Tag: Wirtschaft (page 1 of 2)

Ist Bitcoin die Zukunft?

Elon Musk hat mit Tesla (und anscheinend auch persönlich) Milliarden in Bitcoins investiert. Was aussieht wie die Zukunft, ist aber vor allem ein weiterer Schritt Richtung Klima-Apokalypse. Denn Bitcoins laufen auf gigantischen Mengen dreckigem Kohlestrom, der den Treibhauseffekt weiter anheizt. Und das obwohl der praktische Nutzen gegen Null geht, da es sich um eine reine Spekulationsblase handelt.

Denn während Kreditkartentransaktionen sparsam mit Energie umgehen verbrauchen Bitcoins beim Schürfprozess bzw. Mining
unglaubliche Mengen von Strom. Nicht umsonst stehen die entsprechenden Rechenzentren meist dort, wo Strom günstig ist, z. B. in der chinesischen Einöde mit Direktleitung zum Kohlekraftwerk. Beim Mining knacken Hochleistungsrechner komplizierte Rechenaufgaben, um die Verschlüsselung zu validieren. Das muss man genauso wenig verstehen wie den Hype um dieses auch in halbseidenen Kreisen beliebte Zahlungsmittel – verstehen sollte man aber, dass der Stromverbrauch gigantisch ist. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Bitcoin-Transaktion durch das Mining bis zu 300 kWh verbrauchen kann. Das entspricht ca. 300.000 Kreditkartentransaktionen.

Die Zahl wird übrigens teilweise noch höher angesetzt, ich habe mich hier grob an Wikipedia gehalten. Schon 2018 soll die Bitcoin-Szene deutlich mehr Strom verbraucht haben als Dänemark. Für etwas, das als reines Spekulationsobjekt im täglichen Leben komplett nutzlos ist. Und genauso hat Elon Musk das auch gehandhabt: Tesla hat bereits zehn Prozent der Anlagen in Bitcoins wieder abgestoßen und dabei einen hübschen Gewinn im höheren Millionenbereich gemacht.

Was einmal mehr belegt: Milliardäre machen was Milliardäre machen: Reicher werden. Und: Zwischendurch Sonntagsreden schwingen, während sie Montag bis Samstag für die Rendite die Zukunft des Planeten ruinieren.

Und Bitcoins? Gehören eigentlich längst stillgelegt und durch effizientere Kryptowährungen ersetzte. Statt dessen wird der Hype weitergehen, denn jetzt haben zu viele Menschen zu viel zu verlieren und die Gier der Anderen tut ihr übriges. Was einmal mehr beweist: Die schöne neue Digitalwelt sieht am Ende unter der weißen Plastikoberfläche genauso dreckig aus wie der Erdöl- und Kohlerausch vergangener Jahrhunderte.

Übrigens gibt es einen nennenswerten Anteil an Bitcoins, zu denen der Besitzer oder die Besitzerin den Schlüssel verloren hat. Manche Menschen sind theoretisch Multimillionäre, kommen aber an ihr Geld nicht ran, weil sie das Passwort nicht mehr wissen. Anders gesagt läuft da ein Kohlekraftwerk für Bitcoins, die im Grunde zweimal nicht existieren. Einmal nicht physisch und einmal nicht als abrufbares Vermögen. Die Zukunft unseres Planeten wird für digitale Geister ruiniert.

Euer Captain Futura.

Und weil IMMER dieselben Kommentare der Bitcoinfans kommen. Hier nochmal wiederholt, es wird folgendes verglichen:

Die Visa Incorporation mit ihrem KOMPLETTEN Stromverbrauch – auch Gebäude und co – geteilt durch alle Transaktionen die sie vornimmt

gegen

Die Bitcoin Gemeinde und ihr Stromverbrauch geteilt durch alle Transaktionen, die sie vornimmt.

Und dann kommt das in der Grafik raus, beziehungweise meist für Bitcoins noch viel schlechtere Werte (Ich war noch nett). Das liegt daran, dass Bitcoins kaum reale Anwendungen haben und reine Spekulationsobjekte sind. Und genau darum geht es hier. Es wird für eine Spekulationsblase das Klima weiter ruiniert. Es ist, wenn man so will eben kein Geld, sondern wenn überhaupt digitales Gold ABER sogar energetisch im Schürfprozess NOCH schlimmer als Gold und in dem Moment wertlos in dem z.B. China und andere Staaten entscheiden, dass man Strom besser für effizientere moderne Kryptowährungen nutzen sollte, wie z.B. Ethereum.

Bitcoin Energy Consumption Index


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Diese Grafiken und all das sind, wie man sich vermutlich vorstellen kann, tierische Arbeit und ich hab leider den Punkt verpasst Bitcoins zu kaufen. Ich hab aber ein Buch gemacht. Mit tollen Grafiken, guter Unterhaltung und spannende Wissen, also wenn ihr Euch eine Freude machen wollt und mich unterstützen mögt:
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Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin#Mining-Rechenleistung,_Stromverbrauch_und_Umweltverschmutzung

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/digital-bezahlen/bitcoin-stromverbauch-beiherstellung-enorm-hoch-15876893.html

https://www.sueddeutsche.de/digital/bitcoin-herstellung-energieverbrauch-1.4207289

Mit autonomen Elektroautos wird alles besser! Nicht.

Ich hab ja mal Umweltwissenschaften studiert. Das ist schon ein bisschen her und damals war das Zauberwort in den Management-Theorien für eine bessere Welt: SHARING ECONOMY! Damit wird alles besser hieß es.

Ich kann mich sehr genau daran erinnern, wie ich den Prof genervt habe, weil ich ihm da ständig widersprochen habe.

Leider hatte ich recht.

Denn natürlich ist die Grundidee an der Sharing Economy super. Mein teilt z.B. ein Auto, dass sonst 23 Stunden am Tag nur rumsteht und spart so Parkraum und Produktion von unnötigen Blechkisten.

Mein Argument war damals: Ein System, dass auf Wachstum und Besitz aufgebaut ist wird Sharing Economy nicht als Ersatz für Bestehendens nutzen. Sondern einfach on-top. Noch so oben drauf im Dienste der Bequemlichkeit. Als Kirsche auf der vergifteten Sahnetorte „Wachstum 4ever!“*

Die den Radweg blockierenden E-Roller allerorten und die wie Pilze aus dem Boden schießenden Möchtegern- „Carsharing“Systeme wie „Car4now“ oder „Mobility2You“ oder „2Lazy2Bike“ belegen das leider.**

Denn NATÜRLICH kaufen sich die Leute trotzdem noch einen neuen fetten SUV. Und einen E-Roller. Und ein E-Bike.***

Obwohl für die meisten Strecken ein stinknormales Rad am schnellsten und bequemsten gewesen wäre. Und sie hätten alleine mit den Kosten für das E-Bike sich so ein geiles normales Bike kaufen können, dass sie das E nicht mal vermisst hätten.

Der nächste Retter der verstopften Städte soll jetzt das E-Auto sein. Oder am besten das autonom fahrende E-Auto.

Aber wird es das? Ja, E-Autos sind leiser (das ist super), E-Autos retten Menschenleben, weil weniger Abgase (das ist super), E-Autos sind nach so gut wie allen Studien ökologischer, aber E-Autos transportieren genauso sinnlos eingelackte Luft durch die Gegend, wenn sie im Regelfall nur eine Person transportieren.

Und mit autonom fahrenden Autos wird es noch schlimmer. Die Idee ist: Autonom fahrende Autos können automatisiert mit engeren Abständen zueinander fahren und so Staus verhindern und auf ominöse Art und Weise die Straßen entlasten.

Das funktioniert aber nur wenn der Großteil der Autos autonom fährt. Und das wird sehr lange dauern. Bis dahin machen autonome Autos Autofahren NOCH bequemer. Und ÖPNV noch unverlockender.

Und was wird denn in der Realität passieren? Nun. Die Kirsche auf der Sahnetorte von „Wachstum 4ever“ natürlich. Die Leute werden zum Beispiel auf der Party ein Bier zuviel trinken. Und dann nicht die Sbahn nehmen. Sondern in sein Smartphone lallen „K. I. T. T. Ich brauche dich!“

Und dann fährt das autonome Auto einmal leer durch die Stadt. Und natürlich ist das kein kleines Auto. Sondern ein fetter, autonomer Elektro-Bus-SUV, der dann als Statussymbol bei der Party vorfährt. Die Flügeltüren fahren hoch und man torkelt mit einem „Wegbier!“ und „Haha“ rein.
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Daher nochmal für alle zum Mitschreiben: Die Antwort auf verstopfte lebensfeindliche Städte sind keine Autos, E-Autos oder autonom fahrende E-Autos. Und übrigens schon gar keine Flugdrohnen, deren massenhafte Verbreitung eine urbane Hölle sondergleichen wäre. Sondern Fahrrad, ÖPNV, zu Fuß gehen und ab- und an ein Auto, wenn es sehr schnell gehen muss oder große Lasten transportiert werden müssen. Wir haben alles bereits erfunden, was wir brauchen für ein gutes Leben in der Stadt.

Und das sage ich als Mitbesitzer eines Autos. Auf dem LAND ist das ein anderes Thema. Aber eng bebaute Städte und jeder ein Auto ist und WIRD kein Zukunftsmodell.

Euer Captain Futura

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* Die weithin unbekannt, obwohl idelogisch erfolgreichste Boygroup des neoliberalen Hypes der späten 90er.

** die eigentlich mehr ÖPNV oder Radfahrt Ersatzsysteme sind. Ich meine hier ausdrücklich NICHT Cambio und co. Also die „Alten“ Carsharing-Anbieter mit festen Stationen. Das ist echtes und ernstzunehmendes Carsharing und bringt etwas.

*** Natürlich nicht alle, aber viele, denn es gibt (zum Glück) auch ein paar, die es ernst meinen mit Ökologie und Klimaschutz, aber die Mehrheit macht nun einmal, was für sie bequem ist.

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Zum Unterschied zwischen dem sinnvollen „echtem“ stationsbasiertem Carsharing und der „free-float“-Mogelpackung, die eher ÖPNV schädigt:

https://www.sueddeutsche.de/auto/carsharing-studie-staedte-probleme-1.4554329?fbclid=IwAR2X2fTsubbT9iPRFCHspEjZEIWYMlbooDeD0QTdGEmmn25A2rD2pfQ9a6Q

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/carsharing-studie-101.html?fbclid=IwAR3pt1tNP8funSuRidy_LkG0dj24sZ6Jf3ScEZkz5UAH7N0R9cRn9sHDLlE

https://t3n.de/news/carsharing-hype-studie-1186745/?fbclid=IwAR1uPUq0o8FumXBrI681riDS2E_sHZ_SkUzCwBFy6ZdHtIk5_XQ7oVfm87c

In Sachen autonomes Fahren:

https://www.vdv.de/position-autonome-fahrzeuge.pdfx

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/autonomes-fahren-energie-datenmengen-vernetzung/

In Sachen Farräder / Elektroauto und co.

Klicke, um auf English_Studie.pdf zuzugreifen

https://www.spiegel.de/auto/elektroautos-tatsaechlicher-co2-ausstoss-niedriger-als-bisher-angenommen-a-01907849-ede6-4f24-8c3f-89475aadbe69

https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr

Hamburg: Teuer ausgebaggertes Tor zu Containerwelt.

Ich hab bei diesem wunderbaren Herbstwetter mehr aus Versehen wildromantische Fotos an der Elbe geschossen, mit denen man jetzt so wunderbar einen „Hamburg, Tor zur Welt“ Post machen könnte.

Könnte. Aber mach ich natürlich nicht. Denn der Hamburger Hafen hat etwas zu feiern: Die NEUNTE Elbvertiefung ist abgeschlossen. Jetzt können Schiffe mit 13,5 Meter und tideabhängig bis 14,5 Metern die Elbe passieren. Für schnuckelige 800 Millionen. Man hat also eine Elbphilharmonie in der Elbe versenkt, wenn man so will.

Und sieht das so in der Abendsonne nicht immer noch verdammt romantisch aus? Aber ist es natürlich nicht im Mindesten. Denn auch wenn die Elbe mich seit meiner Kindheit immer wieder beeindruckt und sie immer noch wunderschöne Ecken hat, wie z.B. das Hohe Elbufer zwischen Geesthacht und Lauenburg, natürlich das Elbsandsteingebirge, die wunderschönen Strände bei Hamburg und Stade – Es ist leider nicht zu übersehen, dass der Fluss leidet. Immer weiter und weiter wird die Elbe ausgebaggert, weil auch die Seelenverkäufer immer größer und größer werden. Und auch die Seeleute auf den Schiffe haben viel, aber eine gut(bezahlte) Zeit eher nicht.

Die Folgen des massiven Ausbaggerns sind Kosten von jetzt schon 150 Mio Euro im Jahr, die von Jahr zu Jahr steigen. Denn durch die vom Ausbaggern steileren Hänge rutscht immer mehr und mehr Sediment nach. Das zudem teuer entsorgt werden muss. Wer, wie ich durch den Hafen fährt kann sie überall sehen, die zunehmend verzweifelten Versuche Hamburgs den belasteten Elbschlick auf riesigen Halden loszuwerden.

Die Folge ist auch, dass immer weniger Sauerstoff im Fluss ist, schon jetzt lohnt das Fischen so gut wie nicht mehr, die Stinte werden weniger und weniger, die ganze Biosphähre unter Wasser leidet. Der EU hat Deutschland eigentlich versprochen seine Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Aber natürlich ist das Gegenteil der Fall. Wir sind ja immer noch Deutschland. Bei uns stimmt die Öko-Show, aber das wars dann auch.

Einer der Hauptgründe dafür ist der Förderalismus. Der zu der wahnsinnigen Stilblüte führt, dass im Grunde alle Flüsse, die durch Norddeutschland laufen systematisch zerstört werden. Weil jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht.

NIEDERSACHEN hat die Ems wegen der Papenburger Meyer-Werft in eine Schlammwüste verwandelt.

BREMEN baggert die Außen- und Unterweser kaputt.

HAMBURG erledigt systematisch die Elbe.

Alles im Namen des Größenwettbwerbs der Containerriesen, bei dem man einfach mit muss.

Aber muss man? Nein. Natürlich nicht. Eigentlich hat man zusammen den Tiefwasserhafen in Wilhelmshafen gebaut. Den Jade-Weser-Port. Aber statt nun diesen in konsequenter Zusammenarbeit der Bundesländer auszubauen und alle größeren Schiffe an diesem anlanden zu lassen, ist Bremen gerade am überlegen sich herauszuziehen.

Denn die Dauerkonkurrenz zwischen den Häfen führt dazu, dass alle baggern wie verrückt und der Jade-Weser-Port Miese schreibt.

Dabei wäre eine Lösung sichtbar, wenn man es will. Man löscht die größten Pötte am Jade-Weser-Port, schickt den Teil der Hamburg oder Bremen weiterverarbeitet wird, per Feederschiff Elbe und Weser hoch. Man gibt dem Jade-Weser-Port endlich eine gute Bahnanbindung, vor allem auch mit Verbindung nach Hamburg. Man teilt sich die Kompetenzen auf. Offshore-Windindustrie, Containerverkehr, Wasserstoffindustrie – es kommt genug auf die Häfen zu.

Man könnte einen nationalen Champion als Antwort auf die tatsächliche Konkurrenz aus Rotterdam schaffen. Aber die Nordbundesländer ziehen es lieber vor öffentliche Gelder rauszublasen, um ihre Flüsse langsam totzubaggern.

Dabei stimmen die Zahlen und Prognosen hinten und vorne nicht. Hamburg rechnet mit 25 Mio Standardcontainern pro Jahr damit sich die Elbvertiefung lohnt. 2020 waren es aber nur 8,5 Mio. Kein Experte rechnet mit deutlich mehr. Ach und selbst nach dem Ausbaggern, sind die größten Schiffe schon wieder tiefer als die Elbe. Ob bei Flut oder Ebbe.

Aber man hat 600 Mio für den Jade-Weser-Port ausgegeben und 800 Mio für die Elbvertiefung. Die Ebbe in den Statskassen ist also immerhin sicher.

Das kann man natürlich alles trotzdem so machen. Ist dann halt nur wirklich, wirklich dumm. Daher hab ichs mal in zwei Grafiken gepackt.

Also: Ist der Anblick romantisch? Über Wasser schon. Unter der Wasseroberfläche? Sicher nicht.

https://www.bund-hamburg.de/service/presse/detail/news/mogelpackung-elbvertiefung-grosser-schaden-fuer-die-umwelt-wenig-nutzen-fuer-die-wirtschaft/

http://www.hamburg-fuer-die-elbe.de/

Ein Artikel der schön zeigt wie wenig die Politik dazugelernt hat. Der ist von 2012! und klingt absolut aktuell…
https://taz.de/Kampf-gegen-das-Ausbaggern/!5091128/

Über das Elbschlickproblem:
https://www.zeit.de/hamburg/2020-09/hamburger-hafen-elbvertiefung-schlick-wattenmeer-umweltschutz-klimawandel

Mietendeckel runter? – Renditen hoch!

Der Mietendeckel wurde vom Bundesverfassungsgericht gekippt und die Häme ist groß. Gerade bei CDU und FDP, deren Abgeordnete stolz die Klage eingereicht haben. Und das macht ja auch irgendwie Sinn, dass CDU und FDP gegen den Versuch aktiver Politik geklagt haben. Beide Parteien zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie in den letzten rund 20 Jahren zu reinen Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft geworden sind.

„Sag mal da am Selbstbedienungsbuffet ist ein Monster, dass alles auffrisst, seht ihr das nicht?“ – „Oh doch klar, das ist die Wirtschaft!“ – „Oh, okay? Und warum setzt der keiner Grenzen?“ – „Bist du wahnsinnig, die muss man immer füttern, hörst du! Und ihr alle Wünsche erfüllen! Nicht, dass sie böse wird und weggeht! Die scheißt Gold! Und macht das Leben besser!“ – „Für wen?“ – „Das ist hier doch nicht die Frage, sie tut es, darauf kommt es an und nicht soo laut, sie ist sehr scheu!“ – „Aber sie hat angefangen den Tisch und die Möbel mit aufzuessen“ – „Ja, das ist normal mach dir keine Sorgen!“

Denn das ist ja der Punkt: Außerhalb absurd gestiegener Renditen für Deutsche Wohnen und co. gibt es keine sinnvolle Erklärung für die explodierenden Mieten.

Die deutsche Bevölkerung ist in den letzten 10 Jahren um 1,7 % gestiegen. Die Inflation ist fast schon historisch niedrig und beläuft sich auf ganze 13 %. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person ist um 10 % von 42,5 auf 47 Quadratmeter gestiegen, wobei sie in den großen Städten und insbesondere Berlin lange nicht so schnell steigt.

Das heißt entweder Wohnen ist von 2009 bis 2019 einfach doppelt so toll geworden und alle Mieter in Berlin haben jetzt eine Dachterrasse, vergoldete Wasserhähne und Marmorbäder, oder da haben Investoren einen Selbstbedienungsladen gefunden, weil alle in die Städte wollten.

Eindeutig ist übrigens, dass der Mietpreisdeckel, anders übrigens als die schnuckelige Mietpreisbremse funktioniert hat. Die Mietpreise in Berlin sind zuletzt kaum mehr gestiegen.

Jetzt kommen natürlich all die Jünger des ewigen Wachstums aus ihren Homeoffices, die rufen: „Das einzige was gegen Mietpreissteigerungen hilft ist bauen, bauen, bauen!“

Aber ist das so? Hamburg baut so schnell es kann, die Mietpreise steigen hier langsamer, aber insgesamt immer noch ordentlich explosiv. Ich war da und bin nicht umsonst rausgezogen, mir fehlte die Begeisterung die Hälfte der Zeit für die Miete zu arbeiten.

Wer derzeit in Hamburg unterwegs ist, weiß: Halb Hamburg ist eine Baustelle, am Anfang ist immer von Sozialwohnungen die Rede, die dann doch häufig Stadtvillen werden, aber sicher ist stets: Am Ende ist noch ein Stück versiegelt, ist noch ein Hinterhof verbaut, ist noch ein Baum gefallen, ist noch ein Freiraum verloren, ist noch mehr Platz für „einfache“ Leute und Künstler weginvestiert.

Es gibt also zwei Varianten des FRISS ODER STIRB!

– Bau nicht schnell genug und schau zu wie die Mieten explodieren, Superreiche die Reichen verdrängen, Reiche die Wohlhabenden verdrängen, Wohlhabende die Armen verdrängen. Modellstadt hierfür: London. Am Ende steht ein verödeter Stadtraum.

– Bau so schnell du kannst und schau zu wie die Mieten etwas langsamer explodieren, alle Freiräume zugebaut werden, die Lebensqualität der Stadt sinkt, die Luftqualität abnimmt und die Erhitzung im Sommer zunimmt und trotzdem auf mittlere Sicht Superreiche die Reichen verdrängen, Reiche….Am Ende steht ein verödeter, zugebauter Stadtraum.

Wenn das die zwei Varianten sind, was ist dann die dritte, von der keiner redet?

Nun die Variante ist, dass die Politik sich endlich nicht mehr der anscheinend unaufhaltbaren Logik der Wirtschaft am Selbstbedienungsbuffet ergibt, sondern die Wirtschaft zähmt und in den Nutzen der Menschen stellt. Klar brauchen wir eine gesunde Wirtschaft. Aber wir brauchen auch gesunde Menschen und einen Planeten.

Nun werden die Jünger des ewigen Wachstums mit ihren Perlen klimpern und sagen: Aber die Prozesse kehren sich auch wieder um, die Menschen wollen wegen Corona aufs Land.

Ja. Aber dadurch wird nichts besser. An allen schönen Orten, am Meer, an der Schlei, an den Bergen, kämpfen die Orte damit, dass reiche Städter die Einheimischen in hässliche Neubauviertel auf der grünen Wiese verdrängen. Sobald ein Haus frei wird, kaufts ein Investor aus der Stadt und entzieht den Raum der Allgemeinheit, um da 2mal im Jahr ein paar Wochen zu wohnen. Und den Rest der Zeit ist Leerstand, während die lokalen Geschäfte Pleite gehen weil außerhalb der Saison keiner mehr da seine Brötchen verdient oder Brötchen verkauft.

Ich wohnte mal am Schlump. Sehr zentral in Hamburg. Nachverdichtet im Innenhof. Längere Geschichte. Jedenfalls über uns eine schicke Bude mit Dachterrasse. Gemietet von einem Pärchen, die da zweimal im Jahr für ne Woche waren. Sie hatten eine Wohnung in Berlin, eine in München und eine in Hamburg. Bei uns waren sie nur im Urlaub und zum Sex. Was kaum zu überhören war. Und die Wohnung? War wirklich schön. Und schön leer. Bis sie sich wohl getrennt haben und jemand anders einzog. Es gibt kein Ende für Gier und Habenwollen. Wer zwei Ferienwohnungen hat kann immer noch drei haben wollen. Oder vier.

Daher: Auf Dauer werden wir um viel mehr Deckel oder einen grundsätzlichen Umbau des Wirtschaftssystems nicht herum kommen. Es gibt keine Alternative dazu. Wenn die Wirtschaft nicht für die Menschen arbeitet, für wen arbeitet sie dann? Wer sich dem unvermeidlichen Wachstum opfert, opfert sich. Und die Anderen gleich mit.

Und kommt mir nicht mit: „Veränderung gehört zum Leben! Da muss man mit!“

Ja. eben! Und deshalb sollten wir mal was ändern, damit sich nicht immer alles zum beschissenen ändert. Ich muss mir täglich Gedanken machen, ob eine Künstliche Intelligenz morgen meinen Job übernimmt, da will ich mich wenigstens nicht auch noch fragen müssen, ob ich meine Bude morgen noch bezahlen kann.

Lustig finde ich auch wenn flehentlich gesagt wird: „Wir sollten jetzt keinen Klassenkampf beginnen!“ Nun, der Klassenkampf läuft doch längst. Nur wurde er von Superreichen und Reichen angefangen, die dem Rest der Bevölkerung die Mittel entziehen. Denn deine überhöhte Miete bezahlt die dritte Nobel-Ferienwohnung des Investors. Oder zumindest den goldenen Wasserhahn.

Und diese Problem kann nur aktive Politik lösen und keine Erfüllungsgehilfen des Monsters am Selbstbedienungsbuffet von CDU und FDP.

Euer Captain Futura.

P.S. Falls ihr Bock auf spannende Grafiken und ein bisschen gute Unterhaltung habt und mich unterstützen mögt:
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Und hier die Quellen zu meinem Beitrag:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-verfassungsgerichtshof-cdu-und-fdp-klagen-gegen-mietendeckel/25857444.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167163/umfrage/mietentwicklung-in-den-deutschen-grossstaedten/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/

https://www.finanz-tools.de/inflationsrechner-preissteigerung

Klicke, um auf ibb_wohnungsmarktbericht_2020.pdf zuzugreifen

https://www.berlinhyp.de/de/media/newsroom/berlin-hyp-trendbarometer-wohnfl%C3%A4chenbedarf-pro-person-steigt-mobiles-arbeiten-befeuert-zuzug-ins-umland-anspr%C3%BCche-an-infrastruktur-steigen

Merkel: The Power of Teflon.

Ich weiß ich mache mich jetzt hart unbeliebt. Aber es muss raus. Ich finds ja schön, wie jetzt alle Merkel für ihre Fehlerkultur feiern. Und Andi B. Scheuert. Und überhaupt. Und da sieht man mal wieder: Frauen sind besser in der Politik, die können wenigstens Fehler eingestehen.
Und tatsächlich, das mit dem Fehlereingeständnis, ich finde das positiv. Ich mag auch vieles an Merkels Art und ich finde das in letzter Zeit viele Frauen als Präsidenten eine gute Figur gemacht haben, während so einige Männer in ihrer breitbeinigen Art eine sehr traurige abgegeben haben.
ABER, ich finds auch faszinierend, wie an Merkel seit Anbeginn aller Regierungstage jegliche negativen Folgen des Regierungshandelns oder gerade des RegierungsNICHThandelns abperlen, als wäre sie mit Teflon beschichtet. Bei aller Liebe: Merkel ist Kanzlerin. Vielleicht darf man daran erinnern. Sie ist keine Präsidentin oder Grüßangela. Es wäre IHR Job durchzugreifen, sie hätte sich LÄNGST mit aller Energie dafür einsetzen können, dass Andi B. Scheuert gefeuert wird! Sie hätte es sogar müssen!
Merkel hat Spahn mehrfach sehr geschickt ins Masken und Schnelltestdesaster laufen lassen. Und immer wenns um die gebrochenen Versprechen ging, war sie zufällig nicht im Raum. Merkel wollte damals mit Kirchhoffs Bierdeckelsteuerreform den Neoliberalismus auf die Spitze treiben. Merkel hat damals den recht kompetenten Atomkompromiss zum Ausstieg aus der Kernkraft von den Grünen ohne Not und wider besseres Wissen rückgängig gemacht! Dann kam Fukushima und sie hat einen neuen, deutlich ungeschickteren Atomkompromiss zusammengeschustert, der kaum gerichtsfest war. Merkel hat Asse und Gorleben viel zu lange weiterlaufen lassen.
Merkel hat sich als Klimakanzlerin inszeniert, aber nichts fürs Klima getan und später die Erneuerbaren Energien abgefrühstückt und von ihren Ministern die Photovoltaik brutal abwürgen zu lassen. Merkel hat sich als Europäerin inszeniert, aber niemals eine Vision für Europa entwickelt und keine Anstalten gemacht Orban und co. zu stoppen oder wenigstens den Geldhahn zuzudrehen. Merkel hat die Digitalisierung verpennt und keinen Druck gemacht, um die Stromnetze für die Zukunft fit zu machen. Mutti Merkel hat alles Konkurrenten auf legendär geschickte Art kaltgestellt, da wirkte sie plötzlich gar nicht mal so muttimäßig.
Merkel regiert Deutschland seit 16 Jahren und Deutschland ist in der Zeit konsequent abgerutscht. In Klimaschutz, in Natur- und Umweltschutz, in sozialer Gerechtigkeit, im Bildungsbereich, Digitalisierung, Zukunftstechnologien, die Verkehrswende kommt nicht in die Pötte, die Bahn ist in desaströsem Zustand.
Manchmal hab ich das Gefühl als wäre halb Deutschland geblitzdingst und hätte komplett vergessen was Merkel in den 16 Jahren (nicht) getan hat. Ach die war Kanzlerin?
Denn sie war immer gemütlich dabei, wirkte irgendwie authentisch und vertrauenswürdig und klar kann man behaupten: „Aber die CDU! Mit jeder oder jedem anderen in der CDU wäre es noch schlimmer geworden!“ Ja aber deswegen muss ich Merkel jetzt gut finden? Und dann hätte es vielleicht eine Gegenreaktion gegeben und dann mal rechtzeitig eine Regierung ohne die CDU.
Also sorry, es tut mir leid, aber wenn jemand 16 Jahre Kanzlerin ist, dann erwarte ich mehr. Dann reicht mir eine moralisch halbwegs integre Persönlichkeit nicht. Dann erwarte ich ganz stumpf sowas wie gute Ergebnisse. Ansonsten steht auf dem Zeugnis: „Sie hat sich stets ehrlich bemüht.“
Das finde ich dann menschlich sympathisch aber diese Merkel-gibt-Fehler-zu-Feierstunde kann ich trotzdem bei bestem Willen nicht verstehen. Sorry.

Die Trickle-Down Legende

Es gibt ja diese Legenden, die sich wider besseres Wissen ewig halten. der angebliche „Trickle-down-effekt“ ist so eine. Er besagt ganz kurz, dass wachsender Wohlstand der Reichen über Konsum und Investitionen zu den unteren Gesellschaftsschichten durchsickert.

Selbst ein Paul Krugman, der freien Markt (mit schützenden Staatseingriff) grundsätzlich positiv findet, sagte schon 2008: „Wir warten auf diesen Trickle-down-Effekt nun seit 30 Jahren – vergeblich.“

Trotzdem ist die Idee nicht tot zu kriegen, dabei beweist nicht zuletzt die Coronakrise in der ganze Länder und Gesellschaftsschichten verarmen, während Jeff Bezos, Elon Musk und co. Rekordeinkünfte erzielen, dass es sich um eine Legende ohne Wahrheitsgehalt handelt.

Dabei kann die Trickle-Down-These bereits theoretisch sehr einfach widerlegt werden.

Geld bedeutet Einfluss. Und Einfluss führt zu Geld. Nicht immer so schmutzig und plump wie beim Maskenskandal der Union, wo es fast mustergültig zu beobachten ist – aber während bei der Wahl jeder eine Stimme hat, ist in der Wirtschaft jeder Euro eine Stimme. Denn jeder Euro wird potentiell zu Lobbyismus, der die Rahmenbedingungen nach dem Wunsch des Besitzenden gestaltet. Und daher haben dann einige wenige Milliarden von Stimmen, während Milliarden keine Stimme haben.

Damit der Besitzende seine Besitztümer anhäufen kann, ist er auf die Arbeit der Anderen angewiesen. Hier scheint nun der Ansatzpunkt für den Trickle-Down-Effekt zu sein, weil eine gegenseitige Abhängigkeit entsteht.

Aber weil Geld gleich Einfluss ist, ist es ein Spiel mit gezinkten Karten und ungleicher Machtverteilung. Gefallen dem Milliardär die Spielregeln nicht, verändert er sie mit Lobbyismus oder umgeht sie mit einer Heerschar von Rechtsanwälten.

Dazu kommen drei wichtige Schritte, die die Abhängigkeit immer weiter entkoppelt haben:

– Industrialisierung
– Globalisierung
– Digitalisierung

Vor der Industrialisierung hatte z.B. ein Schuster Fertigkeiten, die ihm exklusiv gehörten und die seine Verhandlungsmasse waren.

Nach der Industrialisierung war er Teil eines standardisierten Prozesses und jederzeit austauschbar.

……

Vor der Globalisierung konnten sich Arbeiter und Angestellte mit gleicher Kultur und Sprache organisieren und den Arbeitskampf als Verhandlungsmasse nutzen.

Nach der Globallsierung standen sie plötzlich in Konkurrenz zu Arbeitskräften auf der ganzen Welt und waren jederzeit austauschbar, wenn sie zuviel Ärger machten, oder mehr Geld wollten.

……

Vor der Digitalisierung hatten Arbeiter und Angestellte Wissen, das ihnen exklusiv gehörten.

Nach der Digitalisierung sind sie wie z.B. als Lieferando-Fahrer nur noch bloße Drohnen, die appgesteuert einzelne Aufgaben erfüllen und im nächsten Schritt durch Roboter und KI ersetzt werden können.

Und Roboter und KI sind letztlich der letzte Schritt zur endgültigen Monopolisierung von Macht. Spätestens dann funktionieren die unteren Schichten nur mehr als Konsumenten in vollständiger Abhängigkeit von einigen Firmenlenkern.

…..

Jetzt muss man noch ergänzen, dass Gier per Definition kein Ende kennt. Etwas, das Jeff Bezos und diverse Autokraten wie Putin oder Erdogan in ihren goldenen Palästen mit hunderten Zimmern und Swimming-Pools eindeutig beweisen. Superreich kann immer noch super reicher sein.

Die Folge davon ist, Werte werden dem Nutzen für die Allgemeinheit entzogen und bilden tote, ungenutzte Materie, die niemandem Freude bringt aber durch die Zerstörung bei der Erzeugung vielen Millionen Menschen Leid.

So sind in New York in den Wolkenkratzern inzwischen ganze Stockwerke von superreichen Saudis gekauft, die hier einmal im Jahr mit dem Helikopter für ein paar Tage einfliegen. In der restlichen Zeit liegen die Flächen brach und bleiben ungenutzt während der Verdrängungseffekt letztlich bis zu den Obdachlosen in den Straßen reicht.

…..

Wenn aber der Trickle-Down-Effekt eine Lüge ist, dann bedeutet das, dass wir Gesellschaften in Zukunft komplett neu denken müssen. Denn wir können Digitalisierung und KI nicht aufhalten aber wir können die Gesellschaft darauf vorbereiten. Vielleicht über ein anderes Steuersystem. Digitalsteuer. Über Grundeinkommen. Über Ideen, die hoffentlich noch kommen werden.

Sicher ist aber: Unser derzeitiges System ist bei den sich ändernden Rahmenbedingungen nicht geeignet um Wohlstand für alle zu gewährleisten. Sogar ganz im Gegenteil. Es führt zu monströsem Reichtum Einzelner und Milliarden in Armut und Abhängigkeit.

Und Trickle-Down ist eine bloße Legende.

Euer Captain Futura.

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P.S. Falls ihr wie ich davon überzeugt seid, dass Menschen besser sein können und dass Solidarität kein leeres Wort ist könnt ihr meine unbezahlte Arbeit unterstützen. Aber nur wenn ihr Geld über habt!

Ich hab ein unterhaltsames Buch gemacht:
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

und ich hab einen Patreon mit exklusiven Inhalten, Treffen und Konzerten.
https://www.patreon.com/user?u=32965554

Danke!

Renaissance der Atomkraft? Schon wieder?

Es ist ja so: Wenn die Bundesregierung einmal mehr die Energiewende verschlampt und allerorten gegen Windräder oder Strommasten opponiert wird* – dann kommt ganz sicher jemand von AfDPWirtschaftsunion in den Raum, furzt „Atomkraft ist klimafreundlich!“ oder „Atomkraft ist die Zukunft, nur wir dummen Deutschen machen wieder nicht mit!“, geht wieder und lässt den Rest mit dem Gestank allein.

Als kleiner Reminder diese Grafik. Ist es nicht alleine schon auffällig genug, wie beliebt es ist Atomkraftwerke direkt an die Grenze zu bauen? So hat Tschernobyl Weißrussland am Ende härter getroffen als die Ukraine. Und Weißrußland baut seinen neuen Reaktor Astrawez folgerichtig mit voller Absicht direkt an die Grenze zu Litauen. Als politisches Druckmittel. Nach dem Motto: Jetzt hängen die Litauer mit drin. Subtext: Wenns Weißrußland scheiße geht und sich die Pannen häufen, dann ist auch Litauen in Gefahr. Also unterstützt mal besser die Führung (bzw. den Föhrer) von Weißrußland!

Auch Fessenheim war zuletzt mehr ein Problem Deutschlands als Frankreichs. Wegen vorherrschender Westwinde hätte Fallout aus einer Kernschmelze wohl vor allem die Umgebunge von Freiburg verseucht. Und die diversen Pannen haben zu so viel Ärger, vor allem auch aus Deutschland geführt, dass man es schlussendlich endlich abgeschaltet hat. Noch dreister ist nur Chooz, das Frankreich mehr oder weniger in Belgien „reingebaut“ hat. Wer seine Nachbarn liebt, zeigt ihnen halt gern sein strahlendstes Lächeln.

Nun noch kurz in Sachen „Renaissance der Kernkraft“ die von den Unbeirrbaren immer so gerne bemüht wird. Zwei Projekte sagen eigentlich alles was man wissen muss:

Olkiluoto in Finnland
Hinkley Point in England

An diesen beiden Orten in zwei der höchstentwickelten Ländern der Welt (na gut, bei England lässt sich zunehmend drüber streiten) sollen neue Kernkraftwerke gebaut werden. Also genauer: Man versuchts. Halt nur schon etwas länger. Um es ganz genau zu sagen: Die beiden Projekte sind der Berliner Flughafen von Finnland bzw. England. Nur dass sie noch viel, viel teurer sind und die Folgekosten viel, viel höher. Sogar wenn man das Risiko einer Kernschmerze ausklammert.

Olkdingsbums wird seit 12. August 2005 gebaut. Geschätzte Kosten 3 Milliarden Euro. Geplante Fertigstellung 2011.

–> Heute geschätzte Baukosten liegen bei 11 Milliarden Euro. Ganz vielleicht soll das Kernkraftwerk Februar 2022 ans Netz gehen. Die explodierenden Kosten trägt größtenteils der französische Steuerzahler, weil Areva als Bauträger einen Festpreis vereinbart hat und französischer Staatskonzern ist. Ich wage die vorsichtige Schätzung: Das machen die nicht nochmal.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Olkiluoto
https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2-wissen-2019-12-16-100.html

Hinkley Point. Hier begann das Projekt Neubau 2013 mit geschätzten Kosten von 16 Mrd. Pfund (ca. 18 Mrd Euro) inzwischen sind wir bei 24,5 Mrd. Pfund (27,4 Mrd. Euro) und die Fertigstellung? Nun ja. Eigentlich ist bis heute nicht mal so richtig der Bau in Gange gekommen, Stand 2019 ist man 8 Jahre hinter Zeitplan, was wenn man zurückrechnet das Jahr 2011 wäre, was somit ein Zeitpunkt vor dem Planungsbeginn wäre. Hinkley Point ist also das erste Bauprojekt der Welt, das beim Bau in der Zeit zurückreist. Sozusagen der Benjamin Button der Großprojekte.

Um das Vertrauen in den Erfolg des Projektes noch zu vertiefen: Drin hängen England (logisch), China über den Staatskonzern China General Nuclear Power und Frankreich über den Staatskonzern EDF. Wobei EDF wegen der explodierenden Kosten Angst hat Pleite zu gehen und wilde Memos verschickt wurden. Daher wurde eine Einspeisevergütung verhandelt. FALLS das Atomkraftwerk eines Tages ans Netz geht, würde der britische Staat über 35 Jahre garantiert mindestens 100 Euro pro Megawattstunde zahlen. Und zwar mit der Inflation wachsend. Es würde also mit 10 cent pro kWh starten und mit ca. 22 cent pro kWh enden.

Der Witz daran: Erneuerbare Energien produzieren Strom längst durchweg günstiger. Heute schon. Onshore-Wind kostet zwischen 3,99 und 8,23 cent pro kWh / Offshore-Wind geht von 7,79 bis 13,79 cent pro kWh / Solarenergie kostet zwischen 3,71 und 11,54 cent pro kWh / Tendenz überall fallend.

Man schätzt die Gesamtkosten von Hinkley Point für den britischen Staat auf 100 Milliarden. HUNDERT Milliarden. Das sind Löcher in der Staatskasse, da wird sogar Corona neidisch.

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Kleiner Funfact zu den alten schon bestehenden Blöcken von Hinkley Point, ich zitiere Wikipedia: „Während der Bauphase im Jahr 1961 urinierte ein Bauarbeiter gegen eine der Rohrleitungen. Dies hatte zur Folge, dass die entsprechenden Leitungen, durch welche während der Betriebsphase die radioaktiven Abwässer flossen, zu rosten begannen und deswegen 1986 die Anlage für zehn Tage stillgelegt werden musste, um die Leitungen für umgerechnet damals rund 4,5 Millionen DM zu erneuern.“

Atomkraft: Immer eine sichere Kiste! Wirklich traurig dass wir dummen, dummen Deutschen da nicht mehr mitspielen. Wir verpassen die strahlende Zukunft Leute! Aber sowas von!
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P.S. Mehr aufschlussreiche Grafiken (und Erklärungen) nur im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ im Yes Verlag:
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/
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weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Hinkley_Point
https://www.ews-schoenau.de/energiewende-magazin/zur-sache/hintergruende-zu-hinkley-point-c/
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energie-strahlendes-milliardenspiel-1.4147237

* kurz noch ein Wort zu Bürgerinitiativen. Ursprüngliche Formulierung hab ich gestrichen weil sie missverstanden wurde. Grundsätzlich finde ich BIs ein sinnvolles Instrument des Bürgerwillens. In den letzten Jahren gab es leider einen gewissen Trend zu Nimby (Not-in-my-backyard) bzw. dem schönen St. Florians Prinzip („“Heiliger Sankt Florian, verschon‘ mein Haus, zünd‘ and’re an!“) was meint: Alle, wollen alles haben außer den Nachteilen, die will keiner. Anders gesagt: Wer Strom will, muss halt auch irgendeinen Tod sterben. Und wer aus guten Gründen GEGEN Atomkraft und Kohle ist, muss Windkraftanlagen und PV auch in seiner Nachbarschaft akzeptieren, sonst wirds irgendwann lächerlich. Der Windstrom muss zudem von Norddeutschland nach Süddeutschland. Ganz ohne Fernspannung wirds nicht gehen, auch wenn Dänemark vormacht, dass mehr lokal ausgeglichen werden kann, als in Deutschland gerne behauptet wird. Kurz, es ist kompliziert, wenn aber an so gut wie jedem Windrand und jedem Hochspannungsmast demonstriert wird kommt überhaupt nichts voran und es ist teilweise schwer die seriösen BIs von den zunehmend verschwörungstheoretisch aktiven wie z.B. „Windwahn“ (Wobei da der Name immerhin Bände spricht) zu unterscheiden.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/erdweg-windrad-energiewende-1.4950579
https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/245/hansi-mueller-und-die-windkraft-verschwoerer-3303.html
https://www.sfv.de/artikel/mit_vernunftkraft_gegen_saubere_energie
http://www.bund-rvso.de/buergerinitiativen-windkraft-windenergie-fake-news.html

Hamburg nur aus Einfamilienhäusern? – warum die Grünen eine unangenehme Wahrheit angehen!

Die Grünen haben ja gerade mal wieder eine unangenehme Debatte am Hals. Das hatten sie sich ja eigentlich seit der Debatte über 5 Mark pro Liter Benzin und der Veggieday-Debatte erfolgreich verboten – aber einmal nicht aufgepasst und ZACK ist die Einfamilienhausdebatte in der Welt und alle sind empöööört. Die Grünen wieder, die VEBOTSPARTEI IN IHREN ALTBAULOFTS!!!

Ich find das immer herrlich wie alle fordern, dass die Politik endlich mal wieder AKTIVE Politik macht – aber sobald jemand sich mal vorwagt, nimmt sich exakt niemand die Zeit mal nachzudenken, geschweige denn nachzurechnen, oder mal zu schauen was eigentlich wer gesagt hat. Denn tatsächlich haben die Grünen ZUSAMMEN mit der SPD in einigen lokalen Bebauungsplänen im Hamburger Norden Einfamilienhäuser ausgeschlossen. Um unnötige Flächenversiegelung zu verhindern. Dann wird Anton Hofreiter dazu vom Spiegel interviewt und an das recht nichtssagende Interview hängt wiederum die BILD die dreiste Lüge, dass die „pösen Grünen DEIN Einfamilienhaus VERBIETEN wollen!!1!“

Und sofort holen alle, von AfD, über CDU/CSU bis hin zur SPD die Bazooka „billiger Populismus“ aus dem Keller und versuchen sich auf Kosten des dummen Klugen politisches Oberwasser zu verschaffen. Die SPD übrigens, die die Bebauungspläne mit beschlossen hat und die CSU, die so ähnliche Bebauungspläne aus gutem Grund lokal in Bayern beschlossen hat. Aber ich hab mir gedacht, wo die BILD die Debatte schon mal gestartet hat, hauen wir denen doch mal einen Return um die Ohren.

Denn er leuchtet hach so verlockend der Traum vom Eigenheim im Grünen. Und ist er doch ein Widerspruch in sich. Denn es schließt sich aus: Wo trautes Eigenheim, da kein Grün mehr. Eigentlich haben die Grünen einen hochgeradig sozialen und mutigen Aufschlag gemacht. Denn die Eigenheime bauen ja nicht die Working poor, die Eigenheime bauen Mittel und Oberschicht – also potentielle Grünen-Wählerinnen. Und diese Eigenheime stehen final in den ehemalig grünen Naherholungsgebieten, die gerade die (setze euphemistischen Namen für Unterschicht ein) so dringend braucht. Gerade bei Corona zeigt sich: Parks, Wälder und Wiesen sind ein unfassbar wichtiger Beitrag für die psychische Gesundheit.

Davon abgesehen, dass mancher Eigenheimtraum auch für die Besitzer zum Alptraum wird, wird er es ganz sicher für den „Rest“ der es sich nicht leisten kann.

Ich hab das mal durchgerechnet. Links Hamburg bei heutiger Bebauung. Rot, was mehr oder weniger dicht bebaut ist. Grün die Frei- und Naturflächen. Von Feld bis Wald.

Rechts Hamburg ausschließlich aus Einfamilienhäusern. Besetzt mit im Schnitt 2,5 Menschen. Denn auch das ist Teil der Wahrheit. Da leben ja fast keine Großfamilien. Ein großer Teil der Häuser da draußen ist mit 2 oder manchmal nur einer Person besetzt, weil da nie Kinder waren oder die längst ausgezogen sind. Und das ist gut gerechnet, die durchschnittliche Haushaltsgröße in Deutschland sinkt seit Jahrzehnten und liegt inzwischen nur noch bei 1,9 Personen. Wenn man jetzt berechnet, dass jedes Einfamilienhaus ungefähr 600 qm Handtuch-Grundstück bekommt (was vermutlich eher die Untergrenze des Einfamilienhaustraums ist) und 400 qm für Straßen, Gewerbe und co. annimmt, kommt man auf das Hamburg auf der rechten Seite.

Stadtpark, Alster, Billwerder, Volkspark, Harburger Berge, Fischbeker Heide, Kirchwerder Wiesen, Elbparks, Duvenstedter Brook, Landwirtschaft, Wälder, Wiesen – alles weg. Man müsste sogar große Teile der Wasserflächen bebauuen, um hinzukommen. „Wohnen direkt am Wasser!“ – das verkauft sich doch wie verrückt!

Und das ist noch die Untergrenze und sehr freundlich gerechnet. Wahrscheinlich würde die Fläche Hamburgs bei weitem nicht reichen. Und das ist alles NICHT weit hergeholt: Die Siedlungsfläche in Deutschland steigt trotz aller Warnungen seit Jahrzehnten unbegrenzt weiter, mit ensprechend schlimmen Folgen für Ökologie, Wasserhaushalt und Landschaft. Zur Zeit werden pro Tag grob 80 Fußballfelder pro Tag verbraucht.

Zusammengefasst: Wie beim Benzin (Klimawandel) und Veggieday (Massentierhaltung, Klimawandel, industrielle Massentierhaltung, Gülletourismus, Vergiftung Trinkwasser) sind die Zahlen eigentlich eindeutig auf Seiten der Grünen und auch die sozialen Folgen sprechen für das Vorgehen. Aber wen interessieren Zahlen wenn es einen Traum zu verteidigen gilt und man den Grünen einen reinwürgen kann!

So. Ich hoffe der Return hat gesessen,
Euer Captain Futura.

P.S. Bevor ich in den Verdacht komme hier die Grünen einseitig zu feiern: Ich sehe vieles kritisch was die machen (gerade aus sozialer Sicht) aber dem Verbot des EinfamilienhausNEUBAUS kann ich wenig Problematisches sehen.

Denn mir ist noch wichtig zu erwähnen: Die Meisten werden trotz NEUBAUverbot NICHT auf den Traum vom Eigenheim verzichten müssen. Denn genau darum geht es: Da draußen sind abertausende BESTEHENDE Einfamilienhäuser, die fast oder ganz leer stehen und die lieber abgerissen werden, weil es billiger und bequemer ist neu zu bauen und zu versiegeln. Dabei wäre es auch aus Arbeitsplatzsicht besser zu RENOVIEREN.

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RECHNUNG:

Fläche Hamburg – 755,2 km2 minus 8 % Wasserfläche = 695 km2 / Einwohner Hamburg – 1,845 Millionen.

1,845 Mio : 2,5 Personen pro Einfamilienhaus = 738 000

738.000 x 1.000 m2 = 738 km2

738 km2 > 695 km2

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https://www.bmu.de/themen/europa-internationales-nachhaltigkeit-digitalisierung/nachhaltige-entwicklung/strategie-und-umsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs/

https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/siedlungs-verkehrsflaeche#zukunftige-entwicklung

https://www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/L50-Privathaushalte-Haushaltsgroesse-1991-Vorausberechnung.html

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Tür 23: Futurakalender – „Flatten the curve“ Diktatoren-Style

Gilt natürlich auch für angehende (gescheiterte) Möchtegern-Autokraten wie z.B. „Le Frisur“ Donald T. und Boris Johnson.
Passt auf Euch auf und bleibt gesund! Denkt dran: Weihnachten kommt wieder, tote Menschen nicht – also übertreibts nicht. (Aber ich verstehe natürlich wenn man den engsten Familienkreis endlich mal wiedersehen will)

Tür 22: Futurakalender – Impfen & Datenverarbeitung

Ich hatte hier vor einiger Zeit einen längeren Text in dem ich darstellte wie die Verschwörungsschwurbler uns allen die Chance nehmen Dinge auf gesunde Art kritisch zu sehen. Je näher die Impfungen rücken, umso schmerzhafter zeigt sich das. Denn die Desinformationskampagnen der „Verschwörer“ bleiben nicht folgenlos. Sie sind im Gegenteil höchst schädlich. Inzwischen wollen sich weniger als die Hälfte! der Deutschen überhaupt noch impfen lassen. Damit wäre eine Herdenimmunität unmöglich und Corona würde bleiben.

Dabei sind die Impfstoffe in der EU komplett normal zugelassen und umfangreich getestet worden. Alles spricht für eine hohe Wirksamkeit der Impfstoffe und bisher wurden nur normale Nebenwirkungen gefunden. Eine Impfung bringt das Immunsystem auf Touren, daher kann es logischerweise zu leichten Grippesymptomen kommen. Das ist letztlich sogar ein Zeichen für die Wirksamkeit und wer angeblich keine Angst vor Corona hat, sollte davor ja nun erst recht keine Angst haben.

Wir könnten im Angesicht dessen nun endlich die systematischen Probleme diskutieren: Warum war die Reaktion auf Corona so unkoordiniert? Ist es gesund, dass ein Mensch und seine Stiftung soviel Einfluss in der WHO hat? Warum hat überhaupt ein Mensch soviel Geld? Wer verdient jetzt die Milliarden an den Impfstoffen? Was wurde in den Milliardenverträgen zugesichert? Wieso sind die Superreichen um Jeff Bezos und co. in der Krise noch einmal sprunghaft reicher geworden? Was passiert eigentlich mit unseren sensiblen Daten? Wie schieben sich Politik und Pharmakonzerne gegenseitig Gelder und Personal zu?

All das sollten wir diskutieren. Aber werden wir nicht. Wir werden darüber diskutieren ob wir beim Impfen in den Cloud hochgeladen werden. Ob wir vom Impfen Autismus kriegen. (Nein, die angebliche Studie dazu war IMMER Blödsinn und die Daten frei erfunden) Ob Pharmakonzerne und Reiche, Kinder in Geheimlaboren zur Blutgewinnung missbrauchen.

Und damit sind die Verschwörungsschwurbler letztlich Steigbügehalter der tatsächlichen Seilschaften in Politik und Wirtschaft. Denn natürlich gibt es die, sie bleiben so aber schön im Verborgenen. Denn sie sind eben keine Verschwörung, sondern schlichter Lobbyismus und Vetternwirtschaft. A kennt B, B kennt C. A hat Pharmakonzern, B hat Geld, C hat Einfluss in der Politik. Das ist alles hochgeradig banal, weniger Tempelritter und mehr „Die Ritter der geschickten Verteilung von Staatsgeldern“. Aber es ist auf Dauer hochgeradig schädlich für freie Gesellschaften und muss daher dringend in das vielveschworene Licht der Öffentlichkeit. Nur sind wir halt viel zu beschäftigt damit über den kompletten Unsinn der Schwurbler zu diskutieren. Und der hört sich viel knalliger an als die Banalität der Realität.

Und wenn man so etwas kritisch anmerkt, läuft man permanent Gefahr von Schwurblern verfolgt, oder selber für einen Verschwörungstheoretiker gehalten zu werden. Dabei zeigt z.B. die Anstalt immer wieder eindrucksvoll wie die realen, ganz banalen Seilschafte eigentlich funktionieren.

Daher: Warum müssen wir eigentlich permanent Verschwörungen erfinden? Warum beschäftigen wir uns nicht mal mit den Seilschaften, die tatsächlich existieren?

Mehr im Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ – https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

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