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Was geben Städte pro Kopf für den Radverkehr aus?

Was geben Städte pro Kopf für den Radverkehr aus – und
was ist das Ergebnis? Wenig überraschend: VIEL HILFT VIEL.
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Ich poste diese Grafik weil die Ausgaben pro Kopf alleine ehrlich gesagt nichts aussagen außer einer Willensbekundung. Nur an dem Anteil des Radverkehrs zeigt sich Erfolg oder Nichterfolg der Maßnahmen.
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Was zeigt die Grafik? Berlin und Hamburg investieren trotz gigantischem Nachholbedarfs immer noch viel zu wenig. Ein paar Mutige fahren trotzdem immer Fahrrad. So ist der im Vergleich zum niedrigen Einsatz recht hohe Anteil des Radverkehrs zu erklären. Damit auch weniger Mutige (oder Verrückte) sich auf das Rad schwingen muss aber investiert werden, was Beispiele wie Kopenhagen und Utrecht deutlich zeigen.
Amsterdam ist schwierig zu ermitteln: Die Stadt selber investiert in den nächsten Jahren 11 € pro Einwohner und Jahr. Dazu kommen aber erhebliche Mittel aus Landestöpfen was einen Schnitt über die ganzen Niederlande von 30 € pro Kopf und Jahr ergibt. Zudem wurde schon sehr lange sehr viel investiert, daher hab ich hier mal ein größer-Zeichen ergänzt. (Ihr seht ich hab mir wirklich verdammt viel Arbeit gemacht…)

Interessant dabei ist auch, dass der Anteil verunglückter Radfahrern in den Niederlanden kontinuierlich sinkt während er in Deutschland steigt. Woran mag das wohl liegen? Etwa an der unzureichenden Investition in sichere Infrastruktur? Nein! Doch! Oh. In Hamburg ist bald Wahl und ich glaube es ist kein Geheimnis dass CDU und SPD der Überzeugung sind, dass für Radverkehr eigentlich erstmal genug getan wurde. Nachdem vor allem die Grünen in den letzten Jahren tatsächlich für Schwung gesorgt haben. Ich lasse mir gerade die Wahlprogramme kommen.
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Alle Daten sind mit Vorsicht zu betrachten. Ich hab mein Bestes getan das Internet gründlich zu durchsuchen aber man findet viel sich widersprechendes und viele die stumpf voneinander abschreiben. Und natürlich Berlin, das kaum aktuelle Zahlen hat. Wie könnte es auch anders sein. Ich hab daher jeweils die glaubwürdigste und konservativste Zahl genommen. Wenn ihr bessere habt und das begründen könnt immer her damit!

Nachtrag: Bei Hamburg war bisher dank einer anscheinend fehlerhaften Studie immer die Rede von 2,9 € pro Kopf. Der Etat für Radverkehr versteckt sich in Hamburg in diversen Töpfen. Die Verkehrsbehörde berechnet für 2017 10,56 € und für 2018 noch etwas mehr. Es geht also voran und das habe ich in der Grafik entsprechend angepasst. Danke für den Hinweis.

Von folgenden Links:
https://assets.amsterdam.nl/publish/pages/865242/meerjarenplan_fiets_2017-2022.pdf
http://www.aviewfromthecyclepath.com/2010/05/487-million-euros-for-cycling.html
https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-07/fahrradstadt-hamburg-verkehr-abgase-amsterdam-velorouten?fbclid=IwAR3H9MKp81UqkdzE_fHSlM1DrQYldUgFC6pGdnfjoV0Ko2BqqAVUGKqDBa4
https://www.bikecitizens.net/de/bicycle-first-radverkehr-utrecht/
https://www.umweltbundesamt.de/themen/verkehr-laerm/nachhaltige-mobilitaet/radverkehr#vorteile-des-fahrradfahrens
https://hamburg.adfc.de/news/neue-mobilitaetsstudie-wer-25-prozent-radverkehr-in-2030-will-muss-dem-rad-jetzt-mehr-platz-geben/
https://bicycledutch.wordpress.com/2019/05/29/cycling-increased-again-in-utrecht/
https://www.coya.com/bike/index-2019
https://bicycledutch.wordpress.com/2018/01/02/dutch-cycling-figures/
https://ecf.com/cycling-data/netherlands/north-holland-noord-holland/amsterdam
http://www.aviewfromthecyclepath.com/2010/05/487-million-euros-for-cycling.html

Warnwesten und Radfahren – PR-Flowchart der Polizei

2019 starben bisher 11 % mehr Radfahrer im Straßenverkehr als 2018 (endgültige Zahlen stehen noch aus). 2018 starben 445 Radfahrer, 2017 starben 382 Radfahrer. Hier setzt sich also ein unglücklicher Trend fort. Nur 25,4 % der Radfahrer verunglücken im Winter. 70% der Radfahrer verunglücken bei Zusammenstößen bei denen wiederum in knapp 70 % der Fälle Autofahrer hauptschuldig sind. (Alle Daten Statistisches Bundesamt)
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Was macht man nun daraus?
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Nun, wenn man die Polizei ist, hat man natürlich keine Probleme den Übeltäter zu finden und macht jedes Jahr zur dunklen Saison und überhaupt immer wenn ein Radfahrer verunglückt lustige Videos und Anmerkungen wie wichtig es ist, dass Radfahrer und Fußgänger grünen Ampeln nicht trauen und immer Warnwesten und Helme mit Reflektorstreifen tragen. „Looks like shit. But saves my life.“
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Dass Ampeln und Vorfahrt eigentlich dazu da sind ihnen trauen zu können, dass die meisten Menschen im hellen Sommer sterben, dass eine ganze Stadt in Warnwesten eher nach Gelbwesten als nach Sicherheit aussieht weil eine Warnweste unter tausend Warnwesten keine mehr ist, dass die Infrastruktur dank feiger Politik aus völlig ungenügenden Radschutzstreifen und maroden, holprigen Radwegen besteht: Geschenkt. Der Sherlock deutsche Polizei & Politik weiß immer schon wer der Täter war bevor es Opfer gab! Und damit auch ihr endlich versteht wie es geht hier endlich der offizielle PR-Flowchart der Polizei für euch! Mit Liebe vom Captain. Ride safe.

P.S. Der Captain weiß aus diversen Fastunfällen mit abbiegenden Kraftfahrzeugattentätern: Wo kein Auto ist, kann einen auch keiner überfahren. Er fährt daher lieber dann wenn keiner kommt als dann wenn Ampel grün. Aber pssst.
P.P.S. Der Captain fährt auch ab- und an Auto. Und CRAZY SHIT: Er lässt sich bei jedem Abbiegeprozess genug Zeit um niemanden platt zu fahren. Und wird dafür regelmäßig von hinten totgehupt. „Jetzt fahr den Radfahrer doch tot, du Spast, ich habs eilig!“

Die AfD und Verkehrspolitik – Ey ich Opfer!

Die AfD opfert mal wieder rum: Diesmal als überzeugte Autobesitzer. Und es ist ja auch einfach furchtbar unfair: Als Autofahrer wird man einfach überall diskriminiert. Während die Radfahrer bis zu 80 cm Radweg haben, müssen die ausgebeuteten Autofahrer mit 8 Metern auskommen. So kann das einfach nicht weitergehen. Und die Städte sind gepflastert mit Radfahrparkplätzen während man wirklich nirgendwo Parkplätze für Autofahrer sieht. Aber zahlen dürfen sie die Autofahrer. Diese Welt ist einfach so ungerecht. Ach.

P.S. Ich fahre selber Auto. Aber nur für Urlaub und große Besorgungen. Städte sind nicht für Autos gemacht und sollten es auch niemals sein.

Was tut die CDU für die Verkehrswende?

Ich weiß nicht ob die CDU, die Sache mit der Verkehrswende so ganz verstanden hat. Nacktmodels mit Fahrradhelmen aufhängen (und sich damit lächerlich machen) Gebühren für Fahrradparkplätze fordern oder Lungenärzte feiern, bei denen später rauskommt, dass sie sich so einen Hauch verrechnet haben (bzw. eher einen ziemlich großen Hauch, fast schon einen Sturm…) das klappt. Aber tatsächliche konstruktive Radverkehrspolitik ist bis heute komplette Fehlanzeige.

Wer selber voran fahren will und die Schnauze voll hat von all den Deppen, die offensichtlich Radwege und Schutzstreifen als Kurzparkszonen verstehen, findet hier eine gute Anleitung für Anzeigen gegen Radwegparker von Kumpel Axel.

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