Tag: Warnung

Die verlogenen Ökos oder: Anleitung für den Untergang und Grüße nach Glasgow

1. Die verlogenen Ökos

Du hast eigentlich ein schlechtes Gewissen, weil auch dir klar ist, dass das mit der Klimakatastrophe recht unangenehm wird, aber du nicht bereit bist irgendwas an deinem Leben zu ändern? Na dann such Fehler bei den Anderen! Du hast Glück, denn kein Mensch ist fehlerfrei und auch Vorzeigeökos haben kein korrektes Paralleluniversum aus dem heraus sie unseres ökologischer und zukunftsfähig machen können. Nein, Ökos leben hier zusammen mit dir und mir und deshalb haben sie in den 90ern „doch auch mit Atomstrom ihren Herd betrieben“ – deswegen hatten sie in den 2.000ern „doch auch keine Windkraftanlage im Garten“ – haben in den 2010ern „mit der Solaranlage den Staat und die arme alte Frau für die Einspeisevergütung abgezockt“ und 2021? Da sind sie die wahren Umweltzerstörer! Sie betreiben im Kongo fiese menschenverachtende Kobaltminen für ihre Elektroautos, sie produzieren als verlogene Friday-For-Futures-Kids mit ihren Smartphones beim Greta-Streamen mehr CO2 als dein BMW X5 und sie fahren laut DIESER Studie sogar häufiger als du SUV und für „ihre“ Windkraftanlagen und „ihre“ Photovoltaikanlagen werden ganze Landschaften zerstört. Wichtig dabei ist: Immer nur Überschriften lesen und niemals genau die Zahlen betrachten. Denn sonst könnte man aus Versehen mitbekommen, dass der X5 wirklich viel schlimmer ist als seeeehr viele Smartphones zusammen, dass Grüne tatsächlich seltener SUV fahren und die Studie völliger Nonsens war, und dass Kobalt in vielen Autobatterien längst nicht mehr drin ist. Dafür ist Kobalt aber durchaus in deinem Smartphone und vielen anderen Geräten. 99% der Zerstörung dieser Welt gehen immer noch auf den wahnsinnig schädlichen Abbau der fossilen Energien. Du willst richtig geile apokalyptische Landschaften sehen? Dann google mal „Abbau Ölsand“, „Erdöl Nigerdelta“ oder „Braunkohle Abbau Deutschland“. You’re welcome!
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Wir fahren auf den Abgrund zu, du gibst weiter Gas und raunzt deine Beifahrerin an, dass sie gefälligst aufhören soll mit ihren Mahnungen, denn „sie sitzt doch auch im Auto“ und „profitiert doch auch davon dass wir immer schneller fahren!“ und will sie denn „zurück in die Steinzeit“ und zu Fuß gehen? Und frieren? Na?
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2. Keine Sorge: Du hast Freunde in den Medien!

Aber keine Sorge, selbst wenn dann dein Selbstbild ein bisschen leidet: Du hast gute Freunde in den Medien! Denn von FAZ über Welt bis Spiegel, Zeit und leider auch ARD und co. (z.B. Browser Ballett) gilt: Angebliche verlogene Ökos klicken einfach so geil! Weil du da klickst um dich gut zu fühlen und nichts tun zu müssen bringen sie dir tolle Headlines, die gut tun. Headlines, die alles schlecht machen und die Welt so kompliziert, das man ja eh nichts tun kann, weil alles gleich scheiße ist! Verbrauchen nicht eigentlich Solarmodule bei der Produktion mehr Strom als sie jemals erzeugen? Sind Windkraftanlagen nicht die wahren Landschaftszerstörer? Kinderarbeit für E-Autos! Und direkt darunter eine Uhr, die misst wieviel CO2 wir noch bis zum 1,5 Grad Ziel ausstoßen können und die Vorschau eines Artikels zum neuen Porsche Cayenne, der laut Tester „etwas agiler sein könnte.“
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Wir fahren auf den Abgrund zu, du gibst weiter Gas und die Medien werfen Blendgranaten. Vielleicht ist der Abgrund gar nicht da? Vielleicht ist er eh unvermeidlich? Vielleicht würden wir mit einem E-Auto noch viel schneller reinfahren? Guck mal hier der neue Ferrari, wie geil kann schlechtes Gewissen sein. (Spoiler: SEHR Geil!)
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3. Wenn alles nicht hilft: Spiel Öko gegen Sozial aus!

Gerade kam bei Deutschlandfunk: „In Glasgow läuft die aktuelle Klimakonferenz / Dietmar Bartsch von der Linken fordert die nächste Stufe der CO2-Bepreisung zu streichen.“ Und schöner kann man diesen Trick nicht auf den Punkt bringen. Der derzeitige Anstieg der Energiepreise hängt nur marginal mit dem CO2-Preis zusammen. Aber das Narrativ ist mächtig und so befriedigend. Die angeblichen Klimafreunde als verlogene Menschenfeinde. Hach, wie das wieder klickt! Katastrophen und insbesondere die Klimakatastrophe treffen immer und vor allem die Armen. Insofern ist Klimaschutz vor allem auch Armenschutz und so gut wie alle Klima- und Umweltschützer, die ich kenne fordern immer auch den sozialen Ausgleich. Der Kern von Klima- und Umweltschutz ist GERECHTIGKEIT und Menschenschutz, und wem Gerechtigkeit wichtig ist, der neigt dazu das auch im Zwischenmenschlichen zu fordern. Aber hat nicht die CDU eine CO2-Bepreisung durchgesetzt, die keinen sozialen Ausgleich hat? Ja, hat sie. Und war das nicht die Idee der Grünen? Nein, war es nicht. DOCH, ES WAR DIE IDEE DER GRÜNEN! SAGT AUCH DIE CDU!
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Wir fahren auf den Abgrund zu, du gibst weiter Gas, denn wenn du jetzt bremst müssten ja auch die bremsen, die eh schon abgehängt sind! Und das kann doch niemand wollen!
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4. Immer noch ein schlechtes Gewissen? Tanz die FDP und zauber Zukunftstechnologien aus dem Hut!

Es ist ja so: Realität hat immer Schattenseiten. Photovoltaik produziert nicht immer Strom und braucht viel Fläche. Die ist zwar vorhanden und übrigens sind selbst Freiflächen-PV-Anlagen für die Ökologie besser als die meisten landwirtschaftlichen Flächen. Aber der Anblick! Und erst Windkraftanlagen! Schrecklich. Statt also mühsam bestehende Technologien gegen die Nimby-Bürger durchzusetzen („Klar will ich billigen Strom, aber die Nachteile davon sollen bitte alle anderen haben, nur nicht ich“) setzt du einfach auf wolkige Zukunftstechnologien und deutsche Ingenieurskunst, die das Problem wie von marktwirtschaftlicher Zauberhand lösen wird. War da nicht was mit der Atomrenaissance und AKWs zweiter Generation (kommt nie, bringt in absoluten Zahlen nix relevantes und ist Teufelsaustreibung mit dem Beelzebub) und dem Durchbruch bei dem Fusionsreaktor (kommt immer in 50 Jahren)? Und wie dumm wäre das wenn wir uns jetzt schon von fossilen Energien, von erpresserischen Autokraten und Diktatoren unabhängig machen? Wenn wir jetzt schon bessere und gesünder Luft haben? Und tatsächlich die Klimaziele einhalten und unseren Wohlstand erhalten? Und dann kommt in 100 Jahren die perfekte Fusionskraft und wir brauchen die eigentlich gar nicht mehr so richtig. MANN WAS WÜRDEN WIR UNS DANN ÄRGERN!!!*
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Wir fahren auf den Abgrund zu, du gibst weiter Gas, denn baut da vorne nicht vielleicht schon Morgen der Markt eine unsichtbare Brücke über den Abgrund?
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5. Erstmal die anderen! …und was können wir in Deutschland schon bewirken?

Der letzte und sicherste Rettungsanker, um nichts ändern zu müssen und die Ökos als dumm und naiv zu rendern. Denn das Gegenteil ist nicht beweisbar. Es gibt aber Indizien. Deutschland ist die drittgrößte Exportnation der Welt. Deutschland hat immer noch einen der höchsten CO2-Emissionen pro Kopf und historisch gesehen einen beträchtlichen Anteil an den Weltemissionen. Deutschland ist wirtschaftlich die Leitnation Europas und wenn Deutschland mit dem EEG die Erneuerbaren fördert oder als Industrienation auf CO2-freie Wirtschaft umstellt, schaut die ganze Welt zu. Und kopiert nicht selten. Das EEG z.B. war ein riesiger Exportschlager und hat erst möglich gemacht, dass PV und Windkraft inzwischen neu gebaut billiger als Atomkraft und meist sogar Gas und Kohle sind.** Zudem ist der Umstieg auf eine CO2-freie Wirtschaft zwingend. Er wird eh passieren. Auf dem einen oder dem anderen Wege. Die Frage ist nur ob wir dabei eine Rolle spielen. Oder ob wir gespielt werden. Ich würde daher ganz egoistisch sagen: Ich will das Deutschland dabei eine große und vorbildliche Rolle spielt, damit ich in 20-30 Jahren noch ein nices Leben in Wohlstand habe.
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Wir fahren auf den Abgrund zu, du gibst weiter Gas, denn die anderen bremsen ja auch nicht!
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Und wenn wir mit all dem durch sind könnte man jetzt noch auf die Idee kommen, dass ständiger Wachstumszwang Umwelt- und Klimaschutzfortschritte sehr gerne sehr gründlich auffrisst – aber das besprechen wir ein andermal…

Euer verlogener Öko Captain Futura
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Ausgewählte Quellen

In Sachen Grüne und SUV:
https://idw-online.de/de/news769681

In Sachen Kobalt und co.
https://www.facebook.com/photo?fbid=413839410111274&set=a.273718084123408

In Sachen Klimaschutz und soziale Frage:
https://graslutscher.de/warum-klimaschutz-uns-wohlstand-und-stabilitaet-bringen-wird-und-die-bild-das-gegenteil-behauptet/

Fridays for Future vs. Fridays for Hubraum: Was ist schlimmer? Streaming oder SUV-Fahren?

* Ich bin übrigens sogar DAFÜR Fusionskraft zu erforschen. Nur wird sie mit 99,9 prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht früh genug zur Verfügung stehen, um die Klimakrise abzuwehren.

** Mindestens wenn man all die schädlichen und kontraproduktiven Subventionen und Externalisierungen weglässt, aber häufig auch obwohl es sie noch gibt.

Renaissance der Atomkraft? Schon wieder?

Es ist ja so: Wenn die Bundesregierung einmal mehr die Energiewende verschlampt und allerorten gegen Windräder oder Strommasten opponiert wird* – dann kommt ganz sicher jemand von AfDPWirtschaftsunion in den Raum, furzt „Atomkraft ist klimafreundlich!“ oder „Atomkraft ist die Zukunft, nur wir dummen Deutschen machen wieder nicht mit!“, geht wieder und lässt den Rest mit dem Gestank allein.

Als kleiner Reminder diese Grafik. Ist es nicht alleine schon auffällig genug, wie beliebt es ist Atomkraftwerke direkt an die Grenze zu bauen? So hat Tschernobyl Weißrussland am Ende härter getroffen als die Ukraine. Und Weißrußland baut seinen neuen Reaktor Astrawez folgerichtig mit voller Absicht direkt an die Grenze zu Litauen. Als politisches Druckmittel. Nach dem Motto: Jetzt hängen die Litauer mit drin. Subtext: Wenns Weißrußland scheiße geht und sich die Pannen häufen, dann ist auch Litauen in Gefahr. Also unterstützt mal besser die Führung (bzw. den Föhrer) von Weißrußland!

Auch Fessenheim war zuletzt mehr ein Problem Deutschlands als Frankreichs. Wegen vorherrschender Westwinde hätte Fallout aus einer Kernschmelze wohl vor allem die Umgebunge von Freiburg verseucht. Und die diversen Pannen haben zu so viel Ärger, vor allem auch aus Deutschland geführt, dass man es schlussendlich endlich abgeschaltet hat. Noch dreister ist nur Chooz, das Frankreich mehr oder weniger in Belgien „reingebaut“ hat. Wer seine Nachbarn liebt, zeigt ihnen halt gern sein strahlendstes Lächeln.

Nun noch kurz in Sachen „Renaissance der Kernkraft“ die von den Unbeirrbaren immer so gerne bemüht wird. Zwei Projekte sagen eigentlich alles was man wissen muss:

Olkiluoto in Finnland
Hinkley Point in England

An diesen beiden Orten in zwei der höchstentwickelten Ländern der Welt (na gut, bei England lässt sich zunehmend drüber streiten) sollen neue Kernkraftwerke gebaut werden. Also genauer: Man versuchts. Halt nur schon etwas länger. Um es ganz genau zu sagen: Die beiden Projekte sind der Berliner Flughafen von Finnland bzw. England. Nur dass sie noch viel, viel teurer sind und die Folgekosten viel, viel höher. Sogar wenn man das Risiko einer Kernschmerze ausklammert.

Olkdingsbums wird seit 12. August 2005 gebaut. Geschätzte Kosten 3 Milliarden Euro. Geplante Fertigstellung 2011.

–> Heute geschätzte Baukosten liegen bei 11 Milliarden Euro. Ganz vielleicht soll das Kernkraftwerk Februar 2022 ans Netz gehen. Die explodierenden Kosten trägt größtenteils der französische Steuerzahler, weil Areva als Bauträger einen Festpreis vereinbart hat und französischer Staatskonzern ist. Ich wage die vorsichtige Schätzung: Das machen die nicht nochmal.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Olkiluoto
https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2-wissen-2019-12-16-100.html

Hinkley Point. Hier begann das Projekt Neubau 2013 mit geschätzten Kosten von 16 Mrd. Pfund (ca. 18 Mrd Euro) inzwischen sind wir bei 24,5 Mrd. Pfund (27,4 Mrd. Euro) und die Fertigstellung? Nun ja. Eigentlich ist bis heute nicht mal so richtig der Bau in Gange gekommen, Stand 2019 ist man 8 Jahre hinter Zeitplan, was wenn man zurückrechnet das Jahr 2011 wäre, was somit ein Zeitpunkt vor dem Planungsbeginn wäre. Hinkley Point ist also das erste Bauprojekt der Welt, das beim Bau in der Zeit zurückreist. Sozusagen der Benjamin Button der Großprojekte.

Um das Vertrauen in den Erfolg des Projektes noch zu vertiefen: Drin hängen England (logisch), China über den Staatskonzern China General Nuclear Power und Frankreich über den Staatskonzern EDF. Wobei EDF wegen der explodierenden Kosten Angst hat Pleite zu gehen und wilde Memos verschickt wurden. Daher wurde eine Einspeisevergütung verhandelt. FALLS das Atomkraftwerk eines Tages ans Netz geht, würde der britische Staat über 35 Jahre garantiert mindestens 100 Euro pro Megawattstunde zahlen. Und zwar mit der Inflation wachsend. Es würde also mit 10 cent pro kWh starten und mit ca. 22 cent pro kWh enden.

Der Witz daran: Erneuerbare Energien produzieren Strom längst durchweg günstiger. Heute schon. Onshore-Wind kostet zwischen 3,99 und 8,23 cent pro kWh / Offshore-Wind geht von 7,79 bis 13,79 cent pro kWh / Solarenergie kostet zwischen 3,71 und 11,54 cent pro kWh / Tendenz überall fallend.

Man schätzt die Gesamtkosten von Hinkley Point für den britischen Staat auf 100 Milliarden. HUNDERT Milliarden. Das sind Löcher in der Staatskasse, da wird sogar Corona neidisch.

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Kleiner Funfact zu den alten schon bestehenden Blöcken von Hinkley Point, ich zitiere Wikipedia: „Während der Bauphase im Jahr 1961 urinierte ein Bauarbeiter gegen eine der Rohrleitungen. Dies hatte zur Folge, dass die entsprechenden Leitungen, durch welche während der Betriebsphase die radioaktiven Abwässer flossen, zu rosten begannen und deswegen 1986 die Anlage für zehn Tage stillgelegt werden musste, um die Leitungen für umgerechnet damals rund 4,5 Millionen DM zu erneuern.“

Atomkraft: Immer eine sichere Kiste! Wirklich traurig dass wir dummen, dummen Deutschen da nicht mehr mitspielen. Wir verpassen die strahlende Zukunft Leute! Aber sowas von!
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P.S. Mehr aufschlussreiche Grafiken (und Erklärungen) nur im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ im Yes Verlag:
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/
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weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Hinkley_Point
https://www.ews-schoenau.de/energiewende-magazin/zur-sache/hintergruende-zu-hinkley-point-c/
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energie-strahlendes-milliardenspiel-1.4147237

* kurz noch ein Wort zu Bürgerinitiativen. Ursprüngliche Formulierung hab ich gestrichen weil sie missverstanden wurde. Grundsätzlich finde ich BIs ein sinnvolles Instrument des Bürgerwillens. In den letzten Jahren gab es leider einen gewissen Trend zu Nimby (Not-in-my-backyard) bzw. dem schönen St. Florians Prinzip („“Heiliger Sankt Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ and’re an!“) was meint: Alle, wollen alles haben außer den Nachteilen, die will keiner. Anders gesagt: Wer Strom will, muss halt auch irgendeinen Tod sterben. Und wer aus guten Gründen GEGEN Atomkraft und Kohle ist, muss Windkraftanlagen und PV auch in seiner Nachbarschaft akzeptieren, sonst wirds irgendwann lächerlich. Der Windstrom muss zudem von Norddeutschland nach Süddeutschland. Ganz ohne Fernspannung wirds nicht gehen, auch wenn Dänemark vormacht, dass mehr lokal ausgeglichen werden kann, als in Deutschland gerne behauptet wird. Kurz, es ist kompliziert, wenn aber an so gut wie jedem Windrand und jedem Hochspannungsmast demonstriert wird kommt überhaupt nichts voran und es ist teilweise schwer die seriösen BIs von den zunehmend verschwörungstheoretisch aktiven wie z.B. „Windwahn“ (Wobei da der Name immerhin Bände spricht) zu unterscheiden.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/erdweg-windrad-energiewende-1.4950579
https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/245/hansi-mueller-und-die-windkraft-verschwoerer-3303.html
https://www.sfv.de/artikel/mit_vernunftkraft_gegen_saubere_energie
http://www.bund-rvso.de/buergerinitiativen-windkraft-windenergie-fake-news.html

Tür 12: Futurakalender – Der Markt regelt das!

Futurakalender Tag 2xNikolaus: Eine der beliebtesten Mythen der modernen Welt, man möchte fast sagen Gottheiten, ist „der Markt“ der wie von Geisterhand alles regelt. Und es stimmt. Rauchen in der Schwangerschaft z.B. ist heute weitgehend verpönt, ohne dass der Staat es verbieten musste.

Leider ist da die Auflistung schon so gut wie zu Ende. Denn wenn man ansonsten mal genauer hinschaut, könnte einem auffallen, dass vieles was unser Leben heute länger, gesünder und weniger gefährlich macht, dieser angeblich so schreckliche Verbotsstaat war. Ginge es nach dem Markt würden wir heute noch Bremsbeläge aus Asbest benutzen, Heroin als Hustensaft verkaufen (kein Scherz, hat vermutlich auch geholfen, zumindest war einem Husten damit egal), unangeschnallt besoffen Kinder zur Schule fahren und großflächig „total praktisches“ DDT verprühen.

Daher ist Vorsicht angebracht, wenn mal wieder eine Initiative der Wirtschaft überzeugt ist, dass „der Markt“ schon alles alleine regelt und man ohne den verbotenen Stoff UNMÖGLICH auskommen könnte, dass dann womöglich die Landwirtschaft zusammenbräche, wir keine Autos mehr hätten und alle nix zu essen…

Denn am Ende unterschätzen die Marktbefürworter hier den Markt (was ein interessanter Widersinn in sich ist) Denn der Markt findet natürlich Wege, den verbotenen Stoff zu ersetzen. Innovation kann der Markt. Nur an den Menschen und seine Unversehrtheit denken kann er nicht. Dem Markt ist Mensch egal. Dafür brauche es Demokratie, einen entschiedenen Staat und NGOs die Druck machen. Und dann sind am Ende staatliche Verbote und ein innovativer Markt gemeinsam Treiber für ein besseres und gesünderes Leben.

Man kann daher zusammenfassen: Wer Angst vor sinnvollen Verboten hat, ist vielleicht einfach nur denkfaul, geldgierig und ideenlos. Und Klimawandel, Artensterben, Verkehrswende? Der Weg führt über einen entschiedenen Staat und innovationsfördernde Verbote.

Was macht uns krank?

Todesbringend-01

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