Schlagwort: Wirtschaft (Seite 2 von 17)

Frohe Meihnachten, Nehmen ist seliger denn Geben.

"Kaum eine Diskussion über die Soziale (Un)Gerechtigkeit kommt ohne die Bemerkung aus, dass die „Ungleichheit zuletzt abgenommen hat!“ Mal kommt das aus der CDU als Bestätigung von weiterer Umverteilung von unten nach oben, mal bringt den Trendspruch ein Sozialdemokrat eher verschämt und ein bisschen erleichtert. Es erleichtert natürlich ungemein die Zustimmung zu CDU-Maßnahmen, die die Mittelschicht weiter schwächen, wenn es irgendwie auf geheimnisvollem Wege besser geworden ist und besser bedeutet ja, dass es alles mal gar nicht so schlimm ist wie angenommen!

Da könnte man doch jetzt glatt am Weihnachtsbaum vorm Schloss Bellevue zur Feier des Tages mal so richtig die Illumination hochdrehen und bei einer Feierstunde zum Wunder des sozialen Ausgleichs einen guten Tropfen Glühwein (Primitivo und Zinfandel mit ausgesuchten Gewürzen und karamellisiertem Rohrzucker) die Kehle herabrinnen lassen.

Leider allerdings ändert dieses Wunder nichts daran, dass der Weihnachtsbaum der Vermögen weiter auf dem Kopf steht. Es hat sich, selbst in den offiziellen Daten wenig zum Positiven geändert. Der Gini-Koeffizient, der das Maß der Vermögensungleicheit misst, war in den letzten Jahren konstant um die 0,77 – was erstens sehr hoch und zweitens höher als selbst in den meisten Nachbarländern ist. Und dieser Koeffizient ist vielleicht ein bisschen gesunken. Denn je nach Messmethode hat die ärmere Hälfte wieder etwas mehr Vermögen. Die hatte aber zwischendurch auch nahezu 0 Vermögen, von da aus ging es kaum mehr abwärts. Jetzt sind es je nach Messung 1,2 vielleicht aber auch bis zu 2,3 % des Gesamtvermögens.

Wo, die Hälfte Deutschlands besitzt wieder bis zu 2,3 % des Vermögens, also darauf kann man sich schon mal ein ähm Leitungswasser aufmachen!

Wenn man jetzt nochmal genauer nachschaut liegt einer der Hauptgründe für das Weihnachtswunder des sozialen Ausgleichs darin, dass die Immobilienbewertungen in den letzten Jahrzehnten so absurd gestiegen sind. Das klingt erst einmal widersinnig, ist aber erstaunlich logisch. Immobilienbesitz ist in Deutschland deutlich stärker gestreut als der Besitz von Kapital-, Finanz- und Auslandsvermögen, die sich vor allem bei den Reichen und Superreichen sammeln. Weil die weltweiten Reichen und Superreichen in den lukrativen deutschen Immobilienmarkt gedrängt sind haben sie als Nebeneffekt das BUCHHALTERISCHE Vermögen der kleinen Häuslebesitzer mitwachsen lassen. Und da das oft deren einziges nennenswertes Vermögen ist, hat das bei denen proportional stärker „reingehauen“.

Wir haben also buchhalterische Vermögensgewinne für Hauseigentümer auf der einen und explodierende Mieten auf der anderen Seite. Aber während die Vermögensgewinne für Hauseigentümer heute schon verbucht werden, vernichten die absurden Mieten die Vermögen der Unter- und Mittelschicht erst häppchenweise, jeden Monat und jede überhöhte Nebenkostenabrechnung von Vonovia aufs Neue.

Es ist aber so: Immobilienbewertungen können jederzeit wieder sinken – ausgegebene Mieten sind weg bzw. natürlich nicht weg aber bei jemandem anders.

Und wo wir also gerade die sozialen Geschenke aus dem Weihnachtswunder unter den „Gar-nicht-mehr-so-armen“ verteilen wollten, kommt Alles noch schlimmer.

All diese Annahmen fußen darauf, dass man die tatsächliche Vermögensrealität der Superreichen einschätzen kann. Kluge Menschen haben irgendwann mal offizielle Daten mit dem abgeglichen, was Forbes und so herausgefunden haben und naja, was soll ich sagen. Also man lag halt nur so 50 % daneben.

Traditionell schätzt man Vermögen durch freiwillige Umfragen ein. Aber die Vermögen sind inzwischen so absurd bei so absurd wenig Menschen konzentriert, dass dabei die Milliardäre schlicht durchs Raster der Wahrscheinlichkeit fallen. So besitzen inzwischen 3900 Menschen in Deutschland circa ein Drittel des Finanzvermögens. Und selbst wenn einer von diesen durch Zufall angerufen wird: Wann hat Dieter Schwarz (Lidl / Kaufland / …) mit mehr als 40 Milliarden wohl zuletzt an einer freiwilligen Umfrage teilgenommen?

Die Hans-Böckler Stiftung hat daher damit angefangen diese Daten mit tatsächlichem Firmenbesitz und co. zu korrigieren, was bei den undurchsichtigen Stiftungskonstruktionen all der „Familienunternehmen“ da draußen gar nicht so einfach ist. Die Folge war eine Verdoppelung des tatsächlichen Anteils der Superreichen und jetzt kommen wir also beim hell leuchtenden Weihnachtsstern an.

Also der Spitze mit den „Familienunternehmen“, was immer so nett klingt. Hach Familienunternehmen! Schön! Menschen wie du und ich! Wobei: Ist nicht auch Amazon ein „Familienunternehmen“? Und Tesla? Und Oracle? Die haben doch auch alle Familie und es bleibt stets in der Familie wenn z.B. der Sohn vom Oracle Besitzer sich ein Medienimperium zusammenkauft! Oder sollte man bei Familie vielleicht eher an die „Familie“ im Sinne des Paten denken?

Denn es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Ungleichheit gar nicht abgenommen hat. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass mittlerweile durch die Skaleneffekte bei KI / Automatisierung / Digitalisierung nur noch so wenig Menschen die Gewinne einsammeln, dass Gini-Koeffizient und deutsche Spitzenpolitiker gleichermaßen blind dafür werden.

Denn wenn nach dem Motto von „The Winner Takes it all!“ nur noch 0,1 oder sogar nur 0,001 % die Gewinne einstreichen, dann kann darunter die Ungleichheit sinken, während sie eigentlich sogar explodiert.

Man könnte daraus nun die Erkenntnis ziehen, dass es bald soweit ist, dass von einer Vermögenssteuer 99,9 % der Deutschen profitieren würden und das alleine schon eine gute Idee wäre, um endlich zu wissen, wer wieviel besitzt. Vermögenssteuer also als eine unfreiwillige Umfrage, an der sogar ein Dieter Schwarz und die Aldi-Familie teilnehmen müssten.

Oder man kann sich in eine Talkshow setzen und anmerken, dass ja „zuletzt die Ungleichheit gesunken sei!“. In diesem Sinne: Habt schöne Meihnachten oder Weihnachten und wenn man sich was wünschen dürfte, also eine Vermögenssteuer unterm Weihnachtsbaum, die würde ich schon nehmen. Aber dafür müssten Merz und Klingbeil wohl erst von 3 Geistern besucht werden…

……..
Ich weiß, es ist ja quasi schon Weihnachten, aber falls ihr noch ein Last-Minute-Geschenk braucht und der Post vertraut hätte ich da so ein Buch. Das Cover ist nicht so der Hit (dafür kann ich nix, wollte der Verlag so) aber der Rest ist, soviel kann ich versprechen, immer noch erstaunlich aktuell, lustig, informativ und unterhaltsam!

Einfach heute schnell hier oder beim Laden um die Ecke bestellen, wahrscheinlich kommts noch an!
https://www.m-vg.de/yes/shop/article/20212-grafiken-fuer-eine-bessere-welt/

Man kann mit Klimaschutz Wahlen gewinnen!

"YEAH! Hier ist die gute Nachricht zum Wochenstart, die wie alle gebrauchen können.

In Hamburg hat gestern der Volksentscheid für mehr und vor allem VERBINDLICHEN Klimaschutz gewonnen!

Man kann mit Klimaschutz noch Wahlen gewinnen!

Die SPD ist jetzt laut hörbar am Leiden. Die wollten beim Klimaschutz eigentlich weiter auf sehr geduldiges Papier setzen und nebenbei um jeden Parkplatz kämpfen, als ginge es um den Untergang des Abendlandes. Da kommt sowas natürlich jetzt echt unpassend.

Die Grünen werden mutmaßlich sehr, sehr leise und unauffällig feiern (offiziell haben sich ihre Senatoren und Senatorinnen auch gegen den Zukunftsentscheid ausgesprochen), die CDU spricht schon von Deindustrialisierung, was die AfD sagt ist mir grundsätzlich egal (weil eh nichts Konstruktives zu erwarten ist) und die Linke freut sich, die haben den Zukunftsentscheid als Einzige offen unterstützt.

Hamburg will jetzt bis 2040 klimaneutral werden und was ich dazu an Ungeheuerlichkeiten gelesen habe, die jetzt wohl nötig sein könnten, ist durchaus gute Unterhaltung.

Erste Ungeheuerlichkeit: Wahrscheinlich ist Tempo 30 im größten Teil des Stadtgebiets erforderlich.

Oh meine Güte, ist das schrecklich! Ich kann also in Zukunft in den circa 70 Minuten am Tag zwischen den Rush-Hours nicht mehr kurz zwischen den Ampeln auf 70 aufdrehen, das ist ein enormer Verlust.

Statt dessen wäre dann Hamburg ja wie Helsinki, diese enorm rückschrittliche Stadt im hohen Norden, die überall Tempo 30 hat und in der deswegen nicht mal mehr Leute im Verkehr sterben und das ist nun wirklich nicht wünschenswert!

Erwähnte ich schon, dass Hamburg gerade auf einen neuen Rekord zusteuert? Also leider einen Rekord an in einem Jahr getöteten Radfahrern und Radfahrerinnen? Gerade hat es eine beliebte Schauspielerin vom Großstadtrevier erwischt und wenn ich auch um jed und jeden gleichermaßen trauer, vielleicht bewegt das endlich mal was!

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/mahnwache-fuer-grossstadtrevier-schauspielerin-wanda-perdelwitz,mahnwache-150.html

Interessant und gut finde ich übrigens, dass inzwischen auch der ADFC entschieden die zu schmalen Schutzstreifen und Radwege moniert. Das klang vor einigen Jahren noch anders, da hatte man sich drauf zurückgezogen dass Schutzstreifen ja statistisch sicherer sind als Hochbordradwege, was ich schon immer für ein – mit Verlaub – dummes Profiradfahrerargument gehalten habe.

Also: Es gibt die Chance, dass durch den Radentscheid auch die Verkehrswende noch mal einen zusätzlichen Schub bekommt. Und das möchte ich auch mal erwähnen: Da hat sich dank der Grünen zuletzt tatsächlich was bewegt, das ist cool, aber es wurde halt zuletzt auch gerade von der SPD wieder ordentlich auf die Bremse getreten. Das ist nicht so cool und das wird jetzt schwieriger und das finde ich cool

Eine weitere Ungeheuerlichkeit wäre, dass jetzt Öl- und Gasheizungen früher durch Wärmepumpen und Fernwärme ersetzt werden müssen.

Auch hier muss ich sagen: Als ich zuletzt nachschaute muss das ja eh passieren, ist Öl und Gas eh nichts von dem man dauerhaft abhängig sein möchte (siehe weltweiter Krisenmodus gerade) und wenn man dann in Hamburg früher dran ist hat mans auch früher hinter sich.

Ja, wird nicht billig, aber wird eh passieren und warum das Pflaster dann nicht einfach mal zackig abziehen, statt jedes einzelne Haar unter Wehklagen öffentlich zu beleiden.

Also ich sag mal: Der Gaszentralheizung in unserem Mehrfamilienhaus weine ich keine Träne nach, die hat uns die letzten 2 Jahre so häufig wegen Ausfällen kalt duschen lassen, ich wär bereit.

Was ich schlussendlich teile, ist eine gewisse Sorge, dass es natürlich jetzt wenig Sinn macht Betriebe wie Arubis und co. zu hart anzugehen, da die ja nur von Hamburg aus für den Rest der Welt produzieren und das im Vergleich bereits energieschonend. Hier ist tatsächlich Fingerspitzengefühl erforderlich, denn was bringts wenn dann im Ausland CO2-intensiver produziert wird.

Aber dafür ist dann tatsächlich auch die Politik da, um genau das zu verhindern und das traue ich denen ausnahmsweise auch mal zu!

Was ich der Politik aber ausdrücklich NICHT zutraue, ist dagegen einfach mal ohne gerichtliche nun ja „Hilfe“ von vornherein die naheliegende und wenigstens nicht ganz so schlimme Variante für Irrsinnnsautobahnen zu wählen.

Denn dieses Hamburg mit den angeblich bereits vorm Klimaentscheid so vorbildlichen Klimazielen hatte ja die letzten Jahre nix Besseres zu tun, als Milliarden Steuergelder für ein weiteres Autobahnprojekt im Moor versenken zu wollen.

Und da mussten jetzt halt erst die Umweltverbände (vor allem der BUND, DANKE LEUTE!) vors Gericht ziehen um die Nasen in der Politik zu erinnern, dass sie ja eigentlich da so nen Klimaschutzplan hatten.

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/verwaltungsgericht-stoppt-plaene-zur-a26-ost-vorerst,hafenautobahn-hamburg-100.html

Hamburg will ja KOSTE ES WAS ES WOLLE die Hafenspange bauen. Das ist die Verbindung von A7 und A1 da so im Hamburger Süden. Zwar fusst die auf längst überholten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, weil man dem Hafen ein glorreiches und nie erfolgtes Wachstum vorausgesehen hat aber wir wissen alle: Wo eine Autobahnplanung, da stets ein zerstörerischer Weg. Bevor man die Milliarden noch sinnlos in Bildung ausgibt, lieber Beton in die Landschaft, das macht keine Scherereien!

Die Strecke, die der Senat ausgwählt hatte, kenne ich sehr gut. Denn das ist mein Lieblingsradstrecke.

Mitten durch die letzten wunderschönen Moorgebiete da im Hamburger Süden, zwischen quackenden Fröschen, Rohrdommeln und einmal erlebte ich wie ein Fuchsfamilie erschrocken im Licht meines Fahrrades querte und eines der Kids in den Graben plumste und sehr aufgeregt von Mama gerettet wurde und ich werde das nie vergessen.

GENAU da wollten die durchbauen. Und genau das hat sie jetzt zerlegt. Denn Moorböden speichern sehr viel CO2, das dann frei würde und da hat Leipzig jetzt ein Stoppschild gesetzt und das absolut verdient.

Noch witziger ist, dass die Autobahn auch noch den STADTEIGENEN teuren Abriss und Umbau von Moorburg zu einem Wasserstoffhub gefährdet, dass sie über belastetes Shell-Gelände geht und bisher niemand Anstalten macht das zu sanieren und das sie ingesamt wohl eines der teuersten Autobahnstücke in Deutschland ever wäre.

2,3 Milliarden für 10 Kilometer sind gerade die Annahme, Kritiker gehen längst von mehr als 3 Milliarden aus und es wär ein Wunder wenn es günstiger wird.

Mein Verdacht daher: Ein Verzicht auf die Hafenspange bzw. A26 Ost könnte problemlos alle nun erforderlichen Klimaschutzmaßnahmen in Hamburg bezahlen! 😇

Insofern: Danke Leipzig und lieber Politiker & Betonköpfe, ihr habt jetzt nochmal ein paar Jahre Bedenkzeit, nutzt sie doch einfach mal, wie wärs?

Heute ist also ein guter Tag für Hamburg UND den Steuerzahler. Kommt gut in die Woche, es ist nicht alles schlecht! 😀

Russlands Social-Media-Feldzug.

"In Tschechien werden jetzt linksrusslandfreundliche Populisten mutmaßlich zusammen mit russlandfreundlichen Rechtsradikalen regieren, die von einem asiatischen Migranten geführt werden, der mit Motorsense auf Bühnen rumspringt und zusammen mit einer Autofahrerpartei, die sich für Verbrenner einsetzt.

Das zeigt 3 Dinge:

1. Rechts/Links Schemata gelten nicht mehr
2. Social-Media-Populismus erzeugt die absurdesten Politik-Karikaturen. Satire ist tot.
3. Russland unterwandert Europa erfolgreich per Internet & Social-Media und nimmt die liberalen Parteien der Mitte von zwei Seiten in die Zange

Die Demokratien sehen dabei derzeit ziemlich alt aus, denn Putin nekrotischer Faschismus hat die Schwächen sehr gut erkannt: Gestützt werden die europäischen Demokratien größtenteils nur noch von Parteien der Mitte, die sich in den letzten 30 Jahren einer gefährlichen Mischung aus zunehmend enthemmtem Wirtschaftsliberalismus gepaart mit einem bürokratischen Erhalt der Machtstrukturen unterworfen haben.

Bilderbuchartiges Beispiel dafür ist Frankreich. Hier wirkte der wirtschaftsliberale Macronismus wie frischer Wind und eine neue Hoffnung, nur um jetzt genau diese Hoffnung, um so entschiedener zu beerdigen, weil er nie Antworten auf die zentralen sozialen Probleme gefunden hat. Warum? Weil er gar nicht WOLLTE. Denn die zentrale These seiner Ideologie war, dass sich die sozialen Probleme von ganz alleine lösen, sofern man nur die Wirtschaft „entfesselt“ und so einen Aufschwung herbeiführt.

Aber der Macronismus ist an ALLEM gescheitert.

Weder hat er neue Wirtschaftskraft entfesselt NOCH hat er es geschafft die Menschen abzusichern und ihnen so die Angst zu nehmen.

In der Außenpolitik mimt Macron gerne den Kämpfer für die Unterdrückten, zuhause ist er starrköpfig bis zur Selbstzerstörung und schaut hiflos zu wie sich die Superreichen immer größere Teile des ehemals egalitären Frankreichs abschneiden, während all die kleinen Betriebe weiter unter teilweise sinnloser Bürokratie leiden.

Kommt einem das nicht irgendwie bekannt vor? Das liegt daran, dass in der Wirtschaftspolitik fast alle Parteien der demokratischen Mitte mehr oder weniger das gleiche Konzept vertreten.

Egal ob man nun Liberale, Konservative oder Sozialdemkraten wählt und teilweise leider auch Grüne: Man bekommt neoliberale Politik für Superreiche gepaart mit konsumarischen Wahlgeschenken für die jeweilige alternde Peergroup.

Überall ist der Sozialstaat unter Beschuss, aber dieser Beschuss ist mutwillig, zerstörerisch und unfair.

In Deutschland z.B. hat die ärmere Hälfte der Bevölkerung in den 70ern relativ und inzwischen sogar ABSOLUT mehr Vermögen gehabt. Obwohl die Wirtschaftsleistung Deutschlands sich durch die häufig körperlich harte Arbeit dieser Gruppe vervielfacht hat, stehen 50 % der Deutschen heute im Grunde ohne Vermögen da, sind sogar noch ÄRMER geworden, während der Rest sein Vermögen VERVIELFACHT hat.

Seit nun 50 Jahren geht es also für diese Gruppe eigentlich nur bergab. Diese Menschen haben in dieser Zeit diverse unterschiedliche Parteien gewählt, aber alle diese Parteien haben es nicht geschafft oder überhaupt gewollt, das Ruder umzulegen.

Und jetzt wollen die Parteien der Mitte ihnen z.B. in Deutschland auch noch den Sozialstaat wegkürzen, während sie weiter Wahlgeschenke an „ihre Leute“ verteilen.

Es ist völlig logisch, dass diese Menschen nun zunehmend radikaler wählen. Denen ist zunehmend alles egal, die wollen einfach nur, dass sich irgendwas ändert und zur Not soll wenigstens was brennen.

Dazu kommt, dass auch von den oberen 50 % immer weniger profitieren, auch hier wandert das Geld immer schneller Richtung Reiche und Superreiche ab. Auch hier geht längst die Abstiegsangst um.

Und alles, was den meisten Parteien der demokratischen Mitte dazu einfällt, ist auf Bürgergeldempfänger, Arme und Migranten zu prügeln, um von dem eigentlichen Problem abzulenken. Dabei sorgen diese angeblich wirtschaftsliberalen Parteien aber komischerweise stets dafür, dass die Pfründe ihrer Buddies gesichert bleiben. Besonders eindrucksvoll bekommt das stets die CDU hin.

Wirtschaftsliberalität ja, aber nur für Arme und die, die uns nicht wählen! Ansonsten sorgen wir mit Bürokratie und Verbrennen von Steuergeldern dafür, dass unseren Lobbygruppen aus der fossilen Wirtschaft keine neue Konkurrenz entsteht!

Wie bekommen wir es hin unsere Demokratien zu erneuern? Wie kriegen wir einerseits unsere Wirtschaft wieder flott, kriegen die Verkrustung weg und tatsächlich unnötige Bürokratie weg? Wie kriegen wir es aber gleichzeitig hin der Bevölkerung in diesem Umbruch vor allem wirtschaftliche Sicherheit zu vermitteln, wie kriegen wir es hin, dass die unteren 50 % der Gesellschaft endlich wieder was von der Demokratie haben und die oberen 1 % sich endlich wieder an der Finanzierung beteiligen?

Denn GENAU DA liegt nach meiner Ansicht die Antwort: Wir brauchen wieder so eine Phase wie nach dem zweiten Weltkrieg ABER OHNE WELTKRIEG. Wir müssen Machtverhältnisse aufbrechen und die oberen 1 % Demokratieschmarotzer wieder an der Finanzierung der Demokratie beteiligen.

Denn genau das sind die Superreichen. Sie profitieren von den stabilen Verhältnissen des démokratischen Sozialstaats, weigern sich aber diesen zu finanzieren. Dabei können auch die Superreichen VERDAMMT FROH sein in einer Demokratie zu leben. In Russland wären so einige von ihnen längst aus dem Fenster gefallen.

Aber was war denn anders nach dem Krieg? Damals hatte z.B. die USA Einkommenssteuern bis hoch zu 90 % und auch Deutschland hatte knackige Steuern für Vermögende, die nach neoliberaler Doktrin eigentlich in die Pleite hätten führen müssen. Komischerweise haben sie ins Wirtschaftswunder geführt und die ärmere Hälfte der Bevölkerung am Aufschwung beteiligt.

Heute sind hohe Einkommenssteuern NICHT zentral, was wir brauchen sind Vermögenssteuern, die den Staaten wieder Handlungsspielräume geben UND GLEICHZEITIG weniger Bürokratie und Belastung für Selbsständige und kleine Betriebe, die etwas Innovatives wagen wollen. Und europaweite Zusammenarbeit bei KI und co. weil wir hier als einzelne Nationalstaaten ansonsten hilflos untergehen.

Also: Merz, Macron und co: Hört endlich auf davon zu labern, dass wir jetzt alle mehr Arbeiten sollen und überhaupt. Arbeitet endlich mal im Sinne Europas zusammen und repariert das verdammte Aufstiegsversprechen, dann WERDEN DIE LEUTE VON SICH AUS ARBEITEN UND VOLLER IDEEN SEIN!

Wenn wir das nicht hinkriegen wird ein Land nach dem anderen dem nekrotischen Imperialismus-Faschismus Putins oder/und dem evangelikal-libertären-KI-Faschismus Trumps zum Opfer fallen und Europa unter dem Kampf aufgerieben.

It’s the soziale Gerechtigkeit stupid!

Und abgesehen davon müssen wir endlich Wege finden in social Media und unsocial Media aufzuräumen. Denn die fast ausschließlich von rechtslibertären Milliardären betriebenen sozialen Netzwerke verdienen den Großteil ihres Geldes mit der Destabilisierung unser Demokratien. Weil radikale Positionen einfach geiler klicken und mehr Screentime-Erzeugen. Und genau das ist der perfekte Ansatzpunkt für Putin und seine Nekro-Krieger.

Denn Destruktion ist, was sie können. Aufbauen dagegen überhaupt nicht. Russland ist ein absurdes, sozial unfassbar ungerechtes, von einem superreichen paranoiden Gewaltherrscher befehligtes Shithole und Totenreich, dass seine Leute in sinnlosen Kriegen opfert.

Aber die Kraft von Social-Media lässt es auf viele wie ein ungerecht angegriffenes Friedensreich wirken.

DAS muss ein Ende haben. ABER wir können dem auf Social-Media nur ein Ende setzen, wenn wir gleichzeitig UNSERE PROBLEM lösen.

Demokratie muss wieder ein Versprechen für eine bessere Zukunft sein und zwar für die MEHRHEIT.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Captain Futura

Theme von Anders NorénHoch ↑