Schlagwort: Wirtschaft (Seite 2 von 17)

Deutscher Technologiezyklus und die CDU.

"Politik in Deutschland fühlt sich ja schon seit Jahrzehnten an wie: „und täglich grüßt das CDU-Murmeltier“.

Weil CDU/CSU zufällig am Ruder waren, als das Wirtschaftswunder seinen Ausgang nahm, sind sie jetzt im deutschen Wählerhirn für immer als „WIRTSCHAFTSKOMPETENT!“ abgespeichert.

Dabei hat das, was die Union macht, mit Wirtschaftskompetenz soviel zu tun wie Kochen mit dem Aufreißen von Paradies-Creme-Tüten.

Die CDU ist WIRTSCHAFTSNAH, oder vielmehr LOBBYISTENNAH, oder sollte man sagen LOBBYISMUSVERSEUCHT? Das ist etwas völlig anderes als Kompetenz. Das ist das Gegenteil von Kompetenz.

Die einzige verbleibende Kernkompetenz der CDU-Bundesspitze ist schon seit längerem sich einen guten Posten im Aufsichtsrat zu sichern.

Das ist überhaupt nur so lange gut gegangen, weil zwischendurch SPD und Grüne jeweils mit schmerzhaften Einschnitten aufräumen durften, was die CDU verschleppte.

Nur damit der Wähler dann wegen der nötigen Schmerzen schnell wieder CDU wählen, die ihnen wieder 16 Jahre falschen Frieden verspricht.

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Deutschland ist bis heute bei Glasfaser rettungslos abgehängt. 25 % der Haushalte sind angeschlossen, was im OECD-Vergleich ganz weit hinten ist. In Südkorea sinds 90 %, in Spanien 88 % und in Rumänien 84 %. (Quelle in den Kommentaren)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/415799/umfrage/anteil-von-glasfaseranschluessen-an-allen-breitbandanschluessen-in-oecd-staaten/

Warum ist das so? Die SPD-Regierung unter Helmut Schmidt hatte damals einen ambitionierten Glasfaser-Plan aufgelegt.

Dann wurde die CDU gewählt und dann hat der Medienpate Leo Kirch bei seinen Buddys von der CDU angerufen und ihnen ein Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen konnten.

„Ihr baut Kupferkabel in die Haushalte, damit kann ich möglichst schnell Privatfernsehen verbreiten und so ein Gegenwicht zum nervigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ schaffen!“

Gesagt getan. Leo Kirch bekam Kupfernetz und Medienimperium und die CDU freundlichere Berichterstattung, als im verhassten angeblich linken staatlichen „Rotfunk“.

Und Kohl? Bekam nach seiner Kanzlerschaft einen hochdotierten Beratervertrag bei Leo Kirch. Und auch in der CDU-Spendenaffäre tauchte sein Name prominent auf. Zufälle gibts.

Und wir? Wir bekamen ein schon beim Bau veraltetes Kupfernetz und „Vektoring“. Was ein Euphemismus ist für: „Ich bremse deinen Nachbarn aus, dafür ist das Internet bei dir schneller!“

Währenddessen wurden wir bei Internet, Digitalisierung und co. gnadenlos abgehängt und werden heute von US-Konzernen im digitalen Raum fröhlich kolonialisiert.

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Und wem all das seltsam bekannt vorkommt, der ist nicht überrascht, wenn SPD und Grüne in ihrer Regierung nach Jahren der Kohl-CDU-Lähmung schmerzhafte Einschnitte machten und den weltweiten Startschuss für den Aufstieg der Erneuerbaren gaben.

Eine florierende Solar- und Windindustrie mit hunderttausenden Beschäftigen entstand.

Wir waren Weltspitze. Bis die CDU wiedergewählt wurde, weil Rotgrün irgendwie so stressig war und die CDU doch so überzeugend lobbyismusnah ist.

Und dann entschied China uns die Weltspitze abzujagen und die CDU entschied auf Blutgrätsche. Gegen die eigene Solar- und Windindustrie.

EON, RWE und co. hatten angerufen, sie hatten Angst um ihre Kohle aus Kohle und co.

2012 wurde dann die deutsche Solarindustrie eingesargt. Mit einer völlig überstürzten und absurden Förderkürzung um 50 % innerhalb einer Woche, ohne jeglichen Vorlauf oder Vorwarnung.

Q-Cells, Solon und später Solarworld, alle ab diesem Zeitpunkt nur noch Solarzombies, Untote auf dem sicheren Weg in den Niedergang. Und alles nur weil die Gier auf Aufsichtsratsposten in der Fossilwirtschaft der CDU-Führung das Hirn weggefressen hatte.

Damals schon Speerspitze bei der Umsetzung der irren Kürzungen: KATHERINA REICHE – CDU. Staatssekretärin im Bundesumweltministerium unter Minister Norbert Röttgen – natürlich auch CDU.

Der Aufstieg der Solartechnik lief trotzdem unaufhaltsam weiter. Nur ohne deutsche Firmen.

90 % der weltweiten Solartechnik kommen heute aus China, Wechselrichter „nur“ über 60 %, weil SMA sich mühsam gehalten hat und heute bei etwas über 3 % Weltmarktanteil um das Überleben kämpft.

https://photovoltaik.org/photovoltaikanlagen/wechselrichter/hersteller

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Muss ich überhaupt noch erwähnen, dass wie dank großartiger Grundlagenforschung und mutiger Mittelständler auch bei Batterietechnik lange Spitze waren? Ich hab damals meine Diplomarbeit darüber bei einem Professor der RWTH Aachen geschrieben.

Bis zu 95 % der E-Autobatterien kommt heute aus Asien. Dabei ist das, wo das Geld verdient wird. Wir in Deutschland biegen nur noch das Blech drumherum. Wenn überhaupt. Aber dank diverser Abwrackprämien und Verbrennersubventionen sind ein paar Fossilmilliardäre der Familien Piëch und Porsche noch reicher geworden.

Und Katherina Reiche? Ging, nachdem sie die deutsche Solarindustrie zu Grabe getragen hatte, sich den Lohn dafür abholen: Als Gaslobbyistin.

Dann kam die Ampel und Habeck hat die Energiewende mühsam und unter Schmerzen wieder aufs Gleis gesetzt hat, die CDU hat ihm die Mittel für den zukunftsfähigen Umbau der Wirtschaft weggeklagt und wurde dann wiedergewählt, weil sie so überzeugend lobbyismusnah ist.

Die CDU nahm dann mit Hilfe der Grünen fast 1 Billion Sondervermögen auf und Katharina Reiche zerstört heute federführend die deutschen Wärmepumpenhersteller und nimmt den Häuslebauern ihre Solaranlag weg. Um mitten in einer Gaspreiskrise weiter auf Gas- und Erdöl zu setzen.

Fast 1 Billion Sondervermögen und diese Regierung bekommt nicht mal einen Aufschwung hin, sondern zerstört statt dessen zielgerichtet Deutschlands wirtschaftliche Zukunft.

Bei uns faselt Jens Spahn von „Grünem Öl“ und nicht vorhanden E-Fuels und wir verplempern Milliarden im Wasserstoffauto.

Während China und USA die Zukunft unter sich aufteilen, schicken wir ein Protestfax das niemand mehr empfängt.

Es ist ein Wunder, dass wir heute überhaupt noch so gut dastehen aber wir können uns keine weiteren verpassten Technologiezyklen mehr leisten.

Wir können uns so eine technologiefeindliche CDU nicht mehr leisten.

Euer Captain F.

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P.S. wenn ihr Lust auf ein paar immer noch sehr unterhaltsame, informative und sogar lustige Grafiken habt, findet ihr mein Buch „Grafiken für eine bessere Welt“ auch ohne Glasfaser in eurem Buchladen um die Ecke. Leider immer noch aktuell, weil wir in Deutschland ja einfach immer die gleichen Fehler wiederholen…

Frohe Meihnachten, Nehmen ist seliger denn Geben.

"Kaum eine Diskussion über die Soziale (Un)Gerechtigkeit kommt ohne die Bemerkung aus, dass die „Ungleichheit zuletzt abgenommen hat!“ Mal kommt das aus der CDU als Bestätigung von weiterer Umverteilung von unten nach oben, mal bringt den Trendspruch ein Sozialdemokrat eher verschämt und ein bisschen erleichtert. Es erleichtert natürlich ungemein die Zustimmung zu CDU-Maßnahmen, die die Mittelschicht weiter schwächen, wenn es irgendwie auf geheimnisvollem Wege besser geworden ist und besser bedeutet ja, dass es alles mal gar nicht so schlimm ist wie angenommen!

Da könnte man doch jetzt glatt am Weihnachtsbaum vorm Schloss Bellevue zur Feier des Tages mal so richtig die Illumination hochdrehen und bei einer Feierstunde zum Wunder des sozialen Ausgleichs einen guten Tropfen Glühwein (Primitivo und Zinfandel mit ausgesuchten Gewürzen und karamellisiertem Rohrzucker) die Kehle herabrinnen lassen.

Leider allerdings ändert dieses Wunder nichts daran, dass der Weihnachtsbaum der Vermögen weiter auf dem Kopf steht. Es hat sich, selbst in den offiziellen Daten wenig zum Positiven geändert. Der Gini-Koeffizient, der das Maß der Vermögensungleicheit misst, war in den letzten Jahren konstant um die 0,77 – was erstens sehr hoch und zweitens höher als selbst in den meisten Nachbarländern ist. Und dieser Koeffizient ist vielleicht ein bisschen gesunken. Denn je nach Messmethode hat die ärmere Hälfte wieder etwas mehr Vermögen. Die hatte aber zwischendurch auch nahezu 0 Vermögen, von da aus ging es kaum mehr abwärts. Jetzt sind es je nach Messung 1,2 vielleicht aber auch bis zu 2,3 % des Gesamtvermögens.

Wo, die Hälfte Deutschlands besitzt wieder bis zu 2,3 % des Vermögens, also darauf kann man sich schon mal ein ähm Leitungswasser aufmachen!

Wenn man jetzt nochmal genauer nachschaut liegt einer der Hauptgründe für das Weihnachtswunder des sozialen Ausgleichs darin, dass die Immobilienbewertungen in den letzten Jahrzehnten so absurd gestiegen sind. Das klingt erst einmal widersinnig, ist aber erstaunlich logisch. Immobilienbesitz ist in Deutschland deutlich stärker gestreut als der Besitz von Kapital-, Finanz- und Auslandsvermögen, die sich vor allem bei den Reichen und Superreichen sammeln. Weil die weltweiten Reichen und Superreichen in den lukrativen deutschen Immobilienmarkt gedrängt sind haben sie als Nebeneffekt das BUCHHALTERISCHE Vermögen der kleinen Häuslebesitzer mitwachsen lassen. Und da das oft deren einziges nennenswertes Vermögen ist, hat das bei denen proportional stärker „reingehauen“.

Wir haben also buchhalterische Vermögensgewinne für Hauseigentümer auf der einen und explodierende Mieten auf der anderen Seite. Aber während die Vermögensgewinne für Hauseigentümer heute schon verbucht werden, vernichten die absurden Mieten die Vermögen der Unter- und Mittelschicht erst häppchenweise, jeden Monat und jede überhöhte Nebenkostenabrechnung von Vonovia aufs Neue.

Es ist aber so: Immobilienbewertungen können jederzeit wieder sinken – ausgegebene Mieten sind weg bzw. natürlich nicht weg aber bei jemandem anders.

Und wo wir also gerade die sozialen Geschenke aus dem Weihnachtswunder unter den „Gar-nicht-mehr-so-armen“ verteilen wollten, kommt Alles noch schlimmer.

All diese Annahmen fußen darauf, dass man die tatsächliche Vermögensrealität der Superreichen einschätzen kann. Kluge Menschen haben irgendwann mal offizielle Daten mit dem abgeglichen, was Forbes und so herausgefunden haben und naja, was soll ich sagen. Also man lag halt nur so 50 % daneben.

Traditionell schätzt man Vermögen durch freiwillige Umfragen ein. Aber die Vermögen sind inzwischen so absurd bei so absurd wenig Menschen konzentriert, dass dabei die Milliardäre schlicht durchs Raster der Wahrscheinlichkeit fallen. So besitzen inzwischen 3900 Menschen in Deutschland circa ein Drittel des Finanzvermögens. Und selbst wenn einer von diesen durch Zufall angerufen wird: Wann hat Dieter Schwarz (Lidl / Kaufland / …) mit mehr als 40 Milliarden wohl zuletzt an einer freiwilligen Umfrage teilgenommen?

Die Hans-Böckler Stiftung hat daher damit angefangen diese Daten mit tatsächlichem Firmenbesitz und co. zu korrigieren, was bei den undurchsichtigen Stiftungskonstruktionen all der „Familienunternehmen“ da draußen gar nicht so einfach ist. Die Folge war eine Verdoppelung des tatsächlichen Anteils der Superreichen und jetzt kommen wir also beim hell leuchtenden Weihnachtsstern an.

Also der Spitze mit den „Familienunternehmen“, was immer so nett klingt. Hach Familienunternehmen! Schön! Menschen wie du und ich! Wobei: Ist nicht auch Amazon ein „Familienunternehmen“? Und Tesla? Und Oracle? Die haben doch auch alle Familie und es bleibt stets in der Familie wenn z.B. der Sohn vom Oracle Besitzer sich ein Medienimperium zusammenkauft! Oder sollte man bei Familie vielleicht eher an die „Familie“ im Sinne des Paten denken?

Denn es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Ungleichheit gar nicht abgenommen hat. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass mittlerweile durch die Skaleneffekte bei KI / Automatisierung / Digitalisierung nur noch so wenig Menschen die Gewinne einsammeln, dass Gini-Koeffizient und deutsche Spitzenpolitiker gleichermaßen blind dafür werden.

Denn wenn nach dem Motto von „The Winner Takes it all!“ nur noch 0,1 oder sogar nur 0,001 % die Gewinne einstreichen, dann kann darunter die Ungleichheit sinken, während sie eigentlich sogar explodiert.

Man könnte daraus nun die Erkenntnis ziehen, dass es bald soweit ist, dass von einer Vermögenssteuer 99,9 % der Deutschen profitieren würden und das alleine schon eine gute Idee wäre, um endlich zu wissen, wer wieviel besitzt. Vermögenssteuer also als eine unfreiwillige Umfrage, an der sogar ein Dieter Schwarz und die Aldi-Familie teilnehmen müssten.

Oder man kann sich in eine Talkshow setzen und anmerken, dass ja „zuletzt die Ungleichheit gesunken sei!“. In diesem Sinne: Habt schöne Meihnachten oder Weihnachten und wenn man sich was wünschen dürfte, also eine Vermögenssteuer unterm Weihnachtsbaum, die würde ich schon nehmen. Aber dafür müssten Merz und Klingbeil wohl erst von 3 Geistern besucht werden…

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Ich weiß, es ist ja quasi schon Weihnachten, aber falls ihr noch ein Last-Minute-Geschenk braucht und der Post vertraut hätte ich da so ein Buch. Das Cover ist nicht so der Hit (dafür kann ich nix, wollte der Verlag so) aber der Rest ist, soviel kann ich versprechen, immer noch erstaunlich aktuell, lustig, informativ und unterhaltsam!

Einfach heute schnell hier oder beim Laden um die Ecke bestellen, wahrscheinlich kommts noch an!
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Man kann mit Klimaschutz Wahlen gewinnen!

"YEAH! Hier ist die gute Nachricht zum Wochenstart, die wie alle gebrauchen können.

In Hamburg hat gestern der Volksentscheid für mehr und vor allem VERBINDLICHEN Klimaschutz gewonnen!

Man kann mit Klimaschutz noch Wahlen gewinnen!

Die SPD ist jetzt laut hörbar am Leiden. Die wollten beim Klimaschutz eigentlich weiter auf sehr geduldiges Papier setzen und nebenbei um jeden Parkplatz kämpfen, als ginge es um den Untergang des Abendlandes. Da kommt sowas natürlich jetzt echt unpassend.

Die Grünen werden mutmaßlich sehr, sehr leise und unauffällig feiern (offiziell haben sich ihre Senatoren und Senatorinnen auch gegen den Zukunftsentscheid ausgesprochen), die CDU spricht schon von Deindustrialisierung, was die AfD sagt ist mir grundsätzlich egal (weil eh nichts Konstruktives zu erwarten ist) und die Linke freut sich, die haben den Zukunftsentscheid als Einzige offen unterstützt.

Hamburg will jetzt bis 2040 klimaneutral werden und was ich dazu an Ungeheuerlichkeiten gelesen habe, die jetzt wohl nötig sein könnten, ist durchaus gute Unterhaltung.

Erste Ungeheuerlichkeit: Wahrscheinlich ist Tempo 30 im größten Teil des Stadtgebiets erforderlich.

Oh meine Güte, ist das schrecklich! Ich kann also in Zukunft in den circa 70 Minuten am Tag zwischen den Rush-Hours nicht mehr kurz zwischen den Ampeln auf 70 aufdrehen, das ist ein enormer Verlust.

Statt dessen wäre dann Hamburg ja wie Helsinki, diese enorm rückschrittliche Stadt im hohen Norden, die überall Tempo 30 hat und in der deswegen nicht mal mehr Leute im Verkehr sterben und das ist nun wirklich nicht wünschenswert!

Erwähnte ich schon, dass Hamburg gerade auf einen neuen Rekord zusteuert? Also leider einen Rekord an in einem Jahr getöteten Radfahrern und Radfahrerinnen? Gerade hat es eine beliebte Schauspielerin vom Großstadtrevier erwischt und wenn ich auch um jed und jeden gleichermaßen trauer, vielleicht bewegt das endlich mal was!

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/mahnwache-fuer-grossstadtrevier-schauspielerin-wanda-perdelwitz,mahnwache-150.html

Interessant und gut finde ich übrigens, dass inzwischen auch der ADFC entschieden die zu schmalen Schutzstreifen und Radwege moniert. Das klang vor einigen Jahren noch anders, da hatte man sich drauf zurückgezogen dass Schutzstreifen ja statistisch sicherer sind als Hochbordradwege, was ich schon immer für ein – mit Verlaub – dummes Profiradfahrerargument gehalten habe.

Also: Es gibt die Chance, dass durch den Radentscheid auch die Verkehrswende noch mal einen zusätzlichen Schub bekommt. Und das möchte ich auch mal erwähnen: Da hat sich dank der Grünen zuletzt tatsächlich was bewegt, das ist cool, aber es wurde halt zuletzt auch gerade von der SPD wieder ordentlich auf die Bremse getreten. Das ist nicht so cool und das wird jetzt schwieriger und das finde ich cool

Eine weitere Ungeheuerlichkeit wäre, dass jetzt Öl- und Gasheizungen früher durch Wärmepumpen und Fernwärme ersetzt werden müssen.

Auch hier muss ich sagen: Als ich zuletzt nachschaute muss das ja eh passieren, ist Öl und Gas eh nichts von dem man dauerhaft abhängig sein möchte (siehe weltweiter Krisenmodus gerade) und wenn man dann in Hamburg früher dran ist hat mans auch früher hinter sich.

Ja, wird nicht billig, aber wird eh passieren und warum das Pflaster dann nicht einfach mal zackig abziehen, statt jedes einzelne Haar unter Wehklagen öffentlich zu beleiden.

Also ich sag mal: Der Gaszentralheizung in unserem Mehrfamilienhaus weine ich keine Träne nach, die hat uns die letzten 2 Jahre so häufig wegen Ausfällen kalt duschen lassen, ich wär bereit.

Was ich schlussendlich teile, ist eine gewisse Sorge, dass es natürlich jetzt wenig Sinn macht Betriebe wie Arubis und co. zu hart anzugehen, da die ja nur von Hamburg aus für den Rest der Welt produzieren und das im Vergleich bereits energieschonend. Hier ist tatsächlich Fingerspitzengefühl erforderlich, denn was bringts wenn dann im Ausland CO2-intensiver produziert wird.

Aber dafür ist dann tatsächlich auch die Politik da, um genau das zu verhindern und das traue ich denen ausnahmsweise auch mal zu!

Was ich der Politik aber ausdrücklich NICHT zutraue, ist dagegen einfach mal ohne gerichtliche nun ja „Hilfe“ von vornherein die naheliegende und wenigstens nicht ganz so schlimme Variante für Irrsinnnsautobahnen zu wählen.

Denn dieses Hamburg mit den angeblich bereits vorm Klimaentscheid so vorbildlichen Klimazielen hatte ja die letzten Jahre nix Besseres zu tun, als Milliarden Steuergelder für ein weiteres Autobahnprojekt im Moor versenken zu wollen.

Und da mussten jetzt halt erst die Umweltverbände (vor allem der BUND, DANKE LEUTE!) vors Gericht ziehen um die Nasen in der Politik zu erinnern, dass sie ja eigentlich da so nen Klimaschutzplan hatten.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/verwaltungsgericht-stoppt-plaene-zur-a26-ost-vorerst,hafenautobahn-hamburg-100.html

Hamburg will ja KOSTE ES WAS ES WOLLE die Hafenspange bauen. Das ist die Verbindung von A7 und A1 da so im Hamburger Süden. Zwar fusst die auf längst überholten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, weil man dem Hafen ein glorreiches und nie erfolgtes Wachstum vorausgesehen hat aber wir wissen alle: Wo eine Autobahnplanung, da stets ein zerstörerischer Weg. Bevor man die Milliarden noch sinnlos in Bildung ausgibt, lieber Beton in die Landschaft, das macht keine Scherereien!

Die Strecke, die der Senat ausgwählt hatte, kenne ich sehr gut. Denn das ist mein Lieblingsradstrecke.

Mitten durch die letzten wunderschönen Moorgebiete da im Hamburger Süden, zwischen quackenden Fröschen, Rohrdommeln und einmal erlebte ich wie ein Fuchsfamilie erschrocken im Licht meines Fahrrades querte und eines der Kids in den Graben plumste und sehr aufgeregt von Mama gerettet wurde und ich werde das nie vergessen.

GENAU da wollten die durchbauen. Und genau das hat sie jetzt zerlegt. Denn Moorböden speichern sehr viel CO2, das dann frei würde und da hat Leipzig jetzt ein Stoppschild gesetzt und das absolut verdient.

Noch witziger ist, dass die Autobahn auch noch den STADTEIGENEN teuren Abriss und Umbau von Moorburg zu einem Wasserstoffhub gefährdet, dass sie über belastetes Shell-Gelände geht und bisher niemand Anstalten macht das zu sanieren und das sie ingesamt wohl eines der teuersten Autobahnstücke in Deutschland ever wäre.

2,3 Milliarden für 10 Kilometer sind gerade die Annahme, Kritiker gehen längst von mehr als 3 Milliarden aus und es wär ein Wunder wenn es günstiger wird.

Mein Verdacht daher: Ein Verzicht auf die Hafenspange bzw. A26 Ost könnte problemlos alle nun erforderlichen Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg bezahlen! 😇

Insofern: Danke Leipzig und lieber Politiker & Betonköpfe, ihr habt jetzt nochmal ein paar Jahre Bedenkzeit, nutzt sie doch einfach mal, wie wärs?

Heute ist also ein guter Tag für Hamburg UND den Steuerzahler. Kommt gut in die Woche, es ist nicht alles schlecht! 😀

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