzdem ordentlich aus wenn man sie ab- und an mit neuem Sand auffrischt. Zudem saugünstig. Und bei so ner Wildwiese gibt es immer was zu sehen.

2. ICH HAB HUNGER! Obstbäume pflanzen, und darunter einfach Rasen/Wiese ab- und an gemäht. Fertig. Im Herbst gibts was zu naschen, der Aufwand ist gering und die Natur freut sich trotzdem. Und im Sommer kann man im Schatten der Bäume sitzen und Cocktails schlürfen.

3. ICH WILL ABER STEINE! Gut dann mach nen Steingarten. Nimm ordentlich Feldsteine (Gibts auch im Baumarkt wenn du einfach irgendwie shoppen musst, um glücklich zu sein), damit schön Wege und Sitzecke pflastern, dazwischen kalkige oder sandige Ecken und mit pflegeleichten Steinpflanzen und Kräutern versehen. (Kräuter lieben diesen Trick) Sieht schön aus, ist schön für die Natur, das Wasser versickert weiterhin und du kannst dich steinreich fühlen.

4. ICH BIN WIRKLICH KOMPLETT FAUL! Dann lass deinen Garten doch komplett verwildern und mach auf Wiesenflächen zweimal im Jahr Mahd. Also kurz mal mit dem Fadenmäher drüber. Ist für die Natur tatsächlich fast die beste Lösung und du hast aber gar keine Arbeit. Und falls du jetzt sagst: ABER DIE OPTIK! Na dann nimm eine der anderen Lösungen oder entdecke wie derbst geil richtiges Gärtnern sein kann (Macht süchtig. Glaub mir)

Cheers. Dein Captain Futura.

P.S. Wenn du jetzt denkst: Ach ich kauf mir nen Rasenroboter und außen schön Kirschlorbeer. Ja. Kannst du leider NOCH machen. Ist aber eine grüne Wüste. Da lebt genauso wenig wie in nem Schottergarten. Ständig geschnittener Plattrasen und Kirschlorbeer sind für unsere einheimischen Arten komplett sinnlos und nimms von mir: Du denkst es sieht schön ordentlich aus aber es ist herb unsexy, öde wie ein schlechtes Zweitligaspiel und beweist höchstens wie träge und lieblos du offensichtlich mit deiner Umgebung umgehst.

Konzerne und ihre „Problemlösungen“

Heute mal eine kleine, heitere Fingerübung zum Wochenausklang. Schönes problemfreies Wochenende!

Euer Captain Futura
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P.S. Und denkt immer dran: Das Ziel der Konzerne ist nicht eure Probleme zu lösen. Das Ziel ist für tatsächliche oder künstlich erzeugte Bedürfnisse den Anschein einer Lösung vorzugeben. Dabei darf die Lösung aber nie von Dauer sein, denn sonst verdient der Konzern nicht auf Dauer. Alles was bleibt ist ein stetig unerfülltes Glücksversprechen und die Überzeugung: „Aber mit diesem neuen Produkt, da klappts wirklich!“

Ich glaube, es wäre schon viel gewonnen, wenn wir einfach erkennen würden: Glück bleibt nie auf Dauer. Mit oder ohne Produkt. Glück ist wie so ein megaspontaner Freund, den man derbst mag, aber der komplett unberechenbar ab- und an reinschneit, um genauso schnell wieder weg zu sein und einen enttäuscht zurück zu lassen. Und dann wirft man ihm das Geld hinterher, damit er schnell wiederkommt und es funktioniert anfangs auch, aber jedesmal ein bisschen weniger…

Und wenn man das mal gemerkt hat, merkt man, dass der Trick vielleicht darin liegt nichts vom Glück zu erwarten. Und sich dazwischen mit der etwas langweiligeren aber ungemein verlässlichen Zufriedenheit ein richtig nettes Leben zu machen. Aber Zufriedenheit kannste nicht kaufen. Zufriedenheit kommt von üben, arbeiten, dranbleiben, lernen, scheitern, weitermachen, Leben mit sinnvollen Dingen füllen, an andere denken, sich um sich kümmern, sich um andere kümmern, verzeihen, entspannter werden, weniger brauchen, auch mal drauf scheißen – aber kämpfen wenns not tut….

….und dann eines Tages schaut das Glück mal wieder vorbei und man begrüßt es mit einem fröhlichen Lächeln und ohne Angst. Denn du weißt, wenn es wieder geht, wirds diesmal gar nicht so auffallen.

Erdogan und die islamische Republik

Jetzt hat Erdogan also als nächsten Akt der Schaffung einer islamischen Republik die Hagia Sophia wieder von einem Museum in eine Moschee unwidmen lassen.

Kann man machen. Ist dann halt nur kurzsichtig und ein weiterer Schritt auf dem Weg der internationalen Spaltung.

Tatsächlich war es eine sehr weise Aktion die Hagia Sophia, die ja ursprünglich eine Kirche war und erst später zur Moschee wurde, 1934 zum Museum zu machen und damit dem Konflikten zwischen den Religionen und ihren Vertretern zu entziehen.

Es ist interessant wie weltweit versucht wird Länder, die eigentlich eine Vielzahl von Religionen und Kulturen beheimaten, heute künstlich eine monokulturelle und monoreligiöse Vergangenheit anzudichten.

Dabei waren eigentlich alle Länder Europas von der Türkei bis nach Portugal dem beständigen Hin- un Her zwischen Christentum und Islam und später auch den verschiedenen Konfessionen (z.B. Protestantismus, Katholizismus,…) unterworfen.

So findet man in vielen Regionen wie z.B. in Andalusien einen starken und spannenden Einschlag arabischer Kultur während andererseits vieles in der Türkei auf christlichem oder auch kurdischem Hintergrund fußt.

Ich weiß noch wie ich vor ein paar Jahren in Sarajevo stand, dieser Stadt, die vielleicht wie keine andere in Europa unter diesem schwachsinnigen neuzeitlichen Kampf der Religionen & Kulturen gelitten hat.

Wenn ich mich in die eine Richtung drehte fühlt ich mich in Wien. Drehte ich mich um 180 Grad fiel mein Blick auf eine tatsächlich wunderschöne Moschee und einen Markt und es hätte auch irgendwo in Istanbul sein können.

Aber bei dem Versuch diese eigentlich spannende und kulturell bereichernde Buntheit abzustreifen, haben sich die Länder auf dem Balkan einen blutigen Krieg geleistet.

Und Sarajevo war 1 1/2 Jahre eingekesselt und wurde beschossen. Ich traf einen, dessen Vater im Krieg gekämpft hat. Auf der bosnischen Seite. Irgendwann nach dem Krieg waren die beiden in einem See baden. Sein Vater hatte einen Arm verloren. Er traf einen anderen alten Herren, der gerade seine Beinprothese zum Schwimmen abnahmen wollte und die beiden kamen ins Gespräch.

Es stellte sich heraus: Sie hatten an derselben Frontlinie gegeneinaner gekämpft. Und irgendwann fragt der eine: „Warum haben wir eigentlich gekämpft?“

Sie wussten beide keine Antwort darauf und haben sich dann fachgerecht betrunken.

Ich weiß auch keine Antwort, aber ein Teil des Problems beginnt wenn Länder und ihre Führer versuchen die bunte und gebrochene Vergangenheit ihrer Länder mit nationalistisch und religiös verbrämten Unsinn zu übermalen, um etwas künstlich statisches zu konstruieren, was es dann zu VERTEIDIGEN gilt.

Dabei könnte man aus der Vergangenheit lernen, dass Dinge nie einfach bleiben, sondern kommen und gehen und sich beständig verändern wie die Mondphasen.

Aber das widerspricht dem Ego der Führer, denn das heißt auch, dass SIE nicht für immer bleiben können.

In diesem Sinne: Auch Erdogan wird irgendwann weg sein. Ich hoffe, weil sein Schwindel auffliegt. Vielleicht auch einfach nur weil er irgendwann wegen Altersschwäche aufgeben muss. In jedem Fall hoffe ich, dass die Türkei dann eine andere Richtung nimmt und sich auf ihrer bunte und spannende Vergangenheit besinnt.

Auf der Autobahn

TEMPOLIMIT. Ich hab hier gerade Lust auf ein bisschen Raserei – daher mal kurz was ich zu der Diskussion seit Jahren nicht verstehe: Warum das Thema so enorm unsachlich umkämpft ist. Und anscheinend so emotional wie das Waffenthema in den USA.

Es hat nichts mit Freiheit zu tun, wenn von hinten irgendein Pfosten mit wahnsinniger Geschwindigkeit* angerast kommt und in der Mittelspur all die Mittelspurnazis panisch die Lücke zufahren, damit ich mit meinem Bulli auch ja nicht wage aus der rechten Spur rauszuziehen. Das ist einfach nur gefährlich, unnötig und der persönliche Zeitgewinn der Raser ist vernachlässigbar. Ein volkswirtschaftlicher Zeitgewinn ist kaum vorhanden und für den Blutdruck aller Beteiligten ist es ganz sicher von Nachteil.

Ich war in so gut wie allen Ländern Europas unterwegs. Es ist in wenig Ländern so nervig wie in Deutschland zu fahren. Selbst in Italien oder Spanien kann man deutlich leichter die Spur wechseln. In Holland z.B. kann man flüssig über 7 Spuren wechseln. Nicht, dass ist es geil finde, dass es 7 gibt aber verdammt man kann da einfach so rüberwechseln. Blinker, keine 10 Sekunden später biste links. Versuch das mal in Deutschland. Ohne Lichthupe, Hass und Gewalt kommst du keine zwei Spuren weit.

Daher: Freiheit ist wenn du frei deine Meinung sagen kannst, wenn du frei deine Sexualität, deinen Lebensentwurf wählen kannst. Das ist Freiheit. Freiheit ist nicht die Freiheit einzelner Verrückter, die es geil finden mit 200 über die Autobahn zu ballern. Ja, vielleicht finde ich das auch geil, wer weiß. Habs nie ausprobiert. Aber dann fahrt halt auf ner Rennstrecke oder spielt Computer. Aber zerstört doch nicht die Freiheit der Anderen auf eine friedliche Autofahrt und komplette Gliedmaßen.

Andererseits verstehe ich, dass niedrige Tempolimits in Deutschland nicht anschlussfähig sind. Tempo 100 auf den Autobahnen würde übrigens sogar mir auf den Sack gehen, weil das dann heißt, dass man LKWs im Grunde nicht mehr überholen kann. Denn die fahren ja komischerweise immer knapp unter 100, obwohl sie angeblich nur 80 fahren, was wie jeder weiß ein schlechter Scherz ist.

Tempo 120 oder 130 ist da entspannter und wer möchte ist auch nochmal 30 % schneller am Ziel. Und das dann übrigens mit weniger Hass und Gewalt und panisches in-den-Rückspiegel-gucken ob gerade wieder ein Porsche angeschossen kommt.

Für mich vielleicht am klügsten in der derzeitig aufgeheizten Situation wäre übrigens vielleicht einfach ein erstes Limit von 150 km/h ab drei Spuren und 120 oder 130 bei zwei Spuren. Das hätte wenigstens echte Chancen auf Einführung. Alles oberhalb von 150 ist zunehmend schwer zu kontrollieren, alles darunter sollte auf drei Spuren zu organisieren sein. Auch ein ordentlicher Klimaschutzeffekt wäre vorhanden, da ein großer Teil des Beschleunigen und Abbremsens wegfiele. Und man hätte vielleicht diese absurde Diskussion halbwegs befrieded und kann später bei Gewöhnung und Erfolg immer noch nachjustieren.

Aber in jedem Fall: Tempolimit, bitte ja. Es ist besser für fast alle, manche wissen es nur noch nicht. Weniger Unfälle, weniger Tote, weniger Verletzte, weniger Hass, weniger Lichthupe, weniger Klimagasemissionen, weniger Abgase und Schmutzpartikel, weniger Staus, weniger Rasertouristen aus dem Ausland und weniger Grund völlig übermotorisierte Autos zu bauen.

Und einfach und verdammt nochmal: Entspannteres flüssigeres Fahren und mehr Freiheit für alle, die NICHT rasen wollen. Und das ist die Mehrheit.

Und dann gilt in Zukunft: Willste mit 250 Sachen durchs Land: Der ICE freut sich auf Dich. Da kannste dich vor die Tempoanzeige stellen und auf jeden Streckenrekord ein Bier aufmachen. Denn die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel ever. Forever? For-ever-ever? Ja.

Euer Captain Futura.

P.S. Es ist auch persönliche Freiheit zu sagen: „Geil, da ist ne Rettungsgasse, da bretter ich einfach schnell mit meinem Cayenne durch, scheiß auf den Krankenwagen“ – Und wir sind uns alle einig, dass das hart sanktioniert gehört. Denn Freiheit des Einzelnen endet, wo Überleben des Anderen anfängt. Aber warum akzeptieren wir dann 220 km/h und mehr auf der linken Spur?

* Bei seiner Lieblingsserie auf Netflix kamen heute neue Folgen raus.

** LKW-Fahrer Stanislav M. versuchte sich an einer Non-Stop-Fahrt Prag-Madrid ohne Pause und Schlaf, um den jetzt schon wieder 3 Wochen alten Rekord von Niklas B. (Wien-Toulouse mit nichts als 20 Dosen Red-Bull) zu brechen.

*** versucht den Unfall über die Autobahnraststätte zu umfahren

**** 20 cent teurer als im Umland. Warum? Weil es geht!

Klimawandel endlich ernst nehmen – Karte der weltweiten Emissionen

In Sibirien sind gerade 38 Grad. Moment. 38 GRAD? Genau! Und das schon länger. Der Permafrostboden taut. Methan wird frei (ein starkes Treibhausgas) Leitungen, Pipelines und Tanks sacken ab und brechen (wie jüngst bei der Dieselkatastrophe in Sibirien), Motten zerfressen die Wälder, Zombiebrände aus dem letzten Jahr werden wieder aktiv.

Es wäre nach den verheerenden Bränden in Australien und in der Amazonasregion – sowie der schon drei Jahre andauernden Dürre bei uns – ENDLICH Zeit die Klimakatastrophe wieder auf die Tagesordnung zu bringen und SO ERNST zu nehmen wie das Coronavirus.

Daher habe ich zusammen mit dem Klimatopist eine Karte der Treibhausgasemissionen aller Länder weltweit seit 1990 erstellt. Um endlich klar und deutlich sichtbar zu machen wer wieviel pro Kopf und insgesamt beiträgt. Der Klimatopist ist Klimaforscher, alle Daten sind öffentlich und wir haben genau erklärt wie sich was berechnet.*

https://www.fighteverycrisis.com/

Teilt den Beitrag oder nur den Link, informiert Euch, beteiligt Euch, sorgen wir gemeinsam dafür, dass die globale Erwärmung endlich wieder auf die Agenda kommt! Denn Corona geht irgendwann wieder. Aber der Klimawandel kommt gerade erst.

Wir können das SCHLIMMSTE NOCH VERHINDERN! Also nutzen wir die Zeit, die uns noch bleibt!

#fighteverycrisis #climatechange #klimawandel

Euer Captain Futura und der Klimatopist

–> den Klimatopisten findet ihr hier: https://www.klimatopist.de/
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P.S. Packt unbedingt den Jahresslider an und zieht ihn mal durch während ihr die Länder beobachtet. Ihr werdet sehen wie unterschiedlich sich die Länder verhalten. Und dass eine Verbesserung möglich ist! Die skandinavischen Länder und auch Großbritannien z.B. haben ihr Emissionen DEUTLICH gesenkt. Deutschland auch. Zumindest zuerst….(und dann kam die Klimakanzlerin)

* Und ja die Karte war eine tierische Arbeit – ihr macht euch keine Vorstellung – daher sorgt dafür, dass unsere Arbeit nicht umsonst war, gratis war sie eh

Monopoly 2020 – Die Steinzeit ruft

Denn ich finds ja immer wieder lustig, wie man bei der leisesten Kritik an unserem derzeitigen System direkt die Steinzeit-Sozialismuskeule drüber kriegt.

Denn Steinzeit, das war – wenn ich mich recht erinner – Menschen, die sich gegenseitig mit Faustkeilen die Schädel einschlagen wobei der Stärkste oder Gerissenste gewinnt und sich fortpflanzt.

Mithin fast fairer als heute, wo schlicht derjenige gewinnt, der am reichsten geboren wird. Denn auch in Deutschland wird längst der Großteil des Vermögens vererbt. Die soziale Durchlässigkeit hat enorm abgenommen. Man wird nur in Ausnahmefällen reich durch Arbeit oder Talent (und wenn meist nur mit Burnout), man wird reich durch Reichtum*.

Und irgendwie ist eigentlich allen klar, dass da gerade was faul ist, aber jeder träumt halt auch ein bisschen davon mal so reich zu sein wie Jeff Bezos und den Traum will man sich halt nicht nehmen lassen. Jetzt höhere Spitzensteuern? NEIN! Das könnte doch mich treffen, in 10 Jahren wenn ich REICH bin!

Das faszinierende an der Situation: Es macht niemanden glücklich. Es ist längst eindeutig erwiesen, dass Glück nur bis zu einem gewissen Vermögen (maximal im unteren Millionenbereich) steigt und ab da sogar wieder abnimmt.

Und das ist auch komplett logisch, wenn man das Leben mal als Spiel betrachtet. Denn wo liegt der Reiz darin wenn man reich geboren das Spiel ja schon vor der Geburt gewonnen hat? Oder arm eh keine Gewinnchancen hat?

Zudem disruptiert eine zu starke Spaltung des Reichtums Gesellschaften und macht sie unfrei. Wenn Menschen nur noch überleben wollen und nichts zu verlieren haben töten und rauben sie irgendwann für was zu essen und die Reichen müssen sich verschanzen, wie bereits in Südamerika zu beobachten. Und ganz ehrlich: Es liegt soviel Zauber darin hinter Stacheldraht in einem Reichengefängnis zu wohnen wie wegen Corona den ganzen Tag zuhause bleiben zu müssen. Es ist kurz ganz cool und dann einfach nur noch ätzend.

Das verrückte daran: Wir wussten das alles schon mal. Es gab mal die Idee der sozialen Marktwirtschaft. Wirtschaftlicher Aufschwung von dem alle profitieren. Die Idee war nicht perfekt, aber ein guter Anfang. Mitentworfen von der CDU damals. Die heute jeden als Sozialist schmäht, der dahin zurück will, weil sie nicht gemerkt hat wie aus sozialer Marktwirtschaft klammheimlich freier Raubtierkapitalismus nach amerikanischem Vorbild geworden ist und „freie Markt“ zur Gottheit wurde und alles auf magische Weise lösen sollte. Die CDU-Führung von heute würde die CDU von damals als „rote Socken“ in der Bild schmähen.

Aber der „freie Markt“ hat kein Ziel, keine Moral, kein Mitgefühl. „freie Markt“ hat nur Profitmaximierung als Ziel. Und der „freie Markt“ wird ohne politische Steuerung zum unfreien Markt weil sich Kartelle und Monopole bilden. Sehr schön bei Amazon und ja auch bei Facebook zu beobachten.

Wie kann es z.B. sein, dass der Staat jetzt Lufthansa mit Milliarden rettet aber sich selber künstlich die Mitspracherecht nimmt, die ihm eigentlich dafür zustünden? Man könnte – wie Frankreich es gerade bei Air France macht – z.B. dafür sorgen idiotisch kurze Inlandsflüge abzuschaffen und dafür die Bahn endlich ordentlich fördern und ausbauen. Statt dessen macht der Staat sich klein und erklärt sich für komplett unfähig Wirtschaft zu lenken. Wirtschaft wohlgemerkt, die bei jeder Krise direkt nach Staatsgeldern schreit.

Wir müssen zurück zu dem Primat der Politik, der DEMOKRATISCHEN Politik. Denn nur Politik als mittelbarer Wille ALLER Bürger kann faire Chancen für alle gewährleisten. Denn nur bei der Politik haben alle EINE STIMME und nicht Jeff Bezos 80 Milliarden und du Minus 500. Und wir brauchen dringend ein Update der sozialen Marktwirtschaft in eine sozial-ökologische Marktwirtschaft. Weil auch der Planet Grenzen hat die wir ENDLICH berücksichtigen müssen.

Denn ganz ehrlich: Im Film sind Dystopien immer irgendwie geil aber so real steh ich doch eher auf Utopien. Die nie ganz real werden aber wenigstens das Schlimmste verhindern.

Denn ganz ehrlich: In der Steinzeit waren wir schon und ich will da nicht hin zurück, nur weil ein paar denken ihnen sollte alles gehören und wir nicht auf die Grenzen des Planeten achten.

Ich für meinen Teil hab jedenfalls keinen Bock stundenlang an einem Faustkeil zu klöppeln, wenn ich statt dessen in einer friedlichen Welt eine wunderschöne Radtour durch Äpfelbäume und Heide machen kann mit einem Cappuccino an der Elbe.

Wer KEINE Visionen hat sollte zum Arzt gehen. Und zwar dringend.

Euer Captain Futura

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https://www.patreon.com/user?u=32965554&fan_landing=true
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* Und wird dann durch Ratgeber darüber wie man reich wird noch ein bisschen reicher obwohl ein Satz gereicht hätt: „Such dir vor der Geburt reiche Eltern!“

Hamburger Beton

Hamburg, weißt du eigentlich wie gut du es hast? Du bist voller kreativer, sozialer Menschen, die in tausenden und tausenden von Projekten Leben, Grün, Musik und Miteinander in deine Mauern bringen. Aber das einzige was die einfällt ist Beton.

Seit Jahrzehnten ist die Antwort auf alles: Beton und Hafen. Riesige Flächen im ehemaligen Hafengebiet, direkt am Stadtzentrum werden frei? Man könnte jetzt dem Stadtzentrum, bei dem man nicht zuletzt in Coronazeiten merkt wie tot es eigentlich ist, eine Grüne Lunge schenken können. Ihm Leben einhauchen.

Aber deine Antwort? BETON! Soviel Beton, dass für die Radwege leider nichts mehr über war. Denn die hast du vergessen Hamburg. In einem Stadtviertel, dass in den Zweitausendern neu gebaut wurde. Die Radwege vergessen. Dass muss man fast noch mal wiederholen so absurd ist das.

Und wie war das noch mit dem Sprung über die Elbe? Man fragt sich ja nun länger was da in den Hamburger Süden springt. Dabei ist die Antwort sehr einfach: BETON! Genauer: Beton, Asphalt und Müll.

Giftmüll loswerden? Autobahnen gnadenlos durch die Landschaft prügeln? Mühlenberger Loch zuschütten? Kohlekraftwerke bauen? Hafenerweiterungsgebiete sinnlos groß halten obwohl sich wirtschaftlich längst Probleme abzeichnen? Alles im Süden. Natürlich.

Denn der Hamburger Politiker an sich logiert vermutlich an der Alster oder Blankenese. Oder vielleicht noch in Altona. Aber im Süden da war er halt noch nicht. Denn das ist halt auch ein Gewürge in den Süden zu kommen. Die S-Bahn z.B. ist ständig überfüllt. Furchtbar.

Hamburg, weißt du eigentlich wie gut du es hast? Du hast bis auf die Elphi und vielleicht noch den Michel kaum Gebäude, die der Rede wert sind. Aber du trägst einen Naturschatz sondergleichen mitten im Herzen. Was dich besonders macht ist nicht das Rot des Backsteins sondern das Grün deiner Parks.

Diese verkehrstechnisch ungünstig gelegene Alster. Die du schon trockenlegen wolltest. Diese verkehrstechnisch ungünstig gelegene Elbe, die du immer weiter ausbaggerst bis da kein Leben mehr ist und der letzte Elbfischer aufgibt weil dein Hafen zu arrogant ist, um mit Wilhelmshafen zusammenarbeiten, wo ganz ohne Baggern die dicksten Pötte anlegen könnten. Die Alsterniederung und die Elbparks wo die Schnösel wohnen, der Altonaer Volkspark, der Stadtpark, der Harburger Stadtpark, Billwerder, die ausgedehnten Moorgebiete im Süden und die Fischbeker Heide, wo der Pöbel wohnt.

Und deine Antwort? Beton. Beton und Asphalt. Jetzt wird dann also die A26 und die Hafenspange gebaut. Mitten durch das alte Land. Durch eines der größten Obstanbaugebiete der Welt und die letzte Ecke Hamburgs, die noch Frieden ausstrahlt. Um Harburg, Wilhelmsburg und das Alte Land vom Verkehr zu „entlasten“ natürlich.

Denn das ist ja der Witz: Autobahnen auf dem Land werden damit beworben, dass sie Verkehr und Arbeitsplätze heranführen. Autobahnen in der Stadt dagegen sollen Arbeitsplätze erhalten und Verkehr vorbeileiten. Was für ein Witz. Ich warte seit mehr als 30 Jahren auf die Pointe.

Aber da die keiner bringt hier meine Pointe: Beides ist gelogen. Auf dem Land verlagern Autobahnen nur Arbeitsplätze. Deutschland ist längst eine durchgehende Autobahn voller Logistikzentren. Alles was passiert wenn man eine neue Autobahn baut ist, dass manche der Speditionen und Logistikzentren sich einen Ort suchen der noch verkehrsgünstiger ist und mehr Fördermittel zahlt. Ach und natürlich der Transport auf der Schiene weiter abnimmt.

Und in der Stadt? In der Stadt macht jede Autobahn es noch komfortabler Auto zu fahren. Und wenn etwas komfortabler wird führt das ja meist dazu, dass weniger Leute es nutzen! Gilt ja auch für S-Bahnen und U-Bahnen. Oh wait, ist das etwa andersherum?

Richtig: Also in der Stadt führt es dazu, dass noch mehr Leute autofahren. Sich noch mehr Leute ein Haus im ehemals Grünen kaufen und täglich pendeln. Dass noch mehr Leute mal eben mit der Karre ins ehemals Grüne fahren.

Anders gesagt: Das Alte Land wird NICHT von Verkehr entlastet werden. Es wird zerschnitten und BElastet werden. Es wird einen Bauboom und Neubaugebiete kriegen. Die Leute werden mal eben über die Autobahn dahin donnern um Ruhe zu finden und mit Glück ein paar Äpfel zu kaufen.

Ich war gerade im Alten Land Rad fahren. Es ist wirklich noch so viel schöner als man es sich vorstellt. Vielleicht das letzte Paradies Hamburgs. Und wenn man sieht wie sich die neue Autobahn durch die letzten ruhigen Ecken fräst, partiell neben, partiell direkt durchs Naturschutzgebiet, dann fragt man sich: Wofür und was genau ist dieser Naturschutz?

Denn wenn es drauf ankommt wird jede verf**** Autobahn gebaut. Beton ist einfach härter als Natur. Natur kann keine BI gründen. Natur kann keine Politiker mit Aufsichtsratsposten belohnen. Es macht mich so schrecklich wütend und hilflos zu sehen wie nun diese Autobahn auf exakt dem letzten Stück Radweg gebaut wird, dass vom Süden aus durch den Hafen ins Stadtzentrum führt und nicht direkt an Auspuffen längsläuft.

Das Schild „Denkmalschutz“ ist übrigens genauso viel wert. Wie gerade an der Sternbrücke zu besichtigen. Clubs, Kultur, Denkmalbrücke weg. Fehmarn-Sund-Gedenk-Monsterbrücke und 4-spurige Stresemannstraße hin. Wegen Umweltzone und so. Damit die Autos schnell durchkommen und damit weniger Abgase hinterlassen.

Mitgebaut übrigens einmal mehr von den Grünen. Die irgendwie immer zu spät kommen, um eine Idiotie zu verhindern. So häufig, dass man sich fragt obs an den Grünen oder am Timing liegt. Ganz ehrlich: Die Hamburgs SPD, da hab ich längst alle Hoffnung verloren. Die war schon immer eine halbe CDU. Aber die Grünen? Wenns nicht mal mehr einen Unterschied macht die zu wählen, was bleibt uns dann?

Aber warte: Sie haben in den Koalitionsverhandlungen den Völli gerettet, also den Vollhöfner Wald und das ist aller Ehre wert. Nur führt dann demnächst direkt am Wald die Autobahn längs. Hach, diese erholsame Rauschen der Autos. Fast könnte man denken, da wäre das Meer.

Aber dafür hat die Koalition jetzt versprochen in Zukunft wirklich und Indianerehrenwort so viel Radweg neu zu bauen wie sie bei den letzten Koalitionsverhandlungen versprochen hatten. Was für ein Gamechanger! In Zukunft nennen sie einfach kaputten Radweg, den sie reparieren, „neu“ dann kommt das hin!

Oder sie machens wie direkt hinterm alten Elbtunnel. Der Hauptradweg nach Wilhelmsburg. Zu Stoßzeiten ist da Rad-High-Noon. Bisher war da ein solider Radweg auf dem sehr breiten Bürgersteig. Jetzt, nach 2 Jahren aufwendiger Bauzeit sind da mitten in Schwerlast- und Blohm & Voss Berufsverkehr zwei schmale Schutzstreifen für die Radler aufgepinselt. Aber die 3 Fußgänger am Tag, die haben jetzt 4 1/2 Meter Fußweg in der Breite! Die können durch den Hafen flanieren!

Man hätte allen Platz gehabt, um da leicht erhöhte Protected-Bike-Lanes hinzubauen. Aber nicht mit der Hamburger Verkehrsbehörde. Denn was man ja immer im – manchmal berechtigten, manchmal unberechtigten – Politikerbashing vergisst ist: Der Supertanker Behörde hat sein Eigenleben und eine Bremsspur von Hamburg bis nach Geesthacht hoch.

Wenn da die Politik nicht endlich mal die richtigen Leute reinbringt fällt denen in 20 Jahren noch nicht auf, dass Radfahrer auch Verkehr sind. Und Platz und Sicherheit brauchen. Denn Hamburger Beton ist geduldig.

Denn eigentlich wäre JETZT der Zeitpunkt. Es gibt phantastische Radtechnik. Es gibt E-Bikes. Es gibt LASTENRÄDER. Man kann lange Strecken endlich komfortabel mit dem Rad fahren. Man könnte landschaftlich schöne Strecken von allen Seiten in das Hamburger Zentrum bauen. Nicht an Auspuffen. An GRÜNFLÄCHEN!

Man könnte S-Bahnen und U-Bahnen konsequent ausbauen, Straßenbahnen bauen, endlich weniger auf diese scheißlangsamen Virenschleudern namens Bussen setzen. Denn ein Bus ist IMMER das unangenehmste Verkehrsmittel. Laut, eng, wackelig und ÜBERALL in der Stadt langsamer als das Rad.

Man könnte zu der Erkenntnis kommen, dass Autos in der Stadt nur in Ausnahmefällen Sinn machen. Für genau die, die sie wirklich brauchen. Körperlich eingeschränkt, Polizei etc. Denn für die wäre dann mehr Platz und weniger Stau.

Und ich weiß was jetzt kommt – Irgendwer nölt: „Aber ich lebe auf dem Land, da fährt kein Bus ich bin aufs Auto ang….“ Ja verfluchte scheiße nochmal, kann eigentlich niemand lesen? IN DER STADT! Auf dem Land, macht es ab einer bestimmten nicht vorhandenen Besiedlungsdichte keinen Sinn Busse fahren zu lassen. Da ist das Auto doch völlig okay. Da ist Platz, keiner will euch die Karre verbieten. Ich hab selber eine aber ich fahre damit NICHT IN DIE STADT. Denn da gibt es viel bessere Optionen.

Denn IN DER STADT sind Autos die dümmste, platzverschwendenste, asthmaerzeugendste, nervigste und lebsqualitätsvernichtenste Option.

Also hört endlich auf die letzten intakten Grünflächen mutwillig zu zerschneiden, die Elbe totzubaggern, die letzten Clubs zu beerdigen nur damit der VERKEHR besser durchkommt nur weil ihr daran scheitert zu erkennen, dass VERKEHR UNGLEICH AUTO ist und REICHTUM UNGLEICH HAFEN ist.

Der Reichtum von Hamburg besteht in Menschen, Ideen, Natur und vielen klugen mittelständischen Betrieben und Verkehr kann in 2020 so viel smarter sein als ein SUV, der nicht auf den Parkplatz passt. Eine S-Bahn durch den Elbtunnel um Altona und den Süden zu verbinden. Da ist doch eh immer eine Röhre gesperrt. Einfach mal sauber sanieren das Teil und dann passt das auch für den Autoverkehr. Radfernwege auf eigener Strecke durch Hafen und co. Die Milliarden sind doch anscheinend da?! Und technisch sollte das im Land der Ingenieure doch auch möglich sein. Oder können die nur Autobahnen? „Nee, sorry du ich bin Autobahnasphaltingenieur, Radwege sind mir echt zu komplex!“

Aber das geht nur wenn IHR in Politik UND DEN BEHÖRDEN endlich mal den Hamburger Beton aus euren Köpfen spült.

Also wenn ihr welche aus den Behörden oder Politik kennt, schickt ihnen das hier, schnappt ihn euch, redet mit ihnen, macht ihnen klar, dass das auch anders geht. Oder gründet eine Partei für das Jahr 2020. Denn ich bin es so satt in einer Stadt zu leben, die immer noch Verkehrspolitik aus den 60ern umsetzt. Wirklich. Ich mag nicht mehr. Es ist so unfassbar lächerlich.

Und außerhalb Hamburgs? Wählt verflucht nochmal endlich Parteien, die nicht die nächste idiotische, ewiggestrige Autokaufprämie durchwinken. Ich hoffe die gibts. Also die Parteien, nicht die Prämie.

Sorry für nix. Euer Captain Futura.
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Petition gegen Spritschleuderkaufprämie: https://epetitionen.bundestag.de/…/Petition_110043.$$$.a.u.…

Petition gegen neue Autobahn im Hamburger Süden: https://www.bund-hamburg.de/keine-neue-stadtautobahn/

P.S. Der Captain wohnt wenige hundert Meter von der B73 entfernt, die angeblich durch die Autobahn entlastet werden soll. Er würde also theoretisch von der Autobahn „profitieren“. Ist aber natürlich Blödsinn.

P.P.S. Auf dem Foto ist eine Streuobstwiese unter Naturschutz versteckt. Finde sie!

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